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• Freitag, August 21st, 2009

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Vor zwei Tagen starteten wir unsere Weiterreise in den Süden. Wir verließen Billys Camp gegen 11 Uhr und erreichten bereits etwa 1 Stunde später Shashamene. Hier teilt sich der Weg: rechts geht’s ab in Richtung Omo Valley, geradeaus geht’s Richtung der berühmt-berüchtigten Moyale-Isiolo-Route. Die ist deshalb „berühmt-berüchtigt“, weil es ca. 500 km Wellblechpiste bedeutet. Das Internet ist voll von Blogs, in denen berichtet wird, wie Stoßdämpfer, Federn oder ganze Fahrwerke dieser kenianischen „Nationalstraße“ Tribut zollten. Wir hatten uns schon vorher fürs Omo Valley entschieden und hielten uns daher rechts. Das Omo Valley ist vor allem bekannt durch den Stamm der Mursi, deren Frauen sich als Statussymbol die untere Lippe aufschneiden und eine kleine Platte einsetzen – dazu müssen allerdings erst die unteren Schneidezähne rausgeschlagen werden… Da sich die Lippenhaut weitet, können immer größere Platten eingesetzt werden und je größer die Platte, desto höher der Status. Um das an dieser Stelle vorweg zu nehmen: Mursi-Frauen haben wir leider keine getroffen, aber dafür andere Stämme.

Die Straßen bis hierher waren gut, und wir kamen schnell durch. Billy, der Eigentümer von Karkaro Camping, hatte uns allerdings vorgewarnt, dass der Abschnitt bis Arba Minch zunächst gut und dann schlecht befahrbar sei. Nach etwa 150 km hörte die geteerte Strecke auch schließlich auf, und wir mussten ständig von der Straße abfahren. Die Verlängerung der Teerstrecke befindet sich im Bau und ist teilweise auch schon fertig, darf aber noch nicht benutzt werden; man wird ständig umgeleitet und muss rechts und links von der Straße auf Pisten oder durch die Pampa fahren. Und auch hier ein kleiner Vorgriff: Hiermit begann unser Offroad-Fahren. Anfangs immer noch abschnittsweise durch Teerstraße unterbrochen, als wir jedoch in Kenia wieder auf Asphalt gespült wurden, hatten wir über 1000 km Offroad zusammen – wohlgemerkt: 1000 km ohne jeglichen Asphalt.

In Arba Minch übernachteten wir in der Timret Pension – wieder eine Übernachtung ohne Elektrizität und warmes Wasser… Wir waren zuvor noch im Bekele Mola Hotel, doch war uns dies zu teuer. Wir trafen dort aber auf Spuren von Laurent, Caro, Enzo und Ruben. Der Führer, den sie im Omo Valley genutzt hatten, sprach uns an und zeigte uns deren Visitenkarte. Als wir in Addis waren, hatten sie uns über sein Handy eine SMS geschickt und uns gefragt, ob wir uns in wenigen Tagen in Arba Minch treffen könnten, um gemeinsam durchs Omo Valley zu fahren. Wir waren zu dem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht mit allen unseren Vorbereitungen fertig, und Jan & Trevor waren auch erst wenige Tage in Addis. Wir mussten ihnen also leider antworten, dass uns dies nicht möglich sein wird und ob sie nicht noch ein wenig Tempo rausnehmen könnten. Das war wiederum ihnen nicht möglich, aber der Guide konnte mir meine SMS in seinem Handy zeigen. Trotz mehrmaligen Nachfragens habe ich habe leider nicht recht rauskriegen können, wie weit sie durchs Omo Valley getourt sind und ob sie auch über die grüne Grenze nach Kenia gefahren sind. Vielleicht sind sie ja dort entlang gefahren, und wir können sie eventuell noch einholen.

