Archive for ◊ Januar, 2010 ◊

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• Sonntag, Januar 31st, 2010

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Statt Artikel gibt es heute etwas Besonderes: unser Lesotho Tagebuch in Video-Form.

Ein Must-See!

Warnung: das Video dauert ca. 10 Minuten und ist ca. 30MB groß. Es braucht entsprechend Zeit zum Laden, aber es lohnt sich! Und nicht vergessen, den Ton anzumachen!

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Das war unser Höhenprofil auf der Fahrt:

20100130-Hoehenprofil-Lesotho

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• Samstag, Januar 30th, 2010

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Die nächsten beiden Tage verbrachten wir hauptsächlich abwechselnd vor dem Computer. Wir verordneten uns je 2 Stunden Arbeitszeit im Wechsel und so kamen am Ende der zwei Tage 10 Blog-Artikel heraus. Wir waren stolz auf uns.

Demjenigen, der nicht arbeitet, wurde nicht langweilig. Während einer am Computer saß, wurschtelte der andere am Auto herum, las, schlief, schwang sich aufs Fahrrad im Fitnessraum oder ging in den Spa. Gut, im Spa und im Fitnessraum war nur ich. Im Spa ließ ich mich 1,5h mit Gesichts- und Nackenmassagen verwöhnen.

Natürlich genossen wir in der Suite wieder das Blubberbad, den Kamin und die Heizdecke, sowie das leckere Essen im Restaurant. Uns gings richtig gut in den zwei Tagen.

Nach 3 Nächten war aber wieder weiterfahren angesagt. Die Reise sollte durch Lesotho gehen, Richtung Durban über den Sani Pass. Die Route berechneten wir über zwei verschiedene Karten und bekamen zwei stark voneinander abweichende Ergebnisse. Tracks for Africa schlug ca. 12h von Ladybrand nach Underberg vor, Garmin sprach von ca. 8 Stunden. Ich wollte Garmin glauben 🙂

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• Mittwoch, Januar 27th, 2010

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Es regnete immer wieder und auch auf unserem Weg Richtung Swaziland wurde es nur unmerklich besser. Die Grenze zu dem kleinen Land war nicht weit weg und die Grenzformalitäten waren einfach und schnell erledigt. Nach etwa 20 Minuten waren wir durch und in Land 23 auf unserer Reise angekommen. Noch 80 Kilometer und wir sind am Ziel 🙂

Der Mlilwane National Park, bzw. Wildlife Sanctuary, ist für uns mit der Wildcard auch kostenlos. Wir wollten dort im Backpackers campen, hatten aber Schwierigkeiten, den Weg dorthin zu finden. Wir beobachteten von der Rezeption des Mlilwane Main Camps aus einen Minibus, der einen eigentümlichen Weg durch das Camp fuhr und fanden bei dieser Gelegenheit auch gleich die Schilder Richtung Backpackers Als wir dort angekommen waren, hieß es, mit einem Auto zu campen geht nicht, also fuhren wir zurück ins Main Camp und suchten uns dort ein Plätzchen im Schatten. Jörgs Bewegungsdrang trieb ihn zu einer self guided Walking Safari, die der er an die vorhandenen Tiere sehr nah heran kam. Mein Nachmittagsprogramm bestand mehr aus einem ausgedehnten Mittagsschlaf. Aufstehen vor 6 Uhr ist nicht meins.

[Jörg:] Ich war expeditionsreif ausgerüstet (Wasser, Sonnencreme, Karte und Kompass (nicht dass ich letzteren gebraucht hätte), Tierbestimmungsbuch und Fernglas für mich sowie Kamera für Anja), doch mein Erkundungsdrang wurde von einem Ranger leider auf ein absolutes Minimum gestutzt. Es war mittlerweile kurz vor 16 Uhr und all die längeren Spaziergänge redete er mir aus. Er meinte, jeder sollte bis um 17 Uhr (spätestens 17:30 h) zurück im Camp sein, weil am frühen Abend die Nilpferde langsam aus dem Wasser an Land kommen. Oookay! Das für sich ist schon ein sehr überzeugendes Argument, umso stärker ist seine Überzeugungskraft, wenn man alleine unterwegs ist. (Alleine) Spazierengehen ist hier kein Problem, weil der Park (außer Nilpferden) keine für Menschen gefährlichen Tiere enthält. Ich drehte also nur eine kleine Runde; eigentlich nur für eine Stunde gedacht, schaffte ich es doch, sie auf fast zwei auszudehnen.

An mehreren Stellen kam man einer gemischten Herde Zebras, Impalas und Gnus bis auf vielleicht 10 m heran. Der Pfad führte innerhalb des Waldes am Waldrand entlang und der Wind stand günstig und wehte mir von der offenen Fläche ins Gesicht. Ich ließ mich auf einem Baumstamm nieder und beobachte die Tiere. Später trotteten auch noch Blessböcke vorbei. Diese Antilopenart war neu für uns, hatten wir sie doch noch in keinem unserer bisher besuchten Parks gesehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie anders die Tiere auf einen wirken, wenn man sie nicht aus dem Wagen heraus beobachtet. Zebras hatten wir nun wirklich schon genügend gesehen, aber ohne Auto drum herum und nur ein paar Meter entfernt, hat man noch eher das „Mittendrin-statt-nur-dabei“-Gefühl. Und wenn Gnus aus dem Wagen betrachtet für uns nur unter „ferner liefen“ zu zählen sind, bekommt man durchaus Respekt, wenn sie einen aus zehn Metern fixieren und dabei bedrohlich anschnauben. (Auch wenn sie vor mir weggelaufen wären, wenn ich nun schreiend und winkend auf sie zugelaufen wäre.)

An unserem Campingplatz grasten zudem Nyalas und Warzenschweine direkt um uns und unseren Willi herum. Da es in dem Park keine natürlichen Feinde gibt und die Tiere (leider) an Menschen gewöhnt sind, haben sie jede Scheu abgelegt. Die Nyalas lassen sich sogar streicheln.

Mlilwane

Swazilands Mini Park

Am Abend gönnten wir uns ein großes Mahl am Buffet mit geröstetem Impala, traditionellem Maisbrei und anderen Leckereien. Nach dem Essen sollte ursprünglich noch ein traditioneller Tanz stattfinden, den wir uns gerne angeschaut hätten. Als uns das angekündigt wurde, regnete es leicht, aber wir warteten alle noch, weil die große Gruppe aus Dänemark noch nicht mit dem Essen fertig war. Der Regen wurde immer stärker. Als wir da so saßen und in den Regen hinausschauten, fiel mir plötzlich ein, dass ich das Zelt nicht ganz zu gemacht hatte und so zwang ich mich in den Regen hinaus. Unser Bett bekam vom Wasser kaum etwas ab, ich dafür umso mehr. Ich war komplett durchnässt, als ich wieder am Restaurant ankam, um dann zu erfahren, dass der Tanz nicht mehr stattfindet. Shit happens! Ich hatte vom Auto gleich unsere Zahnbürsten mitgebracht, um ein weiteres hin und her zu verhindern, aber bis wir wieder zurück waren, waren wir beide nass und der Regen hatte die Wege in schlammige Sturzbäche verwandelt.

Die Nacht war unruhig. Es gewitterte und regnete unterschiedlich stark, aber konstant. Die Rücksichtslosigkeit anderer Camper bei der lauten Rückkehr ins Camp hielt mich mitten in der Nacht noch etwa 2 Stunden wach. Kurz bevor der Wecker klingelte, schlief ich ein – wie das immer so ist – und war hinterher ziemlich gerädert. Wir ließen das Frühstück ausfallen, da wir froh waren, dass wir gestern alles rechtzeitig eingepackt hatten und es noch trocken war. Nach einer kurzen Pause fing es schon wieder an zu regnen.

