Archive for November 7th, 2009

Author:
• Samstag, November 07th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Am Freitagmorgen erwachten wir kurz nach fünf Uhr und machten uns nach einem Tee und ’nem Kaffee auf gen Chobe National Park. Der Parkeingang am Sedudu Gate war von unserem Camp nur ca. 8 km entfernt, so dass wir zeitig am Park waren. Vor Ort wollte uns der Ranger in ein Camp reinquatschen – man könne nicht draußen campieren und die anderen Lodges wären alle voll, da müsse man frühzeitig reservieren. Wir waren nicht gänzlich abgeneigt und so ließen wir uns an seine nette Assistentin zu seiner rechten verweisen. Die wollte für Camping 50 USD pro Person und Nacht und diese Diskussion war damit vorbei, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Die ehemals staatlichen Public Camps im Park sind nun alle unter privater Führung. Sie mögen jetzt mehr Annehmlichkeiten bieten, aber dieser Preis ist halt die andere Seite der Medaille.

Wir zogen also in den Park ohne eine Reservierung für das Savuti Camp, das wir uns in die Augen gefasst hatten, und fuhren die „Riverfront“ ab, die direkt am Chobe entlang und durch sein direktes Hinterland führt. In den letzten Tagen hat es zwar schon immer mal wieder geregnet, aber noch ist Trockenzeit und deshalb spielt sich hier in unmittelbarer Nähe zum Fluss das Leben ab. Wir sahen viele Impalas, Kudus, Strauße, große und kleine Herden Elefanten sowie auch einzelne Elefantenbullen, Büffel – ebenfalls von einzelnen Exemplaren bis zu großen Herden –, Giraffen, Zebras, Mangusten und natürlich viele, viele Affen und Warzenschweine, aber wieso soll ich hier viel beschreiben, wenn sich Anja so viel Mühe mit schönen Bildern gemacht hat…

Chobe NP Tag 1 - Riverfront

Tag 1 in Botswanas National Park Nummer 1

Trockenübung -- Willi schwamm bereits hier manches Mal

Trockenübung -- Willi schwamm bereits hier manches Mal

So eindrucksvoll es auch war, irgendwann gab es für uns wenig Neues und so stolperten wir kurz nach Mittag – die vernünftigen Lebewesen liegen nun eh irgendwo im Schatten und dösen, nur die Vernunftlosen irren in ihren 4WD noch durch den Park… – nach fünf Stunden Game Viewing erschöpft auf der anderen westlichen Seite durch das Ngoma Gate. Doch so sehr wir auch als vernünftig gelten wollen, für uns hieß es noch nicht „Schatten suchen und ausruhen“. Vor uns lagen noch ca. 80 km, bis wir kurz vor dem Ghoha North Gate unser Nachtlager irgendwo zwischen den Bäumen suchen wollten. Das Ghoha North Gate ermöglicht den (Wieder-)Eintritt in den südlichen Teil des Chobe National Parks und die Strecke bis dorthin wurde uns als recht schwierig beschrieben, weshalb wir die Zeit nicht vertrödeln wollten.

Doch wir kamen recht gut durch. Es war zwar abschnittsweise knietiefer loser Sand, aber derzeit alles noch kein Problem (mit unserem Willi), vor allem weil es genügend Spuren gab, die den Sand in der Fahrrille fest und tragfähig zusammengedrückt hat. Noch vor drei Uhr standen wir am Nordtor.

Sandkastenspielchen

Sandkastenspielchen

Mittlerweile waren wir gar nicht mehr sicher, ob das wirklich 50 USD pro Person und Nacht waren – für einfaches Campen fanden wir den Preis deutlich überhöht – und wir dachten: ‚Vielleicht waren das ja auch Pula?’ Im Gegensatz zu den bisherigen Parks wurde hier nämlich Bezahlung in Landeswährung erwartet. (Den Ausländer-Aufschlag gab es natürlich trotzdem.) Und selbst wenn, bei entsprechender Leistung ist das vielleicht auch okay – es muss wohl die stete Sonne gewesen sein, die uns weich gekocht hatte, und der Sandstaub, der uns zermürbte. Zum Savuti Camp sind ’s ja auch nur etwas über eine Stunde Fahrzeit und vielleicht sehen wir noch ein wenig Wild.

