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• Samstag, August 15th, 2009

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Im Global Hotel fragten wir nach einem Late Check Out und siedelten so Sonntag erst gegen 16 Uhr in Wim’s Holland House (N 9° 00.593’, O 38° 45.314’) um. Wim’s H. H. war einer der wenigen Tipps, die wir bekamen, wo Overlander in Addis campen können. Das Bel Air Hotel war ein weiterer Tipp, jedoch liegt dieser Platz in keiner besonders schönen Gegend der Hauptstadt.

Als wir bei Wim ankamen, waren wir sehr hungrig und stürzten uns sofort auf das Angebot seines Restaurants. Während ich mich über einen Kartoffelsalat freute, bestellte Jörg „Tibs Firfir“. Ich kann an dieser Stelle leider nur grob erklären, was Tibs ist: geschnetzeltes Lammfleisch, in einer Mischung aus Knoblauch, Butter, Zwiebeln und manchmal auch Tomaten angebraten. Firfir ist die Art, das eben Beschriebene zu würzen. Hauptbestandteil ist Berbere: ein rotes Pulver, das aus 16 verschiedenen Gewürzen gemischt wird (wie Curry), sehr scharf. Laut dem Lonely Planet wird Berbere fast bei allen äthiopischen Gerichten verwendet. Die Art der Zubereitung ist verschieden, meist wird das Wissen von Großmutter zu Mutter zu Tochter weitergegeben. Ach ja, und beinahe hätte ich es vergessen. Zu den meisten äthiopischen Gerichten wird Injera gereicht. Das ist ein riesiger, dicker Pfannkuchen mit leicht säuerlichem Geschmack. Man isst eigentlich mit der Hand, wir bekommen aber meist noch eine Gabel dazu.

Kartoffelsalat

Kartoffelsalat

Tibs Firfir

Tibs Firfir

Bozana

Bozana

Der Nachmittag verging recht schleppend. Ein Unwetter zwang uns dazu, in Wim’s Restaurant zu bleiben. Dort lernten wir eine holländische Familie kennen, die mit ihrem MAN-Last-Wohnwagen Afrika komplett bereisen (erst die Westküste runter, dann die Ostküste hoch) und schon auf dem Heimweg sind. Am Abend zogen wir mit Willi in den Hinterhof von Wim’s Restaurant um und machten uns langsam bettfertig.

Den nächsten Morgen begannen wir mit Spiegel- und Rührei den regnerischen Tag. Wir erkundigten uns bei Wim noch nach einer Werkstatt, die unser Auto durchckeckt und den scheppernden Auspuff wieder „annähen“ kann, und fuhren dann los. Dort schickte man uns wieder zurück, das dauere zu lange und sei Teil einer Generalinspektion. Wir sollen morgen früh um 8 Uhr wieder da sein. Na gut, dachen wir uns, und zogen wieder bei Wim im Restaurant ein. Während es draußen abwechselnd gewitterte und regnete, saßen wir drinnen und lasen und bloggten.

Auf einmal kamen zwei Männer mit ihren Motorrädern, offensichtlich Traveller (Ryan auf einer KTM, Iain mit einer BMW).

[Jörg:] „KTM 640 Adventure“ und „BMW F 800 GS“ – so viel Zeit muss sein… 😉

Sie berichteten, dass sie soeben aus Lalibela ankämen und noch einen Defender erwarten. Wir erwarteten auch noch einen Defender und wie sich herausstellte, sprachen wir vom gleichen Fahrzeug: Sully mit Jan und Trevor. 2 Stunden später trafen sie ein und die Wiedersehensfreude war groß. Wir aßen alle gemeinsam und tauschten Geschichten der letzten Wochen, in denen wir uns nicht gesehen hatten, aus.

Als wären wir sechs nicht genug, kamen am Abend noch mehr zu unserer Truppe dazu: Quentin und July sind mit ihrem Unimog auf unserer Route unterwegs und schon im „Garten“ von Wim eingezogen; Henry war mit seiner Freundin nach einer Afrikaumrundung schon auf dem Heimweg, als sie früher nach Hause geflogen ist, wegen Magenproblemen; Christian und Gaby auch mit dem Motorrad von Nord nach Süd unterwegs, allerdings im Hotel untergebracht; dazu sprangen noch die holländische Familie und ein weiteres Motorrad-Pärchen herum, als wir eine große Abendessen-Runde bildeten.

Wieder ein großes Traveller-Essen

Wieder ein großes Traveller-Essen

Am folgenden Tag waren wir pünktlich um 8 Uhr in der GMC-Toyota-Werkstatt (N 9° 01.686’, O 38° 46.490’) und ließen Willi rundumchecken. Der Auspuff bekam ein neues Ersatzteil und wurde an einer Stelle angeschweißt, alle Filter wurden gereinigt, die inzwischen wackelnden Räder wurden gecheckt (zum Glück nur ein Problem mit der Wuchtung der Reifen und nicht der Radlager o. dgl. – anscheinend werden gerne die Gewichte geklaut, bei uns fehlten an einem Rad alle (!)), Willi wurde komplett gereinigt etc.

