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• Mittwoch, Januar 20th, 2010

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Das Abenteuer Johannesburg ließen wir nicht aus, auch wenn man uns von verschiedenen Seiten von der Stadt abgeraten hat. Gefährlich, langweilig, reinstes Verkehrschaos waren die Attribute, die die Stadt auszeichnen sollten. Wir können zu allen dreien mal wieder sagen: „So ’n Quatsch!“ Zumindest für uns galt keines davon, uns hat die Zeit in Jo’burg viel Spaß gemacht.

eGoli, ist übrigens eine andere Bezeichnung für Johannesburg und bedeutet übersetzt in etwa „Stadt des Goldes“. Das Wort kommt aus der Sprache der Zulus.

Wir hatten uns ja extra am Abend vor der Fahrt in die Metropole strategisch günstig platziert, sodass wir egal wie der Verkehr auch sein wird, nicht im Dunkeln ankommen müssen – immer wieder die Tipps im Hinterkopf „immer Abstand zum Vordermann lassen, damit man nicht eingekeilt und ausgeraubt werden kann“, „immer die Türen geschlossen halten“. Alles in allem waren wir sehr verunsichert, als wir nach Johannesburg hinein fuhren und durften uns gleich eines besseren belehren lassen.

Die Rush Hour gabs Samstagmorgen nicht, was vielleicht an der Zeit gelegen haben kann, zu der wir aufbrachen: 11 Uhr. Das Navi sagte eine Zeit von 2 Stunden für die ca. 160 Kilometer voraus, die wir leider auf 3 Stunden ausweiten mussten. Kleine Erklärung: ich fuhr – ja, ja, jetzt kommen die Kommentare wie „Frau am Steuer“… – und ließ mich von unserem Garmin ganz schön in die Irre führen. Das Kartenmaterial von Garmin und Tracks4Africa für die Region Gauteng können nicht miteinander. Ständig berechnete er neu und ich fuhr falsch ab, auch weil die Anzeige nicht genau genug war. Nach fast 3 Stunden kamen wir nahe beim Flughafen im Stadtteil Kempton Park raus und zwar in einer Gegend, die schön grün und mit ein paar Pferdehöfen besetzt war. Und hier sollten nun Zelda und Ericus wohnen? Nein, die Straßennamen stimmten nicht mit den genannten überein. Bei der Gelegenheit mussten wir entdecken, dass ich die Koordinaten für den Wegpunkt falsch eingegeben hatte und wir 6 Kilometer vom Ziel entfernt waren. Dann aber schafften wir es und erreichten die vier sehnsüchtig auf uns Wartenden.

[Jörg:] So ganz unschuldig an der Verzögerung bin ich allerdings auch nicht. Wir hatten in Parys extra nach einem Late Check-Out gefragt, weil ich mich heute Morgen ein wenig „malad“ gefühlt habe. Die Fahrt verlief recht unspektakulär, außer dass wir in Joburg vom Verkehr erschlagen worden, wahrscheinlich war nicht einmal viel Verkehr, heute am Samstag, aber es zählt ja eh nur das „gefühlte“ Verkehrsaufkommen und das war für uns größer als es hätte sein müssen. Na, und unspektakulär davon abgesehen, dass ich mal wieder Fieber bekommen hatte.

Ich hing auch nachmittags noch ein wenig durch und so fuhren Ericus und Ivan uns noch schnell zu einem Doc – um sicher zu gehen, wollten wir Malaria ausschließen. Wir hatten schon ein Selbstdiagnose-Kit bei ihnen zu Hause ausprobiert, doch wir merkten leider erst nach dem Piekser, dass das Kit nicht mehr vollständig war. Der Bluttest in der Walk-In-Clinic ergab: keine Malaria. Sehr schön! Der andere Test zeigte jedoch den alten Bekannten, der uns schon in Ungarn, der Türkei, Jordanien, Ägypten und Äthiopien beschäftigte. Und ich dachte, das hätte nun erstmal Ruhe bis zur Heimkehr. Mit den richtigen Antibiotika und einer Mütze Schlaf war das Problemchen doch schnell im Griff und so konnten wir uns abends noch lang beim Grillen über unsere Reiseerfahrungen austauschen.

