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• Freitag, November 13th, 2009

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Der Grenzübertritt nach Namibia verlief „ohne besondere Vorkommnisse“. Waren die Grenzübertritte nach Syrien, Ägypten, Sudan etc. noch spannend und eigene Artikel wert, sollten wir uns nun wohl langsam abgewöhnen, überhaupt noch von ihnen zu berichten.

Nach der Grenze schließt sich gleich das „Mahangu National Park“ an, das man jedoch kostenlos durchfahren darf, solange man auf der Straße bleibt. Fährt man von der Hauptstraße ab, ist ein Permit notwendig. Wir haben einen Schlenker zum Okavango gedreht und sind dann zur Mahangu Safari Lodge (S 18° 08.304’, O 21° 40.828’) gefahren, die uns von Stuart und Fiver empfohlen wurde. In der Lodge haben wir Gäste gehört, die von dem Mahangu Nationalpark ganz begeistert waren. Wir fanden ihn nach all dem, was wir bisher an Parks gesehen haben – vor allem nach allem, was wir bisher in Parks gesehen haben – wenig überzeugend. Doch wir sind auch zur Mittagszeit durchgefahren.

In der Mahango Safari Lodge kamen wir mit Deutsch auch endlich wieder mindestens genauso weit wie mit Englisch. Am Frühstücksbuffet kam ich mit einem Namibier ins Gespräch, der mich zuvor mit Anja deutsch sprechen gehört hat. Er fragte im akzentfreien Deutsch, ob wir direkt aus Deutschland kämen (oder aus der Schweiz bzw. aus Österreich), was ich bejahte. Er stellte sich als „5. Generation Namibier“ vor und ich fragte, ob er denn ursprünglich auch aus Deutschland käme. „Aus Preußen“ war seine Antwort. Richtig, damals sah „Deutschland“ noch sehr anders aus.

Gemäß unserer ursprünglichen Zeitschätzung, die wir in Kampala gemacht hatten, hätten wir in der ersten Dezemberwoche Botswana erreicht. Nun ist noch nicht einmal Mitte November und wir sind schon in Namibia. Wir können folglich das Tempo wieder ein wenig rausnehmen. Uns gefiel es hier so gut – hatten einen Campingplatz direkt am Okavango bekommen, die Getränke waren kühl und der Pool erfrischend –, dass wir uns entschieden, noch einen Tag dranzuhängen.

Donnerstagabend kramte ich unseren Weltempfänger hervor, um Anja eine Freude zu machen, die gerade Bratkartoffeln mit Kürbis und Zwiebeln brutzelte. Wir schalteten das Radio ein und mit das erste, was wir gehört hatten, war eine Meldung über die Trauerandacht vom Tod Enkes. Wie waren sprachlos, und ich hätte das Radio am liebsten gleich im hohen Bogen in den Fluss geworfen. Ich hatte immer wieder das Bild vor Augen, wie wir ihn anfeuern und er uns über dem Kopf – den Blick fest aufs Spiel gerichtet – zuklatscht. Ich war selbst erstaunt, darüber wie sehr mich sein Freitod traf. Wie imponierte uns damals, dass er so früh nach dem Tod seiner Tochter wieder im Tor stand, heute wissen wir, dass es wohl viel zu früh war…

Am heutigen Morgen, am Freitag, 13., wollten wir gleich nach dem Frühstück aufbrechen, da wir gut 470 km vor uns hatten. Doch da trafen wir auf Traudel und Udo samt ihrer Hündin Iva. Die beiden touren im IFA durch Afrika. Zwei Jahre waren sie bereits unterwegs, doch sie gönnen sich noch eine Verlängerung, weil sie das Gefühl haben, an vielen Orten viel zu schnell vorbeigebraust zu sein. Immer mal wieder fliegen sie zurück nach Deutschland und mit diesem Rhythmus sind sie nun schon drei Jahre unterwegs.

Es ergab ein Wort das andere und wir kamen erst am späten Vormittag los – am sehr späten Vormittag. Doch die B8, die Straße durch den Caprivi Strip, auf die wir in Divundu stießen, ist gut und so war eine Übernachtung in Rundu nicht notwendig; wir fuhren durch bis zum „Die Kraal Camp“ kurz vor Grootfontein (S 19° 31.519’, O 18° 08.436’). Der Besitzer  kommt ursprünglich aus Hamburg, ist redselig und nimmt einen sehr gastfreundlich auf. Ehe man sich versieht, sitzt man mit ihm auf der Bank und man erzählt sich gegenseitig nahezu seine Lebensgeschichte. Über die politische Entwicklung Namibias in den letzten Jahren ist er nicht sonderlich glücklich und aus dem Blickwinkel „politischer Korrektheit“ können wir nicht umhin anzumerken, dass manche seiner Bemerkungen „grenzwertig“ anmuten. Andererseits leben wir nicht hier; täten wir es und ist die Entwicklung derart, wie er sie uns vermittelt, wer weiß, wie wir reagieren würden. Seine Frau zaubert ganz exquisite Steaks, für die „Die Kraal“ bekannt ist. Als wir da waren, gab es Kudu Steak und es schmeckte einfach fabelhaft. Es war Medium-zubereitet und zerging dennoch förmlich auf der Zunge. Wie das überhaupt zusammen ging, ist mir bis heute nicht ganz klar. Dazu gab es Kartoffelgratin und grüne Bohnen.

Morgen schauen wir uns den Hoba Meteoriten an und tasten uns möglichst nahe an den Etosha Nationalpark, den wir dann übermorgen in Angriff nehmen.

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