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• Sonntag, Juli 26th, 2009

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Aus unserem Wüstencamp brachen wir früh auf, da wir ein längeres Stück und noch einen Sightseeing-Point vor uns hatten. Die Fahrt bis Atbara verlief relativ unspektakulär. Wir fuhren durch verschiedene Wüstenlandschaften und über niedrige Berge und begegneten Kamelherden neben und auf der Straße.

Verkehrshindernis

Verkehrshindernis

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In Atbara wurden wir in unserem flotten Tempo etwas ausgebremst. Wir wollten über eine Brücke den Nil überqueren, konnten dies aber nicht tun, weil diese gesperrt war. Es war kein Grund ersichtlich, aber fahren konnten wir nicht. (Ich vermute, dass die Fähr-Industrie des Ortes die Brücke immer wieder blockiert, damit sie ihre Einnahmequelle nicht verliert.) Der Verkehr wurde auf die Fähre umgeleitet, und ich kam in den Genuss meines „Fährerlebnisses“: Die Fähren sahen alle abenteuerlich aus. Sehr eng und bis auf den letzten Zentimeter ausgefüllt. Die Rampe wurde vor der Auffahrt der Autos per Bagger mit Erde unterstützt. Vor lauter Angst über das steile Stück nicht drüber zu kommen, schalteten wir alle (bis auf den Renault) unseren 4WD ein. Unnötig, wie sich später herausstellte.

Sieht aus Sicht des Fahrers schlimmer aus... (Foto: Luis)

Sieht aus Sicht des Fahrers schlimmer aus... (Foto: Luis)

Nach der Überfahrt nutzten wir die Gelegenheit, einzukaufen und Geld zu holen. Leider hatte die lokale Bank zu, weswegen wir wieder auf Geld-Tauscher angewiesen waren. Wir hätten mit der Visa-Karte wahrscheinlich sowieso kein Geld bekommen können, da der Sudan vom internationalen Zahlungsverbund ausgeschlossen ist und keine ausländischen Kreditkarten akzeptiert, das war zumindest die unser Meinung nach beste Erklärung, die wir hierzu bekamen. USD oder EUR lassen sich aber überall bequem tauschen. Der Schwarzmarkt bietet dabei teilweise sogar die besseren Kurse.

[Jörg:] Von dort sind wir dann auf zu den Merowe Pyramiden, hier hat Pepe hart verhandelt und einen reduzierten Gruppentarif rausgeschlagen. Vergleicht man Pyramide gegen Pyramide können diese nicht gegen die von Gizeh oder Sakara auftrumpfen, aber dass man diese besichtigen kann, ohne sie mit anderen Touris teilen zu müssen, ist ein großes Plus auf der Seite von Merowe.

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Vor Ort haben wir wieder in der Wüsten campiert. Wir mussten ein wenig suchen und um die Ausgrabungsstelle herumfahren, weil wir nicht in Sichtweite von Häusern campen wollten, doch fanden schließlich ein schönes Plätzchen in südlicher Richtung vom Haupteingang. Hier war es das erste Mal, dass die Wüste uns nicht durch und durch freundlich gesonnen war: Nachts kam eine ordentliche Brise auf, kein richtiger Sandsturm, aber es hat gereicht, dass unsere Stühle und Tische draußen wie von Geisterhand dirigiert durchs Camp tanzten und nachdem wir diese wieder eingefangen und in den verschiedenen Wagen fixiert hatten, war alles in den Wagen mit feinem Sand überzogen. Auch wir selbst blieben nicht verschont: auf der klebrigen Haut hielt der Sandfilm fest. Mittlerweile sehnt sich wohl jeder aus unserer Gruppe nach einer richtigen Dusche. Gut, dass Khartoum von hier aus nur noch ca. 250 km entfernt ist.

