Archive for ◊ November, 2009 ◊

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• Montag, November 30th, 2009

Aus dem Londiningi mussten wir gestern leider ausziehen, da die Besitzer Nathalie und Alexander leider kein Zimmer mehr für uns für die folgenden Tage haben. Wir haben uns heute noch lang mit Alexander unterhalten. Er gab uns wertvolle Tipps für die Weiterfahrt und Anja bekam sogar noch ein deutschsprachiges Buch zum Abschied geschenkt. Der Abschied fällt schwer, hier hat ’s uns sehr gut gefallen und man hat sich unser äußerst fürsorglich angenommen. Kein Wunder, dass dies Guesthouse derzeit auf Platz 1 im Tripadvisor ist.

Bevor wir unser neues Quartier, das Rivendell Guesthouse (S 22° 32.696’, O 17° 05.353’), bezogen, haben wir uns noch die Sehenswürdigkeiten Windhoeks (ursprünglich: „windige Ecke“) angeschaut: das alte Obergericht, den Bahnhof mit den alten Lokomotiven und Wagons davor, die „Turnhalle“, den Werth Lookout, das schmucke Gebäude der Kaiserlichen Landvermessung, den Gathemann’s Komplex, das alte Amtsgericht, das State House, das Ludwig-von-Estorff-Haus, die Christuskirche, den Tintenpalast, die alte Feste, die Kaiserliche Realschule, die kleinen Schlösschen um die Sanderburg und natürlich – man scheint anscheinend nicht in Windhoek gewesen zu sein, wenn man nicht hier gewesen ist – Joe’s Beer House, wo wir allerdings bereits vorgestern Abend waren.

Windhoek

Windige Ecke

Ebenfalls bereits Samstag kümmerten wir uns um einen Wartungstermin für unseren Willi, doch sowohl bei Toyota Pupkewitz als auch bei Ritter’s Toyota war leider nur der Verkauf offen, kein Service. Wir mussten also heute wieder vorstellig werden, nur um zu erfahren, dass bei Pupkewitz diese Woche gar nichts mehr frei ist und Ritter erst am Freitag einen Slot zur Verfügung hätten. Glücklicherweise hatten Michael und Elmar, zwei Deutsche, die die gemeinsame Liebe zum Reisen in Namibia teilen, uns noch einen Tipp gegeben: den VK Workshop von Reinhard in der Nähe vom Savanna Car Hire bei S 22° 34.715’, O 17° 04.959’. Keine Toyota-Vertragswerkstatt, doch vollkommen ausreichend fürs Einfetten und die kleineren Reparatürchen, die wir benötigen. Reinhard hat immerhin einen Termin Mittwochfrüh für uns ermöglicht und so schauen wir mit Spannung diesem Tag entgegen. Spätestens Donnerstag planen wir dann weiterzufahren.


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2 Responses

  1. 1
    Roland 

    Hi Anja & Joerg

    habe Euere Karte im Cafe vorgefunden. Leider bin ich jetzt zu spaet dran, dass wir uns treffen koennten, denke ich. Trotzdem vielen Dank fuer die Gruesse von Julia. Solltet Ihr ja vielleicht doch nochmal nach Windhoek reinkommen, dann meldet Euch doch bitte: +264 (81) xxxxxx oder
    +264 (61) xxxxxx

    Alles Gute fuer Euere weitere Reise, wenn ich mal mehr Zeit hab, schau ich mir die webpage nochmal genauer an.

    Ciao

    Roland

  2. 2
    kaschidH 

    Hallo Ihr Zwei,

    ich nehme mal an, dass ihr mal wieder netzlos unterwegs seid oder Euch eher auf der Facebook-Basis tummelt. Trotzdem Euer Wetter scheints so gar nicht weihnachtlich ist, wünschen wir Euch schöne Weihnachten. Ich nehme nicht an, dass ihr Euch gegenseitig die dicken Geschenke machen werdet – die Reise an sich ist glaube ich das größte -, so dass sich der Weihnachtsmann aller Ruhe hier tummeln kann. Hier hat er auch Schnee und am WE waren so rund 15 Grad unter null… Wir hoffen also auf weiße Weihnachten… Gruß von Silvia, Karsten, Svea und ? ;-) mit Ronja…

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• Freitag, November 27th, 2009

Über 31’000 km haben sie gehalten – 20’800 km davon auf afrikanischen Straßen, wobei ca. ein Drittel dieser „Straßen“ unasphaltiert waren und wir bei manchen Kilometern auf Asphalt uns lieber auf eine ordentliche unasphaltierte Piste gewünscht hätten, da diese besser gewesen wären als diese Schlaglöcher –, doch nun müssen auch wir unseren ersten Reifenschaden vermelden. Mit unseren BFGoodrich Mud-Terrain-Reifen sind wir bisher äußerst zufrieden. Anstandslos haben sie stets alles mitgemacht und wenig aufgemuckt, so wenig, dass wir bequem wurden und unser Kompressor schon Staub ansetzte. (Im übertragenen Sinne – wörtlich hat bei uns mittlerweile jedes Teil Staub angesetzt und die meisten Ecken sind gut sandgestrahlt.)

Wir fuhren von der Dunedin Guest Lodge los und wollten nur noch Tanken als uns ein Tankwart auf unseres rechtes Hinterrad aufmerksam machte. Arg bauchig sah der Reifen aus, zu arg! 1 bar war noch drauf… Mit der Hilfe von freundlichen BP-Mitarbeitern war der Reifen schnell gewechselt und der Druck bei allen vier geprüft. Glücklicherweise war es nur der eine, der in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Wir sind nun in Windhoek angekommen und bleiben zumindest für zwei Nächte in dem Londiningi Guesthouse (S 22° 32.692’, O 17° 05.348’); morgen schauen wir erstmal, wann unser Willi gewartet werden kann. Zu unserem Erschrecken führte unser Weg in Windhoek über die Robert Mugabe Road. Da hätte ich Namibia doch für deutlich aufgeklärter gehalten… (Wobei Anja zum Thema Aufklärung und Namibia noch ausführlich in dem Resümee eingehen wird.)

