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• Dienstag, September 08th, 2009

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Wir sind mittags in Nairobi los. Weit hatten wir es nicht, und wir erwarteten die Straßen in einem guten Zustand. Unser heutiges Tagesziel: die Masai Mara, ein Nationalpark, der alle Big Five bieten und eine wunderschöne Landschaft haben soll.

Gegen 17 Uhr kamen wir dort an und während Jörg mit Trevor an den Eingang ging um nach dem Eintrittspreis zu fragen, kamen gerade die Spanier herausgefahren; jene hatten Glück beim Verhandeln, sprachen während der Verhandlung nur Suaheli und kamen mit einem Foreign Residents-Eintritt davon. Der ist nur ein Bruchteil von dem, was wir bezahlen müssten – ohne Suaheli-Kenntnisse. Regulärer Preis wären 60$ pro Person gewesen, plus 4000 KSH pro Auto. Und dann bekommt man „nur“ ein Ticket mit einer Gültigkeit von 24h. Ich würde es Verhandlungsgeschick nennen, was uns dann geschah: die Männer zahlten voll, wir Mädels waren Studenten und ein Auto wurde bei der Berechnung vergessen. Außerdem trugen uns die Herren vom Sekenani Gate aus Versehen das Datum von morgen in das Ticket, ließen uns aber trotzdem passieren.

Gleich nach dem Eingang begrüßte uns eine grasende Herde Elefanten. Danach sahen wir viele Springboks und Impalas sowie Wildebeests, wegen derer „Migration“ wir in die Mara gekommen waren. Zudem gab es einen atemberaubenden Sonnenuntergang zu sehen.

Masai Mara - Day 1

Tag 1 im Masai Mara National Park

Kurz vor dem Talek Gate, hinter dem gleich unser Camp lag, machte unser Auto Zicken: Schlimme Schleifgeräusche von der Vorderachse. Was wir uns alles ausgemalt hatten, als wir im Schritttempo auf dem Weg zum Ausgang waren… Differential kaputt, irgendwas in der Achse gebrochen… Und das schlimmste: wir waren gerade erst aus Nairobi raus! Trevor hatte den richtigen Riecher, er vermutete einen Stein in der Bremse. Im Aruba-Camp angekommen, machten wir kleine Test-Strecken und Jörg konnte das Problem lokalisieren: das linke Vorderrad. Wir holten dies also im Dunkeln runter und fanden schnell den Schuldigen: ein kleines Steinchen zwischen Bremsscheibe und Schutzblech. Ewig fummelten wir mit kleinen Schraubendrehern in dem Zwischenraum herum, bis das Steinchen auf einmal heraus fiel. Gut, Rad wieder rauf, Nerven wieder runter. Der Krach war weg und wir uns sicher, dass jetzt wieder alles in Ordnung ist.

Nach einem kurzen Toilettenbesuch war für mich allerdings gar nichts mehr in Ordnung. Mich hatte ein kleiner „Caterpillar“ (Raupe) gebissen. Ein wenig Desinfektionssalbe und mein Adrenalinspiegel sank auch langsam wieder. That’s Africa…

Trevor kochte an dem Abend eine leckere Chicken-Paella und wir verschwanden schnell im Bett. Um 5.30 Uhr standen wir schon wieder auf, um dann kurz nach Sonnenaufgang im Park zu sein. Gleich zu Beginn durften wir Hyänen beim Aasfraß zuschauen. Wir sahen hier auch eine kleine Giraffenfamilie und natürlich die üblichen Verdächtigen: Springboks, Impalas, Wildebeests und Topis. Auch Schakale liefen uns über den Weg. Wir folgten anderen Autos und fanden sogar zwei schlafende Löwen. An einem Flussbett stiegen wir kurz aus (höchst illegal) und beobachteten Nilpferde. Jörg schaute bei dieser kleinen Pause unter die Motorhaube, weil der Keilriemen quietschte, und wäre beim Anlassen des Motors beinahe von einem kleinen Steinchen „erschlagen“ worden. Diese Teile nisten sich wirklich überall ein, wo sie nicht sollen! Kurz darauf fuhren wir ganz nah an eine Gruppe Löwinnen, die teils schliefen und uns teils beobachteten. An diesem Fluss sahen wir dann auch eine Elefantenherde und einen Elefantenbullen, der alleine um sie herumlief und – gefährlich, gefährlich! – von der Herde durch einen Fluss getrennt war.

