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• Freitag, Oktober 23rd, 2009

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Als wir am Samstag aufbrachen, hatte ich nach dem Frühstück ganz plötzlich Schüttelfrost bekommen und kurz danach Fieber. Unser ursprüngliches Ziel hieß „Senga Bay“ – wir wollten gerne noch einen Tag am Malawisee verbringen und erst dann nach Westen abbiegen und über Lilongwe nach Sambia. Doch auch für diese mit ca. 280 km recht kurze Tagesstrecke fühlte ich mich heute nicht fit. Also fuhr Anja, und ich bekämpfte diese afrikanische Kälte mit langer Jogginghose auf dem Beifahrersitz. Immer wieder haben wir während der Fahrt Fieber gemessen, doch – obwohl ich mich zwischenzeitlich besser fühlte – auf unter 39° C wollte das Fieber einfach nicht sinken. Sollte ich mir doch Bilharziose eingefangen haben? So schnell geht das eigentlich nicht. Plan B war jedenfalls schnell geboren: Wir lassen Senga Bay sprichtwörtlich „links“ liegen und biegen an der T-Kreuzung rechts ab und fahren direkt in die Hauptstadt: Lilongwe.

Dort angekommen fühlte ich mich nun immer schlechter. Anja huschte in eine Apotheke (beim Shoprite in Lilongwe bei S 13° 59.161’, O 33° 46.113’), um ein Mittel gegen Bilharziose zu kaufen und brachte auch gleich noch ein Malariatest mit, den wir schon die ganze Zeit kaufen wollten, weil er in unserem Medikamentenköfferchen noch fehlte. Der Apotheker sagte ihr allerdings, ich solle das Bilharziose-Mittel erst nehmen, wenn ich positiv auf Bilharziose getestet sei. Klasse, nun also auch noch ins nächste Krankenhaus! Dabei wollte ich mittlerweile nur noch schnell ins nächste Bett…

Wir fuhren also zum Central Hospital (S 13° 58.616’, O 33° 47.078’), das halbwegs um die Ecke lag. Irgendwie schien hier lange keiner etwas mit uns anfangen zu können und wir verstanden auch nicht recht, wie hier gearbeitet wird. Anja versuchte, um Aufmerksamkeit zu buhlen und zu erfragen, wo wir denn hin müssten, während ich mittlerweile meine volle Konzentration auf Hinterherlaufen beschränkte. Nachdem wir beim dritten Arzt gelandet waren, verwies uns der wenigstens endlich zum Labor, wo wir zwar richtig waren, aber ohne Überweisung konnte der Laborant nichts tun und wir mussten zu Arzt Nummer vier. Der sah uns kurz an und schätzte die Sachlage wenigstens korrekt ein: ‚Der Junge muss getestet werden!’ … Ich fühlte mich nicht mal stark genug, um mich aufzuregen. Wenigstens hatten wir Edwin, den Laboranten, auf „unsere Seite gewonnen“. Er nahm sich unser an und schien sich für uns verantwortlich zu fühlen. Edwin führte uns nicht nur durchs Krankenhaus, sondern öffnete sicherlich auch manche abkürzende Hintertür für uns.

Der Test war glücklicherweise negativ, aber weil ich mittlerweile knapp über 40° C Fieber hatte, wollten sie mich zur Beobachtung da behalten. Nun ist hohes Fieber für mich nicht selten (ich bekomme zwar selten Fieber, aber wenn, dann häufig bis zu 40° C), aber ich fühle mich meist nur matt und nicht so schlecht wie nun, zudem sind in Afrika nicht nur die Insekten und Spinnen etwas größer als bei uns, auch die Krankheiten können fieser sein. Einem Krankenhausaufenthalt in Malawi konnte zwar selbst ich Optimist nur sehr bedingt etwas Positives abgewinnen, aber vor diesem Hintergrund war es mir doch lieber in der Nähe von medizinisch geschultem Personal zu sein.

[Anja:] An den Zimmern merkte man dann doch, dass man in Malawi und nicht in Europa ist. Naja, so viel Erfahrung mit ausländischen Krankenhäusern hatten wir bisher zum Glück noch nicht. Jedenfalls herrschten da echt Zustände. Zunächst wurden wir auf die kostenfreie Station gebracht. In den Zimmern lagen ca. 6 Männer plus mindestens 1 Frau als Anhang. Zusätzlich war der ganze Balkon voll. Wie man sich hier erholen kann, war mir schleierhaft. Also schaute ich mir die Bezahl-Station an und die war schöner. Zimmer mit Vorhängen um die Betten und für uns wurde extra ein leeres Zimmer belegt. Hier konnte ich mir dann auch ein eigenes Bett nehmen, Decken gabs dazu. Essen gabs jedoch keins, aber unser Kühlschrank gab noch genug her und wir hatten wirklich unsere Ruhe. Ich fands nicht so schlimm.

Anja wich die ganze Zeit nicht von meiner Seite, worüber ich natürlich sehr dankbar war. Wahrscheinlich im Fieberwahn bat ich sie jedes Mal aufs Neue, wenn mir Blut abgenommen wurde oder eine Kanüle gelegt wurde, dass sie ja drauf achten soll, dass die Nadel auch aus einer sterilen Verpackung kommt. Musste dies auch ausgerechnet in Malawi passieren? Allerdings tue ich dem Land und vor allem dem Krankenhaus und seinem Personal damit unrecht: Sicherlich ist es immer noch eins der ärmsten Länder der Welt und hat eins der geringsten Bruttoinlandsprodukte*), aber ich hatte den Eindruck, dass mir kompetent und sicherlich fürsorglicher geholfen wurde als in manchem deutschen Krankhaus. Gerade Edwin, aber auch mein Arzt „Nummer Vier“ besuchten uns regelmäßig und mehrmals täglich auf dem Zimmer, fragten wie es uns geht und ob sie etwas für uns tun könnten. Dennoch ist es wohl auch jedem verständlich, dass ich zu dem Zeitpunkt lieber in einem deutschen Krankhaus gelegen hätte als in Malawi.

Den folgenden Tag hatte ich mehr oder weniger durchgeschlafen. Das Fieber ist gesunken und ich habe mich da eigentlich schon wieder gesund, wenn auch matt gefühlt. Heute am Freitag soll ich nun endgültig entlassen werden. Das hat zwar etwas gedauert – während man in Deutschland manches Mal den Eindruck gewinnt, Krankenhausbetten scheinen am besten wiederbelegt zu werden, solange sie noch warm sind –, hat man auch diesbezüglich Zeit in Afrika, aber schließlich kam die Visite, die notwendigen Medikamente wurden von den Schwestern gebracht, das Krankenhaus hatte uns endlich auch noch eine Rechnung ausstellen können und der treue Edwin schaute nach seiner Mittagspause auch nochmals vorbei. Nun aber nichts wie weg hier…

*) Das hatte mich genauer interessiert und ich habe kurz recherchiert, aber man findet doch sehr unterschiedliche Angaben: Das BIP je Einwohner scheint irgendwo zwischen 160 und 750 USD zu liegen (natürlich per annum) und rangiert damit irgendwo zwischen Platz 210 und 230 weltweit. (Für die Statistiker unter uns: Das BIP Malawis selbst rangiert übrigens in den 140ern weltweit.)

 

 

Category: Malawi
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