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• Dienstag, August 18th, 2009

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Iain, Jan und Trevor und wir beide haben nun endlich Wim’s Holland House verlassen und sind weiter Richtung Süden aufgebrochen.

Abschied von Wim und dem ganzen Holland House

Abschied von Wim und dem ganzen Holland House

Iain ist mit uns gekommen und hat Ryan nach Nairobi vorfahren lassen, da er mit uns durchs Omo Valley fahren möchte, während Ryan schnell nach Kenia möchte, um seine Freundin dort zu treffen, die die restliche Reise mit von der Partie sein wird. Weit sind wir nicht gefahren, nur bis an den Lake Langano. Auf dem Gelände von Billy (Karkaro Beach, N 7° 35.815’, O 38° 41.636’) haben wir einen außerordentlich ruhigen und idyllischen Platz zum Campen gefunden.

Etwa nach einer halben Stunde nach unserer Ankunft, kam ein Boot voller frischer, noch lebendiger Fische. Jan und ich suchten vier Stück aus, bekamen noch einen geschenkt und kehrten zurück zu unseren Männern. In der Zwischenzeit kam auch Iain auf seinem Motorrad an und wir waren komplett. Begleitet von den Schreien eines aufgeregten über uns kreisenden Fischadlers, töteten Trevor und Jörg die Fische, sodass wir sie gleich im Anschluss ausnehmen konnten. Hierzu gibt es auch eine kleine Fotodokumentation. Jörg war sehr tapfer und hat interessiert mitgemacht beim Fische zubereiten.

Erst mal Fische töten

Erst mal Fische töten

Dann den Fisch ausnehmen

Dann den Fisch ausnehmen

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Ja, ich hab auch mitgemacht

Ja, ich hab auch mitgemacht

[Jörg:] Der Fisch war so frisch, dass er überhaupt nicht fischig schmeckte und damit selbst für mich richtig lecker war. Besser war aber noch der „Survival-Part“ vorne weg: Fisch töten – nicht der schönste Teil, aber wenn man Fisch essen will, dann sollte man davor auch nicht die Augen verschließen – und anschließend den Fisch ausnehmen.

Den Abend beendete dann ein fantastisches Abendessen, das Jan federführend gestaltete:

(auf den speziellen Wunsch einer eifrigen Leserin unseres Blogs folgt nun eine ausführliche Beschreibung der Zubereitung)

Der Hauptgang bestand aus gegrilltem „Telapia“* (Fisch), der mit einer Mischung aus Olivenöl, Knoblauch, Berg-Oregano, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mariniert wurde. Dazu gab es Baked Potatoes (zunächst gekochte Kartoffeln, die dann in Alufolie und ein wenig Olivenöl und Knoblauch gepackt wurden, um sie dann anschließend ins Feuer zu legen). Als Beilage gab es einen Salat aus Tomaten, Zwiebeln, Paprika und Karotten.

Ich bin sicher, dieses Abendessen hat Jörg als Nicht-Fisch-Esser dem Fisch deutlich näher gebracht. Je öfter wir das machen, desto besser klappt es mit dem Filettieren und Jörg wird sicherlich noch zum Fischesser werden.

Vorbereitung des Fischgerichts

Vorbereitung des Fischgerichts

Beilagensalat

Beilagensalat

Zubereitung von Fisch und Kartoffeln

Zubereitung von Fisch und Kartoffeln

Der nächste Tag war ein typischer Faulenz-Tag ohne viel Aktivität. Für mich begann er früh, nachdem ein Von-der-Deckens-Hornbill*-Männchen unseren Scheibenwischer versucht hatte, auseinander zu nehmen. Das war morgens um 7 Uhr und wie üblich konnte ich nach dem Aufstehen nicht wieder einschlafen. So setzte ich mich in aller Einsamkeit (weil alle noch schliefen) an den Strand und las.

Von der Deckens - Hornbill

Von der Deckens - Hornbill

Als der Rest der Mannschaft langsam aufgestanden war und wir den Tag mit Porridge begannen, fing es auch schon an zu regnen. Für etwa 2 bis 3 Stunden waren wir unter dem Zeltvordach von Jan und Trevor gefangen. Dann aber klarte der Himmel komplett auf und wir konnten einen sonnigen Nachmittag genießen. Jörg ging im See baden, ich schlief in der Hängematte. Immer wieder flogen Fischadler und viele andere Vögel vorbei, deren Namen ich nicht alle aufzählen kann (an der Stelle verweise ich an Trevor).