An der Grenze Richtung Südafrika war viel Verkehr, Lastwagen blockierten den Weg. Besonders wendig ist unser Wagen ja nicht, aber wir schafften es trotzdem, an den LKWs vorbei zu kommen. 5 Minuten später hatten wir die notwendigen Stempel im Pass und konnten Richtung Ausgang fahren. Doch so schnell die Prozedur vorher ging, hier mussten wir warten. Die Zöllner wollten unser Auto inspizieren. Wie sich herausstellte, waren die Beamten nicht am Inhalt interessiert, sondern daran, wo das Auto herkommt, wie wir hergekommen waren und eigentlich konnten sie es auch gar nicht fassen, was für eine Reise wir hinter uns haben. Wir können es manchmal auch kaum glauben 😉

Unser nächster Stopp war Ermelo, wo wir endlich bei Mugg & Bean frühstücken konnten. Das Frühstück war lecker und hatte unsere leeren Energiereserven aufgetankt. Noch kurz einkaufen und schon fuhren wir wieder. Immer wieder regnete es und unser ursprüngliches Vorhaben, im Glen Reenen Camp zu übernachten, schien immer unwahrscheinlicher zu werden. Als wir den Golden Gate NP erreichten, regnete es immer noch, aber dafür weniger. Der Glen Reenen Campingplatz war bis auf ein Wohnmobil leer. Wir wollten nicht im Matsch sitzen und darauf warten, dass der Regen wieder anfängt. Ein kurzer Anruf bei den Cranberry Cottages und schon war die Entscheidung gefällt. Wir fuhren weiter. Während wir das Panorama auf einer der schönsten Strecken Südafrikas bewunderten, klarte der Himmel auf und die Sonne schien. Camping wäre wohl doch drin gewesen. Aber jetzt drehten wir nicht mehr um.

In Ladybrand erwartete man uns freudestrahlend und führte uns in die Cottage. Die Honeymoon Suite war heute noch belegt und erst morgen für uns frei. Die Cottage war aber mindestens genauso schön. Ausgestattet mit allem was man sich wünscht und einer kleinen Küchenzeile, wo wir uns erst mal Spaghetti und Milchreis kochten.

 

 

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• Dienstag, Januar 26th, 2010

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Mit einem vollen Kühlschrank kamen wir gegen 14 Uhr im größten Camp des Krügers an, Skukuza, und genossen es, durch die Wild Card, keine zeitliche Einschränkung zu haben, wann wir wieder raus müssen und nur für die Übernachtung in den Camps, aber nicht nochmals separat für die Tage im Park zahlen zu müssen. Wir beschlossen vier Tage im Park zu bleiben. Wir versuchten Übernachtung im Lower Sabie zu reservieren, doch man sagte uns, dass alle Campingplätze dieses Camps übers Wochenende gebucht seien. Lower Sabie ist – wie die anderen südlichen Camps – noch in Schlagdistanz von Johannesburg und Pretoria, so dass die Plätze im Sommer übers Wochenende manchmal mehr als nur „gut besucht“ sind. Wir fuhren somit gleich weiter in den Norden und machten uns auf zum Satara Camp.

Kruger NP - Day 1

Tag 1 im Krüger

Auf dem Weg dorthin nahm uns der Krüger gleich in seinen Bann: An einem Wasserloch sahen wir einen Elefantenbullen und ein Breitmaulnashorn sich um die Hoheit am Wasserloch zu streiten. Als wir kamen, standen schon einige Autos da und das Nashorn war auch schon dort, wahrscheinlich hatte es also schon ausgiebig getrunken; wir kamen mit dem Elefantenbullen, der noch durstig war und das „Duell“ (wahrscheinlich deshalb) gewann. Doch, um das gleich vorweg zu nehmen, solche Sichtungen waren eher die Ausnahme. Der Krüger Nationalpark ist für seine Löwensichtungs-Quasigarantie bekannt, doch wir haben in vier Tagen nicht einen Löwen gesehen und der „Gefleckte“ versteckt sich auch wieder vor uns, aber das kennen wir ja schon.

Angriff

Angriff

Rückzug

Rückzug

Weil wir auf der Suche nach unserem Internet-Stick so früh aufstehen mussten, nahmen wir uns vor, am nächsten Morgen auszuschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück setzen wir uns ins Auto uns erkundeten die Gegend um Satara. Wir fuhren lange, sahen aber relativ wenige Tiere. Kein Wunder, wir waren ja auch zur größten Hitze unterwegs. Den „geplanten Fehler“ wiederholten wir am nächsten Morgen nicht, ganz im Gegenteil: Wir ließen uns zu Fuß durch den Busch führen und buchten einen Morning Walk, der um 4:15 Uhr begann. Dafür mussten wir schon um 3:45 Uhr aufstehen. (Sic!) In der „guten alten Zeit“ wären zu dieser Zeit noch nicht im Bett gewesen, aber für so was lohnt es sich, früh schlafen zu gehen. Wir bereiteten unser Beer-and-Beef-Potjie (bisher noch unser Lieblingspotjie) früh zu und schliefen schon um 21:30 Uhr.

Kruger NP - Day 2

Tag 2 im Krüger

Der Morning Walk war wie im South Luangwa eine ganz intensive Erfahrung. Wir sahen nicht viele Tiere, aber dafür ist man mittendrin und fühlt, riecht, hört alles weitaus stärker. Nach zwei Tagen Aufenthalt im Satara Camp, wo wir auch Franks Borgward sahen, colles Gefährt!, Frank trafen wir selber leider nicht, doch wir hinterließen ihm unsere Karte und hatten danach SMS-Kontakt,  fuhren wir am Sonntag, unserem dritten Tag im Krüger, zum Lower Sabie Camp.

Borgward, genau das richtige für Afrika

Borgward, genau das richtige für Afrika

Unsere Vermutung erwies sich als richtig: Als wir Sonntagnachmittag ankamen, waren mehr als die Hälfte aller Stellplätze frei. Wir buchten für den Abend noch einen Sunset Drive. Unser Guide, Driver & Spotter, Jan, war exzellent. Er konnte uns unheimlich viel über die Tier- und Planzenwelt des Krügers nahe bringen, doch auch er konnte leider keine Löwen und Leoparden aus dem Hut zaubern. Die anderen der Big Five, Nashorn, Büffel und Elefant, haben wir Zuhauf gesehen, doch die beiden Katzenarten blieben nach wie vor sehnsüchtigst erwartet.

Kruger NP - Day 3

Tag 3 im Krüger

Den nächsten Morgen sind wir erneut früh losgefahren. Sehr früh, denn ausschlafen können wir auch, wenn wir nicht gerade in ’nem Nationalpark sind. Wir versuchten uns mal wieder in einem „self-guided morning drive“. Um fünf Uhr klingelte der Wecker, wir waren schon ca. 20 Minuten früher wach, denn dann fing es an zu regnen. Stühle und Tisch wurden nass eingepackt, wir wollten nicht eine Runde drehen und sie wieder sonnengetrocknet einladen. Vom Lower Sabie Camp hatten wir eine schöne Fahrt zum Crocodile Bridge Camp, am südlichen Rand des Parks. Wir tankten Willi mit Diesel und uns mit Kaffee auf und sind dann auf der S25 zum Berg-en-Dal Camp gefahren. Ein Ranger am Crocodile Bridge Camp hatte uns den Tipp gegeben, dass auf dieser Route alle Big Five zu sehen sind, aber er kannte uns Verfluchte leider nicht…

Kruger NP - Day 4

Tag 4 im Krüger

Im Berg-en-Dal angekommen, haben wir erst mal Wäsche gewaschen. Ja, auch das ist wohl eher ein Task, für den man nicht unbedingt in einem Nationalpark sein müsste, aber so langsam liefen die Tiere vor uns davon, wenn wir das Fenster runterkurbelten… Wer im Park ist, nutzt meist jeder Minute außerhalb der Camps beim Game Viewing – wir bisher eingeschlossen – doch haben wir heute erst realisiert, was für vorteilhafte Campingplätze die Camps im Park sind. 150 Rand sind nicht zu viel, vor allem, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt: Heiße Duschen, Strom, (mobile) Braai-Plätze sowie Waschmaschine und Trockner! Deshalb war heute Waschtag angesagt, auch wenn wir die Zeit mit Game Spotting hätten verbringen können. Dank der Wild Card zahlen wir keinen Parkeintritt und so meinte ich sogar zu Anja, dass wir zukünftig, um Wäsche zu waschen, immer einen Nationalpark anfahren sollten. Dann schmeißen wir in einem der Camps, die Wäsche in die Waschmaschine, fahren auf einen Game Drive, kommen zurück, stecken die Wäsche noch schnell in den Trockner und fahren weiter. Das Ganze ist mit 5 Rand (etwa 0,50€) für die Wäsche und 2 Rand (etwa 0,20€) für den Trockner nicht wesentlich teurer als sonstige Reinigungen (sogar günstiger als in allen Backpackers Places, in denen wir bisher Wäsche gewaschen haben).