An dem Camp angekommen, wies uns der Wächter darauf hin, dass wir reservieren hätten sollen, denn sie seien voll. So ’n Ars***och! Durch die eingangs erwähnte „nette Assistentin zu seiner rechten“ wussten wir, dass noch genügend frei sein müsste. Mr. Wichtig hier wollte uns nur nicht reinlassen. Mir kam das zwar ganz recht, da ich mich eh schon aufs Bush Camp gefreut hatte, aber Mr. Wichtig war mir dennoch wahrlich ein Dorn im Auge, aber was soll ’s. Wir hatten schon gehört, dass das die übliche Masche sei. Am besten ist es, man kommt so spät, dass man nicht mehr aus dem Park kommt, wenn sie einen abweisen, dann findet sich – Oh Wunder! – plötzlich doch noch ein Plätzchen. Wir fuhren also den gleichen Weg wieder zurück und bekamen bis auf Elefanten gar nicht so viel Wild zu Gesicht – wir erinnern uns: Das Wild ist vernünftiger als wir, die wir in brütender Hitze einen Weg hingefahren sind, um ihn dann wieder zurückzufahren. Als wir wieder am Tor ankamen, war dort schon keiner mehr und es fing bereits an zu dämmern. Nun, aber fix!

Camp bei Abendlich mit Elefanten-Trampelpfad zur rechten

Camp bei Abendlicht mit Elefanten-Trampelpfad zur rechten

Wir mussten weiter zurückfahren als wir eigentlich vorhatten, weil wir lange keinen Platz gefunden haben, wo wir uns in die Büsche schlagen konnten, um abseits der Straße ein wenig Ruhe zu haben. Die Straße führte immer entlang des Parks, so dass wir nur nach einer Seite Ausschau halten mussten, denn im Park wild zu campen ist verboten. Unmittelbar nachdem die Straße sich gabelt und weg vom Park führt, wurden wir endlich fündig. Etwa 350 m vom Nationalpark bei S 18° 21.702’, O 24° 10.765’ fanden wir ein lauschiges Plätzchen. Das wurde auch langsam Zeit, denn die Sonne stand nur noch unwesentlich überm Horizont und wir wollten noch im Hellen Holz suchen und eine Feuerstelle bereiten sowie Kochen. Das beste am Platz ist jedoch, dass es bei der unmittelbaren Nähe zum Park doch so ist, als ob wir direkt im Park campen würden. Die zahlreichen Spuren vom Wild belegen dies auch; der Elefantenpfad, der in unmittelbarer Nähe zu unserem Willi vorbeiführt, wurde jedoch schon länger nicht mehr beschritten, und auch die Tatzenabdrücke sind nicht frisch („Trapper Jörg“ hat nämlich das Spurenlesen als sein neues Hobby auserkoren 😉 ) – für eine Nacht wird ’s jedenfalls schon gehen…

[Anja:] Essen war schnell gekocht. Es gab einen Erasco Mexico Bohneneintopf (hmm, lecker 😉 ), den wir noch aus Deutschland mit uns herumfuhren.

Chobe NP Tag 1 - Camp

Romantisches Lager zwischen den Gates

Als wir mit allem fertig waren und noch gemütlich am Feuerchen saßen, schaltete auf einmal jemand den Nacht-Modus an: Kaum verstummten die letzten Vögel, fingen wie auf einen Schlag die Grillen in einer Lautstärke an zu zirpen, dass Anja und ich die Stimmen heben mussten, wenn wir zueinander sprachen. Nach ca. zwei Stunden hatten auch die sich endlich in den Schlaf „gezirpt“ und uns blieb glücklicherweise eine schlaflose Nacht erspart.

 

 

 

Am nächsten Morgen sind wir erneut mit der Sonne aufgestanden und standen pünktlich zur Öffnung des Parks am Tor. Damit waren wir allerdings auch die einzigen – von Rangern keine Spur. Glücklicherweise war jedoch das Tor offen und so trugen wir uns halt einfach in das ausliegende Büchlein ein – wird schon dafür gedacht gewesen sein… – und rein mit uns! Drinnen wurde dann erstmal gefrühstückt. Wir hatten unser Programm von gestern wiederholt: Draußen nur Tee und Kaffee und im Park dann rechts ran und das Frühstück mit Tierbeobachtung kombinieren. Da schmeckt das Marmeladenbrot gleich noch mal so gut. 😉

Ob die gewartet haben, bis jemand kommt?