 

 

 

 

Morgens wollten wir recht früh los, aber nicht ohne vorher aufzutanken. Willi und Sully waren nicht durstig, aber Iains BMW schrie nach Benzin. In Arba Minch (wie in vielen Orten dieser Gegend) gibt es Benzin nur gegen Vorlage einer polizeilichen Genehmigung. Tags zuvor hatte Iain noch ca. 10 Liter so bekommen, doch heute wollte er noch etwas mehr haben, um Reservekanister aufzufüllen, so dass er zunächst zur Polizeistation fuhr. Das ließ sich noch recht schnell erledigen, doch dann ging die Suche erst richtig los: Wir spielten mal wieder eine Runde „Kraftstoff-Verstecken“: Die einen Tankstellen hatten kein Benzin und die anderen keinen Strom, so oder so Iains Bike bekam kein Benzin. Der Schwarzmarktpreis war etwa doppelt so hoch wie der reguläre Preis und seine Motivation, sich dort einzudecken, entsprechend gering. Doch nach über einstündiger Suche sah er schließlich ein: Es gab hier keine Alternative zum Schwarzmarkt. Natürlich fragte auf diesem liquiden Markt auch keiner nach seiner polizeilichen Erlaubnis… 😉

Von Arba Minch ging es dann bis Konso über eine Mischung aus planierten Pisten und Teer. In Konso hätten wir auch nochmals eine Chance gehabt, nach Moyale zu fahren, doch unser Entschluss stand fest. Wir machten stattdessen eine kurze Kaffeepause bei einem Laden, wo man lokale Handarbeiten kaufen konnte. Während wir unseren erstklassigen äthiopischen Kaffee schlürften, saß die Frau, die uns den Kaffee zubereitet hatte, neben uns und häkelte eine Tischdeckenverzierung. Danach bogen wir rechts ab – Richtung Omo Valley – und kurz nach Konso gab es dann nur noch Offroad, aber immerhin zunächst noch planierte Piste. Dort trafen wir auf einer Passstrecke zahlreiche Kinder, die ihre geschnitzten Holzspielzeuge verkauften; dies war die letzte größere Gruppe von Menschen abseits von Siedlungen, die wir für lange Zeit sehen sollten.

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Ab hier sahen wir stattdessen immer mehr Männer und Frauen in traditioneller Kleidung, Bemalung oder Schmuck ihres jeweiligen Stammes. Sie hatten alle ihr Kopfkissen dabei (eine aus Holz gefertigte Kopfstütze) und die Männer mindestens ihre Wurfkeule (ein Schlagstock mit schwerer Ausbuchtung an einem Ende), häufig kam auch noch ein Gewehr hinzu, wobei die volle Bandbreite (von antiquiertem Vorderlader bis zum modernen Sturmgewehr) abgedeckt wurde.

Auf der Strecke hatten wir wenig Abwechslung. Es gab nur die Straße und uns – und natürlich die phantastische Landschaft des Omo Valleys um uns herum, von der Anja jedoch deutlich mehr mitbekam als ich, der sich sehr stark auf den wandernden Punkt 10 m vor dem Wagen konzentrieren musste. Ab Wyoto änderte sich die Bodenbeschaffenheit: Die Strecke war zwar weiterhin planiert, hatte aber sehr spitze Steine. Ich habe mich eigentlich nur gefragt, wer von uns beiden den ersten Reifenschaden haben wird, denn dass wir hier nicht heil rauskommen, stand für mich außer Frage. Die Preisverleihung fand am Polizeikontrollpunkt in Arbore Village statt: Jan und Trevor wurden darauf hingewiesen, dass ihr hinterer linker Reifen platt war. Anja und ich waren baff, wie eingespielt die beiden beim Reifenwechseln waren. Im Nu war Sully aufgebockt, der kaputte runter, der neue drauf und Sully wieder auf dem Boden.

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Reifenwechsel mit Zuschauern

Mit Iain hatten wir ausgemacht, noch zwei Stunden zu fahren und dann nach einem Platz zum Campen Ausschau zu halten. Doch so schnell die beiden bei ihrem ungewollten Pit Stop auch waren, Iain haben wir den Abend nicht mehr einholen können. Die Strecke wurde besser (kleine Steine und Sand) und wir konnten recht schnell fahren, doch Iain war zu weit „vorn“. (Er fuhr meist vor, um sich nicht durch unsere Staubwolken kämpfen zu müssen und um sein Tempo fahren zu können. Doch nun war dies kontraproduktiv…)