Die Fahrt heute war recht eintönig; wir wollten ursprünglich über den Boshua Pass, kamen dann aber erst recht spät los und haben uns dann zugunsten der weiteren, aber schnelleren Strecke entlang der B2 entschieden. Es hat ordentlich geregnet während der Fahrt. (Das ist die zweite große Neuigkeit, allerdings hat diese Schlagzeile auf uns wahrscheinlich wesentlich mehr Sensationscharakter als auf euch Daheimgebliebenen. ;-) ) Hier im Guesthouse angekommen, hörten wir den kaputten Reifen vom Dach herunter zischeln und man sah den Schaden recht schnell dank der Luftbläschen, die sich auf dem nassen Reifen bildeten.

Auch um diesen müssen wir uns hier also kümmern. Wir wollen doch schließlich den Nicht-Asphalt-Kuchenanteil noch vergrößern…

 

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bsp;

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• Donnerstag, November 26th, 2009
The Brandberg itself

The Brandberg itself

Nach dem Frühstück sind wir in noch schnell auf die andere Straßenseite vom Brandberg Rest Camp, um vom Supermarkt für uns etwas Wasser und von der angegliederten Tankstelle für Willi etwas Diesel zu holen, und sind dann auf Richtung Messum Krater. Anfangs war es noch eine ordentliche Piste, danach konnte man mehr Spaß haben… ;-)

Das Navi sagt "Off Road bis unbefestigte Straße" -- ist das nicht herrlich ;-)

Das Navi sagt "Off Road bis unbefestigte Straße" -- ist das nicht herrlich ;-)

Der Krater entstand lange vor uns durch einen kollabierten Vulkan und beherbergt eine eindrucksvolle, aber zugleich auch abwechslungsarme Landschaft. So zumindest für unser ungeschultes Auge. Das Herz des Fachmanns wird beispielsweise beim Anblick der Lichen Fields sicherlich höher schlagen; wir dagegen müssen leider zugegeben, dass wir zu dem Zeitpunkt nicht mal sicher waren, ob wir diese korrekt identifiziert hatten. Dank des Internets wissen wir nun: Wir haben!

Messum Krater

Offroad Fahren in Namibia

Durchstoss zum Atlantik

Durchstoss zum Atlantik

Von dem Krater ging es dann schnurstracks zum Meer und dann sahen wir ihn endlich auch: den Atlantik. Gut, er ist nicht das Ziel unserer Reise – von Deutschland aus hätte es wahrlich kürzere Wege gegeben… –, aber ich war dennoch angetan, endlich mal wieder Meer mit ordentlichen Wellen zu sehen, eine Brandung zu hören, leicht salzige Luft zu riechen und eine „steife Brise“ auf der Haut zu spüren. Mit drei Worten: Ich war begeistert!

Cape Cross

Ohrenrobben

Die Begeisterung nahm auch nicht ab, als wir bei Cape Cross auf die Robbenkolonie (Parkplatz bei S 21° 46.291’, O 13° 57.140’) stießen und der Salzgeruch dank der unzähligen Robben von einem wenig schmeichelhaften Odeur überlagert wurde. Im Gegenteil! Die Küste ist halt doch eher meins. Das Wetter hatte sich überhaupt sehr zügig gewandelt in den letzten Kilometern: Der Hochnebel und der Wind ließen die Temperaturen um ca. 10° C fallen und die hohe Luftfeuchtigkeit war für uns gleichermaßen ungewohnt.

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Nach diesen zwei Zwischenzielen ging es nun aber in einem durch nach Swakopmund. Die Straße ist aus Salz, da alle anderen Materialen der Witterung hier an der Skelettküste nicht trotzen können. Wir kennen ja nun schon einige Materialen im afrikanischen Straßenbau, doch dies ist ein Novum für uns. Es fuhr sich aber einwandfrei, wenn Anja es nicht zuvor gelesen hätte, ich hätte es wahrscheinlich für alten Asphalt gehalten.

In Swakopmund fuhren wir das Dunedin Guest House (S 22° 40.577’, O 14° 31.896’) an, das glücklicherweise auch noch ein Doppelzimmer für uns für die nächsten Tage parat hatte. Zudem empfahl der Lonely Planet das Brauhaus mit „German-style beer and excellently prepared beef and seafood“. Na, das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so inspizierten wir das Brauhaus, um die hiesige Einhaltung des Reinheitsgebots zu prüfen. ;-) Anja aß Wildragout mit Spätzle, die ihrer Meinung nach jedoch in Ländle nicht einmal als „Päckle-Nudeln“ durchgehen würden, und ich aß Schweinebraten mit Rotkraut und Semmelknödel. In Deutschland wäre das wahrscheinlich weniger unser Favorit im Sommer gewesen, hier jedoch – nach mittlerweile fast acht Monaten Entzug (sieht man mal von Selbstgekochtem und der „German Corner“ im Village Market in Nairobi ab) – aß ich sogar die Kruste… ;-) Bei unserem Weg zum Brauhaus zeigte Swakopmund ein ganz eigenes Farbenspiel in der Dämmerung: Waren wir bisher kurze Dämmerungsphasen gewohnt, wo auf taghell schnell stockfinstere Nacht folgte, erhellten hier die Lichter der Stadt und deren Reflektionen durch den Hochnebel und die hohe Luftfeuchtigkeit den Äther. Ich fühlte mich an Skandinavien erinnert, wenn es in den Wintermonaten gar nicht hell werden mag, sondern allenfalls ein fahler bernsteinfarbener Glanz die Gassen matt und müde anstrahlt.

