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• Donnerstag, Oktober 29th, 2009

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Der Grenzübergang nach Sambia war auch wieder problemlos. Nach Ägypten wurde es damit eigentlich auch immer langweiliger. 😉 Auf malawischer Seite waren wieder gar keine Gebühren fällig – Malawi, wir kommen wieder! –, auf der anderen Seite fielen 50 USD für das Visum pro Person und 200’000 sambische Kwacha (ca. 30 EUR) Carbon Tax für Willi an. Die Carbon Tax ist Hubraum abhängig und da haben wir mit unseren 4,2 l natürlich den Jackpot geknackt.

Unser erstes richtiges Ziel war der South Luangwa Nationalpark ca. 275 km von Lilongwe. Nicht weit, aber wir hatten schon viel von der schlechten 130 km langen Strecke ab Chipata (direkt hinter der Grenze) bis zum Park gehört und gelesen, außerdem wollten wir es die nächsten Tage etwas langsamer angehen lassen. Wir übernachteten also in Chipata bei Mama Rula’s Campsite (S 13° 34.930’, O 32° 36.595’). Die Besitzerin, Andrea, hatten wir einige Tage vorher angeschrieben, um bei ihr ein Visa Waiver zu beantragen. Kann man beim Zoll ein solches Papier vorlegen (und hat auch der Zoll eine Kopie zugefaxt bekommen), dann muss man keine Visagebühren zahlen, sondern wird „durch gewunken“. Doch Andrea überraschte uns damit, dass die sambische Regierung diese Waiver abgeschafft hat. Immerhin bekamen wir einen ganz vorzüglichen Burger und hatten den Platz zunächst ganz für uns allein – es war ja erst früher Nachmittag als wir ankamen –, es kehrte später aber doch noch ein Overland-Truck ein; der gleiche, der uns bereits im Mabuya Camp begegnet war.

Bevor wir uns am Freitag zum Park aufmachten, schauten wir noch beim lokalen Shoprite (S 13° 38.849’, O 32° 38.850’) vorbei. Seit geraumer Zeit sind wir nun schon auf der Suche nach einem ordentlichen, beschichteten oder gusseisernen Topf, den man bei Bedarf auch einfach ins Feuer stellen kann – dank Jan wissen wir: das Essen schmeckt gerade im Busch einfach viel besser, wenn es über Feuer gekocht wird. 😉 Auch einen vernünftigen Grillrost benötigen wir noch, es ist eigentlich erstaunlich, wie lange wir ohne bisher ausgehalten haben. (Den Grilliput, den wir mithaben, ist schon als Toaster-Ersatz durchgefallen.) Doch auch hier konnte unser sehnlichster Wunsch leider nicht erfüllt werden. Dafür bekamen wir wenigstens eine lokale SIM-Karte. Da D1 wie in Malawi auch in Sambia keinen Roamingvertrag hat, wollten wir wenigstens hier im größeren Sambia für Notfälle gewappnet sein und kauften uns die Karte sowie etwas Guthaben und auf ging’s Richtung South Luangwa Nationalpark.

Die Straße war nahezu vollständig ungeteert und bestand über weite Strecken aus purem Wellblech, aber es zeigte sich wieder einmal, dass Berichte über Straßenqualitäten rein subjektiv sind. Sicherlich war es kein Vergnügen, die (bei uns) ca. 2 Stunden durchgeschüttelt zu werden, aber dann wird halt einfach das Radio etwas lauter gedreht… Ein Grund zur ernsthaften Klage ist diese Strecke unserer Meinung jedenfalls nicht, aber auch dies ist sicherlich subjektiv. Der Zwischenstopp im Mama Rula’s war ohne Frage sehr angenehm – mmmh, dieser Hamburger, yummy, yummy! – aber wegen der Streckenqualität allein war er sicherlich nicht notwendig.

Nicht blenden lassen, dies ist nur eine von zwei kurzen Passagen, die (wahrscheinlich) wegen Steigung asphaltiert sind.