Auf etwa halbem Weg zwischen dem Kontrollpunkt und Turmi fanden wir endlich eine Möglichkeit von der Piste abzufahren und uns mit den Wagen ein paar Meter in den Busch zu schlagen. Wir hatten vereinbart, dass wir eine halbstündige Teepause einlegen würden. Wenn bis dahin keiner Interesse an uns gefunden haben würde, würden wir hier in der Mitte von nirgendwo campen. Doch wir hatten noch nicht mal unsere Wagen richtig ins Nirgendwo manövriert, da kam schon der erste an. Neugierig schaute er sich alles genau an, Englisch sprach er nicht, und Jan und Trevor versuchten es mit ein paar Floskeln auf Suaheli, Zulu und amharisch, doch auch dies leider vergeblich. Anfangs zögerten wir noch ein wenig mit dem Tee kochen, in der Hoffnung, dass er sich weiter auf den Weg machen würde, wenn wir ihm kein weiteres Programm bieten würden. Doch in Afrika hat man Zeit… Gut, Tee hätte auch für fünf Personen gereicht und so zündete Anja den Kocher an. Dabei weiteten sich die Augen unseres Zuschauers. Hatte er wirklich noch nie ein Gasfeuerzeug gesehen? Obwohl er uns einen seiner Armreifen im Tausch anbot, hingen wir zu sehr an unserem Feuerzeug, aber wir schenkten ihm eine Schachtel Streichhölzer anstelle dessen. Er wusste damit erst nichts anzufangen, doch dann machte die kleine weiße Frau auf einmal ein kleines Feuer, indem sie das bemalte Holz gegen die Schachtel rieb, und seine Augen weiteten sich erneut. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er in seinem Gürtel ein kleines Stück Kohle – mit dessen Hilfe er vielleicht bisher Feuer gemacht hat –, doch nachdem er diesem magischen Moment inne gewohnt hatte, schmiss er das Kohlenstück weg und steckte stattdessen die Streichholzschachtel an diesen Ort. Er verabschiedete sich und wir können nur hoffen, dass er die Nacht nicht ohne schützendes Feuer schlafen musste, weil er wohlmöglich nicht mehr wusste, welche Streichholzseite gegen welche Schachtelseite wie gerieben werden muss…

Unser erster Gast an diesem Abend

Unser erster Gast an diesem Abend

Den Tee mussten wir also nur durch vier teilen und nachdem wir das gemacht hatten und uns kein weiterer Besucher aufstöberte, schlugen wir unsere Fahrzeuge in den Busch. Das Terrain war für unsere Fahrzeuge nicht gemacht und im Gegensatz zu den Straßen, mussten wir hier tatsächlich mal den Vierradantrieb mit Untersetzung bemühen. Doch unser Camp war jede Mühe wert: In unserem Rücken türmte sich ein kleiner Berg und vor uns öffnete sich die Ebene, in der man überall Buschfeuer sah (wahrscheinlich Brandrodung). Doch als wir uns gerade nahezu häuslich eingerichtet hatten, kam Besucher Nummer II. Auch er zeigte ausgiebige Neugierde und machte nicht den Eindruck sofort weiterziehen zu wollen. Er schaute sich das Innere von Sully lange an und zeigte schließlich auf den Ratschengurt, mit dem die Gasflasche am Wagen befestigt war, danach zeigte er auf seinen Gewehrriemen. Er wollte also den Gurt, um sich einen neuen Riemen zu schnallen. Dieser Gurt wurde jedoch wie unser Gasfeuerzeug noch gebraucht, allerdings hatten Jan und Trevor Ersatzgurtband. Davon wurde ihm ein Meter abgeschnitten und unser zweiter Besucher setzte seinen Weg durch den Busch stolz wie Oskar fort, nachdem er sich von uns allen mit Handkuss verabschiedet hat.

Buschcamping im Omo Vally (Bild: Jan)

Buschcamping im Omo Vally (Bild: Jan)

Wir machten noch ein kleines Lagerfeuer, setzten uns drum herum und genossen unsere Pasta. Als wir in unserem Klappdach schlafen gingen, konnten wir dies mit freiem Blick auf die afrikanische Savanne, in der viele Buschfeuer rötlich aufloderten. Diese Übernachtung gehört zu meinen bisherigen Favoriten auf dieser Reise!