Den nächsten Tag teilten wir in Pflicht und Kür: Vormittags hatten wir uns Willi putzen und Bloggen als Pflichtprogramm auferlegt, nachmittags dagegen hatten wir frei und durften Swakopmund erkunden. Unser Rundgang umfasste die leider verschlossene evangelisch-lutherische Kirche (ganz in der Nähe unseres Dunedin Guest House), die alte deutsche Schule, den alten Bahnhof, die einzig übrig gebliebene Litfass-Säule ;-) , das Franziskaner Krankenhaus, das alte Amtsgericht sowie das alte Kaiserliche Bezirksgericht, den Leuchtturm, das Swakopmunder Museum, die Mole, das Woermannhaus, das hiesige Aquarium, das Prinzessin-Ruprecht Heim, die alte Kaserne, das Hohenzollern Haus, das alte Gebäude der Deutsch-Afrika Bank und damit hatten wir auch so ziemlich alles gesehen, was Skakopmund an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. ;-)

Swakopmund

Deutsches Dörfchen in Afrika

Was uns jedoch weitaus mehr beeindruckte als die Sehenswürdigkeiten, waren die Kleinigkeiten und das, was man vielleicht gar nicht mal aktiv wahrnimmt, was jedoch den gemütlichen, unschuldigen Charme dieser Stadt ausmacht. Deutsch scheint hier weitaus verbreiterter als Afrikaans und wir fühlten uns nahezu permanent an eine norddeutsche leicht-verschlafene Kleinstadt an Nord- oder Ostsee in der Nebensaison erinnert. Ich meinte zu Anja, dass, wenn Namibia gesetzt sei, ich mir Swakopmund als Lebensort eigentlich sehr gut vorstellen könnte, doch sie ließ mein Gedankenkartenhaus schnell wieder in sich zusammenfallen – ein lapidarer Hinweis auf die zahlreichen schwarz-weiß-roten Devotionalien in den Schaufenstern hatte ausgereicht.

Im „Greenland“ haben wir uns die Potjes nochmals genauer angeschaut… Wir wollen nun auch so ein! Einen flachen und die typischen runden entweder Size ½ oder 1 mit Füßen, aber vor Ort hatten sie unsere Wunschbestellung leider nicht. Doch kein Problem, in Windhoek werden wir bestimmt fündig. So, ich muss aufhören, nun geht’s nämlich nochmals Essen. Laurent und Karo haben in ihrem Blog geschrieben, dass sie seit den südafrikanischen Ländern wieder etwas zunehmen, nachdem seit dem Sudan die Hosen eigentlich immer weiter wurden – so geht es uns auch… ;-)

 

 

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• Montag, November 23rd, 2009

In der Opuwo Country Lodge bleiben wir dann sogar noch einen Tag länger als geplant – also zwei Übernachtungen statt nur einer. Wir sind nun überzeugt, dass wir hier kein Rennen mehr gegen den Regen führen, aber wir wollen noch Laurent, Caro, Enzo und Ruben erwischen, bevor diese nach Südafrika verschiffen und damit für uns erstmal unerreichbar werden. Seit einigen Tagen sind wir per Mail wieder häufiger in Kontakt, wobei die Kommunikation Zeit braucht: Wenn wir eine Mail schreiben, braucht es unter Umständen ein wenig, bis wir Internet haben und diese verschicken können (seitdem wir den UMTS-Stick haben, geht das zwar in jeder größeren Stadt, aber dazwischen ist gähnende Internet-Diaspora), dann haben die vier vielleicht nicht gleich Internet und benötigen etwas, bis sie unsere Nachricht empfangen können. Selbst wenn diese nun gleich beantwortet und verschickt werden sollte, braucht ’s wieder etwas, bis wir sie lesen und das Spielchen von vorn beginnen kann. Auf diese Weise erfahren wir immer, dass die Vier etwa eine Woche vor uns sind und wenn wir dann aufgeholt haben, erfahren wir, dass sie wieder schon viel weiter sind… Aber wir geben nicht auf und bleiben dran, vielleicht schaffen wir es ja doch noch.

Für die zweite Übernachtung gönnten wir uns ein Zimmer, denn wir hatten etwas zu feiern: unseren Jahrestag. Und eine Aussicht wie diese, lädt zum Feiern ein.

Small Pool with a Big View

Small Pool with a Big View

Mit uns gastierten auch die Teilnehmer der Rally Namapenda in dem Country Hotel. Wenn wir dieser Oldtimer-Fun-Rallye auf den Pisten Namibias noch etwas abgewinnen können, so zeigt doch ihr Spruch auf deren Internetseiten „[…] auch sonst werden wieder die besten Quartiere, die in Namibia verfügbar sind, gebucht sein. Übernachtungen im Sinne von ‚Camping’ sind nicht vorgesehen, eine Zeltausrüstung wird nicht benötigt.“, dass das Konzept ein ganz anderes ist, selbst wenn wir uns hier treffen. Die andere Fun-Rallye, deren Teilnehmer wir auf unserer Tour trafen, die Allgäu-Orient-Rallye, ist uns da schon näher.

Hinterher haben wir übrigens über die Campsite des Country Hotels einen Bericht im Internet gefunden, dass Camper dort Mitte letzten Jahres überfallen und beraubt wurden. Wir hatten zwar die Campsite für uns ganz allein, fühlten uns aber in keinster Weise verlassen oder gefährlich exponiert. Leider war es abends nur etwas zu windig, um zu grillen, so dass wir spontan doch wieder auf Nudeln umsteigen mussten.