[Anja:] Am späten Nachmittag holten wir die Wäsche ab und verbanden den Spaziergang mit einem Kaffee-und-Kuchen-Besuch im Restaurant. Gleich nach unserer Rückkehr am Auto begannen wir das Abendessen vorzubereiten. Wir schnippelten Lauch, Zwiebeln, Möhren, bereiteten Folienkartoffeln vor und holten Grillfleisch heraus. Wir wollten eigentlich mit dem Essen fertig sein, wenn um 19 Uhr ein Film im Hauptgebäude gezeigt wird. Aber daraus wurde leider nichts. Irgendwie dauerten die Kohlen und das Gemüse länger und wir gaben den Plan auf. Das Fleisch war nicht besonders, so dass wir uns mehr aufs Gemüse konzentrierten, das mir sehr gut gelungen ist. Nach dem leckeren Essen gingen wir noch zur Bar und gönnten uns flüssigen Moskito-Schutz (Gin Tonic).

Der heutige Morgen begann mit Regen und damit mit der Aussicht, wahrscheinlich keine Tiere auf unserer Pirschfahrt zu sehen. Wir standen trotzdem um 5 Uhr auf und fuhren um 6 Uhr los. Der Tierreichtum im Krüger zeigte sich uns heute nur von seiner Vogelseite. Wir sahen einige Vögel, dafür aber nicht einmal Elefanten, Büffel und auch sonst keine großen Tiere. Selbst Impalas und Zebras zu sehen, war schwierig. Immerhin lagen uns zwei Hyänen im Weg. Wir machten beim Afsaal Picknickplatz eine Frühstückspause, hörten uns bei Rangern um und fuhren dann mit offenen Augen auf den Weg zum Ausgang. Einer der Ranger hatte auf dem Weg vor einer halben Stunde Spitzmaulnashörner gesehen, nach denen wir nun suchten, doch wir fanden diese auch nicht – in dubio pro reo: Wahrscheinlich waren sie mittlerweile auch schon weg.

Kruger NP - Day 5

Tag 5 im Krüger

Abschließend noch eine mehr oder weniger vollständige Liste der Tiere, die wir im Park gesehen und identifiziert haben: Afrikanischer Elefant, Baumhörnchen, Breitmaulnashorn, Büffel, Burchells Zebra, Buschbock, Giraffe, Hyäne, Impala, Krokodil, Kronenducker, Kudu, Nilpferd, Schabrackenschakal, Steinbock, Strauchhase, Streifengnu, Tschakma Pavian, Warzenschwein, Wasserbock, Leopardenschildkröte und Wasserschildkröte.

 

 

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• Freitag, Januar 22nd, 2010

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Wir brachen zwar nicht zu spät von Harald auf, doch verließen wir Joburg auch nicht allzu früh. Grund dafür: Wir gönnten uns noch ein ausgiebiges Frühstück bei „Nino’s“. Als wir dann aber erstmal auf dem Weg waren, hielt uns nichts mehr auf und das Wetter lud auch wirklich nicht zum Verweilen ein. Seit wir uns von Steffen und Ema trennten, hatten wir jeden Tag Regen. Heute fing es gleich mittags nach Joburg an und wollte immer nur kurz aufhören. Als wir wieder über 1’600 m waren, erreichten wir die Wolkendecke und Nebel hüllte uns ein. Wir quartierten uns in Graskop im Valley View Backpackers ein, einem idealen Ausgangspunkt, um am nächsten Tag den Blyde River Canyon zu erfahren.

Wir wollten nicht alle Sight Seeing Points anfahren, aber hatten viele auf unserer Liste: „Lisbon Falls“, „Berlyn Falls“, „The Three Rondavels“, „The Pot Holes“, „God’s Window“ und „The Pinnacle“ standen dort vermerkt. Neben dem Sight Seeing konnten wir hier auch endlich einige unserer noch offenen Mitbringsel abhaken und bei den ‚drei Rundhütten’ trafen wir endlich auch mal wieder andere Overland-Traveller, Sandra und Harm aus den Niederlanden. Auch trafen wir auf eine Busladung lauter Italiener – glücklicherweise trafen wir diese hier und nicht im Krüger, mit ihrer Lautstärke hätten sie alles Wild vertrieben – deren Nähe wir im Folgenden mehr schlecht als recht vermieden.

Blyde River Canyon

26 Kilometer langes Naturwunder

Wir hatten uns für diesen Tag keine weite Strecke vorgenommen; wir wollten noch außerhalb des Krügers campieren und so landeten wir in Hazyview. Wir bestellten Grüße von Sabine und Klaus bei seiner Tante im Böhms Zeederberg Country House, doch dabei blieb es dann leider auch, weil die Lodge leider doch unseren Preisrahmen sprengte. Wir übernachteten statt dessen auf der Campsite der Gecko Bush Packers. Wir bereiteten uns gerade einen schönen Potjie vor als wir das Unglück bemerkten: wir vermissen unseren Internet-Stick. Heute früh haben wir ihn noch im Valley View genutzt, doch nun war er nicht mehr auffindbar. Mit allen Taschenlampen und sonstigen Lichtquellen, die wir zur Hand hatten, durchfluteten wir unseren Willi mit Licht, doch er blieb verschollen. Am nächsten Morgen standen wir mit der Sonne um kurz nach fünf Uhr auf und fuhren wieder zurück nach Graskop und zum Blyde River Canyon. Wir hatten evtl. Glück an zwei Orten: entweder im Valley View BP, dort hatten wir zwar schon angerufen und man sagte uns, dass unser weißer MTC-Stick auch dort keinem aufgefallen ist, aber wir wollten es dennoch nicht unversucht lassen und uns selbst überzeugen, oder bei den Pot Holes. Hier hatten wir uns gestern noch ein paar Brote geschmiert und ich hatte im Anschluss den Müll weggeworfen. Vielleicht war da ja mehr als nur Müll drin… Wir wollten jedenfalls vor der Müllabfuhr dort sein und fuhren entsprechend früh los. Wir kamen vor der eigentlichen Öffnung dieser Stätte an, doch ließ man uns passieren, glücklicherweise ohne dass wir erneut zahlen mussten. Wir fanden auch unseren Müll wieder, doch fehlte die Plastiktüte, in die der Müll eingepackt war… Auch der Stick war nicht aufzufinden.

Bis heute wissen wir nicht, wo der Stick gelandet ist. Haben wir ihn mit der Mülltüte weggeworfen und ein anderer hat ihn gesehen und mit der Tüte mitgenommen oder ist der Stick woanders einfach unglücklich beim Ein- oder Aussteigen aus dem Wagen gefallen. Wir wissen es nicht. Wir gönnten uns noch Pfannkuchen zum Frühstück im Valley View und fuhren dann zurück nach Hazyview, um dort noch ein letztes Mal vor dem Krüger Nationalpark einzukaufen und aufzutanken.

 

 

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• Mittwoch, Januar 20th, 2010

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Das Abenteuer Johannesburg ließen wir nicht aus, auch wenn man uns von verschiedenen Seiten von der Stadt abgeraten hat. Gefährlich, langweilig, reinstes Verkehrschaos waren die Attribute, die die Stadt auszeichnen sollten. Wir können zu allen dreien mal wieder sagen: „So ’n Quatsch!“ Zumindest für uns galt keines davon, uns hat die Zeit in Jo’burg viel Spaß gemacht.

eGoli, ist übrigens eine andere Bezeichnung für Johannesburg und bedeutet übersetzt in etwa „Stadt des Goldes“. Das Wort kommt aus der Sprache der Zulus.

