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• Dienstag, Juli 21st, 2009

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Am nächsten Morgen trafen wir uns alle vor unserem Hotel, um gegen 9 Uhr loszufahren. Um 10 Uhr sollten wir da sein. Jörg und ich dachten, das sei massig Zeit und wir wären viel zu früh da. Leider lagen wir falsch. Der Anführer unseres kleinen Konvois wechselte ständig: wir begannen nach GPS zu navigieren, bemerkten aber dass wir dabei ein Stück mit der Fähre hätten fahren müssen und gaben die Führung ab; die Spanier waren am Vortag schon am Nasser-See zum Baden und kannten den Weg. Aber leider auch nicht gut genug, wir fuhren in einem Dorf in eine Sackgasse. Da bot sich ein Junge mit seinem Fahrrad an, uns bis zu einem bestimmten Punkt zu leiten. Der Defender ist dafür das einzig geeignete Auto, mit einer Art Notsitz zwischen Fahrer und Beifahrer, und da saß der Junge dann (ohne Fahrrad). Nun führten die Engländer bis zum Hafen.

Am Hafen begann die übliche Grenzrennerei und großes Organisationschaos. Wir bekamen von Hr. Salah 4 Zettel zum Ticket, bei denen wir Mühe hatten, sie auseinander zu halten – alles in arabisch. Einer davon war für den Eintritt in den Hafen. Den gaben wir an dieser Stelle ab. Dann wurde unser Auto notdürftig untersucht – man muss halt dem Richtigen das Bakschisch in die Hand drücken – und wir durften weiter. Zunächst wurde das Ticket fürs Auto bezahlt (2000 EP), dann wurden in einem anderen Gebäude Märkchen für die Carnet gekauft (2 EP). Mit allen Unterlagen liefen wir ins Zollgebäude, um dort vor einer verschlossenen Türe zu warten. Der Mann, der die Carnet abstempeln und fertig bearbeiten soll, war zunächst nicht aufzufinden. Nach etwa 45 Minuten kam ein Mann, grinsend mit einem verschlafenen Blick und fragte: „You were looking for me?“ Ja, leider. Wir nahmen in seinem winzigen Büro Platz und durften ihn zunächst dabei beobachten, wir er aus einer Schublade einen Stapel Durchschläge herausholte, diese durchsah und sortierte, und zwar in derselben Reihenfolge und nach 20 Minuten aufschaute. Jetzt waren wir dran. Für die Carnets hätte er eine Lupe gebraucht, so wie er sie sich vor die Nase hielt. Ewigkeiten später waren wir fertig und die Pässe waren dran. Jemand sagte mir, es gäbe eine Schlange nur für Frauen und wies mir den Weg. Die Schlange endete genau an derselben Stelle, wie die der Männer, war aber kürzer. Hat aber alles nix gebracht, denn auf die Idee, die Frau vorzuschicken, um die Pässe der ganzen Familie zu bearbeiten, kamen vor mir noch mehr. Während ich da stand, drängelte und beobachtete, sah ich, dass man dafür auch ein Märkchen kaufen muss. Das wiederum war woanders in der großen Halle zu bekommen und natürlich wieder mit einer solchen Frauenschlange bestückt. 4 EP für zwei Marken und wieder zurück in die Schlange, wo unsere Männer inzwischen an der Reihe waren. Just in time!

Ausreiseformalitäten in der Tasche, also rauf auf die Barge (engl. für Frachtkahn). Denkste. Warten, in der prallen Sonne. Während ich auf der Suche nach einem schattigeren Plätzchen war, gings aber doch schon weiter. Wir wurden gerufen, um uns wieder an einem Häuschen anzustellen, aber diesmal um uns für den Sudan vorzuregistrieren. So ganz durchschaut, was wir da gemacht haben, wussten wir nicht. Immerhin ging es schnell, „Weiße bevorzugt“. Für uns gab es den Hintereingang. Ziemlich mies, wenn alle anderen sich normal anstellen und in der Hitze warten müssen.

Warten auf die Barge

Warten auf die Barge

Und wieder warten. Inzwischen war es 14 Uhr und unser Auto innen auf etwa 45 Grad aufgeheizt. Hr. Salah empfahl uns, die ein 1.Klasse-Ticket hatten, doch schon mal in die Kabine zu gehen, denn vor 16 oder 17 Uhr würde sich nichts tun. Da sahen wir unsere Kabine zum ersten Mal: fensterlos, etwas dreckig, Stockbett, stinkt und auf 15 Grad heruntergekühlt. Unser neues Zuhause für die nächsten 17 Stunden.

Heimelige Atmosphähre in der Kabine

Heimelige Atmosphähre in der Kabine

Um 16.30 Uhr ging es tatsächlich weiter. Wir waren die ersten, die das Auto auf die Barge fahren sollten. Mit etwas Feingefühl ging das ganz einfach. Wir sollten auf den Platz, auf dem 3 Autos Platz nehmen sollten. Man sagte uns, pro Auto etwa 2m breit Platz, da bleibt nicht viel Spielraum. Aber dank meines Einwinkens und Jörgs Parkkünsten hatten der Defender und der französische Landcruiser noch locker Platz.

Bis zum Abendessen vertrieben wir uns in der Kabine und mit den anderen die Zeit. Carl hatte sein GPS dabei und informierte uns, sobald wir den Wendekreis des Krebses überschritten hatten – wir galten nun offiziell als „in den Tropen“.

Hier sind noch ein paar Bilder zu der Verladung der Autos auf die Barge:

Impressionen Fähre Assuan

Die abenteuerliche Schiffsreise Willis

[Jörg:] An Deck habe ich mich mit einem freundlichen Menschen aus Darfour unterhalten können. Er meinte, dass es gar nicht so schlimm sei in der Region – gut, überzeugt hat er uns dennoch nicht, wir bleiben bei unserer geplanten Route.

Lange hielt keiner aus, denn es hieß, dass am nächsten Morgen um 6 Uhr die Fähre an Abu Simbel vorbei fährt. Und da wir uns Luxor nicht mehr angeschaut hatten, wollte ich zumindest das sehen. Die Nacht fiel sehr durchwachsen aus. In unserer Kabine war es bitterkalt und wir froren. Um 4.30 Uhr begann einer der Wächter Korangesänge auf seinem Handy abzuspielen. Die Wände sind sehr dünn bei so einem Schiff. Um 5.30 Uhr war dann Aufstehen für alle angesagt, der Muezzin des Schiffs sang per Lautsprecher in jeden Raum. Und um 6 Uhr stand ich auf Deck, ich hatte sowieso kaum geschlafen. Von Abu Simbel aber keine Sicht. Um 7.30 Uhr waren endlich die Fassaden der Tempel zu sehen. Nach den obligatorischen Fotos brauchte ich auch nicht mehr ins Bett zu gehen.

Abu Simbel

Blicke auf dieses Kulturgut vom Wasser aus


 

 

Category: Ägypten, Sudan
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One Response

  1. 1
    Carl 

    Good to see you have some photos of landrovers….improves the look of this fine webpage!

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