Heute mal kein Stau

Heute mal kein Stau

Als wir vom Hotel losfuhren, wollten wir noch tanken und ein paar Getränke kaufen, doch dazu brauchten wir Geld und der ATM (so groß ist der Ort nicht…) war zwar funktionstüchtig, aber „leer“, wie mir der Wachmann versicherte. Wenn das wirklich so war, frage ich mich doch, wie lange es wohl dauert, so einen Automaten nachzufüllen, aber das ist halt Afrika… So gab ’s also kein Sprit, und wir fuhren gen Süden nach Sesfontein und Warmquelle. 180 km Schotterpiste. Abgesehen von gelegentlichem Wellblech war die Strecke ereignislos und abwechslungsarm, aber eindrucksvoll. Sesfontein war nach ca. 150 km praktisch das nächste Dorf.

Ehemaliges deutsches Fort in Sesfontein

Ehemaliges deutsches Fort in Sesfontein

Eine Partie Schach, bis das Essen kommt

Eine Partie Schach, bis das Essen kommt

Wir fuhren zu dem ehemaligen deutschen Fort, das heute eine Lodge beherbergt und gönnten uns einen kleinen Mittagssnack, wobei wir uns die Zeit mit einer schnellen Partie Schach vertrieben.

Weg nach Warmquelle

Weg nach Warmquelle

Von Sesfontein bis zum Ongongo Camping bei den Ongongo Hot Springs (daher „Warmquelle“) waren es nur etwa 30 km. Über die Ongongo Hot Springs hatten wir im „Go“-Magazin gelesen, eines von zwei Magazinen, von denen wir begeisterte Leser geworden sind. (Das andere ist die Zeitschrift „Getaway“, beides südafrikanische Reisejournale, die Trips und Gegenden im südlichen Afrika, vor allem Südafrika selbst, vorstellen.) Dort gab es in der August-Ausgabe einen Bericht über diese Quellen, und wir sahen jemanden mitten in der Quelle in einem kleinen Wasserfall duschen. Das wollten wir auch! Doch leider waren wir zur falschen Jahreszeit dort. Die Temperaturen luden ein, aber das Wasser nicht. Es gab nicht viel Wasser, der Wasserfall, der in dem Magazin abgebildet war, führte kein Wasser (nur weiter hinten, fiel ein kleines, armseliges Rinnsal zwischen Felsblöcken hindurch), und das Wasserbecken war voll mit Algen und Wassertierchen. Doch ein Photo musste her, so warf sich Anja mutig der Brühe entgegen.

Ongongo Hot Springs

Ongongo Hot Springs

Andererseits war hier wenigstens die warme Dusche gesichert – anders als bei anderen Community Camps (oder solchen, die zwar keine sind, aber so wirken) war hier wohl eher das kalte Wasser das Problem. Nach zwei heißen Duschen beschlossen wir den Abend vor dem Busch-Fernseher und genossen, diesen Ort ganz für uns allein zu haben.

Heute standen die Felsmalereien und -gravuren Twyfelfonteins auf dem Plan und unsere Fahrt begann gleich mit einem richtigen Kracher: Sollten wir echt das Glück gehabt haben, einen Wüstenelefant vor die Kamera bekommen zu haben?

Wüstenelefant?

Wüstenelefant?

Die Tiere sind hier ansässig, aber viele Namibier klagen, dass sie schon häufig hier waren und noch nie einen gesehen haben. Es ist offensichtlich ein Elefant und den normalen afrikanischen Elefanten dürfte es hier zu trocken sein. Schätzen wir uns einfach mal glücklich, einen Wüstenelefant gesehen zu haben, bis uns jemand belehrt.

Wüstenelefant!

Wüstenelefant!

Derart euphorisiert kamen wir in Twyfelfontein an und …

[Anja:] … wurden dort erschlagen von der Hitze und dem Wind. Wir folgten dem ausgeschilderten Weg zum Eingang, der sehr unscheinbar und gut versteckt lag. Wir organisierten uns eine Führerin und schon ging es los. Wie auch in Tsodilo Hills wimmelt es hier von Felszeichnungen der Buschmänner. Twyfelfontein glänzt allerdings eher mit Masse. Hier sind die Zeichnungen in den Stein geritzt und daher „weiß auf schwarz“, während in Tsodilo Hills mit einer Blut-Fett-Farbe gemalt wurde. Die Gründe für die Zeichnungen sind aber die selben: sie stellen eine Art Newspaper dar, in der die Buschmänner sich ihren Mitmenschen mitteilen wollten. Das Besondere an Twyfelfontein sind einige einzelne Bilder. Zum Beispiel der Löwe mit der Tatze am Schwanzende, die Abbildung eines Wales, Fußspuren von Tieren und die Darstellung eines menschlichen Fußes. Die Bedeutung ist angeblich nicht ganz geklärt und wahrscheinlich deutet jeder, mit dem man spricht, etwas anderes.

In den Bildern, die wir hier zeigen sieht man am Ende noch eine Felsformation, die als Lion’s Head bekannt wurde. Aus unserem Blickwinkel kann man den fauchenden Löwen leider nicht allzu gut erkennen, aber mit ein bisschen Fantasie geht das schon.

Auf unserem Rückweg liefen wir noch an einer kleinen Hausruine vorbei. Das Haus gehörte zum Entdecker des Orts, der die Gegend „Twyfelfontein“ = „zweifelhafte Quelle“ nannte. Er versuchte hier zu farmen, aber das Land war sehr trocken und die einzige Quelle, die er fand, führte nicht zuverlässig Wasser (daher der Name).

