Author:
• Montag, Mai 18th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Von den Dardanellen führte uns der Weg an der Küste entlang Richtung Süden. Vor uns lagen (im wahrsten Sinne des Wortes) haufenweise Ausgrabungsstätten. Jeden Tag ein bis zwei, mehr haben wir nicht geschafft.

Wir begannen mit Troja, dem sagenumwobenen Städtchen mit dem Pferd. Das Pferd stand gleich zu Beginn der Grabungsstätte, ist allerdings allein für einen Hollywood Film gebaut worden. Die verschiedenen Steine, die vor langer Zeit mehrere Stadt-Phasen bildeten, waren jedoch echt. Wir schlossen uns unauffällig einer deutschen Führung an und bekamen so noch etwas mehr Hintergrundwissen mit, als auf den diversen Schautafeln stand.

[Jörg:] Troja vereint Gegensätzliches: Es ist gleichzeitig einmalig und mehrmalig. „Einmalig“ in der Hinsicht, dass dank Homer und Schliemann sein Name nur ehrfürchtig und würdevoll ausgesprochen werden kann; „mehrmalig“ andererseits in der Hinsicht, dass es tatsächlich mehr als ein Troja gibt: Troja I – Troja IX. Abgebrannt und zerstört wurde mehrmals ein neues Troja auf den Ruinen oder Grundresten des alten gebaut – abgesehen von Stadterweiterungen wie Troja III – V. Mich trieb dabei die ganze Zeit die Frage um, wann der deutsche Indiana Jones des 19. Jahrhunderts diese Nuss geknackt und das Puzzle zusammengefügt hatte. Da buddelt und pinselt man und durch Zufall muss man feststellen, dass was man gefunden hat, noch gar nicht das ist, was man gesucht hat, sondern darunter noch eine volle Schicht zu Tage tritt und darunter und darunter …

Nicht allein nur deshalb bin ich anderer Meinung als unserer Reiseführer: Es bietet bei Leibe nicht einen „enttäuschten Anblick“. Sicherlich bietet Troja weitaus weniger noch intakte Sehenswürdigkeiten, doch die Geschichtsträchtigkeit dieses Orts bietet jedem, der dafür empfänglich ist, weitaus mehr als „nur Ersatz“.

Troja

Ein Besuch beim hölzernen Pferd

Gleich im Anschluss an Troja fuhren wir durch die Troas nach Alexandria Troas. Als die Troas bezeichnet man die Landschaft südlich von Troja. Alexandria Troas ist eine weitere Ausgrabungsstätte, die allerdings noch nicht ganz fertig erschlossen ist. Ich musste das mit Flip Flops bekleidet schnell feststellen. Jörg hatte besseres Schuhwerk, jedoch keine Türkisch Kenntnisse. So hatte jeder was, was der andere nicht hatte. Trotzdem lief Jörg tapfer mit unserem „privaten“ Führer durchs hohe Gras über das ganze Gelände und ließ sich allerhand erklären.

[Jörg:] Bereits von außen sah man, dass hier wohl nicht viel zu sehen ist und die paar wenigen Reste waren zudem sehr zugewuchert. Da wir jedoch die einzigen waren (auch das Kassenhäuschen war nicht besetzt), wollten wir uns die Chance nicht nehmen lassen, mal selbst Archäologe zu spielen. Doch unsere Namen werden wohl leider nicht in die Geschichtsbücher eingehen: Schon am Eingang stoppte uns ein Schild, dass wegen Ausgrabungen das Betreten verboten sei.

Als wir gerade auf dem Absatz kehrt machten, brauste ein Motorrad heran. Ein Mann stieg ab, schloss das Tor auf, drückte uns eine kleine Skizze in die Hand und trabte voran. Viel zu sehen gab es halt wirklich nicht oder es ist noch nicht alles freigelegt, sondern noch unter einer großen Schicht Erde, Gestrüpp und Disteln begraben. Auf solche „Unwege“ bei einer touristischen Sehenswürdigkeit waren wir nicht vorbereitet, wodurch wir Anja recht schnell „verloren“. Unser Führer kämpfte sich jedoch tapfer in brütender Hitze in seiner Motorradkombi durch die Ruinen und da wollte ich natürlich weder unhöflich sein noch weich erscheinen. Die paar Brennnesseln…

Der Tag endete spät aber schön auf einem idyllischen Campingplatz am Meer, zum ersten Mal wieder mit holländischer und deutscher Besetzung. 😉

Danach fuhren wir direkt nach Bergama, eine tolle, riesige Ausgrabungsstätte. Als wir ankamen brannte die Sonne erbarmungslos. Trotzdem schauten wir uns auch hier jede Kleinigkeit an, Jörg sogar noch mehr …

