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• Donnerstag, Juli 16th, 2009

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Am nächsten Morgen war es harte Arbeit, Khaled davon zu überzeugen, dass wir ihm unseren alten Kühler überlassen wollen. Wir rechneten alle damit, dass er nur eine ordentliche Reinigung benötigen würde – etwas, was sich leider nicht in der Oase, sondern nur in Kairo selbst machen lässt – und so wollten wir damit unserer Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Was hätten wir auch sonst geben können? Für Kost und Logie wollte er partout nichts haben. Die paar Sachen, die wir als mögliche Geschenke an Bord haben – vor allem Kugelschreiber und Taschenrechner –, schieden aus, und die wenigen englischsprachigen Bücher, die wir extra für diesen Zweck dabei haben, wären auch wenig angebracht gewesen. Der Kühler, von dem wir nun nur hoffen können, dass er durch Reinigung wieder zu neuen Kräften gelangt und nicht einfach nur ein Haufen Schrott ist, schien uns noch die beste Option.

Am späten Vormittag rollten wir schließlich los. Waren die Check Points bis Bahariya noch überschaubar an der Zahl, gab es nun immer einen vor und nach jeder größeren Siedlung sowie ca. alle 50 Kilometer dazwischen. Was genau da „gecheckt“ werden soll, ist wohl auch den Polizisten und Soldaten unklar, denn mal wurde nur ich nach meinem Namen gefragt, mal wir beide, mal war der Pass wichtig, dann wieder nicht, mal war alles einfach, solange wir sagten, dass wir nicht in die Wüste wollten, dann spielte dies wieder keine Rolle, mal war man erstaunt, dass wir ohne Guide und / oder Polizist unterwegs waren, mal schien dies selbstverständlich. Doch drei Punkte zogen sich wie ein roter Faden durch alle Check Points: Nummernschild von Willi, unsere Nationalität sowie die Anzahl der mitfahrenden Personen. So waren wir manches Mal auch schon angekündigt und – so nervig es auch sein kann, immer wieder halten zu müssen, während die meisten anderen einfach durchgewunken werden – es ist auch beruhigend zu wissen, dass man mit seinem 4WD in der Wüste „spielen“ kann und es (irgendwann) auffallen würde, wenn man nicht wieder rauskommt.

Etwa 500 km sind wir an dem Tag dann noch gekommen und haben uns kurz hinter der Oase Dakhla in die Dünen zum Campen geschlagen. Wir waren zu müde, um die Wüste wirklich genießen zu können, aber die Nacht war dennoch etwas besonders: Diese kontemplative Stille, die den Wüsten so selbstverständlich innewohnt, findet man sonst nur selten – zumindest als Stadtmensch. Dabei waren wir gar nicht weit in die Wüste rein gefahren, die Straße war sogar von der Düne noch in Sichtweite, doch dies Gefühl der Ruhe stellte sich dennoch ein.

Western Desert

Übernachten im Western Desert

Mittwoch wurden wir in der Wüste früh von der Sonne geweckt und kamen entsprechend früh morgens los. Über die Oase Kharga, wo wir für unsere letzten Pfund auftankten, hieß unser Tagesziel eigentlich Luxor. Doch als wir gerade das Hochplateau wieder herunter kletterten und auf die Ausläufer des Nildelta stießen, da sahen wir bei N 25° 32.15’ E 32° 15.80’ eine Abfahrt nach Assuan. Diese Parallelstrecke zur Hauptstrecke Luxor – Assuan war in manchen unserer Karten noch gar nicht, in anderen nur gestrichelt als (Offroad-) Nebenstrecke drin. Doch sie sah mittlerweile gut ausgebaut aus und so versuchten wir unser Glück. Vor allem die Konvoipflicht der Hauptstrecke umfahren zu können, schien uns den Versuch wert. Dafür waren wir auch innerlich schon gerüstet, gegebenenfalls wieder umkehren zu müssen, sollten wir am nächsten Check Point nicht durchgelassen werden. Doch siehe da: Auf weiter Strecke gab es gar keinen Kontrollposten. Erst recht spät kam einer und dann vor Assuan nochmals einer. Beim ersten hat ’s auch ein wenig länger gedauert und die Abwicklung war ausführlicher als sonst, aber als ich eine Runde Kaugummi geschmissen habe, wurden wir schließlich schnell durchgewunken. 😉

Wir waren selbst ganz erstaunt, wie einfach wir den Konvoi umfahren konnten und können jedem nur diesen Weg empfehlen. Angeblich soll er jedoch nicht aus Richtung Luxor befahren werden können, da der letzte Check Point auf der Oasenstraße Richtung Western Desert bereits in der Zone der Konvoipflicht liegt und man angeblich hier nicht in westliche Richtung durchgelassen wird.

Um auf das Thema dieses Artikels und damit auf die Einstiegsfrage zurückzukommen: Ist Assuan die schönste Stadt Ägyptens, wie unser Reiseführer meint? Wir sind nun bereits einen ganzen Tag hier und haben sicherlich noch nicht alles gesehen, aber wir kommen da doch zu einem ganz anderen Ergebnis. Sicherlich, das Nilufer kann man ohne Zweifel „pittoresk“ nennen – gerade wenn die Sonne auf der anderen Seite hinter den Wüsten-Hügeln versinkt und alles mit einem goldgelben Mantel überzogen wird –, aber Assuan ist mittlerweile auch viel zu touristisch. Man kann sich einfach nicht bewegen, ohne dass man regelrecht bedrängt wird. Die Ironie bei dem hiesigen (aber leider doch allzu typisch-ägyptischen) Verkaufsgebaren ist, dass wir ohne die Aufdringlichkeit vielleicht wirklich hier und da länger geschaut hätten und am Ende auch etwas gekauft hätten und uns gerade das, was uns zum Bleiben und Kaufen bewegen soll, schnell forttreibt. Uns ist natürlich bewusst, dass die Verkäufer Familien ernähren müssen und auch nicht aus Jux und Dollerei sich verhalten, wie sie sich verhalten, aber wenn Leute aufspringen, uns den Weg versperren und uns regelrecht in ihren Laden zerren wollen, nur weil wir offensichtlich Touristen sind, die nicht ganz in die Masse passen, da kann einem schon der schönste Eindruck vermiesepetert werden. Das ist leider unser erstes Resümee von Assuan – selbst Kairo schien uns in dieser Hinsicht weniger anstrengend.

Ich persönlich würde uns am liebsten zurück in die Wüste schicken.

 

 

Category: Ägypten
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