Twyfelfontein

Zweifelhafte Quelle mit vielen Zeichnungen

Und wenn wir schon mal hier sind, können wir uns die Orgelpfeifen und den Burnt Mountain natürlich nicht entgehen lassen.

Orgelpfeifen

Orgelpfeifen

Noch mehr Orgelpfeifen – muss eine sehr große Kirche gewesen sein…

Noch mehr Orgelpfeifen – muss eine sehr große Kirche gewesen sein… (SCNR)

Verbrannter Berg

Verbrannter Berg

Und nun hätten wir den bekannten Weg wieder zurückfahren können, oder aber: Wir fahren die Abkürzung. Kleiner Makel: Unser Navi beschrieb die vor uns liegende Strecke mit „Tracks South are Heavy Offroad“. Nur ein Ersatzrad, einziges Fahrzeug und das auf einer Strecke, auf der wir sehr schnell sahen, dass wir hier für länger auf keine Hilfe stoßen würden, sollten wir stecken bleiben. Dennoch konnte ich Anja überzeugen: „Wir probieren es halt einfach mal und wenn ’s nicht weiter geht, kehren wir schnell wieder um.“ Glücklicherweise ging es weiter und weiter und weiter… Diese Strecke im Damaraland war mit das Schönste, was wir in Namibia befahren haben: Wie gestern und schon die Tage zuvor passierte nicht viel – Sand, Staub, urige Felsformationen, häufig sehr intensive Farben (nur halt eine sehr eingeschränkte Farbvielfalt), weniger Menschen als Tiere –, doch so wenig auch passierte, so eindrucksvoll war die Landschaft, durch die wir fuhren. Die Photos können unsere Eindrücke leider nur sehr bedingt transportieren, …

…, deshalb haben wir uns noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Genießt unser kleines „Mäusekino“. (Dabei den Ton nicht vergessen!)

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• Samstag, November 21st, 2009

Am nächsten Morgen war das Gewitter verzogen und das Hippo Pools Community Camp wirkte überhaupt nicht mehr gespenstisch und verlassen, auch das „Büro“ war nun besetzt, um das Übernachtungsgeld einzusammeln. ;-)

Blauer Himmel nach dem Sturm

Blauer Himmel nach dem Sturm

Da wir erst spät am Camp angekommen waren, haben wir uns die Ruacana Falls erst am nächsten Tag angeschaut. Wir mussten dazu ein kleines Stück zurückfahren und konnten dann zunächst beim View Point vom Kraftwerk (bei S 17° 23.811’, O 14° 13.291) und dann beim Aussichtspunkt an der Grenze (Parkplatz vor dem Zollgebäude bei S 17° 23.529’, O 14° 13.405’) ein Blick auf den Wasserfall werfen. Oder vielmehr: „hätten werfen können“. Das war ein Ritter von sehr trauriger Gestalt! Hatte hier nicht irgendwer etwas von „Regenzeit“ erzählt? Dagegen waren ja die bei unserem Besuch ausgetrockneten Victoriafälle noch imposant.

Ruacana Falls Ende November

Ruacana Falls Ende November

Immerhin hätten wir beinah noch ein Land abhaken können: Angola war praktisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Beinah Land Nr. 22

Beinah Land Nr. 22

Wir ließen uns nicht desillusionieren: Jetzt erst recht! Auf zu den Epupa Falls! Wenn die Ruacana Falls so aussehen, kann in den letzten Tagen doch nicht allzu viel Regen gefallen sein und die Pisten müssen passierbar sein. Oder? Sicherheitshalber wählten wir doch die „Mädchen“-Strecke: Bis Swartbooisdrift, dann die D3701 südwestlich und an der Gabelung die D3700 wieder nordwestlich hoch. Auch wenn wir über die Befahrbarkeit der direkten Strecke von Swartbooisdrift zu den Epupa Falls, die unmittelbar am Fluss Kunene entlang führt, nichts Gutes gehört hatten (für die etwa 100 km solle man bis zu einen vollen Tag einplanen), so hätte ich sie gerne ausprobiert, doch die Vernunft hatte in Anja einen tatkräftigen Fürsprecher. Wir führen – gefühlt oder real – immer noch ein Rennen gegen die Regenzeit und ich will tatsächlich diese sehr spärlich befahrene Strecke mit nur einem Fahrzeug passieren? Also, wohl eher ein andermal.

Der Weg bis Swarbooisdrift führte uns an der Kunene River Lodge vorbei, hier hätten wir ganz gern schon am 18.11. übernachtet, aber da wir nicht wussten, wie die Straßenverhältnisse sind, wollten wir nichts riskieren. Und das war eine gute Entscheidung, denn auf dieser Strecke muss das Gewitter gestern ordentlich niedergegangen sein. Die Piste war heute noch an manchen Stellen gut matschig und wir hatten viele überschwemmte Abschnitte. Das Wasser stand nie wirklich so hoch, dass die Reifen komplett drin versunken wären, aber ich bin froh, diesen Abschnitt nicht gestern während des Gewitters, vielleicht sogar im Dunkeln, gefahren zu sein; wohl mit ein Grund, weshalb ich mir die direkte weitere Strecke zu den Epupa Falls entlang des Flusses so schnell ausreden ließ… Stattdessen sahen wir entlang der D3701 „Zebraberge“ und wurden auf der Strecke fast seekrank: Hügel rauf, Hügel runter, Hügel rauf, Hügel runter, Hügel rauf, …

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Bei den Epupa Falls campten wir auf dem Omarunga Camp, direkt am Wasser (S 17° 00.102’, O 13° 14.765’). Doch so sehr uns auch der erfrischende Sprung ins kühle Nass gereizt hätte, wir wurden gewarnt: Nicht jeder „Stock“ im Wasser ist auch wirklich ein Stock. Wir sahen zwei Krokodile, die wenig Anstalten machten, sich entsprechend zu tarnen. Dafür – man muss ja stets das Positive sehen – gibt es immerhin keine Hippos. Sieht man von einem Bad in dem Kunene mal ab, ging die größte Gefahr von herunterfallenden Palmennüssen (Makalanis) aus. Die Palmen spendeten zwar Schatten, doch da es sehr windig war, schlug einmal mit ordentlichem „Kawums“ ein ganzer Zweig nahe unserem Tisch auf dem Boden auf – da hätte man nun nicht gerade sitzen wollen.