Heute sind wir dann früh auf und nach einem schnellen Tee und Kaffee auch gleich los. Die Piste änderte sich wieder: Es gab häufiger losen Sand und die größeren Flussdurchfahrten starteten ab hier – bis Turmi hatten wir bestimmt zwanzig. Unser Glück bei unserer Omo Valley Durchquerung war jedoch, dass wir diese in einer außergewöhnlichen Trockenheit angegangen sind. Jedes der Flussbette war ausgetrocknet – zumindest soweit es uns Fahrer interessiert. Ein grünes Band, das nicht von der Seite des ausgetrockneten Flussbetts wich und dies kameradschaftlich durch die zeitweise staubig-braune Trockenheit begleitete, zeigte uns jedoch, dass unterhalb der fürs Befahren interessanten wenigen Zentimeter sehr wohl noch genügend Wasser vorhanden sein musste.

In Turmi hielten wir Ausschau nach Iain und seiner BMW, sahen jedoch weder ihn noch das Bike. Wir fragten nach einem Motorradfahrer und ernteten zunächst nur ratlose und irritierte Blicke. Schließlich verstand jemand unsere Frage und zeigte auf die Straße in Richtung Omorate. Wäre ich an Iains Stelle gewesen, ich hätte genau das gleiche gemacht: Wenn wir weiter entlang der besprochenen Route fahren und über Banya Fort nach Kenya einreisen wollen, so müssen wir nach Omorate; kämen wir dort nicht vorbei, wäre irgendetwas Gravierendes passiert, wären umgekehrt und könnten ihn somit auch nicht mehr unterstützen. Die verbleibenden ca. 70 km ließen sich recht schnell bewerkstelligen, auch wenn es ab Höhe der Abzweigung nach Banya Fort nur Wellblech gab, wobei dies ab 80 km/h gar nicht mehr so schlimm ist… In Omorate trafen wir auch wieder auf Iain. Verständlicherweise war er zunächst ein wenig verschnupft, hatten Jan und Trevor ihn ja sonst stets mit Wasser versorgt und dies fehlte ihm für die letzte Übernachtung, doch als er hörte, dass wir einen Reifenschaden hatten, war Iain sofort wieder gesundet.

Wir waren sehr positiv überrascht in Omorate nicht nur eine Passstation vorzufinden, sondern auch einen Zoll, der sehr gerne bereit war, unsere Carnets auszustempeln. Was haben wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht – Jan und ich haben gedanklich sogar schon Stempel geschnitzt –, aber alles grundlos. Der Zöllner wusste weitestgehend, wie das Carnet zu bearbeiten ist, nur bei unserem Zettelchen mussten wir ihm ein wenig helfen, vor allem dass er das Ausstempeln nicht vergisst. Omorate selbst hat nicht viel zu bieten. Wir waren seit Arba Minch immer noch auf Suche nach ein paar Tomaten, Zwiebeln und überhaupt frischem Gemüse, doch wurden wir auch hier nicht fündig. Dafür konnten wir im Tourist Hotel Geld tauschen: Birr für kenianische Schilling. Die Rate war nicht sonderlich gut, aber was sollen wir jetzt noch mit Birr? Die Uhr zählt die letzten Minuten, in denen wir dies Geld verwenden könnten. Viel Birr haben wir eh nicht mehr gehabt, aber Dollar haben wir nicht gegen Birr tauschen können – US-Dollar dürfen nicht aus Äthiopien ausgeführt werden…

Iain hat nochmals 5 Liter teueren Schwarzmarkt-Treibstoff gekauft und los gings: wieder raus aus Omorate und zurück bis zur Abzweigung nach Banya Fort. Auf dem Rückweg sind wir nicht auf der Straße gefahren, sondern links und rechts des Weges. Dank der Trockenheit war der Sand fest genug, und wir haben nur zu gern mehr Kurven für weniger Wellblech eingetauscht. Nach der Abzweigung wurde der Boden deutlich lockerer und es wurde nochmals ein wenig Luft aus den Reifen gelassen, um sich der Bodenbeschaffenheit anzupassen. Doch die ständigen Durchquerung ausgetrockneter Flussbetten im weichen Sand waren zuviel für Iain: Seine BMW kippte ständig von einer Seite zur anderen, und er arbeitete hart daran, sie nicht ständig abzulegen. Kurz vorm Etappenziel – der kenianischen Grenze – war er drauf und dran, umzukehren und die Alternativroute über Moyale zu nehmen. Wir hatten noch etwas Platz im Wagen und boten an, seine Koffer und die Gepäckrolle zu nehmen. Danach schlingerte er deutlich weniger und seine Reise durchs Omo Valley musste nicht bereits hier enden.