Wir hatten uns ja extra am Abend vor der Fahrt in die Metropole strategisch günstig platziert, sodass wir egal wie der Verkehr auch sein wird, nicht im Dunkeln ankommen müssen – immer wieder die Tipps im Hinterkopf „immer Abstand zum Vordermann lassen, damit man nicht eingekeilt und ausgeraubt werden kann“, „immer die Türen geschlossen halten“. Alles in allem waren wir sehr verunsichert, als wir nach Johannesburg hinein fuhren und durften uns gleich eines besseren belehren lassen.

Die Rush Hour gabs Samstagmorgen nicht, was vielleicht an der Zeit gelegen haben kann, zu der wir aufbrachen: 11 Uhr. Das Navi sagte eine Zeit von 2 Stunden für die ca. 160 Kilometer voraus, die wir leider auf 3 Stunden ausweiten mussten. Kleine Erklärung: ich fuhr – ja, ja, jetzt kommen die Kommentare wie „Frau am Steuer“… – und ließ mich von unserem Garmin ganz schön in die Irre führen. Das Kartenmaterial von Garmin und Tracks4Africa für die Region Gauteng können nicht miteinander. Ständig berechnete er neu und ich fuhr falsch ab, auch weil die Anzeige nicht genau genug war. Nach fast 3 Stunden kamen wir nahe beim Flughafen im Stadtteil Kempton Park raus und zwar in einer Gegend, die schön grün und mit ein paar Pferdehöfen besetzt war. Und hier sollten nun Zelda und Ericus wohnen? Nein, die Straßennamen stimmten nicht mit den genannten überein. Bei der Gelegenheit mussten wir entdecken, dass ich die Koordinaten für den Wegpunkt falsch eingegeben hatte und wir 6 Kilometer vom Ziel entfernt waren. Dann aber schafften wir es und erreichten die vier sehnsüchtig auf uns Wartenden.

[Jörg:] So ganz unschuldig an der Verzögerung bin ich allerdings auch nicht. Wir hatten in Parys extra nach einem Late Check-Out gefragt, weil ich mich heute Morgen ein wenig „malad“ gefühlt habe. Die Fahrt verlief recht unspektakulär, außer dass wir in Joburg vom Verkehr erschlagen worden, wahrscheinlich war nicht einmal viel Verkehr, heute am Samstag, aber es zählt ja eh nur das „gefühlte“ Verkehrsaufkommen und das war für uns größer als es hätte sein müssen. Na, und unspektakulär davon abgesehen, dass ich mal wieder Fieber bekommen hatte.

Ich hing auch nachmittags noch ein wenig durch und so fuhren Ericus und Ivan uns noch schnell zu einem Doc – um sicher zu gehen, wollten wir Malaria ausschließen. Wir hatten schon ein Selbstdiagnose-Kit bei ihnen zu Hause ausprobiert, doch wir merkten leider erst nach dem Piekser, dass das Kit nicht mehr vollständig war. Der Bluttest in der Walk-In-Clinic ergab: keine Malaria. Sehr schön! Der andere Test zeigte jedoch den alten Bekannten, der uns schon in Ungarn, der Türkei, Jordanien, Ägypten und Äthiopien beschäftigte. Und ich dachte, das hätte nun erstmal Ruhe bis zur Heimkehr. Mit den richtigen Antibiotika und einer Mütze Schlaf war das Problemchen doch schnell im Griff und so konnten wir uns abends noch lang beim Grillen über unsere Reiseerfahrungen austauschen.

Am nächsten Morgen hatten wir einen lazy start: nach dem späten Frühstück war erst mal wieder faulenzen angesagt, und danach gab ’s auch schon wieder Essen. Die Vier führten uns aus zum Restaurant des Bowling Clubs am Zoo, den Studenten hier – nicht nur freitags nach den Vorlesungen – auch besser als „Library“ bekannt. 😉 Zurück zu Hause gabs dann „American Idol“. Wir hatten ewig kein TV-Programm mehr und mit ’nem Sudoku in der Hand ist, sind diese kleinen Minutendramen der potentiellen Superstars dann gar nicht mehr so schlimm – sieht man mal vom Fremdschämen ab.]

Am Montag hieß es schon wieder Abschied nehmen von Ericus und Zelda. Wir aßen noch gemütlich Frühstück mit den beiden bis Ericus los musste, seinem Auto neue Reifen zu verpassen. Eine halbe Stunde später konnten wir uns von Zelda lösen, die noch zwei Abschiedsbilder schoss. Ein kurzer, aber sehr schöner Besuch bei der Familie, die wir in Jordanien zum ersten Mal getroffen hatten.

Joburg_Ericus_Zelda2

Unser nächster Besuch führt uns nach Sandton, ein eher gehobenes Stadtviertel. Da Harald bis 17 Uhr arbeitet, hatten wir noch viel Zeit, um uns ein Museum anzuschauen. Bei mir kam Freude auf, bei der Vorstellung ein Museum zur Entstehung der Menschheit anzusehen. Gääääähhhn! Aber ich wurde eines besseren belehrt. Das „Cradle of Humankind“ ist ein sehr modern gestaltetes Museum für alle Altersklassen. Man kann warten bis eine Führung startet, die einen aber nur bis zum Eingang begleitet und anfangs ein wenig Hilfestellung bietet, damit man das Museum und den vorgesehenen Weg dadurch versteht. Man braucht die Führung eigentlich nicht.

Es beginnt mit einer Halle, in der man auf einigen Tafeln etwas über Darwin und sein Leben und seine Theorien erfahren kann. Danach wird man auf eine Bootstour geschickt, die einen von der Gegenwart zum Urknall führt (am Anfang ist es normal temperiert, dann kommt man durch eine vereisten Tunnel in eine windige und eine heiße Ecke). Hat man den Urknall erlebt, „spielt“ man sich durch einen langen Gang. Man kann an einem Tisch über Telefone ausgestorbene Tiere anrufen, an einem anderen muss man Bilder der Entstehungsgeschichte von Pflanzen oder Tieren sortieren, dann darf man Ratespiele mitmachen und neben all dem gibt es noch unzählige Tafeln mit Texten, Bildern, Videos. Alles beschreibt verschiedene Aspekte des Menschen. Auffällig ist die raffinierte Gestaltung der Themen, was dabei aber stört, ist dass es in diesem Museum an keiner Stelle ruhig ist. Überall dröhnt einen Musik an, spricht jemand in einem Video, hört man kleine Animationen (siehe Scherenbild). Trotz allem war es sehr interessant und selbst ich Museums-Muffel war gewillt hier noch länger zu bleiben. Aber die Zeit wurde doch auf einmal knapp. Wenn wir durch den Verkehr kommen wollten, mussten wir jetzt los.

[Album Cradle of Humankind – muss noch hochgeladen werden]

[Jörg:] Haralds und Tanias Haus fanden wir dann zur Abwechslung gleich auf Anhieb. Quasi mit uns, kam auch sein Bruder und dessen Freundin an, so dass die Bude gleich rappelvoll war. Doch die konnten nicht lange bleiben und so haben wir den Abend dann noch ruhig beim Vietnamesen Haralds Vertrauens ausklingen lassen.

Zur Einstimmung auf unser morgiges Ziel, das Apartheid Museum – nicht schon wieder ein Museum! – schauten wir noch Invictus, den aktuellen Film über Nelson Mandela und wie er durch die Rugby Weltmeisterschaft versucht das Volk zu einen. Uns hat der Film sehr gut gefallen, aber wir vermissten ein wenig das „Mandela“-Gefühl. Er wird im Film ein bisschen zu wenig charismatisch dargestellt.

[Jörg:] Wir hatten den nächsten Morgen zunächst im Nino’s gefrühstückt. Ich hatte Hunger und habe mir zu dem Ei-Bagel noch Oats (Porridge) bestellt. Dachte, das sind zwei kleine Portionen, doch da habe ich mich ganz schön geirrt und auch wenn wir das Frühstück extra in die Länge zogen, ich musste das Besteck strecken.