Unser Wüstencamp

Unser Wüstencamp

Die Straße nach Khartoum ist in unserer Karte als „Autobahn“ eingezeichnet und an bestimmten Punkten mit einer Art Kontrollstation versehen. Wir führten die Gruppe an und waren die ersten an der Kontrollstation. Der Mann, der uns aufhielt, sprach ein derart schlechtes englisch, dass er und wir schnell aufgaben. Wir haben nicht verstanden, was er wollte. Er sprach was von „Ticket“, aber uns war nicht klar, ob wir uns eines hätten vorher kaufen sollen oder jetzt bei ihm oder was er eigentlich genau meint. Ratlos und frustriert winkte er uns durch. Bei der Mittagspause sprachen die anderen über die hohe Maut, die man hier verlangt und erst hier dämmerte es uns, was der Mann wohl wollte. Alle Autos hatten 8,50 SP bezahlt, nur wir nicht, weil wir uns erfolgreich doof stellten. Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn wir hätten bezahlt, wenn die Kommunikation besser funktioniert hätte. Das Prinzip „doof stellen“ funktionierte in der Zukunft jedoch weiter ganz gut. 😉

In Khartoum folgten Jörg und ich dem Gruppenzwang. Pepe und Laurent hatten sich im Vorfeld besser vorbereitet als wir und schlugen die National Residence als Campingplatz vor. Hier soll es sauberer sein als im Klassiker „Blue Nile Sailing Club“ und vor allem: hier gibt es warme Duschen – ein schwerwiegendes Argument.

In der National Residence machte jeder sein eigenes Ding. Zwar ging jeder als erstes unter die Dusche, danach trennten sich die Spanier jedoch von uns, da sie ein bisschen in der Stadt flanieren wollten. Wir mussten dringend das Auto von innen reinigen und Wäsche waschen, die Franzosen mussten Vorbereitungen für ihre Internetseite treffen, weswegen wir da blieben und den Nachmittag recht arbeitsam verbrachten.

Am Abend trafen wir uns alle gemeinsam im Blue Nile Sailing Club, um zu essen. Burger – okay, aber nicht besonders hervorzuheben. Etwas anderes gab es nicht auf der Karte. 😉

[Jörg:] Urteilend von dem, was wir gesehen haben, können wir persönlich vom Blue Nile Sailing Club nur abraten. Die National Residence buhlt zwar auch nicht gerade um den ersten Platz bei „Afrika’s Top Locations“, aber man muss nicht direkt auf dem Parkplatz an einer auch nachts noch viel befahrenen Straße campen, und dass es in der National Residence warme duschen gibt, hat Anja ja bereits erwähnt. Im direkten Vergleich ist der BNSC maßlos überteuert, sein einziger Vorteil: Er liegt recht zentral, während die National Residence ca. 12 km außerhalb vom Zentrum bei N 15° 31.479’ O 32° 34.178’ liegt.

Die Spanier wollten am nächsten Tag schon Richtung Äthiopien aufbrechen, allerdings morgens um 6 Uhr, was für uns nicht in Frage kam. Die Franzosen entschieden an dem Abend auch, dass sie nicht wie bisher angenommen, noch 1 oder 2 Tage in Khartoum bleiben wollen, um einige Erledigungen zu machen so wie wir, sondern auch weiterzufahren. Damit war irgendwie klar, dass sich der Konvoi hiermit auflöst.

Wir fanden das schade und überlegten, was uns eigentlich in Khartoum hält. Wir wogen ab. Einerseits brauchten wir dringend eine Bank, eine Reinigung, einen Supermarkt, ein Buchladen, in dem wir uns mit neuen Reiseführern eindecken können, vernünftiges Internet und mal einen Tag Pause, andererseits hatten wir uns schon so an das gemeinsame Fahren gewöhnt, und die Gründe dazubleiben waren uns auf einmal nicht mehr so wichtig. Boni hat uns unbewusst die Entscheidung leicht gemacht, indem er uns seinen Lonely Planet über Äthiopien schenkte, den er selbst von anderen Travellern geschenkt bekam und nicht so dringend brauchte wie wir, da die Spanier Äthiopien mehr oder weniger einfach nur schnell durchqueren wollten. Der Rest kann auch alles noch später erledigt werden. Am Abend fragten wir die Franzosen daher, wann sie denn genau aufbrechen wollen und es stellte sich heraus, dass sie vor ihrer Abfahrt dieselben Bedürfnisse hatten wie wir: 1. Bank, 2. Supermarkt, 3. Internet und erst danach weiterfahren. Hat sich ja prima mit unserer Vorstellung gedeckt und so blieb noch ein kleiner Teil des multinationalen Konvois übrig.

Abschiedsbilder (Bilder von Laurent):

 

 

Category: Sudan
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