Nicht blenden lassen, dies ist nur eine von zwei kurzen Passagen, die (wahrscheinlich) wegen Steigung asphaltiert sind.

Auch für den South Luangwa hatten wir im Vorfeld einige Camps und Lodges angeschrieben, das Track & Trail River Camp, Flat Dogs Camp und das Croc Valley Camp standen auf unserer Liste, doch diesmal waren wir leider etwas spät mit der Anfrage: Als wir morgens von Mama Rula’s aufbrachen, hatte noch keiner geantwortet. Uns ging es vor allem um einen Preisvergleich, wie teuer Safaris sind und ob es Übernachtungs-Pakete gibt, die Safaris beinhalten. Wir fuhren das Track & Trail als erstes an (S 13° 06.010’, O 31° 47.617’), Croc Valley Camp liegt direkt daneben, das machte uns den Vor-Ort-Vergleich leichter, doch „wir kamen, sahen und blieben“. Das Camp bot alles: Wir campten direkt am Luangwa mit zahlreichen Hippos und Crocos direkt vor unserer „Haustür“, eine schöne Bar mit leckerem Essen, einen erfrischenden Pool und warme Duschen.

Zudem bieten die Besitzer Peter und Kirsten Safaris in den Park. Anja und ich hatten schon vorher beschlossen, diesmal nicht selbst zu fahren, sondern uns beide fahren zu lassen. Erstens können wir uns so viel besser austauschen und beide die Tiere beobachten, während sonst immer einer von uns mindestens ein Auge auf der Straße halten muss, und zweitens hatten wir diesmal ja nicht „Eagle-Eye Trevor“ bei uns… 😉 Darüber hinaus wollten wir diesmal ganz gerne durch den Park wandern und eine Nacht-Safari machen, die Selbstfahrern nicht erlaubt ist. (Man kann natürlich einfach später raus fahren, aber dann ist ’s schon sehr dunkel…) Es konnte beides organisiert werden: Am nächsten Tag waren wir sogar die einzigen bei der Walking Safari morgens früh und dem Night Drive, abgesehen vom Park Ranger bzw. unserem „Spotter“ und unserem Guide Masumpa, und kamen uns so wie sehr exklusive Safari-Gäste vor…

Exklusive Safari, von links nach rechts: unser Park Ranger (für den Fall der Fälle bewaffnet), Masumpa (unser Guide), Lovemore (unser Porter für die Erfrischungen) und Anja & ich

Exklusive Safari, von links nach rechts: unser Park Ranger (für den Fall der Fälle bewaffnet), Masumpa (unser Guide), Lovemore (unser Porter für die Erfrischungen) und Anja & ich

Die Walking Safari war anders als alle gefahrenen Safaris zuvor. Bereits auf dem Hinweg sahen wir viele Giraffen, Büffel, eine Löwin direkt am Wegesrande, eine Herde Pukus und von der gleichen Stelle noch eine immens große Gnu-Herde am Horizont, wie sie den Luangwa durchquert. Bei der eigentlichen Wanderung kam man dann jedoch weniger nah an die Tiere ran, da diese vor Autos weniger fliehen als vor Menschen. Man war eher „mittendrin“ als nur „durch“. Masumpa erklärte uns viel, sagte uns welche Spuren und welcher Dung von welchen Tieren stammt, zeigte uns verschiedene Tierspuren an Bäumen und löste auf, welches Tier dahinter steckte. (Etwa Elefanten, die sich an Bäumen kratzen, oder „Polierungen“ an der Rinde unter größeren Baumlöchern, die von „Genets“ (Ginsterkatzen) stammen.)

[Anja:] Dass wir nicht so nah ran kamen, stimmt an der Stelle nicht ganz. Wir sind in ein Pärchen Giraffen gelaufen, was schon sehr beeindruckend war, denn mit Safari-Autos ist man eher schon fast auf Augenhöhe mit ihnen. Hier waren wir ihnen deutlich unterlegen. Sie beobachteten uns ganz intensiv, liefen aber auch ein bisschen aus ihrem Versteck hervor. Später sahen wir auch noch ein Bienennest im Baum – das sieht man wahrscheinlich auch weniger, wenn man fährt. Und wir haben die Früchte des Leberwurstbaumes geöffnet und angeschaut. Die Einheimischen verwenden das Innere der Früchte für die Heilung von Krebs.

