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• Samstag, November 21st, 2009

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Am nächsten Morgen war das Gewitter verzogen und das Hippo Pools Community Camp wirkte überhaupt nicht mehr gespenstisch und verlassen, auch das „Büro“ war nun besetzt, um das Übernachtungsgeld einzusammeln. 😉

Blauer Himmel nach dem Sturm

Blauer Himmel nach dem Sturm

Da wir erst spät am Camp angekommen waren, haben wir uns die Ruacana Falls erst am nächsten Tag angeschaut. Wir mussten dazu ein kleines Stück zurückfahren und konnten dann zunächst beim View Point vom Kraftwerk (bei S 17° 23.811’, O 14° 13.291) und dann beim Aussichtspunkt an der Grenze (Parkplatz vor dem Zollgebäude bei S 17° 23.529’, O 14° 13.405’) ein Blick auf den Wasserfall werfen. Oder vielmehr: „hätten werfen können“. Das war ein Ritter von sehr trauriger Gestalt! Hatte hier nicht irgendwer etwas von „Regenzeit“ erzählt? Dagegen waren ja die bei unserem Besuch ausgetrockneten Victoriafälle noch imposant.

Ruacana Falls Ende November

Ruacana Falls Ende November

Immerhin hätten wir beinah noch ein Land abhaken können: Angola war praktisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Beinah Land Nr. 22

Beinah Land Nr. 22

Wir ließen uns nicht desillusionieren: Jetzt erst recht! Auf zu den Epupa Falls! Wenn die Ruacana Falls so aussehen, kann in den letzten Tagen doch nicht allzu viel Regen gefallen sein und die Pisten müssen passierbar sein. Oder? Sicherheitshalber wählten wir doch die „Mädchen“-Strecke: Bis Swartbooisdrift, dann die D3701 südwestlich und an der Gabelung die D3700 wieder nordwestlich hoch. Auch wenn wir über die Befahrbarkeit der direkten Strecke von Swartbooisdrift zu den Epupa Falls, die unmittelbar am Fluss Kunene entlang führt, nichts Gutes gehört hatten (für die etwa 100 km solle man bis zu einen vollen Tag einplanen), so hätte ich sie gerne ausprobiert, doch die Vernunft hatte in Anja einen tatkräftigen Fürsprecher. Wir führen – gefühlt oder real – immer noch ein Rennen gegen die Regenzeit und ich will tatsächlich diese sehr spärlich befahrene Strecke mit nur einem Fahrzeug passieren? Also, wohl eher ein andermal.

Der Weg bis Swarbooisdrift führte uns an der Kunene River Lodge vorbei, hier hätten wir ganz gern schon am 18.11. übernachtet, aber da wir nicht wussten, wie die Straßenverhältnisse sind, wollten wir nichts riskieren. Und das war eine gute Entscheidung, denn auf dieser Strecke muss das Gewitter gestern ordentlich niedergegangen sein. Die Piste war heute noch an manchen Stellen gut matschig und wir hatten viele überschwemmte Abschnitte. Das Wasser stand nie wirklich so hoch, dass die Reifen komplett drin versunken wären, aber ich bin froh, diesen Abschnitt nicht gestern während des Gewitters, vielleicht sogar im Dunkeln, gefahren zu sein; wohl mit ein Grund, weshalb ich mir die direkte weitere Strecke zu den Epupa Falls entlang des Flusses so schnell ausreden ließ… Stattdessen sahen wir entlang der D3701 „Zebraberge“ und wurden auf der Strecke fast seekrank: Hügel rauf, Hügel runter, Hügel rauf, Hügel runter, Hügel rauf, …

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Bei den Epupa Falls campten wir auf dem Omarunga Camp, direkt am Wasser (S 17° 00.102’, O 13° 14.765’). Doch so sehr uns auch der erfrischende Sprung ins kühle Nass gereizt hätte, wir wurden gewarnt: Nicht jeder „Stock“ im Wasser ist auch wirklich ein Stock. Wir sahen zwei Krokodile, die wenig Anstalten machten, sich entsprechend zu tarnen. Dafür – man muss ja stets das Positive sehen – gibt es immerhin keine Hippos. Sieht man von einem Bad in dem Kunene mal ab, ging die größte Gefahr von herunterfallenden Palmennüssen (Makalanis) aus. Die Palmen spendeten zwar Schatten, doch da es sehr windig war, schlug einmal mit ordentlichem „Kawums“ ein ganzer Zweig nahe unserem Tisch auf dem Boden auf – da hätte man nun nicht gerade sitzen wollen.

Willi im Palmenschatten bei Sonnenuntergang

Willi im Palmenschatten bei Sonnenuntergang

Wir meldeten uns noch schnell für eine Himba-Tour am nächsten Morgen an und erkundeten dann die Epupa Falls.