Willi im Palmenschatten bei Sonnenuntergang

Willi im Palmenschatten bei Sonnenuntergang

Wir meldeten uns noch schnell für eine Himba-Tour am nächsten Morgen an und erkundeten dann die Epupa Falls.

Epupa Falls

Wasserfälle mit viel Wasser

Die Himba-Tour am nächsten Morgen ließ uns noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Unser Reiseführer sagte noch etwas von „unter deutscher Führung“, was das Camp anging, aber das haben wir so nicht vorfinden können. Doch unter den Besuchern war die Mehrheit deutsch. Und als ich hörte, dass ein Vierergrüppchen sich nach dem Weg erkundigte, den wir gestern erst gefahren sind, konnten wir mit Insider-Wissen über die Pisten-Befahrbarkeit weiterhelfen. (Wir fragten allerdings nicht mit welchem Auto sie fuhren und sahen sie wenig später mit einer Art Opel Zafira davon fahren. Ob man damit so einfach durchkommt…) Um neun ging ’s dann los: ins nächste Himba-Dorf.

Anfangs war die Tour so organisiert, dass das nächste Dorf von Epupa aus angefahren wurde. Da ein Dorf pro Besuch etwas Unterstützung bekommt, kam es jedoch zu neidvollen Verstimmungen zwischen den Dörfern, so dass nun alle umliegenden Dörfer reihum besucht werden. Jedes Dorf bekommt einen Sack Mais-Mehl, etwas Milch, Zucker und Salz und „spielt dafür Zoo“. Anders kann man es wohl leider nicht nennen. Wir waren in einer Gruppe mit insgesamt acht Leuten plus Führer und Fahrer; der Fahrer blieb im Wagen, der Führer war Himba und mit Angehörigen des Dorf-Clans verwandt, bleiben acht Fremde, die in das Dorf einfallen. Anja und ich waren von dem teilweise massiv undezenten Verhalten auf der Suche nach einem eindrucksvollen Photomotiv von den anderen sechs regelrecht abgestoßen; es gewährte keinerlei Privatsphäre. Das, was uns auf der Reise so häufig als Betroffene negativ aufgefallen war, stellten wir hier nun erstmal wieder bei anderen fest. Doch die Himbas ließen sich in ihrem Tun nicht beirren und blendeten uns Fremdkörper so gut es ging einfach aus.

Die positive Seite dieser Medaille ist, dass der Ortsbesuch authentisch ist. Was wir zu sehen bekommen ist kein Museumsdorf, sondern ein Dorf, indem die Himbas ihre Tradition leben. Insgesamt war es ein sehr kleines Dorf, bestehend aus wenigen kleinen, runden Lehmhütten, der größeren Hütte des Chiefs und dem angrenzenden Ahnenfeuer sowie dem Kraal für das Vieh in der Mitte des Dorfs. Als wir dort waren, wurde gerade eine Hütte saniert, wie man auf den Bildern sieht.

Himbas

Besuch im Himba-Dorf

Die Himba haben zwar auch den einen oder anderen Vorzug des modernen Lebens erkannt, aber meist gar nicht genügend Geld alle ihre Kinder auf Schulen zu schicken, und so wird häufig ein Teil in die Schulen geschickt, der andere bleibt zu Hause und hält die Tradition am Leben, was den Himba deutlich wichtiger als anderen Volksgruppen in Namibia ist. Viele der Siedlungen sind dort, wo es genügend Futter für die Rinder gibt, und das ist im spärlich besiedelten Kaokoveld meist nicht in der Nähe von Schulen. Also werden die Kinder, die eine Schule besuchen können, meist in Internate geschickt, was die Entfremdung zur eigenen Tradition beschleunigt.

Nach dem Dorf durften wir uns noch einen traditionellen Himba-Friedhof anschauen, dann ging es zurück zum Camp und wir brachen nach einem kühlen Getränk gleich weiter auf gen Süden, wo wir nach ca. 180 km Dirt Road in Opuwo ankamen. Die Fahrt war alles in allem ereignislos; die Strecke war gut befahrbar. Wenn ich da an das „die ziehen die Autos bereits mit Treckern durch die Flüsse“ zurückdenke, so zeigt sich wieder einmal bei unserer Initiative Rückenwind, dass die alte Plattitüde „Seeing is believing!“ garantiert ein Fazit unserer Reise werden wird. Wir werden von anderen häufig gefragt, was das eine Fazit unserer Reise sei. Für uns ist das schwierig, da es so viele Eindrücke sind. Vielleicht ergibt sich erst in einigen Jahren rückblickend ein Resümee, das sich auf ein hochkonzentriertes Destillat zusammenköcheln lässt. Derzeit hat jedes Land seine eigenen Eindrücke und damit hinterlässt jedes einzelne seine eigene Quintessenz. Doch „Seeing is believing!“ wird definitiv dick und fett mit auf unserer abschließenden Reise-Bilanz stehen.

