Author:
• Dienstag, Dezember 15th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Einige öde Fahrstunden von Upington aus später erreichten wir den Eingang des Kgalagadi National Parks [sprich: Chalachadi, “ch” wie in Bach]. Das klimatisierte Gebäude wird gemeinsam genutzt von Botswana und Südafrika, so dass wir eigentlich nach Belieben die Länder hätten wechseln können. Innerhalb des Parks gibt es auch keine Grenzen, was es den Tieren ermöglicht, ihre natürlichen Wanderwege einhalten zu können. Um es für die kommenden Parks finanziell und organisatorisch einfacher zu halten, besorgten wir uns hier die Wild Card, die uns freien Eintritt in alle nicht-privaten Parks des Landes ermöglicht. Wir hoffen, dass sich die Investition von immerhin etwa 180 Euro für 2 Personen lohnt, haben aber nur geringe Zweifel, denn wir wollen auch in die großen Parks wie den Krüger, Addo, Tsitsikamma usw.

Im Shop am Twee Rivieren Gate versorgten wir uns noch mit Kaltgetränken und fuhren dann los Richtung Camp. Wir hatten trotz Sommerferien keine Reservierung gemacht und erst die Befürchtung, dass wir dann gar nicht im Park übernachten können, aber es gab gar keine Probleme. Da wir erst gegen 16 Uhr in Twee Rivieren starteten, mussten wir uns ein bisschen beeilen. Wir hielten zwar für fast jedes Tier an, konnten aber keine Schlenker machen. An diesem Nachmittag sahen wir hauptsächlich Springböcke, Hyänen, Oryx Antilopen und Gnus, aber auch eine größere Löwenfamilie an einem Wasserloch. Wir setzten noch stark auf das Wasserloch am Camp, das nachts beleuchtet sein soll. Im Etosha Park hatten wir hier abends noch einige Tiere gesehen.

Kgalagadi National Park - Part 1

Und doch noch in die Kalahari

Im Camp angekommen zweifelten wir jedoch gleich daran, dass wir hier auch Tiere sehen könnten. Der Zaun zu den Campern bestand aus Maschendraht und da wilde Tiere eher scheu sind, um da nahe zu kommen, wenn Camper mit Taschenlampen und Feuern herumhantieren, sahen wir kein einziges.

Wir waren ziemlich erschlagen, sodass wir nicht unseren geplanten Potjie kochten, sondern nur Nudeln mit Fertig-Tomatensoße. Nach Essen und Duschen verschwanden wir auch schon im Bett.

 

 

 

 

Am nächsten Tag hieß es mal wieder früh aufstehen. Wir wollten aber nicht wieder um 5 Uhr aufstehen und dann um 7 Uhr todmüde sein, also wählten wir einen Kompromiss: 6 Uhr. Wir verzichteten zwar aufs Frühstück, kamen aber trotzdem erst um kurz vor acht los. An der Uhrzeit lag es aber sicher nicht, dass wir recht wenig Tiere sahen. Die üblichen Kandidaten waren Springbock, Oryx, Gnu und Löwe, neu dabei waren heute: Halbmondantilopen und Geparden. Wir fuhren sehr lange Strecken über die roten Dünen, ohne ein einziges Tier zu sehen.

Kgalagadi National Park - Part 2

Zweiter Tag in der Kalahari

Gegen 14 Uhr waren wir wieder in Twee Rivieren, kauften Sprudel, Softdrinks und Eis und erholten uns im klimatisierten Empfangsgebäude. Nachdem die Tankstelle ihre Mittagspause beendet hatte, tanken wir hier noch auf und fuhren schließlich weiter nach Van Zylsrus. Eigentlich wäre unser nächster Stop Kuruman gewesen, aber das war uns doch zu weit. Die Straße bestand auch leider nicht aus Teer, sondern war planiert und das nicht mal besonders gut. Wir kamen erst gegen 18 Uhr in Van Zylsrus an und wurden vom dortigen Unterkunftsangebot ziemlich enttäuscht. Das Hotel des Ortes war nicht sehr einladend und der Campingplatz existierte nicht mehr. Wir hatten nur noch einen Schuss frei, das Kalahari Guesthouse. Wir fuhren dort hin und wurden gleich wieder überrascht. Ich öffnete die Tür und hörte es plätschern. Jörg stieg aus und sah, dass unser Zusatztank sich in einen Dieselspringbrunnen verwandelt hatte. Teurer Kraftstoff sickerte in den Boden. Ich eilte in das Haus, dort sprach aber keiner der Angestellten englisch und ein Eigentümer war nicht in Sicht. Der tauchte plötzlich aus dem Nichts auf, er sah unsere missliche Lage, schickte einen Angestellten aus, um Eimer zu holen und dann war immerhin das Diesel ab jetzt gerettet.