South Luangwa - Morning Walk

Früher Spaziergang durch die Wildnis

Doch das Beste war der Leopard bei der Nachtsafari. Leoparden sind diejenigen unter den Big Five, die sich bisher am besten vor uns verstecken konnten. Wir hielten Leoparden beinah schon für ein Hirngespinst eines Biologen, dann hat einer vom anderen abgeschrieben und die Geschichte nahm ihren Lauf. Heute will keiner zugeben, noch nie einen Leoparden gesehen zu haben… Doch während der Nachtsafari sahen wir nicht nur ein sehr stattliches Exemplar davon, sondern sahen ihn sogar noch bei der Jagd. Es war schon finstere Nacht, so dass unsere Scheinwerfer ihn leider verloren haben, als er zum finalen Lauf auf seine Beute ansetzte, aber beim Aufspüren und Anpirschen waren wir live dabei. Danach hörten wir mehr als wir sahen und nach zwei schaurigen lauten Fauchen setzte erstmal wieder Ruhe ein. Wahrscheinlich wurde er satt heute Abend…

[Anja:] Spannend war auch, dass wir beim Trinken unseres Sundowners – Gin Tonic natürlich – eine kleine Büffelherde davon abhielten zum Wasserloch zu gehen. Wir standen ihnen direkt im Weg.

South Luangwa - Night Drive

Game Drive all inclusive

Das Bemerkenswerteste an dem Camp waren jedoch die Elefanten, die mehrmals am Tag durchs Camp patrouillierten.

Schlafstätte direkt am Sambesi

Elefantenpatrouille im Camp

Einmal gingen Anja und ich nachts zu den Duschen, als wir auf eine ältere Frau stießen, die uns sorgenvoll fragte, ob wir etwas gehört hätten. „Irgendwelche wilden Tiere?“ Anja und ich glaubten, ihr sei der Night Drive nicht ganz bekommen, drehten uns um und richteten unsere Taschenlampen in die Richtung, aus der wir unmittelbar gerade gekommen waren. Da war die Herde wieder: eine ausgewachsene Elefantendame mit ihren drei Kindern. Die Begegnung hätte für uns auch anders ausgehen können… Für uns beide ist dies das Erstaunlichste am „Bush“: dieser „stealth-mode“ der Elefanten. Es sind so riesige Tiere, doch meist hört man sie erst, wenn man sie neben einem mit ihrem Rüssel Gräser oder Blätter abrupfen. Bei schlechtgelaunten Elefanten oder Elefantenkühen mit Neugeborenen kann es dann schon zu spät sein. Manchmal verraten sie sich auch dadurch, dass sie wieder geradeaus gegangen sind und keine Rücksicht auf kleinere Bäume genommen haben. Ein Mensch ist daran gemessen ein nicht viel schwierigeres Hindernis. Wenn man dann noch instinktiv weg laufen will oder schreit, bekommt man zudem sogar noch den Marker „lohnenswertes Ziel“, denn „danach“ hat der Elefant ja wieder seine Ruhe.

Internet-Blockade einmal anders

Internet-Blockade einmal anders

Wegen dieser Herde kamen wir nicht zur Rezeption und damit nicht ans Netz.

Wegen dieser Herde kamen wir nicht zur Rezeption und damit nicht ans Netz.

