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• Montag, Januar 04th, 2010

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Nach dem gestrigen „Tag der inneren Inkehr“ wollten wir raus! Für heute hatten wir eine Township Tour bei Johnny gebucht (+27 (0)82 8204946) für 325 Rand pro Person. Uns hat die Tour sehr gefallen und deshalb können wir Meljo Tours uneingeschränkt weiterempfehlen.

Unsere Gruppe war recht klein, außer uns beiden waren nur noch zwei Holländerinnen mit von der Partie. Wir wurden von Johnny an unserer Cape Deco Lodge abgeholt und von dort ging es zunächst zum District Six. Bereits an dieser Stelle mussten wir leider bemerken, dass Anjas Kameraakku leer war und der Ersatzakku in der Lodge lag. [Deshalb gibt es zunächst nur wenige Bilder dieser Tour, vielleicht kriegen wir noch die Bilder der Holländerinnen, dann werden wir diese nachreichen. Die paar, die hier beigefügt sind, haben wir einen Tag später auf dem Weg zum Tafelberg gemacht.] District Six ist eine riesige, heute nach wie vor größtenteils brachliegende Fläche mitten in Kapstadt. Coloureds wurden aus diesem Areal in den 60ern und 70ern Jahren des letzten Jahrhunderts vertrieben, um dies zu einer Whites-Only-Gegend zu machen. Bis auf manche der Kirchen und Moscheen wurde abschließend das ganze Gebiet mit Bulldozern abgerissen und planiert, doch District Six wurde nie zu einem Whites-Only-Wohngebiet, so dass noch heute einsame Gotteshäuser auf weiter Flur zu bestaunen sind. Mehr Informationen über District Six kann man in dem District Six Museum erfahren, was auch unsere nächste Station war. Das Museum ist nicht groß, aber sehr beeindruckend. Man bekommt einen Einblick, wie das Leben in District Six vor der Planierung gewesen sein muss.

Die nächste Station war der Stadtteil Bo-Kaap, dem Viertel der Malayen. Auf dem Weg dahin bekamen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt inklusive. Unser Weg führte uns unter anderem am High Court, wo noch zwei Bänke, eine für Weiße und eine Nicht-Weiße, stehen und an dem Platz des ehemaligen Sklavenbaums vorbei, unter dem früher Sklavenversteigerungen durchgeführt worden sollen sein. Vom Baum selbst sieht man allerdings nichts mehr, den denkwürdigen Ort, wo der Baum stand, weist lediglich eine Gedenktafel aus. Nachdem im 19. Jahrhundert die Sklaverei offiziell abgeschafft wurde, gab man den ehemaligen Sklaven einen Platz zum Leben am Fuß des Tafelbergs, und so wurde das heutige Viertel „Bo-Kaap“ gegründet. Intensive Farben zeichnen dieses aus und man kommt um Postkartenmotive nicht herum.

Kapstadt und Bo-Kaap

Schöne Stadt am südlichen Zipfel

Nun ging ’s aber endlich ab Richtung Townships. Wir fuhren nach Langa und machten dort einen kleinen Rundgang durch das Township. Es gab gänzlich unterschiedliche Häuser und Straßen, von kleinen Hütten mit Wellblechdach auf platt getretenen Lehmwegen bis zu großen Einfamilienhäusern entlang asphaltierter Straßen war alles vertreten. Was uns am meisten überraschte war, dass gerade viele dieser besseren Häuser gar nicht übermäßig mit Stacheldraht und hohen Zäunen gesichert waren, wie man es sonst so häufig sieht. Überhaupt fühlten wir uns in dem Township nicht unsicher oder unerwünscht, aber es wird natürlich nicht grundlos sein, dass jeder Reiseführer davor warnt, einfach selbst in ein Township zu fahren ohne Begleitung eines Ansässigen, wir fünf hatten gleich drei (!) Begleiter. Das hatte sich aber diesmal einfach so ergeben, Johnny macht die Touren sonst auch nur mit einem Begleiter und hatte noch nie Probleme. Er achtet allerdings auch vieles im Vorfeld: bestimmte Gegenden meiden, Touren nur vormittags (wenn weder Gangs noch Alkoholisierte unterwegs sind) etc.

Township

Township

Von Langa ging ’s es ins Nachbar-Township Guguletu und dort zum Amy Biehl Memorial und dem Guguletu Seven Memorial. Amy Biehl war eine US-amerikanische Studentin, die 1993 ein Jahr in Kapstadt studierte und dort von PAC-Anhängern erstochen und gesteinigt wurde; die PAC-Anhänger hatten eines Morgens die Gegend, in der Amy Biehl als Street Workerin arbeitete, zu einer No-Go-Area für Weiße erklärt. Ihren Hinweg hatte sie wie jeden Morgen unbeschadet durch das Township nehmen können, von ihrem Rückweg kehrte sie nicht zurück, denn sie konnte von dieser „Änderung“ im Laufe des Tages nicht mehr rechtzeitig erfahren. Die Guguletu Seven andererseits waren schwarze Aktivisten, die 1986 unter einem Vorwand von in eine Falle gelockt und von südafrikanischer Sicherheitspolizei erschossen wurden. Sowohl die PAC-Anhänger als auch die Sicherheitspolizisten haben Amnestie von dem Wahrheits- und Aussöhnungskomitee gewährt bekommen.

Bevor wir von Johnny wieder vor unserem Backpackers Place in Woodstock abgesetzt wurden, ging es abschließend noch zum Township Information Center in Guguletu. Für einen Besuch einer lokalen Township-Bar mit selbstgebrautem Sorghum Bier war leider keine Zeit mehr.

Was nun? „Füße hochlegen“ war gestern, also sind wir danach noch los zur Waterfront. Wir fuhren wieder bis zum Bahnhof und liefen den Rest, was keine so gute Idee war (es war weit, heiß und es gab kaum Fußgängerwege), aber wir kamen dennoch an, nachdem wir die Ausfahrt der Schnellstraße erstmal überquert hatten… Die Waterfront ist sehr touristisch und vergleichsweise teuer. Dennoch hätten wir hier genügend Souvenirs kaufen können, wenn wir nicht unsere persönliche Kredit(bank)krise erlebt hätten. So saß das Portmonee fest in meiner Tasche und wurde zu Anjas und meinem Leidwesen nur spärlich gezückt – Anja trauerte der verpassten Gelegenheit zum Souvenir-Shopping nach und ich bereute, im Cape Union Mart nicht noch das ein oder andere Camping- oder Outdoor-Gadget kaufen zu können, doch wenn wir die Zeche in unserer Cape Deco Lodge nicht prellen wollen, müssen wir die restlichen Tage mit dem vorhandenen Geld auskommen…

Category: Südafrika
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