Hier noch ein Beispiel für die Große Migration:

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Unsere Mittagspause verbrachten wir ganz feudal im Governor’s Camp. Um das Camp zu erreichen, mussten wir den Talek River kreuzen und dazu zunächst raus aus den Park und nach dem Örtchen Talek uns links halten. Wie erstaunt waren wir, als wir dann eine Hintertür in den Park fanden – hätten wir das mal eher gewusst… 😉 In Governor’s Camp saßen wir zunächst auf der Terrasse mit Ausblick auf den Fluss mit Nilpferden und einem Krokodil. Dann genossen wir das Mittagessen für sage und schreibe 35$ pro Person. Wir hatten aber kaum eine Wahl – mitten in der Masai Mara anhalten, Tisch auspacken und essen ist nicht wirklich angebracht, außerdem waren wir durch den langen und heißen Tag ganz schön geschlaucht und hatten Hunger. Es schmeckte wunderbar und war wirklich viel.

Nach einem Kaffee gings auch schon weiter. Wir beobachteten Geier, wie sie über einen toten Elefanten herfielen, sahen noch den ein oder anderen Vogel und entschlossen uns dann aus dem Musiara Gate herauszufahren und durch das Oloololo Gate nach dem Mara River wieder hereinzufahren. Auf dem langen Weg dorthin erlebten wir eine der schlechtesten Straßen überhaupt. Es waren riesige Steine in allen Formen auf dem Weg – eigentlich sah es eher so aus, als wäre es ein Flussbett – und dann ging es steil bergab. Jörg stieg aus und las den Weg für mich, ich ließ Willi in der Untersetzung alleine herunterklettern, lenkte nur. Für den einen Kilometer brauchten wir fast eine ganze Stunde.

Masai Mara - Day 2

Tag 2 in der Masai Mara

Am Oloololo Gate dann die Ernüchterung: unser Ticket gilt nicht für diesen Teil des Parks und um im Park am River Camp zu übernachten, sollten wir ein neues Ticket bezahlen. Transit ist heute auch nicht mehr möglich, wir sollen morgen wieder kommen. Als wir bereit gewesen wären, 25$ p.P. für das Camp zu bezahlen, war das Camp auf einmal voll. Wir waren sauer und drehten um. Es dämmerte und wir brauchten schnell eine Übernachtungsmöglichkeit. In der Tichwe Lodge wurden wir fündig, aber auch hier hatten wir den Eindruck, die wollen uns auf den Arm nehmen. Wir sahen nicht aus, wie die Durchschnitts-Reichen mit unseren Khaki Hosen und den dreckigen und verschwitzten T-Shirts. Man bot uns den Preis für Residents an: umgerechnet 110 Euro pro Person für ein Zimmer. Der Herr an der Rezeption schickte uns in das nahegelegene Dorf, das angeblich auch „Camping“ anbot.

Dort wurden wir vom Dorf-Chief zum Campingplatz gebracht: eine kleine Lichtung an der bewaldeten Flussbank. Wundervoll, mit einem Nilpferd-Konzert und Hyänengeschrei. 🙂 Wir waren froh, diesen Weg gewählt zu haben. Für die Nacht wollten wir auch noch zwei Wächter haben, denn man sagte uns, hier können Elefanten und Löwen vorbeilaufen. Echte Massai Krieger – da kann nichts passieren.

Wildcamp Masai

Camping am Mara River

[Jörg:] Am nächsten Morgen konnten wir von unserem Campplatz Kenias Wildlife aufwachen sehen. Der Masai Mara Nationalpark ist gleich auf der anderen Seite des Mara Rivers, an dem wir campten, und so sahen wir – aus etwas größerer Entfernung – nochmals fast alle Tiere, die der Park zu bieten hat. Leoparden blieben allerdings immer noch ungesichtet – auf der anderen Flussseite hätten wir sie gern in den Bäumen gesichtet, auf unserer Seite wären wir über eine Sichtung nicht ähnlich erfreut.

