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• Montag, September 28th, 2009

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Unser nächstes Ziel ist der Kilimanjaro, etwa 1200 Kilometer von Kigali entfernt. Der Weg führt uns dabei durch Tansania und ein Stück, das touristisch vollkommen unerschlossen ist. Wir sehen also ein paar Tage stures, wahrscheinlich langweiliges Fahren vor uns.

Recht früh verließen wir das Okapi Hotel in Kigali und machten uns auf zur Grenze. 140 km durch Dörfer und vorbei an riesigen Bananenplantagen. Weil die Landschaft zwar schön und grün, aber doch etwas einseitig ist, schalteten wir mal wieder ein Hörbuch ein: „The Hobbit“.

[Jörg:] Danke, Stefan. 😉

Die ruandische Seite der Grenze hatten wir schnell abgehakt, wieder ohne Kosten. Es folgte die Fahrt über eine Brücke über die Rusumo Falls (siehe Bild) und schließlich die tansanische Seite. Hier kamen natürlich sofort Geldwechsler auf uns zu, aber wir wollten sie noch nicht in Anspruch nehmen. Wir wollten eigentlich lieber in Britischen Pfund bezahlen, denn wir hatten nur noch 58$. Der vorgeschlagene Wechselkurs lag allerdings bei 1:1 und damit hätte das Immigration Office einen saftigen Gewinn gemacht. Wir gaben also unsere letzten Dollars aus, um dann herauszufinden, dass 1 (!) Visum 50 $ kostet. So, jetzt hatten wir keine Dollar mehr, und tansanische Schilling wollten sie nicht haben. Wir gingen zu den Geldwechslern und tauschten bei ihnen, um das zweite Visum bezahlen zu können.

Die Rusumo Falls

Die Rusumo Falls

Während dieser ganzen Diskussion kam ein Herr in das Amt, der uns auf Deutsch ansprach. Es stellte sich heraus, dass er Straßenbauer bei Strabag ist und gerade von einem Auftrag aus Tansania zurück nach Ruanda fuhr. Er erzählte uns auch, dass all die wunderbaren Straßen in Ruanda von Strabag gebaut wurden – deswegen fanden wir die also so gut. 🙂 In Tansania seien die Straßen auch nicht so schlecht, was für uns eine wichtige Information war. Anhand dessen können wir besser planen, wie viele Kilometer wir am Tag schaffen. Er gab uns noch einige Tipps, wo wir Geld holen können und wo wir am besten fahren können und dann trennten wir uns wieder.

Wir waren noch nicht ganz fertig mit unseren Behördengängen, die Carnet musste nämlich noch abgestempelt werden. Dort die nächste Überraschung: schon wieder 25 $ fällig. 20 $ für das Foreign Vehicle Permit und 5 $ für irgendwelche Steuern, die wir nicht verstanden. Wir suchten und suchten und fanden glücklicherweise noch ein bisschen Geld. Das war wieder ein Grenzübergang, der ein tiefes Loch in unsere Tasche reißt.

Die Fahrt danach war so einseitig wie auf der ruandischen Seite. Die Landschaft änderte sich in Savanne, die Menschen bettelten wieder. Die nordwestliche Gegend Tansanias ist touristisch vollkommen uninteressant, weswegen es auch kaum Vorschläge für Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Wir mussten auf die Waypoints in unserem Navi zurückgreifen und hier gab es zwei Alternativen: eine Lodge und ein Motel. Wir zogen die Lodge vor und fuhren gegen 18 Uhr in ein Dorf namens Bukome. Nachdem wir erst am falschen Haus hielten und dort keiner englisch sprach, fuhren wir noch eine Ecke weiter und siehe da, da war die „Lodge“. Der Hausherr meinte, es sei kein Problem, wir können bei ihm parken. Wir müssten auch nichts bezahlen, da wir ja auch keinen Raum benutzen, die Toilette durften wir aber verwenden.

Wir waren sehr erschöpft und überwältigt von diesem Angebot. Wir parkten im Hof und kochten Spaghetti. Sobald es dunkel wurde, verzogen wir uns ins Bett. Wir hatten über Nacht sogar einen Wachmann, der sich direkt neben unser Auto setzte.