Jetzt zum Apartheid Museum. Es wurde uns genauso warm empfohlen wie das „Cradle of Humankind“, und wir waren gespannt, die Messlatte war ja hoch gesetzt. In Kapstadt waren wir schon im District 6 Museum und erwarteten zunächst etwa dasselbe. Doch weit gefehlt. Auch hier hat sich ein Museums Architekt große Mühe gegeben und ein fantastisches Ergebnis erzielt. Leider darf man drinnen keine Fotos machen, sodass ich für weitere Informationen nur das WWW und die museumseigene Website empfehlen kann: http://www.apartheidmuseum.org

Trotzdem wollen wir kurz beschreiben, wie wir den Besuch des Museums erlebt haben. Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, bekamen wir einen Zutrittspass, auf dem man entweder als Weißer (White/European) oder Nicht-Weißer (Non-White/-European). Ich war weiß und musste daher einen anderen Eingang benutzen als Jörg. Das stimmte einen schon mal ganz gut ein. Im Grunde sieht man trotz der Trennung das Gleiche, man geht nur durch unterschiedliche Gänge und muss die Bilder alleine auf sich wirken lassen. Man sieht Pässe, die mit White oder Non-White gestempelt sind, und eine Aufstellung auf Basis welcher Informationen damals die Einteilung der Hautfarben gemacht wurden. Besonders viel Kopfschütteln ruft es hervor, wenn man erfährt, dass man im Laufe seines Lebens die Hautfarbe wechseln konnte. So wurden manche Weiße zu Indern, manche Malayen zu Schwarzen, manche Schwarze zu Chinesen und so weiter. Jedoch wurde kein Weißer schwarz und kein Schwarzer weiß.

Zu Beginn sahen wir uns einen Film an, der in 15 Minuten die Siedlungsgeschichte Südafrikas zusammenfasst. Danach waren wir also bereit, die Geschichte Südafrikas des 20. Jahrhunderts zu durchleben. Bevor wir aber richtig in die Zeit der Apartheid einstiegen, gingen wir in die Sonderausstellung über Nelson Mandela. Hier kann man von Geburt bis heute alles über ihn lesen oder sehen (es werden auch Fernsehinterviews gezeigt). Sehr interessant und toll gemacht. Nachdem wir hier durch waren, waren wir schon 2 Stunden im Museum, also mussten wir ein bisschen Gas geben.

So ging es zum unangenehm anzuschauenden Teil, dem Bereich zur Apartheid. Auch hier wird erst mal in die Vergangenheit geschaut und ergründet, wie es überhaupt dazu kam. Man bekommt auch hier wieder durch Videos und Bilder, viele Texte und Anschauungsmaterial (gelber Mannschaftswagen im Museumsraum) einen guten Überblick. Wir blieben fast an jeder Tafel hängen und lasen sie komplett durch oder schauten uns die Videos an. Erschreckend was in der Zeit passierte. Um 15 Uhr musste dann aber wirklich Schluss sein. Wir wollten um 16 Uhr zuhause bei Harald sein und mussten dafür noch einmal quer durch die Stadt fahren.

Joburg_Street_01

Wir kamen gut durch und konnten so noch über Haralds Internet nach Unterkünften in Durban suchen. Circa 30 eMails später waren wir kaum einen Schritt weiter, dafür lustlos noch weiter planen zu müssen. Genau in dem Moment kamen Harald und Tania nach Hause, mit denen wir eine Pizza bestellten statt zu grillen. Das Wetter in Johannesburg ist im Moment nicht so berauschend und die Entscheidung gegen einen typischen Braai fiel, weil sich über dem Haus dunkle Wolken zusammenbrauten. Seit wir da sind, gibt es jeden Tag Gewitter und heftigen Regen, sodass man denkt, die Welt geht unter. Wir schauten noch „Be Kind Rewind“ und gingen dann zu Bett.

 

 

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One Response

  1. 1
    ben 

    Hat dich Jörg nun zum Ende der Reise doch nochmal ans Steuer gelassen? Naja Ziel war ja schon erreicht 😉

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• Freitag, Januar 15th, 2010

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Wir fuhren wieder zurück nach Wilderness, da ich mir einen einzigen Tag zum Fliegen reserviert hatte. Sicherlich riskant nur einen Tag Zeit dafür zu haben, weil dann das Wetter stimmen muss und ich jemanden finden muss, der mit Equipment leiht etc. Ich hätte sicherlich auch schon irgendwann früher auf der Reise fliegen gehen können, aber fast nach 2 Jahren Pause wollte ich dann doch lieber unter professioneller Anleitung in die Luft gehen. Zufällig ist meine Flugschule, die Flugschule Luftikus, im selben Zeitraum wie wir (und noch viel länger) an der Garden Route. Ich hatte sie schon in Ölüdeniz vorgewarnt, dass wir sie wiedertreffen würden, wenn wir Südafrika erreicht haben.

Als wir durch die Berge wieder zum Meer herunter kamen, sahen wir keinen einzigen Flieger am Himmel. Wir suchten uns trotzdem erst mal eine Unterkunft in Wilderness. Ich hatte schon vorher das Wilderness Beach House rausgesucht und Jan, ein Freund von Jörg, hatte uns dieses Backpacker’s Place unabhängig von unserer Auswahl auch schon empfohlen. Camping scheint hier nicht möglich zu sein, also ließen wir uns die Zimmer zeigen. Wir nahmen den einzigen freien Raum, der ganz schön teuer war für seine Ausstattung. Dafür hatte er eine Terrasse mit einem Hängestuhl und einem fast ungestörten Blick aufs Meer. Wir entspannten erst mal auf der Terrasse und hörten den Wellen zu. Dann rief ich Annelore aus der Flugschule an und fragte, ob das Wetter schuld sei, dass die Luft nicht voller Gleitschirme ist. „Ja, zu viel Wind“ berichtete sie. „Vielleicht morgen.“ Das war mir irgendwie zu vage, da wir auch nicht noch einen weiteren Tag in Wilderness verbringen wollten, wenn das Wetter mich nicht fliegen lässt. Wir planten daher kurz unsere Weiterreise nach Johannesburg und gingen in den Ort zum Essen, um dann hinterher nochmals bei Annelore anzurufen.

Nach der Empfehlung von Trip Advisor kehrten wir bei „The Girls“ ein und hatten einen wunderschönen Abend. Wir tranken einen tollen Wein, aßen phantasievolle Vor- und Nachspeisen und wunderbares Fleisch. Anschließend versuchte ich es nochmals telefonisch bei den Köningers, leider ohne Erfolg. Wir fuhren kurzerhand in die Boardwalk Lodge, wo sie untergebracht waren. Während Jörg auf das Auto aufpasste, ging ich zu den Fliegern hinauf. Ein paar Gesichter waren mir nicht unbekannt, aber mein Namensgedächtnis versagte. Die einzige, die ich sogar mit Namen wieder erkannte, war Helga, die ihrerseits aber Probleme hatte, mich zuzuordnen. Wenigstens hatte Michel kein Problem mich wiederzuerkennen – gut, er war durch einige Mails vorgewarnt 😉 –, wir unterhielten uns kurz und ich beschloss, das Wetterbriefing am nächsten Morgen abzuwarten. Danach fuhren Jörg und ich wieder heim und schauten ein Video.

Die Nacht und am nächsten Morgen hatte ich dann ordentlich Muffensausen vor dem Fliegen – eigentlich auch nichts Neues, das habe ich sogar, wenn ich weiß, dass es zum Fliegen geht. Meine Sorgen erübrigten sich beim Frühstück, denn da hatte der Wind schon bei uns so zugenommen, dass sogar ich sehen konnte, dass es nicht fliegbar gewesen wäre. Michel bestätigte dies per SMS und wir begannen unsere Sachen zu packen, um nach dem Frühstück zu fahren.

Diese verfrühte Abreise hatten wir natürlich nicht abgesprochen mit unseren Verabredungen in Johannesburg und weil es so kommen musste, hatte Harald, bei dem wir zuerst vorbei schauen wollten, schon andere Pläne. Schnell umgeplant und dank der Flexibilität von Zelda und Ericus durften wir schon am Samstag bei den vieren auftauchen. Aber erst mal mussten wir die fast 1.200 km schaffen. Das geht natürlich nicht auf einmal. Unser erster Stopp war daher in Colesberg. Ein unbedeutender Ort am Rand der Karoo oder Nirgendwo. Die Fahrt dahin führte uns durch lange einsame Strecken, vorbei an Feldern und Wiesen und Bergen, von denen es stark windete. Auf halber Strecke begannen außerdem fürchterliche Gewitter und starker Regen.

