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• Samstag, August 01st, 2009

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Donnerstagvormittag ließen wir uns auf dem Weg zum Simien Mountain National Park durchschütteln; die Straße ist quasi ab der Stadtgrenze Gonders nicht mehr geteert und die Piste mit viel Wellblech und ebenso vielen Schlaglöchern ausgestattet. 100 km für die wir 3 ½ Stunden benötigten! Und das bei nur einer kleinen Pause, weil das Wellblech unser Ersatzrad vom Dach zu schütteln drohte. Laurent hatte uns von hinten drauf aufmerksam gemacht, wir hätten es sonst wahrscheinlich erst gemerkt, wenn der Reifen von oben runtergefallen und neben uns hergerollt wäre. Der Reifen war schnell wieder in Platz gebracht und erneut festgezurrt, doch währenddessen war Laurent aufgefallen, dass sein Wassertank leckte. Unser Auspuff, der seit der Assuan-Wadi-Halfa-Fähre nicht mehr fest in seiner Verankerung ist, rasselte zwar nach dieser Fahrt auch lauter als sonst, aber das wollten wir eh in Addis inspizieren lassen. Da hatte Laurent das größere Pech, zumal er nur diesen einen Tank hat und die Wasserversorgung der ganzen Familie daran hängt. Wir füllten den Inhalt auf unsere leeren Behälter um und versuchten das Leck provisorisch mit Panzerband zu kleben. Doch die Landschaft des äthiopischen Hochlandes entschädigte bereits hier für die Mühen.

[Anja:] Übrigens: vor lauter „schöne Landschaft gucken“ ist mir ein folgenschwerer Fehler passiert. Ich sage nur drei Worte: ich fahre – große Pfütze – Bus kommt entgegen:

Resultat: Das gesamte (!) Auto von innen  – vom Fahrerhaus bis zum Gaskocher an der Hecktüre – putzen (hat so lange wie eine Folge von „Die drei ???“ gedauert)

In Debark kauften wir unser Parkticket am Park Office (N13° 08.960’ E37° 53.678’): 50 Birr pro Person je Nacht und 30 Birr je Tag für den obligatorischen Scout. Im Park selbst kamen noch 20 Birr fürs Camping hinzu (und ggf. 15 Birr für Feuerholz). (Da Laurent und Caro keinen Platz mehr bei sich im Wagen hatten, haben wir unsere Sitzbank freigeräumt und der Scout kam in das zweifelhafte Vergnügen, bei uns hinten durchgeschüttelt zu werden.)

Vor Ort am Park Office haben wir gleich noch eine Mittagspause gemacht, denn hier konnten wir in Ruhe parken und uns einen kleinen Tomaten-Zwiebel-Balsamico-Salat machen, ohne gleich die zentrale Attraktion zu sein. Während wir dort saßen, kam ein kleiner Junge und fragte: „Shoe shine?“ Laurent und Enzo spielten währenddessen Fußball mit der Plastikkappe einer Wasserflasche. Das war einer der Momente, wo sich offensichtliche Unterschiede wie aus dem Nichts manifestieren und man ihrer ganz gewahr wird: Europäische Kinder spielen, während afrikanische arbeiten! Doch als der Junge seine Scheu abgelegt hatte und einsah, in uns eh keine Kunden mehr gewinnen zu können, da wurde er wieder zum Kind und kickte mit Enzo und Ruben.

In Debark kauften wir uns noch Tomaten und Brot; eigentlich hätten wir auch gerne noch aufgetankt, aber die eine Tankstelle hatte kein Diesel, und die andere hatte zwar Diesel, aber keinen Strom. Es hätte somit nur Diesel auf dem Schwarzmarkt gegeben, doch keiner der beiden Toyos hatte so großen Durst, dass wir ihnen die potentiell gestreckte und gepanschte Brühe antun wollten.

Die 4WD-Piste im Park ist alles in allem sogar besser als der Weg bis Debark, auch wenn man dank Pässen und Serpentinen für 100 km noch weitaus mehr als 3 ½ h Stunden braucht. Doch fairerweise muss man ergänzen, dass einen natürlich auch die ganzen Photostopps ausbremsen, die man machen muss, nachdem man wieder genügend Luft geschnappt hat ob der Aussicht, die sich vor einem ausbreitet. Die Landschaft ist grandios und dank der derzeitigen Regenzeit zeigt sich der Park von sonnig, strahlend-blauem Himmel bis zu tiefschwarz-apokalyptischen Wolkenfronten. Was uns aber immer noch am meisten beeindruckt, ist nach wie vor wie sattgrün die Landschaft hier in Äthiopiens Hochland ist. Nach den diversen Gelb-Rot-Braun-Tönen des Sandes und Staubs der letzten zwei Monate von Syrien, Jordanien, Ägypten und Sudan sind die Fülle der Grün-Töne heimisches Balsam für unsere Netzhaut: von dem kräftigen Tiefgrün der Blätter von Bäumen, die schon hier standen, als noch keiner von einem Nationalpark sprach, über das saftige Grün der Gräser und Moose zum flüchtigen Hell-Weißgrün der Flechten, die wie Spinnweben von den Bäumen hängen, um Wassertropfen aus der Luft zu fangen.