Zur Grenze hin wurde die Strecke immer schlechter befahrbarer. Die einzigen Fahrzeuge, die uns hier noch begegneten, waren Landcruiser von Reiseveranstaltern, die Fahrten in diese entlegenen Gebiete unternehmen, und wir nehmen an, dass nur wenige ganz bis zur Grenze fahren. Die Piste wich auch immer wieder davon ab, was in Tracks4Africa auf unserem GPS als Route hinterlegt war, und führte zu Siedlungen hin und dann wieder auf die Route zurück. Allerdings kann es auch gut sein, dass wir manches Mal eine Abzweigung übersehen haben, denn Sand und Piste waren nicht immer gut zu unterscheiden. Auf der äthiopischen Seite der Grenze hätten wir auch noch ausstempeln können: In einem Container bei N 4° 27,372’, O 36° 13,813’ ist die Polizei untergebracht – leicht zu übersehen, da zudem keiner Uniform trägt, was aber wiederum normal für Äthiopien ist. Doch wir taten gut daran, zuvor die Carnets in Omorate ausstempeln zu lassen, denn das wäre hier nicht gegangen.

Auf der kenianischen Seite ist die Piste noch weniger befahren, und wir hatten Mühe, die Spur nicht zu verlieren. Das erste Örtchen, Banya Fort, haben wir nicht links liegen lassen, sondern auf erneuter Suche nach Gemüse durchquert – doch hier gab es rein gar nichts –, und die Piste haben wir erst wieder durch Fingerzeige Einheimischer gefunden. Der nächste Ort war Ileret und wir sahen das erste Mal den Lake Turkana, an dem der Sibiloi Nationalpark liegt – unser nächstes Ziel. Jan, die nach dem Weg dorthin fragte, wurde jedoch gesagt, dass wir uns zunächst bei der Polizeistation registrieren lassen müssten. Dort angekommen, erfuhren wir, dass in den Park ab 17 Uhr keiner mehr rein gelassen wird (es war zu dem Zeitpunkt bereits 16 Uhr), bekamen aber das Angebot, in der Polizeistation zu campieren. Zunächst lehnten wir dankend ab, da wir dann doch lieber direkt am See campen wollten, doch die Polizisten meinten, dass dies nicht sicher sei. Ob dies nun stimmt und nicht – die Polizeistation in Ileret gibt es vor allem, weil es immer wieder Stammesfehden gibt und die Polizei diese schlichten muss –, wir campten auf dem Hügel der Polizeistation. Allerdings nicht ohne vorher noch runter zum See gefahren zu sein, um dort unser erstes Bad nach dem Lake Langano zu nehmen. Hier allerdings in Gesellschaft barbusiger Einheimischer.

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Zurück bei der Polizeistation machten wir uns noch schnell eine Gemüsereispfanne, bevor wir uns in unsere Betten verzogen – erschlagen von dem Tag und noch unter seinen Eindrücken stehend…

 

 

 

 

Zu guter letzt noch ein paar Tipps und Ratschläge für Omo Valley Reisende:

  • Über diese deutlich weniger befahrene Alternativroute nach Kenia gibt es sehr viele Gerüchte. Fragt man zehn vermeintliche Fachleute bekommt man häufig zehn verschiedene Aussagen. Glaubt erstmals nichts und macht euch am besten selbst ein Bild! Häufig genug wissen die Leute im Norden nicht, wann und ob im Süden die Regenzeit ist und raten einem dann aus völlig falschen Motiven ab.
  • Die Route ist nicht so schlecht, als dass permanent ein 4WD benötigt wird – zumindest sind wir im Landcruiser meist im Zweiradantrieb gefahren –, aber manches Mal geht es nicht ohne und eins ist sicher: Bodenfreiheit gewinnt! Außerdem hatten wir großes Glück mit dem Wetter: Während unserer Fahrt war es außergewöhnlich trocken. Hätte es geregnet, wäre diese Route womöglich für Tage teilweise unpassierbar, da die Piste häufig durch oder gar auf ausgetrockneten Flussbetten verläuft und die Flüsse dann einige wenige Meter tief sein können. Wer dann nicht umkehrt, weil er vielleicht sogar zwischen zwei entsprechend tiefen Flüssen gefangen ist, muss halt neben dem Fluss campen.
  • Wenn man die Chance hat, sollte man dieses Gebiet mit anderen zusammen befahren. Es kann immer mal etwas passieren, und die nächste Hilfe kann weit weg sein.
  • Wie üblich, sollte man beherzigen, Wasser und Treibstoff aufzufüllen, sobald dies möglich ist, auch wenn die Tanks noch halbvoll sind. Man weiß nie, ob der nächste Ort, den man mit dem halbvollen Tank garantiert erreicht, auch Strom und Treibstoff hat bzw. abseits von dem überteuerten Schwarzmarkt hat. Letzter Ort, um sich reichlich und mit allem möglichen einzudecken, war bei uns übrigens Arba Minch.
  • An der äthiopischen Grenze selbst gibt es eine Passstation. Um das Carnet abzustempeln, muss man jedoch nach Omorate fahren, wo man dann auch gleich in einem Abwasch sein Pass ausstempeln lassen kann. Das Carnet muss also nicht in Addis ausgestempelt werden; es kann dort auch überhaupt nicht ausgestempelt werden, wie uns beim Zoll gesagt wurde. Wer allerdings bei der Einreise darauf besteht, dass sein Carnet nicht eingestempelt wird (Dies ist nicht notwendig!), braucht hier auch nicht den Umweg über Omorate zu fahren.
  • Auf der kenianischen Seite gibt es keinen Grenzposten. Die Einreisestempel für die Pässe und Carnets kann man aber in Nairobi bekommen.
Category: Äthiopien, Kenia
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3 Responses