[Jörg:] Rrrrichtig! Ich bin noch das Theater runter und von dort der Stadtgrabung entlang bis zum „Bau Z“ und dem oberen Gymnasion der Unterstadt. Die Mosaiken im Bau Z können mittlerweile besichtigt werden – sollte eurer (diesbezüglich dann ggf. veralteter) Reiseführer etwas anderes sagen (wie unserer)… Ich wollte Anja nicht ewig warten lassen und bin die Unterstadt nicht weiter runter – zudem muss ja alles was runter gestiegen wird auch wieder hoch erklommen werden –, dennoch hat es gereicht, dass ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf den Waden (!) bekam. Auf dem Rückweg gab es oben auf dem Parkplatz noch eine kleine Überraschung: 4 parkende Defender mit Afrika-Aufklebern! Da bin ich doch gleich mal zu einem der Fahrer hin, der das machte, wobei man Defender-Fahrer häufiger beobachten kann: reparieren. 😉 Die Jungs kommen aus der Slowakei und waren aber leider schon letztes Jahr in Afrika (Nord-West-Afrika) unterwegs. Dieses Jahr ist lediglich Albanien und die Türkei dran.

Bergama

Historische Stätte hoch oben auf dem Berg

Nach der Besichtigung fuhren wir ein langes Stück zu einem Campingplatz direkt bei Ephesus, damit wir es zur nächsten Ausgrabungsstätte nicht mehr ganz so weit hatten. Der Campingplatz „Dereli Camping“ lag ebenso idyllisch am Meer und bot uns einen schönen, ebenen Platz unter Bäumen.

Mit Ephesus waren wir schon fast am Ende unserer Besichtigungsreise. Früh morgens waren wir da, trotzdem war es wahnsinnig heiß und voller Touristen aus aller Herren Länder. Den Tip von Chris, uns am Eingang einen Führer zu holen, hatten wir zwar im Kopf, jedoch scheiterte es an der Umsetzung. Vermutlich waren wir auf dem falschen Parkplatz, denn wir sahen keinen, der sich uns als Führer anbot. Wir bereuten es jedoch auch, denn unser Reiseführer gibt dann doch nicht genug her, um den Besuch von Ephesus richtig spannend zu machen. Wir versuchten es auch hier damit, uns einer deutschen Gruppe anzuschließen, aber aufgrund deren extrem langsamen Tempos gaben wir bald auf.

Ephesus

Heißer Tag in Ephesus

Die nächste und letzte Ausgrabungsstätte war Milet. Leider bot Milet nicht so viel, wie es hätte können. Das Theater ist noch gut erhalten und auch das kleine byzantinische Kastell lässt sich einfach anschauen, dann wird es jedoch schwierig. Beim Abstieg von dem Kastell zum ehemaligen Delphinion und zur Agora blieb mir kurz das Herz stehen, als ich ein lautes Zischen hörte und dabei gleich an eine Schlange dachte. Und sie war tatsächlich da. Gleich zwei Stück, die ich allerdings nicht zuordnen konnte. Vielleicht habt Ihr ja einen Tipp. Das weitere Ausgrabungsgelände ist schwer zu erreichen. Entweder überwuchert mit Gras, Frühlingsblumen oder Disteln oder überflutet mit tümpelählichem Wasser. Zum Teil standen Schautafeln mitten im Wasser. Wir haben uns schon gefragt, ob man hier ernsthaft erwartet, dass wir da hintauchen, um das zu lesen. Ein Glück hab ich ein gutes Objektiv, dass uns die Schilder ein wenig „näher bringt“. Dann begann das echte Abenteuer: klettern über antike Steine und einen Weg finden. Als es nicht mehr weiter ging und wir hätten schwimmen müssen, gaben wir auf und sind auf den normalen Weg zurückgekraxelt. Eigentlich wirklich schade, dass diese schöne Grabungsstätte derart vernachlässigt wird. Gegen das Wasser kann man wahrscheinlich nicht viel ausrichten, aber zumindest hätten Wege besser ausgeschildert werden können und Rasen mähen würde auch nicht schaden.

[Jörg:] Alles richtig und dennoch bleibt die ehemalige Wirkungsstädte von Thales, Anaximander, Anaximenes und vielen weiteren mein Favorit. Schon auf dem Weg von den Dardanellen die Ägäis runter habe ich Anja mit mehrmaligem Hören eines Hörbuchs über die   Vorsokratiker gequält. Troja mag die größere historische Bedeutung haben, Ephesus deutlich besser erhalten sein, aber den Genius loci habe ich nur in Milet gespürt. Man fragt sich unweigerlich, wo die Genannten vor ca. 2500 Jahren mit ihren Schülern philosophische Fragen erörterten und damit die abendländische Philosophie mitbegründeten, etwa im Schatten dieser Säulen, unter dem Bogen dieses Eingangs oder in jener Nische des Theaters.

Anjas geschilderten Eindruck haben wir bei diversen Stätten erfahren; mehr als nur bei jenen, die wir besucht haben, man sah es teilweise schon beim Vorbeifahren. Teilweise scheinen die Stätten wie Dornröschen darauf zu warten, aus ihrem Schlaf geweckt zu werden, teilweise wirken sie auf einen wie ungeliebte Kinder, um die sich einfach keiner kümmert.

Milet

Vergessene Ausgrabungsstätte

Übernachtet hatten wir diesmal auf einem Disco-Campingplatz in der Partystadt Bodrum.

Category: Türkei
You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.