Am nächsten Morgen hatten wir einen lazy start: nach dem späten Frühstück war erst mal wieder faulenzen angesagt, und danach gab ’s auch schon wieder Essen. Die Vier führten uns aus zum Restaurant des Bowling Clubs am Zoo, den Studenten hier – nicht nur freitags nach den Vorlesungen – auch besser als „Library“ bekannt. 😉 Zurück zu Hause gabs dann „American Idol“. Wir hatten ewig kein TV-Programm mehr und mit ’nem Sudoku in der Hand ist, sind diese kleinen Minutendramen der potentiellen Superstars dann gar nicht mehr so schlimm – sieht man mal vom Fremdschämen ab.]

Am Montag hieß es schon wieder Abschied nehmen von Ericus und Zelda. Wir aßen noch gemütlich Frühstück mit den beiden bis Ericus los musste, seinem Auto neue Reifen zu verpassen. Eine halbe Stunde später konnten wir uns von Zelda lösen, die noch zwei Abschiedsbilder schoss. Ein kurzer, aber sehr schöner Besuch bei der Familie, die wir in Jordanien zum ersten Mal getroffen hatten.

Joburg_Ericus_Zelda2

Unser nächster Besuch führt uns nach Sandton, ein eher gehobenes Stadtviertel. Da Harald bis 17 Uhr arbeitet, hatten wir noch viel Zeit, um uns ein Museum anzuschauen. Bei mir kam Freude auf, bei der Vorstellung ein Museum zur Entstehung der Menschheit anzusehen. Gääääähhhn! Aber ich wurde eines besseren belehrt. Das „Cradle of Humankind“ ist ein sehr modern gestaltetes Museum für alle Altersklassen. Man kann warten bis eine Führung startet, die einen aber nur bis zum Eingang begleitet und anfangs ein wenig Hilfestellung bietet, damit man das Museum und den vorgesehenen Weg dadurch versteht. Man braucht die Führung eigentlich nicht.

Es beginnt mit einer Halle, in der man auf einigen Tafeln etwas über Darwin und sein Leben und seine Theorien erfahren kann. Danach wird man auf eine Bootstour geschickt, die einen von der Gegenwart zum Urknall führt (am Anfang ist es normal temperiert, dann kommt man durch eine vereisten Tunnel in eine windige und eine heiße Ecke). Hat man den Urknall erlebt, „spielt“ man sich durch einen langen Gang. Man kann an einem Tisch über Telefone ausgestorbene Tiere anrufen, an einem anderen muss man Bilder der Entstehungsgeschichte von Pflanzen oder Tieren sortieren, dann darf man Ratespiele mitmachen und neben all dem gibt es noch unzählige Tafeln mit Texten, Bildern, Videos. Alles beschreibt verschiedene Aspekte des Menschen. Auffällig ist die raffinierte Gestaltung der Themen, was dabei aber stört, ist dass es in diesem Museum an keiner Stelle ruhig ist. Überall dröhnt einen Musik an, spricht jemand in einem Video, hört man kleine Animationen (siehe Scherenbild). Trotz allem war es sehr interessant und selbst ich Museums-Muffel war gewillt hier noch länger zu bleiben. Aber die Zeit wurde doch auf einmal knapp. Wenn wir durch den Verkehr kommen wollten, mussten wir jetzt los.

[Album Cradle of Humankind – muss noch hochgeladen werden]

[Jörg:] Haralds und Tanias Haus fanden wir dann zur Abwechslung gleich auf Anhieb. Quasi mit uns, kam auch sein Bruder und dessen Freundin an, so dass die Bude gleich rappelvoll war. Doch die konnten nicht lange bleiben und so haben wir den Abend dann noch ruhig beim Vietnamesen Haralds Vertrauens ausklingen lassen.

Zur Einstimmung auf unser morgiges Ziel, das Apartheid Museum – nicht schon wieder ein Museum! – schauten wir noch Invictus, den aktuellen Film über Nelson Mandela und wie er durch die Rugby Weltmeisterschaft versucht das Volk zu einen. Uns hat der Film sehr gut gefallen, aber wir vermissten ein wenig das „Mandela“-Gefühl. Er wird im Film ein bisschen zu wenig charismatisch dargestellt.