[Anja:] Während Jörg das Ganze gut in vielen Worten ausdrückt, lasse ich Bilder sprechen:

Simien Mt NP Day 1

Tag 1 im Simien Mountains National Park

Doch das Augenbalsam hat auch ein Preis: Es regnet täglich mindestens einmal richtig heftig (und als Norddeutscher weiß ich, wovon ich rede) und die Temperaturen auf 3200 m in Sankaber (Camp 1) und 3600 m in Chenek (Camp 3) sind selbst für mich mit „ein wenig Mai-frisch“ doch recht euphemisiert… Doch dafür gibt es ja kleine Lagerfeuer und dicke Schlafsäcke.

Hatten wir am Donnerstag unser Basislager in Sankaber aufgeschlagen, so wagten wir am Freitag den 20 km langen Aufstieg auf 3600 m nach Chenek – natürlich mit den Autos… Die Strecke schraubte sich immer weiter hoch und die Toyos hatten ganz schön zu kämpfen. Wirkte fast ein wenig, als ob sie Gefallen an dem gestrigen Lagerfeuerchen gefunden hätten und nun selbst welche zur ihrer Erbauung entflammt hätten.

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In Chenek angekommen, haben wir etwas ganz Verrücktes getan: Wir sind ausgestiegen und waren ein wenig Wandern. Total crazy! Muss die Höhenluft gewesen sein. 😉 Unser Scout ist strammen Schrittes vorangeklettert – hier füllte er sich sichtlich besser aufgehoben als auf der schaukelnden Rückbank unseres Willis –, doch als es darum ging, ob wir noch den Berg bis nach oben erklimmen wollen, war der Mehrheitsbeschluss: Zurück zu den Wagen und aufsitzen. … Alles Mädchen! 😉 Nur Anja muss ich in Schutz nehmen, sie wollte zwar nicht mehr höher hinaus, bewies aber genügend Abenteuergeist indem sie am liebsten runtergeflogen wäre:

Glücklicherweise sind wir dann allerdings nicht gleich wieder aufgesessen, sondern wollten erst noch das kleine Flüsschen am Camp auf der anderen Straßenseite begutachten, denn dabei sind uns dann zwei Ibex vor die Flinte gelaufen:

(Übrigens haben wir keine Möglichkeit gesehen, in Chenek mit den Wagen direkt auf den Camping Platz zu fahren. Uns störte das weniger, da wir eh zurück nach Sankaber wollten, um am nächsten Tag in einem Rutsch nach Bahir Dar zu kommen; dies aber hier als Info falls der ein oder andere geneigte Leser mit seinem 4WD demnächst mal in dem Park vorbeischauen möchte. Natürlich gibt es mit ’nem Landcruiser immer einen Weg, aber man muss halt gegebenenfalls etwas mehr Zeit einplanen, um die geeignete Stelle zu suchen und ein paar Steine und Ähnliches aus dem Weg räumen bzw. als Unterstützung platzieren und das Ganze vielleicht am Besten nicht für die dunkle Nacht planen.)

Simien Mt NP Day 2

Tag 2 im Simien Mountains National Park

Zurück am Basislager wurde noch gekocht, aber dann verkroch sich auch jeder schnell in seine Koje – diesmal ohne Feuerchen.

Auf dem Rückweg nach Debark am Samstag früh, kreuzte eine Horde Affen unseren Weg. „Bamboos“ hatten wir zuvor im Park bereits reichlich gesehen, aber eine so große Horde, zwischen der wir uns frei bewegen konnten und ihnen somit ganz nahe kamen, das war neu für uns. Es war nahezu ein kontemplativer Moment.

Simien Mt NP Baboons

Dschelada Affen

In Debark entließen wir unseren Scout wieder in Freiheit. Die eine Tankstelle hatte zwar immer noch kein Diesel, dafür warf die andere ihren Generator an, um unsere Toyos an dem schwarzen Gold zu laben. Es hatte sich also gar nicht viel geändert: Diesel und Strom waren wie vor zwei Tagen Mangelware. Manches Mal ist es besser, der Welt ein wenig zu entrücken. Das Weltenkarussell dreht sich zwar weiter, doch man setzt einfach ein paar Runden aus, gönnt sich anderweitig etwas Süßes und kommt zurück, um zu sehen, dass das Karussell wie zuvor seine Runde dreht. Man hat nichts verpasst, dafür aber nun etwas Süßes in der Hand…

Category: Äthiopien
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One Response

  1. 1
    susanne 

    Was für tolle Bilder!! 🙂 NEID! Bin heute morgen zuhause angekommen. I miss you! Isch halt nemme des. Jenny ist auch im Urlaub.. Naja, der Garten ist auch schön. Es ist heiss hier!

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