Ob die gewartet haben, bis jemand kommt?

Wir sahen aber insgesamt weniger Tiere als den Tag zuvor. Der südliche Teil des Parks ist bekannt für seine hohe Elefanten- und Löwenpopulation. Letztere hatten es wieder einmal geschafft, sich erfolgreich vor uns zu verstecken, aber von ersteren sahen wir viel. Manches Mal mehr als uns lieb war. Bei einer Begegnung mit einer Elefantenherde stand diese direkt rechts und links unserer Piste aufgereiht. Wir hätten also nicht einfach schnell aus dem Gefahrenbereich raus gekonnt, wenn sich ein Elefant „unser angenommen hätte“. Anfangs waren wir ja noch bereit zu warten, aber wie die Kirschen in Nachbarsgarten schienen hier vor allem die Sträucher und jungen Bäume vor unserem Willi leckerer zu schmecken als woanders. Nach einigen langen Minuten wurde es uns doch zu bunt und wir fuhren ganz vorsichtig und langsam an ihnen vorbei. Der Chobe National Park ist nicht dafür bekannt, dass Elefanten Autos anfallen, aber wäre doch was passiert, hätte man bestimmt von „Leichtsinn“ gesprochen. Wir hätten nur einen Bullen treffen müssen, dem Willis Heck nicht gefiel, oder eine Kuh, bei der wir wohlmöglich zwischen ihr und ihrem Kalb hindurch fahren, und schon hätte Willi eine ordentliche Druckstelle mehr. Und das wäre das noch das Best Case Scenario… Als wir direkt an einem GROSSEN Bullen vorbeigefahren sind, so nah, dass wir seine einzelnen Wimpern genauestens sehen konnten, aber dennoch nicht auf Augenhöhe, denn so hoch unser Willi im normalen Straßenverkehr auch ist, dieser Bulle spendete uns immer noch Schatten, da hielten wir nahezu den Atem an – nicht dass das irgendetwas gebracht hat… – und ich war jederzeit bereit das Gas durchzudrücken, was auch immer dann passiert wäre… Aber er hatte zum Glück mehr Appetit als er sich durch uns gestört fühlte und so ist nichts passiert. Wir waren so angespannt, dass wir natürlich nicht daran dachten, die Kamera zu zücken, aber zurückfahren war für uns wahrlich keine Option.

[Anja:] Leider waren wir in diesem Moment wirklich so angespannt, dass wir nicht mal die Kamera gezückt hatten. Wir starrten diesen gigantomanisch großen Elefanten einfach nur an. Bisher waren die Elefanten nicht so riesig… Der reichte mit seinen Stoßzähnen an unser Dach heran und wir sind ja schon 2,60m hoch…

Größer als er hier und dann weitaus näher

Größer als er hier und dann weitaus näher

Tierische Panzer

Tierische Panzer

Neben Elefanten sahen wir noch häufig Schildkröten, was eine angenehme Abwechslung war, denn von Ihnen haben wir bisher – vom Wagen aus – wenig gesehen. Das Spiel habe ich beide Tage 3:0 gewonnen, wobei ich natürlich auch ständig auf die Piste gucke. Anja war dagegen „beordert“ längs der Pisten, wo Büsche, Bäume oder sonstiges Dickicht bis an den Track heran wächst, rechts und links auf Elefanten zu achten, denn diese sind weder schreckhaft noch gewand – nicht schreckhaft genug, um frühzeitig vor heraneilenden Autos davon zu laufen, und wenn sie kurz vor selbigem plötzlich auf die Piste treten, sind sie auch nicht gewand genug, die Piste ebenso schnell wieder frei zu geben.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Bushman Rock Paintings

Bushman Rock Paintings

Südlich vom Savuti Camp, bei den Kudu, Sable, Bushman und Twin Hills, sahen wir dann auch wieder viel anderes Wild – die übliche Mischung Verdächtiger aus Giraffen, Zebras, Gnus, Büffel, Antilopen, Springböcke, Kudus und Warzenschweinen. Wir fuhren auch extra noch um Leopard Rock, aber den Gefleckten haben wir leider wieder einmal nicht erspäht. Dafür schauten wir uns noch die Bushman Paintings am Bushman Hill an und machten eine kurze Pause im Schatten eines wahrlich imponierten Baobab Baums.