Während Jörg in der Werkstatt die Tätigkeiten überwachte, lief ich zur Kenianischen Botschaft, um dort das Visum zu beantragen. Wir brauchen das Visum schon im Voraus, weil wir durch das Omo Valley nach Kenia einreisen und es dort kein richtiges Immigrationsbüro an der Grenze gibt. Ich entschied mich für ein Single Entry Visum für 25 USD und fuhr mit dem Minibus wieder zurück.

Wie ich hinterher erfuhr, hätte sich ein Multiple Entry Visum für 50 USD doch gelohnt, denn Kenia gehört mit Uganda und Tanzania zu einer Ostafrikanischen Gemeinschaft, für die man insgesamt nur 1 Visum braucht. Ein Multiple E. Visum würde alle Grenzübertritte innerhalb dieser Gemeinschaft abdecken. Bei einem S. E. Visum wird bei jedem Grenzübertritt ein Visum für 25 USD fällig. Wir waren uns bisher unschlüssig, ob wir um den Viktoria-See durch Uganda und Ruanda fahren oder ob wir von Kenia direkt nach Tanzania fahren sollen. Jan und Trevor machten uns die See-Umrundung schmackhaft, in dem sie uns von der „Migration“ erzählten. Da wandern Büffel und Zebras von Süd nach Nord durch die Serengeti, und mit ihnen noch diverse Sorten Vögel, Löwen und andere wilde Tiere.

[Jörg:] Die Inspektion hat dann doch nicht den ganzen Tag gedauert, wie uns gestern berichtet wurde, sondern wir waren bereits am frühen Nachmittag fertig. Wir mussten noch Geld holen, weil wir vor Ort nicht mit Kreditkarte zahlen konnten. Man sagte uns, dass wir am Mexico Square sicherlich eine Bank finden würden; wir sollten ein Taxi nehmen, aber nicht mehr als 10 Birr zahlen. Nachdem wir drei Taxis angehalten hatten und uns die Fahrer immer wieder auslachten und weiterfuhren, als wir ihnen sagten, was wir zu zahlen bereit wären, beschlossen wir, dass unser Tippgeber entweder ein sehr harter Verhandler ist oder einfach nur selten Taxi fährt. Wir zahlten schließlich 30 Birr und kamen zum Mexico Square. Dort fanden wir auch schnell die Nationalbank, doch die hatte leider keinen Geldautomaten. Aber kein Problem, das Hotel direkt neben an hat einen, so hieß es. Dies bewahrheitete sich auch, aber der funktionierte nicht – kein Strom… So zog sich unser schnelles Geld holen immer wieder von einer Bank zum nächsten Hotel und überhaupt noch eine Weile hin, bis wir schließlich im Ethiopia Hotel an der Churchill Road fündig wurden: Die hatten einen vom Generator betriebenen und damit unabhängigen Geldautomaten. (Das Ras Hotel etwas weiter südlich und nur wenige Gehminuten von Wim’s Holland House hat auch einen solchen.)

Nachdem wir gezahlt hatten, sind wir gleich zu Mitchell (N 9° 00.939’, O 38° 44.654’) gefahren, einer Empfehlung der Werkstatt, die uns die Räder neu wuchten und über Kreuz umwechseln sollten, aber: kein Strom. Also schauten wir am nächsten Tag wieder vorbei. Zuvor waren wir noch bei der Kenianischen Botschaft, die Visa abholen, und bei der Deutschen Bäckerei (N 9° 00.937’, O 38° 46.213’), für Jan und Trevor und für uns „richtiges“ Brot holen. Derartige To-Dos bestimmten zudem hauptsächlich unsere restliche Zeit bis zur Abreise aus Addis: Proviant aufstocken, lesen und Internet bei Wim’s sowie immer mal wieder Essen gehen unter anderem im atemberaubend leckerem indischen „Sagam“ Restaurant (auf der Bole Road) und nicht weniger leckerem Pizza-Restaurant „Island Breeze“. Wir klapperten zudem mehrere Apotheken ab, auf der ergebnislosen Suche nach einem Fieberthermometer, nachdem ich unseres in Lalibela fallengelassen habe… Genauso erfolglos verblieb die Suche nach Motoröl: Nachdem unser letzter Liter ägyptischen Motoröls bei der Inspektion zum Auffüllen genutzt wurde, wollten wir nochmals fünf Liter desselben Typs kaufen. Doch leider war nirgendwo, wo wir schauten, entsprechendes Öl zu finden – Ägypten und Äthiopien sind dafür einfach zu unterschiedlich was die Temperaturen anbelangt.