In Opuwo mussten wir ein wenig suchen, um den rechtmäßigen Eigentümer unserer Fracht (dem Schlüssel aus Outjo) zu finden, doch schließlich fanden wir ihn: das Opuwo Country Hotel. Und weil wir die letzten Tage keinen Regen, dafür aber genügend Staub und Dreck hatten, ruhten wir uns heute auf dem angrenzenden Campingplatz (S 18° 02.959’, O 13° 49.947’) ein wenig aus und genossen die Aussicht vom Pool – das Leben kann so schön sein…

Sowas möchte ich auch mal haben, wenn ich groß bin!

Sowas möchte ich auch mal haben, wenn ich groß bin!

 

 

 

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• Mittwoch, November 18th, 2009

Nach einem stärkenden Frühstück ging es für uns gleich los. Diesmal mit ganz ungewohnter Peilung: 326°, also Richtung Nordwesten. Bis zu den Ruacana Falls wollten wir auf jeden Fall kommen und dann weiter sehen, doch bis dahin waren es über 470 km, so dass es sehr wahrscheinlich war, dass wir gar nicht weiter fahren würden, und so kam es dann auch.

Die Strecke ist bis zur Abzweigung nach Opuwo geteert und danach gut planiert. Die Distanz war also keine Herausforderung. Doch was ist mit dem Regen?

Dieser Wolkenbruch zog langsam auf unsere Piste zu, doch unser Willi war schneller.

Dieser Wolkenbruch zog langsam auf unsere Piste zu, doch unser Willi war schneller.

Insgesamt blieb es für uns sehr trocken. Doch rechts und links zog es immer mal wieder großflächig zu und fahren auf Nebenstrecken (vor allem in bergigem Terrain) war dort bestimmt nicht mehr so lustig…

Ein sonniger Tag sieht anders aus

Ein sonniger Tag sieht anders aus

Ab Ruacana ist die Straße jedoch zunächst wieder asphaltiert und bietet eine grüne Aussicht auf Angola.

Grüne Hügel

Grüne Hügel ...

... auch auf der angolanischen Seite

... auch auf der angolanischen Seite

Wir haben das Hippo Pools Community Camp (S 17° 24.415’, O 14° 13.039’) angefahren und hatten den ganzen Platz für uns: die „Office“-Hütte verschlossen und keine Besucher außer uns. Dazu sollten wir wohl nun doch noch unseren Teil abbekommen: ein Gewitter zog auf und verstärkte den gespenstischen Eindruck. Auch wenn der Hauptteil hinterm Berg blieb, wir flüchteten vorm Regen in unseren Wagen.

Sollte der Ladenbesitzer aus Outjo am Ende doch Recht behalten?

 

 

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• Dienstag, November 17th, 2009

Nachdem wir in unserem Willi wieder einmal klar Schiff gemacht hatten – war bitter nötig –, sind wir rein ins Städtchen. Dort hieß es zuerst: Für die nächsten Tage einkaufen! (Die wahrscheinlich wichtigste Aufgabe, denn der Norden ist deutlich dünner besiedelt.) Danach haben wir in der Outjo Bäckerei etwas gegessen – diesmal hatte ich das Schnitzel und Anja ein halbes Brötchen mit Salami, für uns beide gab es zum Nachtisch ein Stück Schwarzwälderkirschtorte ;-) –, und ich habe anschließend Gebrauch von der guten Internetverbindung in dem angeschlossenen Internet Cafe gemacht (S 20° 06.397’, O 16° 09.088’).

Währenddessen hat Anja die Souvenir-Shops besucht. In einem bekam sie einen Schlüssel eines Zimmers des Opuwo Country Hotels, den wir nun in den Norden kutschieren. (Ein Hotelgast hatte diesen versehentlich mitgenommen und in dem Souvenir-Laden abgegeben. Anja kam mit dem Besitzer ins Gespräch und nachdem er gehört hatte, dass wir in den Norden wollen, fragte er sie, ob wir den nicht mitnehmen und dort abgegeben könnten. Und natürlich können wir den Kurier mimen.) Der Ladenbesitzer hatte auch schlechte „News“ für uns: Er meinte, im Norden seien schon heftige Regenfälle runtergekommen, „die ziehen bereits die Autos mit Trecker-Winschen durch die Flüsse“. Klasse! Aber wir haben mittlerweile gelernt, dass derartige Insider-Informationen nicht immer zutreffen müssen. In Äthiopien wären wir wohl nie durchs Omo Valley gefahren, wenn wir den Aussagen der meisten vermeintlichen „Insider“ Glauben geschenkt hätten, und in Ägypten soll es ja sogar zum guten Umgangston gehören, nach dem Weg fragende Fremde lieber in irgendeine Richtung (und damit meist eine falsche) zu schicken, denn keine Auskunft zu geben ist ungastfreundschaftlich und damit verpönt. Bis zu den Epupa Falls ist die Strecke gut ausgebaut (größtenteils Asphalt, der Rest gut planierte Piste), bis dahin kommen wir auf jeden Fall und dann schauen wir halt weiter.

In den Souvenirläden haben wir sie nun auch das erste Mal gesehen: schwarz-weiß-rote Deutsch-Südwest-Aufkleber, die in Deutschland selbst wahrscheinlich verboten wären, hier jedoch alles andere als unterm Ladentisch verkauft werden, sondern gelebtes Brauchtum sind.

Die Tradition wird aufrecht gehalten, wogegen ja per se nichts einzuwenden ist, aber das Gedankengut in den Köpfen vieler Deutschstämmiger hier ist politisch nun nennen wir es mal „nicht ganz aktuell“. Doch ich werde mich hüten, mit Steinen zu schmeißen, bei uns hört man ja auch immer wieder, dass „nicht alles schlecht war“…

Und, ach, nun hätte ich es beinah vergessen, natürlich haben wir dann auf dem Rückweg doch noch den Internet-UBS-Stick gekauft und gleich exzessiv genutzt. Es ist einfach zu schön, oben in unserem Klappschafdach zu liegen und nochmals schnell Emails checken zu können.