Epupa Falls

Wasserfälle mit viel Wasser

Die Himba-Tour am nächsten Morgen ließ uns noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Unser Reiseführer sagte noch etwas von „unter deutscher Führung“, was das Camp anging, aber das haben wir so nicht vorfinden können. Doch unter den Besuchern war die Mehrheit deutsch. Und als ich hörte, dass ein Vierergrüppchen sich nach dem Weg erkundigte, den wir gestern erst gefahren sind, konnten wir mit Insider-Wissen über die Pisten-Befahrbarkeit weiterhelfen. (Wir fragten allerdings nicht mit welchem Auto sie fuhren und sahen sie wenig später mit einer Art Opel Zafira davon fahren. Ob man damit so einfach durchkommt…) Um neun ging ’s dann los: ins nächste Himba-Dorf.

Anfangs war die Tour so organisiert, dass das nächste Dorf von Epupa aus angefahren wurde. Da ein Dorf pro Besuch etwas Unterstützung bekommt, kam es jedoch zu neidvollen Verstimmungen zwischen den Dörfern, so dass nun alle umliegenden Dörfer reihum besucht werden. Jedes Dorf bekommt einen Sack Mais-Mehl, etwas Milch, Zucker und Salz und „spielt dafür Zoo“. Anders kann man es wohl leider nicht nennen. Wir waren in einer Gruppe mit insgesamt acht Leuten plus Führer und Fahrer; der Fahrer blieb im Wagen, der Führer war Himba und mit Angehörigen des Dorf-Clans verwandt, bleiben acht Fremde, die in das Dorf einfallen. Anja und ich waren von dem teilweise massiv undezenten Verhalten auf der Suche nach einem eindrucksvollen Photomotiv von den anderen sechs regelrecht abgestoßen; es gewährte keinerlei Privatsphäre. Das, was uns auf der Reise so häufig als Betroffene negativ aufgefallen war, stellten wir hier nun erstmal wieder bei anderen fest. Doch die Himbas ließen sich in ihrem Tun nicht beirren und blendeten uns Fremdkörper so gut es ging einfach aus.

Die positive Seite dieser Medaille ist, dass der Ortsbesuch authentisch ist. Was wir zu sehen bekommen ist kein Museumsdorf, sondern ein Dorf, indem die Himbas ihre Tradition leben. Insgesamt war es ein sehr kleines Dorf, bestehend aus wenigen kleinen, runden Lehmhütten, der größeren Hütte des Chiefs und dem angrenzenden Ahnenfeuer sowie dem Kraal für das Vieh in der Mitte des Dorfs. Als wir dort waren, wurde gerade eine Hütte saniert, wie man auf den Bildern sieht.

Himbas

Besuch im Himba-Dorf

Die Himba haben zwar auch den einen oder anderen Vorzug des modernen Lebens erkannt, aber meist gar nicht genügend Geld alle ihre Kinder auf Schulen zu schicken, und so wird häufig ein Teil in die Schulen geschickt, der andere bleibt zu Hause und hält die Tradition am Leben, was den Himba deutlich wichtiger als anderen Volksgruppen in Namibia ist. Viele der Siedlungen sind dort, wo es genügend Futter für die Rinder gibt, und das ist im spärlich besiedelten Kaokoveld meist nicht in der Nähe von Schulen. Also werden die Kinder, die eine Schule besuchen können, meist in Internate geschickt, was die Entfremdung zur eigenen Tradition beschleunigt.

Nach dem Dorf durften wir uns noch einen traditionellen Himba-Friedhof anschauen, dann ging es zurück zum Camp und wir brachen nach einem kühlen Getränk gleich weiter auf gen Süden, wo wir nach ca. 180 km Dirt Road in Opuwo ankamen. Die Fahrt war alles in allem ereignislos; die Strecke war gut befahrbar. Wenn ich da an das „die ziehen die Autos bereits mit Treckern durch die Flüsse“ zurückdenke, so zeigt sich wieder einmal bei unserer Initiative Rückenwind, dass die alte Plattitüde „Seeing is believing!“ garantiert ein Fazit unserer Reise werden wird. Wir werden von anderen häufig gefragt, was das eine Fazit unserer Reise sei. Für uns ist das schwierig, da es so viele Eindrücke sind. Vielleicht ergibt sich erst in einigen Jahren rückblickend ein Resümee, das sich auf ein hochkonzentriertes Destillat zusammenköcheln lässt. Derzeit hat jedes Land seine eigenen Eindrücke und damit hinterlässt jedes einzelne seine eigene Quintessenz. Doch „Seeing is believing!“ wird definitiv dick und fett mit auf unserer abschließenden Reise-Bilanz stehen.

In Opuwo mussten wir ein wenig suchen, um den rechtmäßigen Eigentümer unserer Fracht (dem Schlüssel aus Outjo) zu finden, doch schließlich fanden wir ihn: das Opuwo Country Hotel. Und weil wir die letzten Tage keinen Regen, dafür aber genügend Staub und Dreck hatten, ruhten wir uns heute auf dem angrenzenden Campingplatz (S 18° 02.959’, O 13° 49.947’) ein wenig aus und genossen die Aussicht vom Pool – das Leben kann so schön sein…

Sowas möchte ich auch mal haben, wenn ich groß bin!

Sowas möchte ich auch mal haben, wenn ich groß bin!

 

 

 

Category: Namibia
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