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• Montag, Dezember 07th, 2009

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In Aus hatten wir nicht das Bedürfnis lange zu bleiben. Es war zwar schön hier, aber außer schöner Landschaft gab es nichts. Wobei, doch, es gab diverse Wanderwege, die vom Campingplatz starteten. Sie hatten so nette Namen wie „Schutztruppe-Trail“. Wir fuhren trotzdem nach einer Übernachtung weiter nach Lüderitz.

Familie Weber, unsere Nachbarn

Familie Weber, unsere Nachbarn

Für die 175 km ließen wir uns Zeit, denn gleich nach Aus gab es einen Aussichtspunkt, an dem man die Wildpferde sehen kann, die in dieser Gegend leben. Wie die Pferde hier hin gekommen sind, ist nicht ganz sicher. Man vermutet aber, dass die Schutztruppe sie hier zurückließ, als die Südafrikaner kamen, und sie sich seitdem ohne äußere Einflüsse vermehren. Wir waren erfolgreich am View Point und sahen eine große Herde rund um ein künstliches Wasserloch. Ganz nah stand noch eine Herde Oryx-Antilopen, die allerdings großen Abstand zu den Pferden hielten und sich nur sehr langsam vor trauten.

Namibias Wildpferde

Pferde können auch in Freiheit leben

Die Weiterfahrt nach Lüderitz war landschaftlich erst langweilig und eintönig, dann trist und karg. An die B4 grenzt zudem das Sperrgebiet, vor dessen Betreten wir von verschiedenen Stellen gewarnt wurden. Angeblich hat die NAMDEB, die namibische Diamanten-Gesellschaft, den Boden mit Sensoren übersäht, mit denen sie erkennen können, ob ein Strauß (=ungefährlich) oder ein Auto oder Mensch (=Gefahr) die Grenze überschreitet. Ob das stimmt, wissen wir nicht, denn wir hatten zu viel Respekt, um es mal auszuprobieren.

Luederitz_08

Kurz vor der Küste sieht man große Flächen mit flachen Dünen auftauchen, die durchsetzt sind mit mondlandschaft-artigen Felsen. Dass Lüderitz nicht allzu viel bietet, wusste ich noch von meinem letzten Besuch, und wir waren schon gegen 14 Uhr am Ortseingang. Daher fuhren wir erst mal auf die Halbinsel und zum dort gelegenen Leuchtturm. 2005 erlebte ich diesen Punkt noch als extrem windig, sogar so windig, dass es mich fast vom Aussichtspunkt Diaz Point geblasen hätte. Heute zeigte sich der Ort von seiner schönen Seite: sonnig, aber kühl. Wir genossen die frische Luft und fuhren noch ein paar Aussichtspunkte an. Am südlichsten Punkt der Halbinsel liegt „Große Bucht“ mit einem laut Lonely Planet „pittoresque“ Schiffswrack. Macht euch selbst ein Bild:

Pittoresque Shipwreck

Pittoresque Shipwreck

Lüderitz Peninsula

Halbinsel vor der Stadt

Dann gings nach Lüderitz rein und auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir fragten im Hansa Haus Guesthouse, da sagten uns aber die Zimmer nicht zu. Das Lüderitz Backpackers war ziemlich verlassen und bot zudem keine Möglichkeit, das Auto im Innenhof abzustellen, da das Tor nicht weit genug aufging. Als letztes fuhren wir zum Kratzplatz, was dann unser Heim wurde. Willi konnte im Innenhof parken, unser Zimmer war riesig, mit Fernseher und Kühlschrank und gegen ein geringes Entgelt gab es noch High Speed WLAN dazu. Den Rest des Nachmittages genossen wir auf der Veranda vor unserem Zimmer und surften im Netz. Ein Luxus, den wir lange entbehren mussten. Gemäß unserer selbstgemachten Tradition gab es noch einen Christstollen (ohne Kerze) zum zweiten Advent.

