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• Freitag, August 28th, 2009

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Unsere Karte zeigte die Abfahrt nach Wamba in Baragoi, die von Jan & Trevor wies sie südlich von Baragoi aus, und unsere Track4Africa-Karte (Stand 8.10.3) hatte die Strecke noch gar nicht verzeichnet. Umso eifriger hörten wir Adrian zu, als er uns den Weg an seinem letzten Abend in Baragoi am Lagerfeuer beschrieb. Nach Adrians Beschreibung mussten wir einfach die C77 weiter südlich fahren und dann die zweite Abfahrt links nehmen; ab dann immer auf dieser Straße bleiben. Die Beschreibung hat gestimmt, die Abfahrten sind aber sehr unauffällig und bei der zweiten gibt es nicht mal ein Schild (N 1° 40.118, O 36° 48.205’). Wir befanden uns nun auf dem Weg nach Barsaloi, dem Ort, an dem „die weiße Massai“ gelebt hat. Anja erwähnte immer wieder, nun an vielen der beschriebenen Orte selbst gewesen zu sein und sich damit einen eigenen Eindruck machen zu können, und auf die To-Do-Liste für Nairobi wurde geschrieben: „‚The White Massai’ kaufen“, um nochmals alles genau nach zu lesen. (Das Dorf selbst ist aber allerdings recht unscheinbar und sicherlich nur für die härtesten Fans die strapaziöse Anreise wert.)

[Anja:] Wer das Buch gelesen hat, wird mit Dorf-Namen wie Baragoi, Barsaloi, Maralal, Wamba etwas anfangen können. In Barsaloi lebte Corinne Hofmann, in Wamba brachte sie ihr Kind zur Welt. (Wir kauften später in Nairobi nicht nur „The white Masai“, sondern auch „Reunion in Barsaloi“, in der sie beschreibt, wie sie nach 14 Jahren wieder zurück nach Barsaloi reist, um dort ihre Familie zu besuchen. Sie beschreibt auch die dortige Mission und die jetzigen Angestellten. Das witzige dabei ist, dass Iain in der Mission bei den Leuten, die auch im Buch beschrieben sind, nach Wasser gefragt hat. Und wir haben alles live gesehen 🙂 )

Auf der Strecke hatten wir wieder viele Flussdurchfahrten wie im Omo Valley. Doch anders als dort, sind wir hier sogar zweimal ausgestiegen und die Strecke vorher abgelaufen. Das mag unter anderem an Adrians Warnung gelegen haben, dass eine der Durchfahrten, südöstlich von Sware, nicht ohne sei, er hätte hier beinah mal einen Defender im Treibsand verloren. Außerdem sei hier immer Wasser anzutreffen, selbst wenn alle anderen Flussbette ausgetrocknet sind. Wir sahen an dem besagten Flussbett zwar Leute mit Kanistern an einem gegrabenen Loch stehen – das Wasser konnte also nicht so tief sein –, doch das Bett selbst war oberflächlich trocken. Neben dieser waren aber auch andere der Flussdurchfahrten interessant, die es erforderten nahtlos zwischen dem ebenen Fahren auf losem Sand im Flussbett auf Steigungsfahren auf großen, groben Steinen an den steilen Rändern umzuschalten.

Das Flussbett vor der Durchfahrt

Das Flussbett vor der Durchfahrt

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Kurz vor Wamba änderte sich erneut der Bodenbelag. Wir hatten hier das längste Stück gnadenlosesten Wellblechs unserer bisherigen Route – allzu viel schlimmer kann die Route Moyale – Isiolo auch nicht sein. Sully ist mehrmals hinten ausgebrochen, weil das ABS sich einmischte (beim TD4 angeblich nur gegen Aufpreis abschaltbar – sagt alles oder… 😉 ). Nördlich vor Archers Post spuckte uns unsere Omo Valley Durchquerung dann wieder aus. Staubig, aber glücklich, sahen wir nach über 1000 km Offroad wieder Asphalt. Zurück auf Asphalt, zurück in der Zivilisation! Wir fünf waren unterschiedlicher Meinung, ob man die Strecke nochmals fahren würde. Ich war der einzige, der durchaus sofort wieder umgedreht wäre, Anja dagegen hat ’s erstmal gereicht. Wir hatten auf jeden Fall großes Glück mit dem Wetter. Die anhaltende Dürreperiode, die hier vielen derzeit zum Problem wird, hat uns die Fahrt nur erleichtert. Doch ob diese Route nun empfehlenswerter ist als die Route Moyale – Isiolo, die viele Blogs als die schlechteste Straße Afrikas einschätzen, das können wir nicht sagen, fehlt uns doch dazu die Erfahrung mit dieser Route. Wir haben nur soviel von gebrochenen Stoßdämpfern, Achsen und / oder Reifenschäden gehört und gelesen, dass wir meinen, die richtige Wahl getroffen zu haben. Bis auf einzelne Ausnahmen hatte eigentlich jeder, mit dem wir sprachen oder von dem wir hörten, kleinere bis größere Schäden auf dieser Strecke bekommen. Wir dagegen wurden zwar ordentlich durchgeschüttelt – sehr ordentlich durchgeschüttelt –, hatten aber hatten keinerlei Schäden zu verzeichnen. Überhaupt waren wir stolz wie Oskar auf unseren Willi, was er hier spielend geschafft hat. Trevor, überzeugter Defender-Anhänger und -Fahrer, musste zugeben, dass es manches Mal ganz einfach aussah, wenn wir mit unserem Landcruiser wo lang fuhren, während sich der Defender nur sehr schwerfällig über das jeweilige Hindernis kämpfte. Wie beeindruckt wäre der Nutzer des permanenten Vierradantriebs wohl erst, wenn er wüsste, dass wir selbigen bis auf wenige Ausnahmen nur seltenst nutzten. 😉