[Jörg:] Wir haben auch alle eifrig gelesen. Ich hatte gedacht, wir hätten auf unsere Reise mehr Zeit zum Lesen oder überhaupt Zeit, entspannt an einem Ort mehrere Tage „abzuhängen“. Natürlich haben wir bisher sowohl mehrere Bücher gelesen als auch mal ein oder zwei Wochen an einem Ort verbracht, aber die meisten Bücher waren Reiseführer oder dergleichen (und die zählt als „Pflichtlektüre“) und das Verweilen an einem Ort war meist auch durch Sight Seeing, Tauchkurse, Visa-Organisation etc. geprägt und damit auch ausgefüllt und häufig nicht mal stressfrei. Erst die letzten Tage hier in Äthiopien haben das gebracht, was ich gehofft habe, dass es bereits bisher eine größere Rolle gespielt hätte: Mehr Raum für Couch Time! Tage, die mit nicht viel mehr ausgefüllt sind, als lesen und entspannt die Seele baumeln lassen. Ob das nun im Hotelbett des Global Hotels ist, an der Bar und dem Restaurant von Wims Holland House oder – wie Anja bereits erwähnte – in der Hängematte am Lake Langano bei Billys Karkaro Beach.

Mittlerweile habe ich Thomas Morus „Utopia“ und David Thoreaus „Walden“ durch und nun gerade Ayn Rand „Atlas Shrugged“ begonnen.

  • Es gibt da diesen Spruch: „Wer mit 20 kein Kommunist ist, der hat kein Herz. Wer mit 30 noch einer ist, der hat keinen Verstand.“ So hätte ich „Utopia“ vor 15 Jahren wohl auch mit anderem Pathos gelesen, aber mittlerweile muss ich gestehen, dass ich es als ein ganz fürchterliches Buch empfinde. Genauer: weniger das Buch als das Konstrukt Utopia. Manches klingt zu schön, um wahr zu sein, doch sind es letztendlich unfreie Menschen, die hier beschrieben werden. Freie Individuen formen hier keine Gesellschaft, sondern das Kollektiv bestimmt das Leben der Einzelnen, notfalls mit Zwang. Man findet einiges in dem Buch, was im letzten Jahrhundert politisch umgesetzt wurde oder wofür zumindest der Versuch der Umsetzung unternommen wurde. Doch Utopia wäre definitiv nicht mein Traumland.
  • „Walden“ ist ein tolles Buch. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man sofort mit der nächsten Axt in den Wald rennen möchte, um sich eine kleine Lichtung zu roden und eine Blockhütte zu bauen. 😉 Ich muss gestehen, dass es das erste Buch aus dem Kreis der Transzendentalisten, das ich gelesen habe, aber es ist bestimmt nicht das letzte.
  • Ein weiteres Geständnis, dass ich an dieser Stelle ablegen muss, ist, dass mir Ayn Rand nicht durch mein Studium bekannt gemacht wurde. Es bedurfte erst einer Empfehlung von Stef und einer gemeinsamen Zugrückfahrt, um mein Interesse zu wecken. Und, Stef, du siehst, Buchempfehlungen fruchten durchaus bei mir, nur braucht es manchmal ein wenig länger… 😉

Weitere Bücher in der Pipeline sind vor allem der Koran (Den haben wir uns Istanbul gekauft, eine deutsch-arabische Ausgabe und interessanterweise die einzige vom Staat zugelassene deutsche Übersetzung, wie uns die Buchhändlerin mitteilte (Der türkische Staat verbietet also andere Übersetzungen!) – ich war eigentlich auf der Suche nach einer kritischen Ausgabe, die den Koran historisch und religiös interpretiert), ein weiteres Buch von Ayn Rand, ein Buch über Knoten (Ich dachte, ich würde einige unterschiedliche Knoten auf unserer Reise benötigen, aber bisher hat der (doppelte) Palstek fast alles lösen können und der war dank Bens „Der Hase springt aus dem Bau, um den Baum und wieder in den Bau zurück“ recht schnell gelernt), ein Buch über Navigation mit Karte, Kompass und GPS (For obvious reasons.) und Anjas Buch über Wetterkunde (Die heftigen Gewitter hier haben mir gezeigt, dass ich vom Wetter wenig weiß und das gerade über ein Alltagsphänomen – das muss geändert werden!). Das sind noch nicht alle Bücher, die wir mit haben, und so ist dies wahrscheinlich eine Liste, die sich bis zum Ende der Reise nicht abarbeiten lassen wird…