Unsere Weiterfahrt war unspannend. Wir passierten Shinyanga und gelangten auf exzcellenten Straßen nach Singida. Hier konnten wir unseren Geldbeutel und die Tanks auffüllen. Wir waren sehr verwundert, als wir hier feststellten, dass wir offensichtlich wieder eine Stunde früher sind. Der Auszug vom Geldabheben meldete 1 Stunde Unterschied zu all unseren Uhren bis auf das Navi und das Handy. Das könnte auch der Grund gewesen sein, dass unser Handy-Wecker am Morgen uns nicht weckte.

[Jörg:] Die Straße bis hierher ist sehr gut: Asphaltiert und Schlaglöcher gibt es selten bis gar nicht und das auf fast 620 km.

An der Tankstelle fragte ich nach der weiteren Strecke. „Oh, that’s a tough road. It’s 150 km to Babati and you will need 3 to 4 hours.“ Hm, unsere Hoffnungen auf fleißige Chinesen und gute Straßen schwanden. Und leider war die Straße wirklich so schlimm. 3 Stunden später kamen wir kurz vor Sonnenuntergang in Babati an und suchten nach einem bewachten Parkplatz zum Schlafen. Wir fanden wieder eine Lodge, „White Rose Lodge“, die uns aufnahmen. Wir fragten, ob wir hier parken und im Auto schlafen könnten. Kein Problem, war die Antwort. Dann fragten wir, ob wir was dafür bezahlen sollen. Und das brachte sie erst mal auf die Idee. Ein Jüngerer schloss sich mit dem Älteren kurz und sie beschlossen: 2000 Schilling (etwa 1,10 Euro). Gut, wir stimmten zu. Also wir ausstiegen, kamen sie mit dem Geld allerdings wieder zurück und meinten, nein, sie möchten doch kein Geld. Wir waren sehr überrascht über die Gastfreundschaft und bedankten uns mehrfach. Und weil das so nett war, aßen und tranken wir noch was bei ihnen bevor wir ins Bett verschwanden.

 

 

Der nächste Morgen begann wieder recht früh, aber entspannt. Wir machten uns Rührei und Kaffee und genossen die Sonne. Auf einmal stand der Junge von gestern Abend wieder da und meinte, wir sollen jetzt doch bezahlen für die Security in der Nacht: 2000 fürs Auto und – ähm… – 3000 für uns. Alles klar. Wir haben bezahlt, denn für uns sind das auch nur 2,50 Euro, und aber ich habe ihm ins Gewissen geredet, dass das nicht in Ordnung ist, was er da mit uns macht. Ich fand das nicht in Ordnung, denn es kann nicht sein, dass sich der Preis über Nacht mehr als verdoppelt.

Wir haben gepackt und sind losgefahren. Diesmal hatte unsere Karte und Tracks4Africa recht. Es folgten 60 km Straße in “Bad Condition”. Aber wir wurden entschädigt mit einer geteerten Straße von Minjingu an. Wir erreichten Arusha nach kurzer Zeit und fanden auch gleich die großen roten Shoprite-Fahnen. Ein paar Vorräte mussten wir aufstocken, aber der Laden war nicht so gut ausgestattet, dass wir hier allzu lange blieben. Wir gingen noch in eines der umliegenden Bistros, in dem suahelische Küche angeboten wurde. Doch das war eine Enttäuschung. Das Essen kam aus der Mikrowelle und der frische Passionsfruchtsaft war mit Zucker angesüßt.

[Jörg:] Die Straße wurde danach wieder gut und nach allem, was wir von Fiver und Stuart gehört haben, war es die bessere und vor allem günstigere Alternative als durch die Serengeti. Doch leider geht eine gut asphaltierte Straße nicht automatisch mit gesitteten Straßenverhältnissen einher. Obwohl Tansania – in dieser Hinsicht – so gut wie Ruanda ist und leicht besser als Uganda, die wiederum deutlich besser als Kenia sind, das wiederum in überhaupt gar keinem Verhältnis zu Äthiopien steht etc., sahen wir heute zwei „Personenschäden“ – wie es auf Bahn-deutsch heißt. Einer war nur dürftig zugedeckt und von dem anderen sah man nur das Motorrad… Afrikas Straßen sind gefährlicher als der Busch und dort liegt ’s häufig an einem selbst, wie weit man sich in Gefahr bringt. So wie die vier Brits, von denen die Zeitungen hier vor Tagen berichteten, die sich ein Lagerfeuer machten und dann solange die Flasche kreisen ließen, bis sie alle nacheinander einnickten. In diesem Zustand fand sie dann ein Löwe und der hat von einfach mal von allen probiert. Modern economy is wrong: there are free lunches…

Auf dem Weiterweg nach Marangu am Fuße des Mount Kilimanjaro machten wir noch ein paar Fotos vom Mount Meru (siehe Bild).