Unser Freund der Baum

Unser Freund der Baum

Nachdem wir hier etliche extra Haken geschlagen hatten, hieß es für uns nur noch die ca. 60 km bis zum Mahabe South Gate abzureißen. Nachdem uns am ersten Tag bei Parkeintritt empfohlen wurde, nicht durch das Savuti Sumpfgebiet zu fahren, weil das bereits teilweise unpassierbar sei, fuhren wir die Sandridge Road runter. Die Piste hier war teilweise wieder knietiefer loser Sand, der sich jedoch leicht durchfahren ließ, weil hier alles noch extrem trocken ist. Doch bald wird ’s losgehen und diese Strecke dann allein zu fahren ist sicherlich fahrlässig. Wir sahen selbst jetzt in der Trockenzeit hier und da noch Reste von Schlammlöchern (es hatte ja die letzten Tage bereits einige Male geregnet) und tiefe Reifenspuren dort drin – nicht alle führten durchgängig von einem trockenen Ufer zum nächsten… Auch wenn diesem Abschnitt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden musste, so gab es auch hier noch Gelegenheit zu Wildbeobachtung:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

[Anja:] Unschön an der Strecke waren die vielen Grillen oder was auch immer das für Viecher waren. Ein kleiner „Grashüpfer“ verirrte sich in unser Auto und ein eher großes Exemplar, das auch noch fürchterliches Kreischen von sich gab. Ich hab mitgekreischt…

und die fliegen nicht alleine...

und die fliegen nicht alleine...

Chobe NP Tag 2

Tag 2 - Südlicher Teil des National Parks

Als wir am Tor angekommen waren, dachten wir, dass wir nun nur noch „straight-forward“ nach Maun fahren müssten. Doch wie weit gefehlt! Der Ranger am Gate fragte uns, ob wir denn wüssten, wie wir nach Maun kämen, denn die Brücke über den Khwai sei noch nicht fertig. Wir sollten über den gleichnamigen Ort, Khwai, fahren, dort gäbe es eine Möglichkeit zur Durchquerung. Wir könnten auch zur im Bau befindlichen Brücke fahren und dort die Arbeiter nach der Furt fragen. Es einfach selbst ausprobieren sollten wir es besser nicht, erst gestern sei ein Wagen im Fluss stecken geblieben, der dann rausgezogen werden musste.

Nach dieser aufmunternden Rede machten wir uns auf dem Weg. Unser Navi kannte den Ort Khwai jedoch leider nicht und nach unserer 1:1’500’000-Straßenkarte zu navigieren, ist bei all den Nebenpisten, die sich kaum von den Hauptstrecken unterscheiden, nahezu unmöglich. Wir versuchten es folglich zunächst mit unserer GPS-Karte. Die in Tracks-4-Africa eingezeichnete Brücke (Version 8.10) war jedoch nicht erreichbar, weil das Gebiet sumpfig war. Dies ist übrigens das südliche Ende des Savuti Sumpfgebiets und wenn das im Park auch bereits so undurchdringlich ist, dann wären wir dort eh nicht weit gekommen und sind auf der Sandridge Road definitiv besser gefahren.

Zweite Option waren die Bauarbeiter bei der Brücke. Die Brücke hätte eigentlich schon letztes Jahr fertig werden soll, wurde aber von dem Bauherrn aber nicht vollendet. Mittlerweile ist ein neuer kontraktiert worden und man rechnet nun mit der Fertigstellung nächstes Jahres. Die Arbeiter, die wir an der Brücke antrafen, bauten folglich auch gar nicht die Brücke, sondern besserten die Straße aus. So oder so war einer so ortskundig und freundlich, uns gegen eine kleine Spende die richtige Stelle zu zeigen, um durch den Fluss zu fahren. Es hat uns 40 Pula gekostet, aber im Vergleich zu dem Motorschaden, den derjenige hier gestern hatte, als er an der falschen Stelle die Durchfahrt versuchte und der Motor Wasser ansaugte, haben wir die nur mehr als gern investiert. Bei S 19° 11.982’, O 23° 59.284’ gaben wir alles, was wir hatten: Vierradantrieb, Untersetzung und Differentialsperre und pusteten unserem Willi die Schwimmflügel auf. Vor Ort muss man die linke Furt nehmen! Der rechte Weg ist für LKWs und die kleinen 4WD können dort trotz allem noch stecken bleiben. Weiß man wo, ist der Khwai keine Herausforderung, auch wenn der Wagen schon gut im Fluss verschwand.