Am Abend wollten wir uns etwas gönnen und gut Seafood essen gehen. Wir suchten uns ein Restaurant aus dem Lonely Planet und liefen los. Laut Plan hätte Ritzi’s Seafood gleich um die Ecke sein sollen, wir fanden es jedoch nicht, da wir die Karte nicht mitgenommen hatten. Sonntags werden in Lüderitz die Gehsteige gar nicht erst wieder runtergeklappt. Alles hatte zu und außer ein paar Jugendlichen war kein Mensch auf der Straße. Wir liefen um viele Ecken und fast durch alle Straßen des Dorfes und fanden am Ende unsere Wanderung das Bogenfels Restaurant. Hier gab es auch Fisch und das Restaurant war gut besetzt, wir waren also guter Hoffnung. Leider wurden wir enttäuscht. Jörgs Steak war zäh wie Leder und nach dem Prinzip „Masse statt Klasse“ gekocht, mein Seehecht schmeckte nach nichts und ich bekam statt dem gewünschten Reis Pommes. Wenigstens zählt Lüderitz für uns zu den harmlosen Städten und wir hatten keine Sorge, im Dunkeln wieder nach Hause zu laufen.

Das Frühstück am Kratzplatz war einfach, aber sättigend. Wir waren die einzigen Gäste im Frühstücksraum und hatten das Gefühl, total außerhalb der Saison hier zu sein. Es bestätigte aber unseren Eindruck vom gestrigen Abend: in Lüderitz ist einfach tote Hose.

Wir flohen nach Kolmanskop, um etwas zu erleben. In der Geisterstadt wurden vor knapp über hundert Jahren Diamanten gefunden und sie durfte eine kurze Boom-Phase erleben. 1956 war es dann endgültig vorbei und die Stadt wurde der Natur zurückgegeben. Heute ist es ein Museumsdorf und Touristen können versuchen, das Flair der Stadt zu schnuppern. Nach der ca. einstündigen Führung

eine “echte” Lüderitzerin führte uns durch die Häuser

eine “echte” Lüderitzerin führte uns durch die Häuser

liefen wir alleine herum und schauten in das ein oder andere Gebäude und gingen in die Ausstellung über gescheiterte Versuche, Diamanten aus dem Sperrgebiet zu schmuggeln. Der sehr interessante Vormittag endete hier um 13 Uhr, da macht nämlich alles in Kolmanskop zu. Wir malten uns aus, dass dann Schichtende bei den Arbeiten des Sperrgebiets ist und dass man vermeiden will, dass Arbeiter und Touristen dann zusammentreffen. Es gab ja schon die phantasievollsten Versuche, Diamanten aus der Gegend zu schmuggeln.

Kolmanskop

Lebendiges Diamantenstädtchen

Wir fuhren wieder auf die Lüderitz Halbinsel und gingen geocachen. Der Cache war einfach und schnell gehoben. Wir wurden sogar unseren Travelbug los, den wir schon seit 1,5 Jahren mit uns herumfuhren, was natürlich nicht beabsichtigt war, aber irgendwie einfach passiert ist. Er sollte einem guten Zweck dienen und ein Rennen um die meisten zurückgelegten Kilometer gewinnen. Die Kilometer hätte er durch unsere Reise bestimmt zusammen bekommen, aber wir haben ihn zu spät abgesetzt. Es tat uns richtig leid. Den Travelbug, den wir dafür aus dem Cache herausnahmen, versuchen wir so schnell wie möglich wieder abzusetzen, damit wir den Fehler kein zweites Mal begehen.

Am Abend gaben wir Lüderitz und seinen Restaurants eine zweite Chance und gingen wieder die Straßen ab. Diesmal hatte Ritzi offen – hurra! – und wir wurden hier von wirklich leckerem Essen überzeugt. Ich hatte Seezunge, Jörg aß ein Rumpsteak, diesmal beides ein voller Erfolg. Zusammen mit einem Wein versöhnten wir uns mit Lüderitz, waren aber dennoch froh, morgen die Stadt wieder zu verlassen. Es war uns hier irgendwie zu einsam und zu abgelegen für eine Stadt, die in der Landkarte größer geschrieben wird als andere Örtchen in Namibia.

 

 

Category: Namibia
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