[Jörg:] Aber wir fuhren durch Hannover, das entschädigte doch für Vieles… 😉

Auch in Südafrika gibt es die schönste Stadt der Welt

Auch in Südafrika gibt es die schönste Stadt der Welt

Dem ist wohl nichts mehr hinzu zu fügen. ;-)

Dem ist wohl nichts mehr hinzu zu fügen. 😉

Für die Gegend rund um die N1 durch Südafrika hatten wir so gut wie keine Informationen, wo man schön übernachten kann und so verschlug es uns in ein Backpackers, namens Toverberg. Dort waren wir nicht die ersten, außer uns waren noch zwei junge Engländerinnen da, die gerade aus Johannesburg angekommen waren. Wir machten uns was Kleines zum Abendessen und als es anfing zu gewittern, saßen wir vor dem Fernseher und schauten History Channel von DSTV.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem lecker Frühstück (Brote mit Jans Aprikosen Marmelade). Dann ging es wieder auf die Straße. Wir wollten heute bis Parys kommen, was kurz vor Johannesburg liegt. Wir hatten schon so viel über den Verkehr in der Großstadt gehört, dass wir lieber nah dran sein wollten, um ja nicht im Dunkeln Zelda und Ericus zu Hause suchen zu müssen. Die lange Strecke bis Parys unterbrachen wir mit einem Casino-Besuch. Wir gingen aber nicht spielen, sondern nur etwas essen 😉 Erst beim Rausfahren, erkannten wir auch, was uns das Navi schon vorher sagte, nämlich dass wir uns in Bloemfontein befanden, wo wir schon mal waren, nur da hatten wir die Stadt von Nordwesten her durchkreuzt. Heute war es nicht so windig wie gestern und das machte das Fahren etwas angenehmer. Kurz vor einem kleinen Gewitterausbruch kamen wir in Parys an und suchten uns eine Unterkunft. Wir landeten im Waterfront Guest House. Das Guest House war eingerichtet „wie bei Oma“, überall stand Kitsch und nicht ganz zueinander passende Staubfänger herum, aber dadurch bekam es irgendwie Flair. Wir bekamen ein sehr großzügiges Zimmer mit einem genauso großen Bad mit Badewanne und großer Dusche. Als es anfing zu regnen, verzogen wir uns in die Badewanne. Ein gemütlicher Abendausklang.

 

 

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• Dienstag, Januar 12th, 2010

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Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zum Highgate, einer „Straußen-Show-Farm“, nahe bei Oudtshoorn. Bei einer kurzen Führung wurden uns zuerst gezeigt, verschiedene Federn eines Strauß gezeigt und was man aus ihnen alles machen kann. Weiter ging’s zu ’nem Inkubator und uns wurden unterschiedliche Embryostadien und ein Skelett eines ausgewachsenen Straußenmännchens gezeigt. Lebendig reizen uns die Tiere dann aber doch mehr und so sprach uns die nächste Station dann deutlich stärker an:

Raubtierfütterung

Raubtierfütterung

Danach fuhren wir ein paar Meter und besuchten ein Gehege. Nachdem das brütende Männchen erst einmal von den Eiern vertrieben war, durfte – wer wollte – den ultimativen Eierbelastungstest machen.

versucht das mal mit Hühnereiern...

versucht das mal mit Hühnereiern...

Wir waren ein wenig verwundert, wie schnell sich das Männchen von seinem Nest vertreiben ließ, wir hatten in der Masai Mara ein ganz anderes Erlebnis, der Strauß dort fauchte uns an, als ob es keinen Morgen gäbe. Unsere Führerin versicherte uns, dass die Gleichgültigkeit dieses Rabenvaters bezüglich seiner Nachkommenschaft darin begründet ist, dass er weiß, dass wir keine echte Bedrohung für die Eier sind, der konstante Besucherstrom führt zu einer Gewöhnung. Doch auch dabei passieren Missgeschicke: Als wir mit Sabine und Klaus in Knysna zusammen aßen, hatte er uns erzählt, wie er bei diesem „Eier-Stresstest“ doch kürzlich tatsächlich mal ein Ei zum Platzen brachte – das Ei muss wohl ein „Montags-Ei“ und nicht ganz einwandfrei gewesen sein. Trotz der Gewöhnung an Menschen, nahm unsere Führerin einen Dornenzweig mit. Sie erklärte, dass Strauße großen Respekt vor diesen haben, denn sollte ein Dorn ihr Auge verletzten, wären sie in der Wildnis nicht mehr lange überlebensfähig. So hält man sich also Strauße fern, interessant!

Die nächste Station war auf Straußen reiten. Anja traute sich als erste ran. Steffen war danach dran, im Gegensatz zur Anja wurde Steffen jedoch nicht durchs Gehege geführt, sondern sein Strauß bekam nur einen ordentlichen Klaps und lief dann von alleine.

Straussenfarm

Aufregender Ausflug

Danach zeigten uns zwei Straußen-Jockeys, wie man es richtig macht, und damit endete unser Besuch bei der Farm. Richtig abenteuerlich wurde es erst jetzt, denn wir machten uns auf zu den Cango Caves, um eine „Adventure Tour“ zu machen. Weil es das kanonische Schlecht-Wetter-Ersatzprogramm beim Gleitschirmfliegen ist, hat Anja schon eine Überdosis Tropfsteinhöhlen in diesem Leben abbekommen und wir setzten sie bei unserem Guest House ab und fuhren zu dritt weiter.

Wir hatten schon einiges von der Tour gehört und im Vorfeld hin und her überlegt, ob wir das nun machen wollen oder nicht. Selbst als wir an der Kasse standen, waren wir noch nicht alle fest entschlossen. Die Warnungen am Eingang tragen aber auch wirklich nur sehr bedingt zu einem „Na, wenn wir schon mal hier sind, versuchen wir ’s halt auch mal!“ bei. Zunächst waren die engen Spalten in Originalgröße abgebildet, durch die man sich durchzwängen muss und die die Adventure Tour so abenteuerlich machen: „Tunnel of Love“, „Devil’s Chimney“ und „Devil’s Post Box“ sind die engsten Spalten, die einem wirklich nicht viel Platz lassen, aber schaut und lest selbst, wir hatten leider eh keine Kamera dabei. Außerdem hängen dort etliche Zeitungsartikel über einen Vorfall, bei dem eine Dame tatsächlich stecken geblieben ist. Die Artikel berichten, dass sie mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass sie wohl nicht die Idealmaße mitbringt. Doch statt sich von ihrem Vorhaben abzubringen, legte sie offiziell Beschwerde beim Management ein und bestand darauf teilzunehmen. Es kam, wie es kommen musste. Sie viel im „Tunnel of Love“ unglücklich auf ihre Hand, so dass sie allein auch nicht wieder aufstehen konnte. Falls ihr den Link oben schon nachgegangen seid, habt ihr vielleicht schon gelesen, dass dieser Tunnel Ein- und Ausgang für einen Rundgang bildet. All die Armen hinter ihr, waren nun auch gefangen. Die Rettungsmaschinerie lief an und schon nach zehn Stunden (sic!) war sie aus dem Liebestunnel wieder befreit.

Beim „Devil’s Chimney“ wäre vielleicht auch meine Grenze erreicht gewesen – die „Wohlfühlgrenze“ war längst überschritten –, aber bevor ich noch richtig drüber nachgedacht hatte, ob man da überhaupt durchkommen kann oder das nun nur ein Scherz unserer Führerin ist, bevor sie uns den richtigen Weg zeigt, hatte Steffen sich schon durch den 45 cm hohen Eingangsspalt gewunden und war den Kamin hoch gekraxelt. Geht also! Dann durch! Erstaunlich fand ich, wie schnell das Adrenalin wieder in den Hintergrund tritt, sobald man einmal durch ist, und wie stark die Adrenalinausschüttung von dem Ungewissen abhängt. Als wir auf dem Rückweg wieder durch den „Tunnel of Love“ kletterten, habe ich erst am Ende des Tunnels gemerkt, dass es sich schon wieder um diesen handelt, und was war das doch auf dem Hinweg für ein Erlebnis! Für Klaustrophobiker ist dies wahrlich kein Paradies, alle anderen sollten sich jedoch aufmachen; es ist auf jeden Fall eine Erfahrung!