Einen anderen Tag wäre ich in der Dämmerung beinah in einen ausgewachsenen Elefantenbullen marschiert. Ich meine: wirklich AUSGEWACHSEN! Peter konnte mir noch von der Bar aus signalisieren, dass dies nun gerade kein so guter Zeitpunkt sei, und ich verdrückte mich hinter den nächsten Baum, um den Bullen nicht weiter zu stören.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
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Die weitaus größte Gefahr lauerte jedoch ganz woanders. Eines Abends rief Anja, ich solle schnell die Kamera holen. Im Bad hatte sich eine ganze Froschfamilie breit gemacht (wahrscheinlich inklusive naher und ferner Verwandtschaft).

Spieglein, Spieglein, an der Wand, ...

Spieglein, Spieglein, an der Wand, ...

..., wer ist der schönste Frosch im ganzen Camp?

..., wer ist der schönste Frosch im ganzen Camp?

Ich neckte einen Frosch, indem ich ihm etwas vorquakte. Dabei muss ich wohl den richtigen Ton getroffen haben, denn er drehte sich in meine Richtung und hob auf einmal ab. Ich konnte mich gerade noch wegducken und ihn unsanft auf dem Boden plumpsen lassen, sonst wäre er doch glatt auf meiner Platte gelandet.

Der Attentäter

Der Attentäter

An dem Abend haben wir uns Kassler gegrillt sowie Rosmarin-Kartoffeln und Rotkraut zubereitet. Den ganzen Tag hatten wir „Kaiserwetter“ nur ausgerechnet am späten Abend, nachdem einer von uns beiden die ganze Dämmerung noch die ganzen Affen auf Abstand halten musste, während der andere das Essen vorbereiten konnte, kam starker Wind auf.

Wo 's was zu Essen gibt, sind sie nicht fern

Wo 's was zu Essen gibt, sind sie nicht fern

Nachdem Anja Stunden mit dem Rotkraut beschäftigt war (wir hatten einen für uns zwei viel zu großen Rotkohl in der grünen Kiste von dem Old Farm House bekommen und in unserem Topf wollte diese Menge über den Kohlen einfach nicht recht zu köcheln anfangen, so dass wir dann immer wieder doch auf Gas umschwenken mussten), legte sie ihren Teller auf einem unserer Stühle ab, um noch schnell ein paar Gewürze aus dem Auto zu holen und wusch! Da hatte der Wind auch schon den Stuhl umgeworfen. Kein Wunder, dass dieser Abend nicht mehr zu retten war.

[Anja:] Essen im Camp war hier auch wirklich schwierig. Den Abend hatte mir der Wind versaut, am Morgen mussten wir im Auto essen. Diese Affenbande hatte großen Spaß daran, uns sehr nah auf die Pelle zu rücken. Dass die scharf auf unser Essen waren, davon wurden wir bereits gewarnt (die sind sogar so drauf, dass sie Zelte aufmachen und drin eine Party veranstalten). Während ich das Heck bewachte und die Spiegeleier fertig machte, holte Jörg den Rest von vorne aus dem Kühlschrank und legte es auf einen Stuhl. Besteck und Butter. Was kann man davon essen?, dachte sich der nächstgelegene Affe und haute mit meiner Butter ab. Ich jagte ihn so lange u unser Auto herum und beschimpfte ihn, bis er das goldene Päckchen fallen lies. In den Sand… Den Sand habe ich weggemacht, die Butter war ja noch gut, aber nervig war trotzdem, wie wir dann gegessen haben. Beide nebeneinander in der offenen Beifahrertüre mit dem Rücken nach außen und den Tellern irgendwie auf einer Unterlage. Muss schon komisch ausgesehen haben.

Verscheuchen ließen sich selbst die Kleinsten ...

Verscheuchen ließen sich selbst die Kleinsten ...

... nur vorübergehend.

... nur vorübergehend.

Wir merken an einigen Kleinigkeiten, dass das Wetter sich in den letzten Tagen etwas geändert hat und im Park haben wir das erste Mal einen Baobab in fast vollständiger Blüte gesehen: ein Vorbote der Regenzeit. Für uns ein Zeichen, dass wir uns ein wenig sputen sollten, um noch rechtzeitig durch den Chobe Nationalpark und das Okavango Delta zu kommen.

 

 

Category: Sambia
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