[Jörg:] Wir hatten den nächsten Morgen zunächst im Nino’s gefrühstückt. Ich hatte Hunger und habe mir zu dem Ei-Bagel noch Oats (Porridge) bestellt. Dachte, das sind zwei kleine Portionen, doch da habe ich mich ganz schön geirrt und auch wenn wir das Frühstück extra in die Länge zogen, ich musste das Besteck strecken.

Jetzt zum Apartheid Museum. Es wurde uns genauso warm empfohlen wie das „Cradle of Humankind“, und wir waren gespannt, die Messlatte war ja hoch gesetzt. In Kapstadt waren wir schon im District 6 Museum und erwarteten zunächst etwa dasselbe. Doch weit gefehlt. Auch hier hat sich ein Museums Architekt große Mühe gegeben und ein fantastisches Ergebnis erzielt. Leider darf man drinnen keine Fotos machen, sodass ich für weitere Informationen nur das WWW und die museumseigene Website empfehlen kann: http://www.apartheidmuseum.org

Trotzdem wollen wir kurz beschreiben, wie wir den Besuch des Museums erlebt haben. Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, bekamen wir einen Zutrittspass, auf dem man entweder als Weißer (White/European) oder Nicht-Weißer (Non-White/-European). Ich war weiß und musste daher einen anderen Eingang benutzen als Jörg. Das stimmte einen schon mal ganz gut ein. Im Grunde sieht man trotz der Trennung das Gleiche, man geht nur durch unterschiedliche Gänge und muss die Bilder alleine auf sich wirken lassen. Man sieht Pässe, die mit White oder Non-White gestempelt sind, und eine Aufstellung auf Basis welcher Informationen damals die Einteilung der Hautfarben gemacht wurden. Besonders viel Kopfschütteln ruft es hervor, wenn man erfährt, dass man im Laufe seines Lebens die Hautfarbe wechseln konnte. So wurden manche Weiße zu Indern, manche Malayen zu Schwarzen, manche Schwarze zu Chinesen und so weiter. Jedoch wurde kein Weißer schwarz und kein Schwarzer weiß.

Zu Beginn sahen wir uns einen Film an, der in 15 Minuten die Siedlungsgeschichte Südafrikas zusammenfasst. Danach waren wir also bereit, die Geschichte Südafrikas des 20. Jahrhunderts zu durchleben. Bevor wir aber richtig in die Zeit der Apartheid einstiegen, gingen wir in die Sonderausstellung über Nelson Mandela. Hier kann man von Geburt bis heute alles über ihn lesen oder sehen (es werden auch Fernsehinterviews gezeigt). Sehr interessant und toll gemacht. Nachdem wir hier durch waren, waren wir schon 2 Stunden im Museum, also mussten wir ein bisschen Gas geben.

So ging es zum unangenehm anzuschauenden Teil, dem Bereich zur Apartheid. Auch hier wird erst mal in die Vergangenheit geschaut und ergründet, wie es überhaupt dazu kam. Man bekommt auch hier wieder durch Videos und Bilder, viele Texte und Anschauungsmaterial (gelber Mannschaftswagen im Museumsraum) einen guten Überblick. Wir blieben fast an jeder Tafel hängen und lasen sie komplett durch oder schauten uns die Videos an. Erschreckend was in der Zeit passierte. Um 15 Uhr musste dann aber wirklich Schluss sein. Wir wollten um 16 Uhr zuhause bei Harald sein und mussten dafür noch einmal quer durch die Stadt fahren.

Joburg_Street_01

Wir kamen gut durch und konnten so noch über Haralds Internet nach Unterkünften in Durban suchen. Circa 30 eMails später waren wir kaum einen Schritt weiter, dafür lustlos noch weiter planen zu müssen. Genau in dem Moment kamen Harald und Tania nach Hause, mit denen wir eine Pizza bestellten statt zu grillen. Das Wetter in Johannesburg ist im Moment nicht so berauschend und die Entscheidung gegen einen typischen Braai fiel, weil sich über dem Haus dunkle Wolken zusammenbrauten. Seit wir da sind, gibt es jeden Tag Gewitter und heftigen Regen, sodass man denkt, die Welt geht unter. Wir schauten noch „Be Kind Rewind“ und gingen dann zu Bett.

 

 

Category: Südafrika
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One Response

  1. 1
    ben 

    Hat dich Jörg nun zum Ende der Reise doch nochmal ans Steuer gelassen? Naja Ziel war ja schon erreicht 😉

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