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• Dienstag, Juni 09th, 2009

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Aufgrund von Jörgs Gesundheitszustand fuhr ich heute alleine los. Von Madaba aus kann man alles sehr gut erreichen und so war es nicht weit bis zum Mount Nebo und Bethania.

Ich weigerte mich am Morgen, das GPS-Gerät zu benutzen und wollte nach Schildern fahren. Schließlich habe ich das Schild zum Mount Nebo ja schon gesehen und weil es so eine Touristenattraktion ist, habe ich noch mehr vermutet. Leider falsch gedacht. Und mein kleiner Ausschnitt aus der Karte brachte mir bald auch nichts mehr, weil ich überhaupt nicht mehr wusste, wo ich war. Also hieß es: „Such!“ die Stelle, wo das Schild stand. Ich war aber schon am anderen Ende des Ortes und fand ganz andere Ausschilderungen… Nach einer halben Stunde durch den Ort – jetzt wusste auch jeder, dass ich da bin – fand ich das vermaledeite Straßenschild und den Grund, warum ich kein weiteres fand. Offensichtlich kommen die Touristen nur aus Amman und dann muss man ja sparen und die Schilder auch nur sparsam am Ortsbeginn (im Norden) und von da aus in deren Fahrtrichtung aufstellen.

Gut, endlich ging mein Abenteuer los. Der Mount Nebo ist nicht weit und ich freute mich, bald die Touristen-Zahlstelle und den Parkplatz gefunden zu haben.

Der Mount Nebo ist der Berg, von dem aus Moses das Gelobte Land gesehen hat und an dem einst eine Basilika errichtet wurde. Ich habe die Aussicht auf Israel erahnen können, da es recht diesig war. Aber ergriffen hat mich der Ort trotz der schlechten Sicht.

Aussicht vom Mt. Nebo

Aussicht vom Mt. Nebo

Daher freute ich mich auf mein nächstes Ziel: Bethania, der Ort an dem Jesus von Johannes dem Täufer getauft wurde.

Nach Bethania führte es steil den Berg hinunter, und ich überlegte schon da, wie Willi die Auffahrt wohl finden wird. Auf dem Weg dahin geriet ich an einen „Check Point“. Pass zeigen. Aber keinen Pass mit dabei haben… Ich verplantes Ding habe den natürlich, obwohl ich wusste, dass ich mich in Grenzgebiet befinde, im Hotelzimmer gelassen. Aber irgendwie hat diese verzweifelt suchende, allein reisende Frau auf den Soldaten Eindruck geschunden, und er winkte mich durch. Glück gehabt.

Nach Bethania bin ich übrigens zum ersten Mal an diesem Tag verkehrt herum in eine doppelspurige Einbahnstraße gefahren. Ich habe mich schon im Radio unter der Rubrik „Falschfahrer“ gehört. Ganz so dumm bin ich dann aber doch nicht und hab es schnell gemerkt, noch bevor ich jemanden behindern konnte. Wer stellt aber auch ein Schild auf, das Bethania nach links ausweist, wenn man erst rechts fahren muss, um auf der Schnellstraße an einen U-Turn-Punkt zu gelangen???

Etwas gestresst kam ich in Bethania an. Der Eintritt für die Taufstelle kostet für alle Nicht-Araber 7 Dinar (Jordanier 1 JD, Araber 2 JD) und ich musste länger überlegen, ob ich mir die Führung ansehe. Ich überlegte und überlegte. Mein Zögern lag daran, dass es gerade 12 Uhr wurde, es brennend heiß war, Chaos-Anja sich nicht eingecremt hat, und ich wollte nicht alleine geführt werden. Als drei Russen und 6 Araber dazu kamen, wollte ich dann doch auch.

Der kleine Park, der um den Jordan und die Taufstelle angelegt wurde, darf nur mit offiziellem Begleiter betreten werden und ist – weil Grenzgebiet – voller Militär-Stationen. Die Führung hatte aber auch so seinen Sinn, da einiges erklärt wurde. Ich sah das „Becken“, an dem Jesus getauft wurde und durch das früher der Jordan floss und wurde zu der Stelle gebracht, an der man sich selbst taufen konnte.