Der Fluss ist so reich an Nilpferden und die Möglichkeit, diese dort in Ruhe zu studieren, ist garantiert, so dass auch die Tichwe Lodge, bei der wir gestern nach einer Campmöglichkeit fragten, ihre Gäste hierher bringen, um ihnen die Nilpferde zu präsentieren. Wir trafen die Gäste morgens neben unserem Camp an, doch Lodge Gäste scheinen nicht mit gemeinen Overland Campern zu fraternisieren – unser Gruß blieb jedenfalls unerwidert. Dafür bekamen wir etwas später Besuch. Er stellte sich als ein Manager der Lodge vor und fragte, was wir auf seinem Land machen würden. Wir erklärten, dass wir von den Dorfbewohnern an diesen Platz geführt wurden, sie sagten, dass es ihr Land sei, und wir sie schon bezahlt hätten. Er ließ jedoch nicht davon ab, wir müssen verschwinden oder die Lodge bezahlen. Wir sind also nach einem ausgiebigen Frühstück los, sprachen am Enkutoto Village erneut mit Chief Olorokoi (John) und das freudige Ergebnis: Wir können bleiben, die Lodge und die Massai haben wohl zwischenzeitlich den Kriegsgraben, auf dem wir campten, begraben. Diesmal ohne Security, dafür waren die Campingkosten mit 2000 KSH pro Wagen auf einmal teurer als am Vortag. Auch wenn der Preis die Leistungen des Campingplatzes nicht widerspiegeln (es gibt keine Leistungen: keine Dusche, keine Toilette, kein Strom, …), sondern eher das neue Handy vom Chief, seine neuen Crocs etc., der Platz ist das Geld definitiv wert und hat es bei mir auf Platz 1 unserer Top Ten der bisherigen Übernachtungsplätze gebracht. Wir wissen nicht, wer hier eigentlich im Recht war, ob Herr Manager nur schnelles Geld machen wollte, indem er ein paar Mzungus über ’s Ohr hauen wollte, oder ob sein Hauptanliegen war, die störenden Overlander-Camper zu vertreiben, weil sie den distinguierten Lodge-Gästen die Exklusivität des Augenblicks raubten, oder ob ’s eigentlich wirklich Lodge-Gelände war und er sich vom Chief nachträglich seinen Anteil holte, alles ist möglich – wir sind hier schließlich in Afrika… Für uns war eigentlich auch nur wichtig, dass wir noch einen Tag hier verbringen konnten und diesmal in Ruhe gelassen wurden.

Wir verbrachten den Tag hauptsächlich mit Lesen und Hippos beobachten. Außerdem nahmen Anja und ich gerne das Angebot an, Jan & Trevors „Badezimmer“ für eine Dusche zu nutzen. Die beiden können den Aufgang zu ihrem Dachzelt mit Planen zuhängen und haben eine dieser „Pump-Spritzen“ – ihr wisst schon, womit in unserer Kindheit im Garten Unkrautvernichtungsmittel gespritzt wurden, bevor dies politisch unkorrekt wurde – als Dusche. Herrlich! Das Wasser wird vorher mit Solarsäcken aufgewärmt und ist dann so warm, dass es mit kaltem Wasser gestreckt werden muss. Es ist so einfach, so effizient und so wohltuend – es ist einfach etwas, dass wir bei der nächsten Reise auch dabei haben werden.

Zunächst mussten wir uns gegen die Sonne schützen; dann kam der übliche „16-Uhr-Wolkenbruch“, doch diesmal unüblich stark und lang anhaltend. Umso wichtiger war uns diesmal das Lagerfeuer, das Trevor und ich diesmal zu groß entfachten, dass wir auch heute früh noch unser Kaffee- und Tee-Wasser auf den gestern zugeschütteten Kohlen zum Kochen bringen konnten. Gleich geht ’s dann weiter, und zwar ganz ungewohnt nach Norden. Ziel ist entweder auf Rusinga Island, wo es einen ganz tollen Campingplatz am Lake Viktoria geben soll, oder gleich Uganda – wo immer uns der Rückenwind hintreiben wird…


 

 

Category: Kenia
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