Zurück in der „La Pension“ hatte die Besitzerin, Venita, abends einen großen Potjie für uns ein befreundetes Paar von ihr gemacht. Wir saßen lange bei leckerem Essen am Kaminfeuer und erzählten von unserer Reise und von Eigenheiten der Deutschen und Südafrikaner…

Anja und Ema

Anja und Ema

Am nächsten Tag war schon wieder einmal Abschied angesagt. Glücklicherweise haben wir mittlerweile genügend Erfahrung damit gesammelt und die beiden sehen wir ja auch in wenigen Wochen schon wieder. Trotzdem fiel es uns schwer zu akzeptieren, dass wir nun wieder alleine on the road sind. Wir trennten uns aber nicht, ohne eine abschließende Runde Bohnanza zu spielen. Aber dann mussten wir raus aus Klein Karoos Hitzekessel.

Abschiedsphoto

Abschiedsphoto

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  1. 1
    ben 

    Jörg, standst du auch auf einem Ei?

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• Dienstag, Januar 12th, 2010

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Heute mussten wir alle eine Pause einlegen. Die Sonne schien seit Tagen zum ersten Mal und wir nutzten diesen Umstand aus, um einen Tag am Strand und in der Sonne zu verbringen. Brenton-on-sea hat einen feinen Sandstrand und sogar ein paar Schattenstellen. Als wir ankamen, war dort ein großes Zelt aufgebaut, das für eine Hochzeit vorbereitet war. Wir suchten uns ein Plätzchen unter einem Felsvorsprung, wo es genügend Schatten für uns gab. Ich hatte meine Lektion im Sonnenbaden schon ein paar Tage vorher bekommen und blieb die ganze Zeit im Schatten, nach 2-3 Stunden waren auch alle anderen leicht gerötet und so fuhren wir zurück in die Lodge. Dort verbrachten wir die Zeit schlafend im Bett und auf der Terrasse im Liegestuhl. Der Tag ging schnell vorbei. Am frühen Abend machten wir uns auf den Weg, um etwas essen zu gehen. Steffen fuhr uns nach Thesen Island, wo wir eine Tapas & Oyster Bar fanden. Die Tapas waren sehr lecker, der Service hätte besser sein können. Zum Abschluss des Abends spielten wir in Steffen und Emas Zimmer Doppelkopf. Ema bemerkte an dem Abend, dass wir bisher noch nicht wirklich afrikanisch essen waren. Stimmt, aber es scheint an der Garden Route auch nicht viele (bezahlbare) Restaurants mit lokaler Küche zu geben. Die Gegend ist so touristisch, dass man sich hier sehr auf den europäischen Geschmack eingerichtet hat.

Es folgte ein Tag, an dem wir wieder viel vor hatten. Wir wollten heute Tiere sehen. Also fuhren wir nach dem Frühstück wieder in die Richtung Plettenberg Bay und gingen dort erst mal ins Elephant Sanctuary (Elefanten Tierheim). Hier werden Elefanten wieder aufgepäppelt, um sie auf lange Sicht wieder auszuwildern. Bei der Gelegenheit werden sie gleich noch „erzogen“, nach dem Belohnungsprinzip für Touristen ein paar Kunststücke vorzuführen und sich so ihren Unterhalt selbst zu verdienen. Den Touristen wird gezeigt, was es für typische Verhaltensweisen gibt, wie z.B. Schnauben, Kopf schütteln, den Rüssel aufstellen. Als Highlight darf man mit den Elefanten ein Stückchen „Hand in Hand“ spazieren. Dazu nimmt man seine rechte Hand und streckt sie nach oben geöffnet nach hinten. Dort legt der Elefant seinen Rüssel ab (der Rüssel ist ziemlich schwer und feucht) und folgt einem auf Schritt und Tritt. „A life changing experience“ – stimmt irgendwie, wenn man so nahen Kontakt mit einem Elefanten bekommt. Wir waren uns aber durchaus bewusst, dass das keine natürliche Umgebung für Elefanten ist und dass sie nichts gemeinsam haben mit denen in der freien Natur. Hoffentlich wird dem „gemeinen Touristen“ damit kein vollkommen falsches Bild vermittelt.

Elephant Sanctuary

Spaziergang mit Riesen

Danach waren kleinere Tiere dran. Ganz in der Nähe ist nämlich Monkey Land. Auch eine Art Tierheim für Affen, die früher vom Menschen misshandelt oder falsch gepflegt wurden. Wir sahen acht verschiedene Rassen über unsere Köpfe hinweg springen, essen, zwischen uns herumlaufen,… Viele endemische Affen gibt es hier nicht, denn es handelt sich vor allem um hübsche Affen aus Madagaskar, die sich manche Leute gerne in den Käfig stecken. Manch einer von uns wurde auch mal angepinkelt ;-), aber ansonsten wollten die Affen nicht so nahe kommen.

Monkey Land

Affenstall

Gleich nebenan war „Birds of Eden“, auch ein Sanctuary, nur dieses Mal für Vögel. Am Eingang gab es ein kleines Vogelerkennungsheftchen zu kaufen, in dem man abhaken konnte, welchen Vogel man gesehen hat. Dieses Heftchen kauften wir uns und gaben es in die Obhut von Ema, die fleißig mit mir abhakte, während ich Fotos schoss. An einer Stelle, ließen wir uns zu viel Zeit und hatten gleich einen Freund gewonnen. Ein kleiner Kakadu setzte sich auf Emas Schulter und wollte sich von da nicht abschütteln lassen. Der Stock, den Steffen ihm hinhielt, damit er seinen Sitzplatz wechseln konnte, wurde kurzerhand zerlegt. Mit einer geschickten Bewegung wurden wir ihn allerdings los. Später, als wir einen Kuchen essen wollten, das gleiche Spiel nochmals. Diesmal mit einem Sittich, der sich in Jörgs Hemd verliebte und sich ständig auf seine Schulter setzte.

Birds of Eden

Wir hatten viele Vögel

Der Tag war lang und aufregend. Wir hatten nicht mehr genügend Zeit, um nach Hause zum Umziehen zu fahren, also gingen wir direkt zur Waterfront nach Knysna. Dort trafen wir nach kurzer Zeit auf Sabine und Klaus. Steffen kennt Sabine aus Stuttgart aus der Bank. Mit ihnen gingen wir Fisch und Fleisch essen. Es war ein sehr lustiger Abend.

An unserem letzten halben Tag in Knysna – übrigens ein binärer Tag 😉 – hatten wir schon wieder was Spannendes vor. Wir standen früher auf als sonst, packten schnell das Auto und fuhren wieder nach Plettenberg Bay. Wir hatten eine Whale- & Dolphin-Watching-Tour gebucht und mussten dort schon um kurz nach 9 Uhr sein. Um 9.30 Uhr ging es los. Wir sahen eine riesige Gruppe Delphine an der Küste auf und ab schwimmen.

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Danach fuhren wir zu Seelöwen. Die waren für uns wiederum nichts besonderes, da wir schon viele davon in Namibia gesehen hatten. Wale sahen wir leider keine, angeblich war der letzte Wal vor einer Woche an der Küste gewesen, nun aber nicht mehr da.

Dolphin Watching

Großfisch-Beobachtung

Danach gings nach Oudtshoorn. Es war ja nicht weit und so konnten wir den Nachmittag noch am Pool verbringen und uns entspannen. Am Abend machten wir einen großen Braai und aßen stunden lang und spielten Bohnanza.

 

 

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• Samstag, Januar 09th, 2010

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Wir haben uns schon lange auf unseren ersten Besuch auf unserer Reise gefreut und heute sollte der Moment gekommen sein. Wir informierten uns im Internet auf einer Seite, die ankommende und gehende Flüge sowie all deren Verspätungen auflistet, ob Ema und Steffen auch pünktlich ankommen. Zum Glück haben wir nachgeschaut, denn der Flieger hatte Verspätung, etwa eine halbe Stunde hatten wir mehr Zeit zum Frühstücken und Auto packen.