Am späten Nachmittag begann ich, Jan bei den Vorbereitungen fürs Abendessen zu helfen. Beim Kartoffeln kochen sengte ich mir alle Haare meines rechten Unterarms an und zog mit leichte Verbrennungen an den Handknöcheln zu. Ich bin halt nicht der geborene Koch.

Am Abend gab es wieder ein tolles Abendessen:

Hauptgang war ein Huhn, das im „Dutch Oven“ zubereitet wurde (Dutch Oven = gusseiserner Topf). Der Boden des Topfes wurde mit dicken Zwiebelscheiben und ein paar Karotten bedeckt. Darauf wurde das Hühnchen gelegt, das mit Öl, Knoblauch, Salz und verschiedenen Gewürzen gewürzt wurde. Das Hühnchen im Topf wurde zunächst eine Stunde auf dem Herd gekocht und anschließend für eine halbe Stunde in ein Bett aus glühender Kohle gelegt und noch mit Kohle bedeckt. Die Innereien des Hühnchens wurden in Butter und Rosmarin extra zubereitet.

Dazu gab es geröstete Kartoffeln. Diese wurden zunächst geschält und gekocht, dann in eine Pfanne mit Öl gelegt. Die Pfanne kam schließlich auf das Feuer, sodass das Öl sehr heiß wird. Nach 10 Minuten sind die Kartoffeln außen leicht cross. Dann wird die Pfanne etwas beiseite auf die Kohlen gelegt, damit das Öl weiter blubbert und die Kartoffeln schön knusprig macht. Als zusätzliche Beilagen gab es Reis mit Soße, und einen Tomaten-Zwiebel-Salat.

Nach dem fabulösen Essen saßen wir noch eine Weile am Feuer und schauten in den klaren Sternenhimmel. Wir versuchen, Jan & Trevor etwas deutsch beizubringen (natürlich die wichtigen Wörter zuerst: Schimpfwörter, danach Verniedlichungsformen, Schwäbisch und sehr wichtig: „Sternschnuppe“). Es war ein sehr witziger Abend!

Unser dritter Tag am Lake Langano begann etwas trüb und kühl. Jörg und ich bereiteten das Frühstück vor: Spiegeleier mit Toast. Im Anschluss ging Iain ins Dorf, um ein paar Lebensmittel zu besorgen, Trevor auf „Vogeljagd“ (mit der Fotokamera), Jan und ich schrieben am Blog und Jörg las.

So lässt es sich aushalten

So lässt es sich aushalten

[Jörg:] Am späten Nachmittag kam Billy vorbei und wir diskutierten lange mit ihm über die Tierwelt am Lake Langano, aber vor allem über das Leben in Äthiopien und die Mentalität der Äthiopier. Billy, Amerikaner, der in Äthiopien geboren wurde und immer dort gelebt hat, stimmte uns in vielen unserer Beobachtungen zu und konnte uns durch seine Erfahrung einen tieferen Einblick in die äthiopische Seele geben. [Wir haben uns jedoch entschlossen, die Punkte nicht hier aufzuführen, sondern gleich in unserem Resümee über Äthiopien.]

Am Abend pferchten wir uns wieder unter das Zeltvordach des Defenders und aßen Pfannkuchen mit Nutella, Bananen, Whiskey-Rosinen und anderen leckeren Zutaten mit Blick auf das lodernde Lagerfeuer und Gewitter auf der anderen Seeseite. Obwohl wir uns ständig kneifen mussten, um das Unfassbare zu begreifen: Wir sitzen mitten in Äthiopien an einem wollig-warmen Lagerfeuer unter Afrikas klarem Sternenhimmel!!! So entschieden wir uns doch für den morgigen Aufbruch, da bestimmt noch viel schönere Plätze dieser Art auf uns warten.

*) Deutscher Name leider unbekannt.

 

 

Category: Äthiopien
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