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• Dienstag, Juli 14th, 2009

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Die knapp 400 km bis nach Bahariya haben wir am Freitag in einem Stück abgeritten – wo hätten wir in der Wüste auch halten sollen. Nicht dass es hier links und rechts nicht schöne Plätze gegeben hätte, aber es gab keinen Schatten. Nur die Bushaltestellen, die alle paar Dutzend Kilometer mal an der Straße mitten im Nirgendwo standen (warum auch immer, vielleicht für Beduinen), konnten als Schattenspender genutzt werden. Wenn man direkt bei der Bank den Bordstein hochfuhr, dann sogar für uns alle drei.

Als wir in der Oase Bahariya den Eingangs-Check-Point der Tourism Police hinter uns gelassen hatten, riefen wir Khaled an. Er sei leider noch beschäftigt, würde aber einen Fahrer schicken, der uns zu seinem Haus führen wurde. Hätte es bisher auf unserer Reise gereicht, wenn er gesagt hätte, schaut einfach nach einem Landcruiser, so wäre das hier so eindeutig wie wenn er gemeint hätte, schaut einfach nach den blauen Auto mit ’ner Beule vorne links. Die Wüste hier ist in Toyota-Hand. Bisher haben wir nicht einen Defender gesehen, dafür hört man auf, sich zu grüßen, einfach weil man auch Landcruiser fährt.

Seinen Fahrer haben wir – trotz Landcruiser – gleich gefunden und dank ihm auch Khaleds Haus, zu dem wir sonst garantiert nicht gekommen wären. Khaled kam dann auch gleich und hatten wir noch auf der Fahrt überlegt, ob wir denn eigentlich auch bei ihm unterkommen können, oder ob er dafür gar keinen Platz hat, war das gleich klargestellt: Wir waren natürlich seine Gäste. Abends gab es unsertwegen noch ein kleines BBQ in der Wüste. Eine befreundete Familie von ihm feierte mit uns und so waren wir ein kleines Grüppchen von insgesamt sieben Personen, die ganzen Helfer und den Koch nicht mit eingerechnet. Nach dem Essen wurde getrommelt und gesungen und jeder wurde mal zum Tanzen aufgefordert. Anja und ich haben sicherlich mehr das Klischee der steifen Deutschen erfüllt, als wir das Vorurteil abgebaut hätten, aber wir hatten alle unseren Spaß.

Die Tage in der Oase waren wundervoll! Nach der Anspannung Kairos, dessen hektisches Pulsieren man auch in Nasr City nicht entkommt, genossen wir hier die Ruhe und Entspannung. Kairo war toll, gar keine Frage, aber gerade nach 2 Wochen Kairo war dieser Ort einfach genau das, was wir brauchten. Die Tage schlenderten vorbei und zwischen Frühstück, Mittagessen und Abendessen blieb genügend Zeit zum Ausspannen, fürs Internet und für ausführliche Gespräche mit Khaled, der es sich trotz viel Arbeit nicht nehmen ließ, immer wieder zu uns zu stoßen.

Bei Khaled

Traumhafte Tage in Bahariya

Außerdem hatten wir auch noch eine Mission: Wir wollten uns von Khaled noch ein paar Tipps fürs Wüstenfahren holen. So zogen wir Samstag gleich das erste Mal los in die Dünen. Allerdings hatte sich Willi bereits nach der ersten halben Stunde an einer weichsandigen Düne überhitzt. Es war eh bereits dämmrig und wir ließen Willi abkühlen und fuhren zurück.

So idyllisch kann Wüstenfahren sein

So idyllisch kann Wüstenfahren sein

Am nächsten Tag fuhren wir mit Willi in eine der örtlichen Garagen. Das Kühler-Problem kam uns deutlich zu häufig vor. Zunächst wurde der Regler ausgetauscht, doch der allein, löste das Problem leider nicht: mit 130 zwischen den Ortschaften auf der Straße und mit bereits deutlich weniger abseits der Straße die Dünen hoch, konnte unser kleiner Heißsporn immer noch zu schnell zum Überkochen gebracht werden. Khaled organisierte am Sonntag einen gebrauchten, aber sauberen Kühler und sein Mechaniker baute den bei Willi ein. Mit diesem „neuen Wadenwickel“ ging es jetzt nochmals in die Wüste und ans Eingemachte. Wir trieben Willi die Dünen hoch und runter, doch die Temperaturanzeige wollte einfach nicht über den normalen Bereich hinaus. Erst als wir meinten, taub geworden zu sein, ob Willis andauernder Schnauferei, da stieg die Anzeige endlich ein wenig und wir waren umso sicherer den Schuldigen gefunden zu haben: unsere alte Kühlung. Die einzige Frage war nun: Wollen wir diese gebrauchte behalten oder gleich eine neue aus Kairo liefern lassen? Wir entschlossen uns für die zweite Variante.

Wüstenfahren

Übungen im Sandfahren

Wie wir lernten, ist der Sonntag in Kairo für Autozulieferer das, was bei uns der Montag für Friseure ist. Deshalb konnte der neue Kühler erst Montag zu uns auf den Weg gebracht werden. Abends war er dann in Bawiti, dem Ort in der Bahariya Oase, in dem Khaled sein zu Hause hat. Um ein Uhr morgens war alles fertig eingebaut und wir fielen todmüde ins Bett. Damit wir morgen nicht zu spät loskommen, wird in nicht mal mehr sechs Stunden schon wieder der Wecker klingeln…

Wir haben unseren Aufenthalt hier in der Oase sehr genossen und bereuen, dass wir so wenig Zeit hier verbracht haben. Doch wir haben nur ein Visum für einen Monat und auch die Versicherung und Registrierung für Willi endet bereits am 21. Juli. Ist die Visumsverlängerung für uns noch ein recht formloser Akt, der sich in Ägyptens Hyper-Bürokratie sicherlich in einigen wenigen Stunden lösen lässt, bedeutet die Verlängerung für Willi faktisch eine erneute Registrierung. All die Schritte, die wir in Nuweiba durchliefen, müssten wir erneut durchlaufen und so treibt uns letztendlich die Bürokratie außer Landes. Wie gern hätten wir auch eine der Wüstentouren mit Khaled entweder per Auto oder mit Kamel gemacht, aber seit dem uns dies auf dieser Tour leider verwehrt ist, steigt bei uns die feste Absicht, Ägypten in naher Zukunft nochmals zu besuchen und dann definitiv auch mit Wüstentour. Am meisten werden uns sicherlich die gemeinsamen Gespräche fehlen und die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.

Khaled und wir beim Abschied

Khaled und wir beim Abschied

Kamen wir auch „nur“ als Verwandte Dietharts, so blieben wir als Khaleds Gäste und gehen freudestrahlend aber mit unterdrückter Träne als Freunde.

 

 

Category: Ägypten
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One Response

  1. 1
    Susa 

    Man könnte meinen, ihr habt euch auf eurer Reise bereits einen neuen Willy zusammenrepariert 🙂

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