WillkommenEmmaSteffen

Wir hatten ein kleines Willkommensschild (wir haben sie vorgewarnt) gebastelt und freuten uns wie die Kinder am Flughafen. Ema und Steffen bringen uns auch gleich noch ein paar Sachen mit: mein iPhone und neue Kreditkarten. Jetzt dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen beim Bezahlen unserer Rechnungen.

Endlich...

Endlich...

...da kommen sie

...da kommen sie

Nachdem die beiden ihr Auto in Empfang genommen hatten, fuhren wir los nach Hermanus. Dort kauften wir ein und aßen einen kleinen Snack an einem Aussichtspunkt mit Meerblick. Danach ging es weiter nach Cape Agulhas, dem eigentlichen Kap und südlichstem Punkt auf unserer Reise. Wir planten mit unserem Navi die kürzeste Route und fanden dabei heraus, dass unsere Karten – sowohl Garmin Südafrika, als auch Tracks4Afrika, die Küstenstraße nicht enthielten. Wir fuhren daher durchs Landesinnere, sehr zum Missfallen des kleinen Yaris von Ema und Steffen. 80 Kilometer Schotterpiste hatten wir alle nicht erwartet, nachdem die Straßen hier in SA so gut ausgebaut sind und man bei der Planung mit Mapsource trotzdem oft eine (positive) Überraschung erlebt und die Straßen gar nicht so schlecht sind, wie dargestellt.

Mittagspause in Hermanus

Mittagspause in Hermanus

In L’Agulhas fing das Wetter an umzuschwingen. Es wurde trüber und schließlich regnete es. Nicht schlimm für uns, da wir kurz vor den ersten Tropfen in unsere Unterkunft, das Ocean Art House, gezogen waren. Das Haus liegt wunderschön am Meer und heißt nicht ohne Grund „Art House“. Überall steht oder hängen Skulpturen oder Bilder und alles ist gut aufeinander abgestimmt. Hier fühlten wir uns gleich wohl. Als Schmankerl gab es sogar Internet for free.

Nach einer kleinen Erholungspause fuhren wir in den Ort, um etwas zu essen. Überraschenderweise spürte man hier die Sommerferien, denn alle Restaurants waren voll! Und das in so einem kleinen Dörfchen. Wir mussten nach Struis Bay in ein Hafenlokal. Klingt schlimmer als es war. Das Essen war warm und gut, aber keine feine Kost. Wir hatten das auch nicht erwartet, somit war das nicht schlimm. Schon beim Essen redeten wir viel darüber, was zuhause so los war, seitdem wir weg waren und was so in der Bank passiert. Neun Monate sind ganz schön viel Zeit, und wir brauchten noch bis in die Nacht bis wir vor Müdigkeit aufhören mussten zu erzählen.

Im Ocean Art House habe ich wunderbar geschlafen. Das Bett war riesig und warm, draußen war es grau, eigentlich wär der Tag ein Faulenz- und Bettliege-Tag gewesen. Eine Dusche änderte meine Meinung, ich war fit wie ein Turnschuh. Das Frühstück war die Krönung des Morgens: frische Früchte, dann Omelett, Cappucino, Croissants – alles „lekker“!

In L’Agulhas kann man ansonsten nicht allzu viel unternehmen. Ein Must-See ist auf jeden Fall der Leuchtturm und die südlichste Spitze Afrikas. Der Leuchtturm stand als erstes auf dem Programm. Im Leuchtturm gibt es ein Museum zur Leuchtturm-Geschichte, aber die Aussicht, die man von oben genießen kann, wenn man die steilen Treppen erklommen hat, ist atemberaubend. Emas Reiseführer erwähnte noch ein Schiffswrack, das man von oben hätte sehen können, aber das konnten wir nicht entdecken. Also mussten wir hinfahren. 🙂 An der Stelle versuchten Angler ihr Glück, von den Klippen aus Fische zu fangen, aber schienen wenig erfolgreich zu sein, denn sie fuhren schnell wieder ab. Jetzt fehlte nur noch der südlichste Punkt Afrikas, an dem wir vier, wir zwei und das Auto für die Kamera posierten und dann gings los Richtung Knysna.

Cape Agulhas

Besuch am Südlichster Punkt Afrikas

Auf unserem Weiterweg machten wir noch Kaffeepause in Mossel Bay. Zufällig steht dort das Diaz Museum und der Post Office Tree, die man sich beide anschauen kann, bevor man zu Kaffee und Kuchen in das daneben liegende Restaurant geht. Das Museum ist sehr stolz auf sein Prachtstück, einen originalgroßer Nachbau der Bartholomeu Diaz, das Schiff mit dem der gleichnamige Herr hier 1488 angekommen ist. Das Schiff wurde zum 500jährigen Jubiläum in Portugal nachgebaut und segelte quasi noch einmal die ganze Strecke bis ans Kap.

Museumsschiff

Museumsschiff

Im Garten des Museums steht zudem der Post Office Tree, ein 500 Jahre alter Milchholzbaum, der von Seglern als Briefkasten benutzt wurde.

Mossel_Bay_06

Nach all dem Kulturprogramm, gab es Kaffee und verschiedene Süßigkeiten im angrenzenden Café. Am frühen Abend kamen wir in Knysna an. Unsere Unterkunft lag aber nicht im Ort, sondern in Brenton-on-Sea, einem netten Dörfchen mit einem wunderschönen Strand. Wir bekamen von den unheimlich netten Besitzern zwei Zimmer nebeneinander, von deren Bett aus man den Blick aufs Meer genießen konnte. Weil wir noch nichts Richtiges gegessen hatten, gingen wir noch in den Ort, waren aber schon da so müde, dass wir den Abend relativ früh beendeten.

Nach der ganzen Fahrerei sollte der folgende Tag aktiver werden. Wir fuhren mit Steffen und Emas Auto in den Tsitsikamma National Park und wanderten dort ein bisschen. Wir wählten zum Aussichtspunkt über die berühmten Hängebrücken über den Storms River – ist die kürzeste Wanderung mit einer Dauer von ca. 3h. Jörg war von der Wanderung um so begeisterter, nachdem er feststellte, dass entlang des Wegs ein Geocache liegt. Der Cache wollte aber nicht von uns gefunden werden. Erst als andere Geocacher hinzustießen und ihrem GPS Gerät mehr Glauben schenkten als Jörg das tat, konnte Jörg sehen, wo der Cache versteckt lag und ihn heben. Nach dieser langen Pause konnten wir endlich weitergehen, doch ich hatte nicht erwartet, dass der Aussichtspunkt so weit oben auf dem Berg liegt. Keuchend kam ich oben an, aber es hatte sich wirklich gelohnt. Die Aussicht war sehr schön.

Tsitsikamma NP

Wunderschöne Wanderung

Selbst der Abstieg hatte uns ganz schön geschafft und wir tankten im Café erst mal auf. Hunger hatten wir auch, aber es gab da nichts Vernünftiges. So fuhren wir wieder ab und entschieden uns in Plettenberg Bay etwas zum Essen zu suchen. Auf der Rückfahrt beschlossen wir, noch beim Bungee Jumping anzuhalten und uns das anzuschauen. Wir ich hier feststellen musste, war die Brücke, die ich schon zwei Mal für die Bloukrans Brücke hielt gar nicht die berühmte Brücke. Die „echte“ lag ganz woanders. Hier sprangen die Leute 216m in die Tiefe. Obwohl Steffen und ich am Anfang noch die Lust verspürten, hatten wir beim Anblick der Springer doch zu viel Respekt.

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In Plettenberg Bay aßen wir bei Cornuti, einem guten italienischen Restaurant, und wurden alle pappensatt mit Pizza, Nudeln und leckeren Nachtischen.

Category: Südafrika  | 2 Comments

2 Responses

  1. 1
    ben 

    Schönes Logo 🙂 mit passendem Claim – wenn Zeit nicht mehr das Problem ist, gell?

  2. 2
    Anja 

    Danke 🙂

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