Außerdem überwachte ich Trevor, als er bei Sully eine Wartung durchführte. … Na gut, es war wohl eher so, dass ich über seine Schulter schaute und dabei noch einiges lernen konnte. Gern hätten wir uns auch noch Lucy* angeschaut, doch die alte Dame tourt derzeit in den USA und so war uns dies leider nicht gegönnt. Doch ohne Lucy reizte uns das Nationalmuseum zu wenig.

Trevor und Jörg beim Warten von Sully

Trevor und Jörg beim Warten von Sully

Ron, Wims Partner fürs Holland House, erzählte uns eines Abends, dass die Carnets abgestempelt sein müssen, weil man sonst an der Grenze nicht durchgelassen wird, und sie schon Overlander hatten, die durchs Omo Valley nach Kenia wollten und ein paar Tage später wieder im Holland House saßen. Glücklicherweise könne man sich in Addis bereits beim Zoll ausstempeln lassen und hätte dann kein Problem. Mich verwunderte diese Möglichkeit, führt sie den Hauptzweck des Carnet de Passage doch ad absurdum: neben der Quasi-Funktion als Ausweis des Autos sollen durch das Carnet Steuerhinterziehung beim Verkauf des Fahrzeugs verhindert werden. Auch wenn Äthiopien formal nicht Teil des Carnet-Abkommen ist (Und man damit beim Einreisen nicht eingestempelt werden muss! Laurent und ich hatten es versucht und nicht geschafft, weil unsere Zollbeamtin aufs Carnet bestand, aber Quentin hatte erreicht, nicht eingestempelt zu werden.), so wäre es für uns ein leichtes, den Wagen innerhalb der nächsten drei Wochen, für die wir vorzeitig ausstempeln wollen, zu verkaufen.

Da Ron am nächsten Morgen nicht vor Ort war, hatte Wim für Iain, Jan und mich ein Taxi organisiert und war so freundlich selbst mitzukommen. Beim Zoll stellte sich jedoch heraus, dass sie unser Carnet doch nicht abstempeln können. Wim wusste dies bereits zuvor, und fuhr wohl nur mit, um zu zeigen, dass sie nichts unversucht lassen. So müssen wir unser Glück doch woanders versuchen – notfalls wird sich irgendwo schon ein Stempel auftreiben lassen…

Zuvor waren Ryan, Iain, Jan, Trevor und wir beide bei der Ethiopian Insurance Company, um unsere gelbe Comesa-Karte zu bekommen – das afrikanische Pendant zu der europäischen Grünen Karte. Wir haben uns zwar bereits vorab für alle geplanten Reiseländer in Deutschland versichern können, hatten jedoch an der Grenze immer wieder das Problem, dass dies nicht anerkannt wurde. Eine viermonatige Versicherung kostete uns für die folgenden Länder (allerdings leider ohne Südafrika, Botswana und Namibia) 850 Birr (also etwa 50 EUR). Wir sehen dies als Schweigegeld an die Zöllner an und hoffen, die sehen das auch so. Sollte wirklich was passieren, haben wir noch unsere richtige Versicherung. Es hat ganze drei Stunden gedauert, um vier Versicherungen (die Motorräder und unsere Wagen) abzuschließen (Sic!), aber auch dieser Task war schließlich abgehakt.

Samstagmittag waren wir bei Jason zum Lunch eingeladen. Jan und Trevor haben Jason und Mark auf der Fähre nach Wadi Halfa getroffen. Jason und Mark arbeiten in Äthiopien und haben vor kurzem ihre Motorräder aus Deutschland nach Addis überführt; die Jungs stammen jedoch nicht aus Deutschland, sondern aus Australien und USA, aber dort werden nun mal keine anständigen Motorräder gebaut… 😉 Jasons Köchin und gute Seele hatte ganz hervorragende Spaghetti gemacht und Trevor und ich hatten zuvor noch Nußecken bei der deutschen Bäckerei als Nachtisch geholt. Als wir nachmittags wieder zurück bei Wim waren, war es kalt, nass und matschig. Unser Entschluss steht fest: Morgen geht ’s weiter!

*Zitat Wikipedia:

Lucy oder Dinknesh (amharisch: Du Wunderbare) bezeichnet den Skelettfund eines Australopithecus afarensis, dessen wissenschaftliche Bezeichnung AL 288-1 lautet („AL“ steht für „Afar Locality“). Das Fossil wurde benannt nach dem Beatles-Song Lucy in the sky with diamonds. Lucy hat wahrscheinlich vor 3,2 Millionen Jahren gelebt.

 

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nbsp;

Category: Äthiopien
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One Response

  1. 1
    malbien 

    Da muss ich ja mal ernsthaft widersprechen und protestieren:

    ich brech ne Lanze für meine Harley – zumindest bis jetzt… Ein bissel
    können sie schon Motorräder bauen, die Amis 🙂

    Und dann verrate ich euch auf diesem Wege auch gleich, daß 96
    nach tollem Spiel unglücklich mit 0:1 gegen Hoffenheim verloren hat…

    Aber die Saison ist janoch jung 😉

    Viele Grüße aus dem so langsam herbstlichen Hannover!

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