Zum Gelände noch ein kleines Video-Schmarkerl:

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Nun ja, zumindest hatten wir bis hierher keinerlei Schäden… Kaum hatten wir Asphalt berührt (und diesen wieder verlassen) – bei Archers Post sind wir auf die letzten Kilometer der berühmt-berüchtigten Moyale–Isiolo-Route gestoßen, die Straße ist hier abschnittsweise schon fertig, aber teilweise muss man links oder rechts von der Straße auf Pisten fahren – da spürte ich auf einmal einen Schlag von unten gegen meinen Fußraum, und wir hörten seitdem untypische Geräusche für unseren Willi. Nachdem Willi auch auf Asphalt noch übermäßig schaukelte, stiegen wir aus und sahen das Malheur:

Gebrochene Schweißnaht

Gebrochene Schweißnaht

Gegenstück

Gegenstück

Wir können zwar nicht behaupten, dass die Route Moyale – Isiolo auch uns einen Stoßdämpfer gekostet hat, denn der war noch ganz, aber die Stoßdämpferaufhängung hat ’s erwischt. Wie Anja und ich erst jetzt sahen, war die schon mal geschweißt worden und ist an einer der beiden Schweißnähte erneut gerissen – da hat jemand leider nicht allzu nachhaltig gearbeitet… Anja und ich entschieden uns, die Aufhängung erst in Nairobi schweißen zu lassen, und entfernten den Stoßdämpfer, so dass der nicht noch auf den verbleibenden Kilometern kaputt gehen kann. Wir wollten nun erstmal langsam nach Isiolo fahren und dann weitersehen. In Isiolo hielten wir kurz, um endlich Geld an einem Automaten ziehen zu können – fünf Tage nachdem wir Kenia betreten hatten, haben wir hier endlich die erste Bank gesehen. Etwa acht Kilometer südlich von Isiolo kannte Tracks4Africa „Rangelands Hotel & Camping“, doch wir verpassten irgendwie die Abfahrt und die Gegend sah von der Straße zudem ein wenig zwielichtig aus. Ohne Rangeland zu kennen, sind wir dennoch der Meinung, dass das Verfehlen dieses Hotels unser Glück war, denn Anja hatte mittlerweile den Laptop aufgeklappt und wieder einmal in Martins Internetseite gelesen, wo die beiden damals gecampt haben – sie hatte dafür extra alle Länderseiten als PDF ausgedruckt. Nachdem wir den Eintrag gelesen hatten, wollten wir zur „Timau River Lodge“ und konnten die anderen glücklicherweise dazu überreden. Die ca. 50 km weiteren Kilometer fuhren wir sehr bedächtig und achteten auf jedes neue Geräusch, aber Willi hatte keine weiteren Malessen. Und dann kamen wir zur Timau River Lodge bei N 0° 05.124’, O 37° 15.116’. Traumhaft am Fuß des Mt. Kenya gelegen, es gibt viele Tiere vor Ort und einen kleinen Wasserfall. Wir nahmen uns zu fünft ein ganzes Haus mit eigenem Kamin. Iain fuhr bereits am nächsten Morgen weiter nach Nairobi, doch wir anderen blieben insgesamt drei Nächte. Wir haben unsere Eindrücke sortiert, viel gebloggt und gelesen, vorm Feuer gesessen und leckeres Essen gegessen – wir haben einfach den Reise-Stopp-Schalter gedrückt, und es uns ein paar Tage gut gehen lassen.

Timau River Lodge

Erholung vor Nairobi

Jan hat Bananenbrot gebacken

Gekrönte Bäckerin

Gekrönte Bäckerin

und wurde dafür (und für all ihre bisherigen Einsätze) von Anja und mir zur „besten Outdoor-Köchin“ gekürt. Hier haben wir eines Abends auch realisiert, dass wir fast bereits ein Viertel unserer Reise zusammen mit Jan & Trevor reisen (und noch länger schon mit Ihnen via Mail Kontakt gehalten haben). Doch nach drei Tagen wollen wir nun auch noch den letzten Schritt gehen und morgen nach Nairobi aufbrechen.

Category: Kenia
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