Mount Meru

Mount Meru

Der Kili hüllte sich leider in dicke Wolken, so dass wir erst mal in das Marangu Hotel fuhren, um unser Zelt aufzuschlagen und eine Dusche zu nehmen. Dann eilten wir noch los und liefen ein Stück, um ein paar Fotos zu machen (siehe Bilder).

Abendstimmung am Kilimanjaro

Abendstimmung am Kilimanjaro

Am Morgen weckten uns Sonne und Vogelgezwitscher. Ich beeilte mich, um aus dem riesigen Garten des Hotels noch ein paar wolkenfreie Bilder zu schießen, bevor sich der Kili wieder versteckt. Erfolgreich, wie man sieht:

Der Kili morgens...

Der Kili morgens...

...aus dem Garten des Marangu Hotels

...aus dem Garten des Marangu Hotels

[Jörg:] Die Besteigung des Kilis packe ich auf meine Bucket List! Nachdem wir heute Morgen beim Frühstück eine Seilschaft unseres Hotels gesehen haben, wie sie sich zum Aufbruch gerüstet hat, wäre ich am liebsten mit, aber man kann ja nicht alles haben, nun geht ’s erstmal Richtung Dar es Salaam und Tauchen auf Sansibar – auch nicht so schlimm… 😉

Wir wollten langsam aber doch nach Dar-es-Salaam und dann nach Sansibar, also fuhren wir nach diesem kurzen Besuch weiter. Die ganze Strecke wäre auch gegangen, aber wir wollten nicht wieder einen ganzen Tag fahren. Also stoppten wir hoch oben in den Bergen, genauer gesagt in den Usambara Mountains. Die Strecke ab der Hauptstraße nach Lushoto erinnerte mich sehr an meine Fliegerzeit. Die Straße war eng, aber gut, sie war kurvig und hatte steile Abhänge. An der Irente View Cliff Lodge angekommen, wurden wir mit einem traumhaften Blick über das Tal belohnt. Und ich habe meinen Gleitschirm hier sehr vermisst. Es waren zwar keine Flieger in Sicht, ich weiß nicht mal, ob man hier überhaupt fliegen kann, aber es wäre schön gewesen die Berge und Täler hier aus der Luft zu sehen.

Stattdessen saßen wir im Garten der Lodge und genossen die Stille, die nur durch das Pfeifen des Windes unterbrochen wurde. Am Abend kam das Dorf dann unterhalb unseres Campingplatzes zusammen und feierte bis tief in die Nacht. Wenigstens waren wir so müde, dass wir das verschlafen haben.

Und schließlich geht’s auf die letzte Etappe auf unserer Tansania-Durchquerung. Nach Dar-es-Salaam sind es etwa 380km, die wir in ca. 6 ½ Stunden (von Lushoto wieder auf die Hauptstraße zu kommen dauerte alleine 1 Stunde) abfuhren. Wie zu erwarten war, gerieten wir dort in einen Stau, wahrscheinlich den Feierabendverkehr. Um zum Kipepeo Camp südlich der Stadt zu kommen, sollten wir laut Empfehlung anderer Traveller und unserem Navi eine Fähre nehmen. Diese Fähre kostete uns 1000 tansanische Schilling und etwa 1 ½ Stunden Wartezeit. Und jetzt kommt ’s: das Ganze für nur 700 m Überfahrt. Es gibt laut Tracks4Africa auch einen anderen Weg, der geht allerdings in einem weiten Bogen um die Stadt und ist ca. 40 km lang. Sollten wir nochmals nachmittags in den Genuss kommen, wird das auf jeden Fall zur Alternative für uns.

Wir kamen eine Stunde vor Sonnenuntergang an diesem traumhaften Strand an und suchten uns gleich ein Plätzchen mit Meerblick. Nach der kalten Dusche

[Jörg:] … wobei es hier in Afrika keine wirklich kalten Duschen zu geben scheint …

kochten wir die Reste vom Vortag auf und genossen unser Essen mit einem Tässchen Wein (wir haben keine Gläser) am Strand, Meeresrauschen im Hintergrund.

 

 

Category: Tansania
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