  1. 1
    silviedh 

    Jambo!

    Ihr seit jetzt (heute ist der 02.09.) noch in Nairobi..? Oder vielleicht
    doch schon weiter? Mein „angehender katholic priest“ Joseph Smith
    hat mich gefragt, ob ihr denn schon in Nairobi seid – er studiert dort.
    (Hm, hoffentlich komme ich jetzt nicht zu spät.. 😉 – er würde sich
    natürlich freuen Euch zu treffen, falls das in Eure Pläne paßt… habt
    Ihr die Daten noch? (jsmith@diesistkeinedomain.xyz) – habe hier auch noch
    eine Telefonnummer(+25-1234567890), weiß nicht, ob die noch gültig ist.
    Und überhaupt! Falls Ihr noch da seid und Lust habt, könnt ihr ja
    versuchen mit ihm Kontakt aufzunehmen, wäre ja irgendwie schon
    witzig (und dann wüßte ich auch mal, ob ich da seit 4 Jahren mit
    irgendso nem „Spinner“ maile.. 😉 – solltet Ihr ihn treffen und „für
    akzeptabel“ befinden, könnt Ihr ihm ja ein paar Euro als „Gruß“ von
    mir in die Hand drücken (aber nur, wenn er nicht so aussieht wie
    einer der blöde deutsche Kenia-Fans ausnimmt.. ;-)) – so 10-20 €
    vielleicht? Wenn das aber alles nicht klappt und paßt und
    überhaupt, dann ists auch nicht weiter wild… klar bin ich neugierig! 🙂

    Und Eure Seite „erschlägt“ mich quasi immer wieder… 😉 – das ist
    alles einfach unglaublich, wenn man selbst täglich nur zwischen „Büro“ und
    „Reihenhaussiedlung“ pendelt.. 🙂 *seufz*

    Euch auf jeden Fall weiterhin ganz viel Spaß und gutes Gelingen!!
    (Seid Ihr eigentlich derzeit auch per eMail erreichbar? Bzw. unter
    welcher Adresse?)

    liebe Grüße und bis bald!
    Silvia + family

  2. 2
    Joerg 

    Hallo Sylvia,

    vielen Dank für deinen wiedereinmal sehr aufmunternden Kommentar — solche Kommentare motivieren uns bei der Stange zu bleiben, obwohl wir genügend Ablenkung haben… Ich habe mir erlaubt, die allzu persönlichen Infos oben einfach mal zu editieren. Leider hat uns dein Kommentar dann doch nicht mehr rechtzeitig erreicht — wir waren zwar noch etwas in Nairobi, aber die letzten Tage gab ’s dann schon fast wieder zuviel zu organisieren. Nächstes Mal fahren wir bei ihm vorbei… 😉

    Viele Grüße aus Kampala,

    Jörg

  3. 3
    silviedh 

    AUA! Natürlich wird bei den Kommentaren oben immer gleich
    das aktuelle Datum angezeigt… peinlich….! ;-)))

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