Angeblich die original Taufstelle

Angeblich die original Taufstelle

Nur einer der Russen traute sich und stieg mit Badehose in das trübe Wasser. Auch da stand sofort ein Mann mit Maschinengewehr dabei, denn man hätte keine 3m gebraucht, um unerlaubt und ungehindert israelischen Boden zu betreten.

Überwachtes Baden im Jordan

Überwachtes Baden im Jordan

Nach einer Stunde war die Führung vorbei und ich hatte es nicht bereut. Jetzt wollte ich aber doch schnell ins Hotel kommen, bevor sich Jörg Sorgen macht, wo ich so lange blieb. Immerhin habe ich den Rückweg gleich gefunden und befand mich auf dem Aufstieg zum Mount Nebo.

Die Temperatur des Motors stieg und stieg. Ich tat es erst als normal ab, denn es war heiß, der Aufstieg war steil und Anstiege aus dem Normalbereich hatten wir bei Bergauffahrten schon erlebt. Die Temperatur war aber nicht aufzuhalten und ich kam nicht wirklich voran. Als die Nadel auf dem roten H stand und nicht mehr viel Spiel nach oben hatte, hielt ich am Straßenrand vor einer Kurve an. Ein bescheidener Platz, um seinen Motor zu kühlen. Die Temperatur sank ein Stück und ich versuchte es wieder. Ohne Erfolg, ich war wieder im roten Bereich. Also anhalten. Beim nächsten Stopp, kurz vor dem Gipfel, wähle ich eine praktischere Stelle als mitten auf der Fahrbahn. Ich stellte mich daneben auf einen Weg, wo das Auto eben stand und ich mit dem Anfahren kein Problem haben dürfte. Beim Radio ausstellen hörte ich es laut blubbern aus der Motorhaube. Ich hatte, die Hoffnung, dass ich Helfer anziehe, wenn ich jetzt die Motorhaube aufmache. Klein-Anja kann die Motorhaube zwar öffnen, aber ihre Arme reichen nicht, um sie auch mit dem Stab zu befestigen. So stand ich da, hob die Motorhaube soweit an, wie ich konnte und wartete auf ein Auto. Es kam auch eines, das fuhr aber weiter. Beleidigt ließ ich das Wasser weiterkochen und setzte mich wieder ins Auto, um bei 42 Grad Innentemperatur den Reiseführer zu lesen. Schließlich kam ein Wagen, der mich allerdings wegscheuchte, weil ich seinen Weg blockierte. Dann wars mir zu blöd, die Temperatur ein bisschen gesunken und ich fuhr das kleine Stück – temperaturtechnisch wieder schnell am Anschlag – den Berg hinauf. Willi freute sich gleich über das erste ebene Stück, die voll aufgedrehte Heizung und die niedrige Drehzahl und belohnte mich mit abnehmender Temperatur.

In Madaba fand ich dann wieder nicht die richtigen Straßen, denn ich war am morgen so kreuz und quer gefahren. Weil ich es nicht besser wusste – und auch kein Schild sah – fuhr ich aus einem Kreisverkehr aus, wie ich es aus Europa kenne. Als mir lauter lichthupende Leute begegneten, wurde mir klar: Einbahnstraße. Ich drehte und fuhr zufällig in genau die Straße, in der unser Hotel war.

Bisher war ich der Meinung, ich könnte gut Auto fahren, aber Jordanien überfordert mich. Ich dachte mir mehrfach „wenn die schon die Einbahnstraßen so lieben, warum stellen die dann keine Schilder auf???“ Ich bin am nächsten Tag noch mal zu dem Kreisverkehr gefahren und habe Jörg prüfen lassen. Da war kein Einfahrt Verboten – Schild. Keins.

Und ich kann doch Auto fahren.

Category: Jordanien
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