Dieselleck_01

Alwyn, so hieß der Farmer, war eigentlich nicht auf Gästebetrieb eingerichtet, seine Frau und Tochter ausgeflogen, war er vollkommen unvorbereitet. Er fuhr mit uns zu ihrem Gästehaus und Platz, an dem wir campen könnten und bot uns an, hier umsonst zu übernachten, wo auch immer wir wollen (Haus oder Camping) und uns sogar den Diesel zu bezahlen, den wir retten konnten. Ein unglaublich nettes Angebot und eine Gastfreundschaft, die wir so nicht erwartet hatten. Was wäre uns wohl in Deutschland in der Situation passiert?

 

 

 

 

[Jörg:] Wir waren Alwyn zu tiefst dankbar. Gleichzeitig war dies dann aber wohl auch erstmal ein Schlussstrich unter unseren Versuch, Laurent und Caro samt Ruben und Enzo vielleicht doch noch in Kapstadt zu erreichen. Sie sind nun schon ein paar Tage dort, reparieren ihren Wassertank und organisieren die Verschiffung ihres Landcruisers nach Südamerika. Wir sind uns gar nicht sicher, ob sie nicht vielleicht mittlerweile schon in Argentinien sind. Zudem wollen wir ja Weihnachten in Matatiele, südöstlich von Lesotho sein. Das ganze Setup ist uns dann doch zu hektisch und unverlässlich. Also geht ’s weiter Richtung Indischen Ozean, um dort nochmals schnell ins Wasser zu hüpfen und zu tauchen.

Als uns Martin damals während eines unserer Mittags-Dates erzählte, dass man in Afrika ein ganz anderes Verhältnis zu Entfernungen bekommt, konnten wir das zwar nachvollziehen, aber wir hätten nicht gedacht, dass wir auch mal 1000 km fahren, nur um nochmals „die Küste zu sehen“. Und da sind wir nun: Fahren vom Südwestzipfel Namibias zum Nordostzipfel Südafrikas, nur um nochmals im Indischen Ozean zu tauchen. … Martin, du hattest recht!

Der Tag war wieder sehr anstrengend. Die Hitze hier im Norden Südafrikas schlaucht uns und das Fahren durch einseitige Landschaft und über schlechte Straßen macht einen müde. Da heute der dritte Advent ist, aßen wir am Abend noch einen halben Mini-Stollen und zündeten eine Kerze an. Irgendwie mussten wir diesen Tag mit einer schönen Erinnerung beenden.

Am nächsten morgen wurden wir früh von Alwyn geweckt, der bei uns vorbei kam, um uns von seinen Bemühungen berichtete einen Schweißer in Kuruman für uns zu finden, den er kennt. Leider war er nicht sehr erfolgreich, sein Bekannter hat schon Urlaub. Jetzt müssen wir selbst sehen, was wir in Kuruman erreichen können, oder ob wir ohne zusätzliche 180 Liter Kraftstoff bis Durban weiter fahren. Alwyn verabschiedete sich kurze Zeit später von uns, um Schafe einkaufen zu gehen – so anders ist das Leben hier 🙂

Wir wollten gerne warten, bis er zurückkommt und trödelten mit dem Frühstück und Auto packen lange herum. Um 10.30 Uhr war er allerdings immer noch nicht da und wir hinterließen ihm eine Nachricht, weil wir jetzt nicht mehr ausharren wollten. Nach ca. 60 Kilometern erreichten wir endlich wieder eine geteerte Straße, keine Vibrationen, kein Anschreien mehr, weil es so laut ist, sondern einfach nur fahren.

Mittags erreichten wir dann Kuruman. Hier versuchten wir einzukaufen, gaben jedoch bei den langen Schlangen im Shoprite auf. Wir holten noch Guthaben fürs Handy/Internet und flohen dann zu Wimpys zum Essen. Das Essen war nur mittelmäßig, aber wir erwarteten nicht allzu viel von einem Fastfood Restaurant. Weil wir Alwyn nicht erreichten, fuhren wir weiter nach Kimberley.

In Kimberley wählten wir den Caravan Park neben dem Big Hole als unser Nachtdomizil. Das Office war unbesetzt, aber das Tor war offen. Vor uns waren bereits einige Mitglieder des „südafrikanischen Hymer Clubs“ gekommen, die uns willkommen hießen und uns bei jedem ratlosen Gesichtsausdruck Hilfestellung anboten (hier ist das Klo für Frauen, da ist das Office, etc.). Es war kurz vor Sonnenuntergang, so dass wir uns mit dem Kochen beeilen mussten. Ich eilte zum Grill, Jörg machte Feuer, es wurde geschnippelt und am Ende kam ein Curry Potjie raus. Nicht so lecker wie der Bier Potjie vom letzten Mal, aber trotzdem gut. Am Abend telefonierten wir noch kurz mit Steffen (via Skype), der uns zusammen mit Ema Anfang Januar besuchen wird, und stellten dabei fest, dass Vodacom in Südafrika für Datendienste nicht gerade billig ist. Wir chatten daher lieber und suchten gemeinsam nach möglichen Unterkünften in Knysna. Die Garden Route mit den beiden zu fahren, wird für uns erneut ein „Urlaub vom Urlaub“.

 

 

Category: Südafrika
You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.
Leave a Reply