Trainingsbecken

Trainingsbecken

Der Bauarbeiter bekommt sein Geld nur in Maun und das ist noch ca. 100 km weit weg. Er hat jetzt schon 3 Monate kein Geld mehr bekommen, weil für einen Besuch in Maun (mit Familie sehen) zehn Tage anfallen und solang darf die Arbeit nicht liegen bleiben. Er bejahte meine Frage, ob er und seine Freunde ein kleines Business aufgezogen hätten, hier den ganzen Selbstfahrern den Weg zu zeigen, und so war das wohl eine klassische Win-Win-Situation. Er freute sich über die 40 Pula, wir uns darüber, für nicht mal 4 EUR unseren Willi das Schwimmen beigebracht zu haben, ohne dass wir alle untergingen, und ich befürchte für alle nachkommenden Fahrer, dass die Motivation für eine intakte Brücke hier nicht allzu groß sein wird…

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

(Keine Angst, Anja ist nicht ins Wasser gefallen, es ruckelte halt alles nur ein wenig…)

Ca. 50 km vor Maun bekommt man dann wieder Asphalt unter die Räder und auf etwa halber Strecke gab es dann für uns das erste Veterinary Gate. Um vor allem die Maul- und Klauenseuche des Wildes von den Rinderherden fern zu halten wurde in Botswana ein langer Zaun gezogen, der immer wieder vorzüglichen Anlass zu Kontroversen gibt. Der National Wildlife Service aber auch die Tourismusindustrie wollen den Zaun – wenn er denn überhaupt vorhanden sein muss – möglichst weit südlich, während die Viehwirtschaft ihn natürlich gern möglichst weit nördlich sehen würde. Die beiden Parteien streiten genüsslich über die Köpfe des Wilds hinweg, das bei Dürreperioden regelmäßig massenhaft auf der Suche nach Wasser im Zaun verendet. Doch was soll Botswana anderes tun? Die Viehwirtschaft schafft die Grundlage vieler Menschenleben…

Kommen wir vom großen Ganzen wieder zurück zu unserem kleinen Mikrokosmos in unserem Willi. Wir hatten nämlich gar nicht mehr an den Zaun gedacht und nun noch unsere Wurst im Kühlschrank. Die Frau am Tor ließ sich unseren Kühlschrank zeigen und hob glücklicherweise nur im Ansatz die obere Lage an – sie sah unsere Wurst nicht und wir konnten passieren und sind damit ab jetzt nicht nur Vagabunden, sondern sogar Schmuggler. 😉 Doch es sollte uns eine Lehre sein: Da alle Gates in Tracks-4-Africa verzeichnet sind, werden wir zukünftig kein Fleisch mehr im Kühlschrank haben, wenn dieser an einem Gate kontrolliert wird.

Bei den letzten Kilometer nach Maun kamen wir uns vor, als ob wir durch Kanada fahren würden: Der Asphalt war gut, die Straße breit, rechts und links der Straße waren noch breite Schneisen und die sattgrünen Bäume nicht allzu hoch, so dass der Eindruck eines weiten Himmels entstand. Da sind wir also mitten in Afrika und denken an Kanada. … We need a break! Und eine Pause haben wir uns auch gegönnt. In Maun werden wir einige wenige Tage bleiben. Heute haben wir einfach mal durchgeatmet und am Pool des Sedia Hotels (und Campsite bei S 19° 57.197’, O 23° 28.713’) entspannt und freuen uns, dass wir die Staub-Sand-Schicht auf unserer Haut schließlich doch noch losgeworden sind.

 

Category: Botswana  | Leave a Comment
Leave a Reply