 

 

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• Dienstag, November 17th, 2009

Wir haben schlecht und kurz geschlafen. Nachts weckten uns mehrere Male Donner und ungebetene Gäste (Mozzies) und um fünf Uhr klingelte dann bereits der Wecker, damit wir früh genug im Park sind für die „Morgenparade“. Der Etosha National Park entschädigte uns schnell. Wir fuhren in den Park durch das Namutoni Gate, fanden es noch etwas befremdlich, dass wir beim Eintritt hier gar kein Geld zahlen mussten (bezahlt wird an einem der drei Camps und beim Austritt wird dann nur noch kontrolliert, ob auch alles ordnungsgemäß bezahlt wurde), doch das war vergessen, als wir am ersten Wasserloch ankamen. Bereits hier, bei der „Chudop Fountain“ (S 18° 51.497’, O 16° 55.477’), sahen wir wahrscheinlich mehr unterschiedliches Wild auf einem Fleck als in allen bisherigen Parks: Gnus, Zebras, Giraffen, Springböcke, Warzenschweine, Schakale und Löwen einträchtig um das Wasserloch gruppiert.

Chudop Fountain

Chudop Fountain

(Den Tag über sahen wir noch Spießböcke, Strauße, Flamingos, Tüpfelhyänen, Kudus, Impalas, Rote Kuhantilopen und ein Ockerfußbuschhörnchen.) Aber auch landschaftlich kann die Etosha punkten: Selbst ohne Blumenpracht in der Regenzeit sind die Salzpfannen beeindruckend, vor allem von dem „Pan View Point“ bei S 18° 55.824, O 16° 29.250’ betrachtet.

Willi im Salz

Willi im Salz

Wenn man sich diese Pfannen in der Etosha anschaut, glaubt man gar nicht, dass es in Namibia überhaupt regnen kann. Dennoch befinden wir uns immer noch in einem Wettkampf mit der Regenzeit, sofern diese nicht ähnlich trocken ausfällt wie in Kenia, wo sie wortwörtlich „ausgefallen“ ist.

Wir haben im Park gefrühstückt, begleitet von einem „Killing“ eines Flamingos durch eine Hyäne – so ist sie halt, die Natur.

Hier sieht es noch nicht so aus, aber die Jagd war erfolgreich.

Hier sieht es noch nicht so aus, aber die Jagd war erfolgreich.

Doch als es dann langsam Mittag wurde, und die unterschiedlichen Wasserlöcher, die wir auf unserem Weg zum Halali Camp anfuhren, mit immer weniger Tieren anzutreffen waren, wurde es für uns Zeit, einzukehren. Wir fuhren ins „Halali Rest Camp“ (S 19° 02.199, O 16° 28.185’), das Anja noch von ihrem letzten Namibia-Urlaub kannte. Hier sind wir gleich als erstes zum Camp-eigenen „Moringa Wasserloch“ gegangen, doch die Nachmittagsvorstellung viel mit Springböcken und Zebras eher unspektakulär aus, einzig die kämpfenden Schwarzgesicht-Impalas sorgten für etwas „Action“.

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Wir wuschen schnell etwas Wäsche und kühlten uns dann ausgiebig in dem Pool ab. Bevor es zur spannenderen Spätvorstellung zurück ans Wasserloch ging, kochten wir uns noch schnell ein paar Nudeln und gingen dann zurück zum Wasserloch, wo wir bis spät in die Nacht verblieben. Hier herrschte andächtige Ruhe wie in einer Oper. Im ersten Akt spielten zwei junge Elefantenbullen die Hauptrolle. Die Hannoveraner werden es einordnen können, wenn ich sage, dass dies auf mich wie eine skurrile Aufführung beim Kleinen Fest im Großen Garten wirkte. Ich fragte mich teilweise, wer hier eigentlich wen beobachtet, wenn ein Elefant mal wieder minutenlang regungslos die Zuschauer fixierte. Da hätte auch sehr gut ein Schauspieler im Elefantenkostüm stecken können, der den Zuschauern einen Spiegel vorhält.

Etwas unprofessionell waren noch die Bühnenumbauten zwischen den Akten, die zwischen einer halben und einer vollen Stunde dauern konnten, ohne dass sich das Bühnenbild groß geändert hätte. In den folgenden Akten sahen wir dann noch zweimal ein Spitzmaulnashorn (wahrscheinlich war es dasselbe mit zwei Auftritten) und mehrere Elefantenherden.

Etosha National Park - Day 1

Tag 1 in Namibias Salzpfanne

Unseren zweiten Tag in der Etosha wollten wir ähnlich früh beginnen wie unseren ersten Tag, aber so langsam sind wir aus dem Alter raus, wo wir bis in die Puppen feiern können und trotzdem am nächsten Morgen, als ob nichts gewesen wäre, früh aus den Federn springen können. Wir redeten uns schön, dass wir ja eh nicht so früh los könnten, da die Tore des Camps erst um sechs Uhr geöffnet werden. (Wie überall herrscht auch im Etosha National Park Nachtfahrverbot.) Um nicht allzu spät los zu kommen, fuhren wir erneut ohne Frühstück los, und holten dies dann im Park nach. Das Wetter lud auch nicht wirklich zu einem ausgiebigen Frühstück ein: es regnete. Doch während ich eins und eins zusammen zählte und mich schon ärgerte, denn wenn der Boden nass ist, warum sollen die Tiere dann noch zu einem Wasserloch kommen, da ließ der Regen – so schnell wie er gekommen war – auch schon wieder nach. Doch die Etosha unternahm erneut mehr, um uns bei Laune zu halten: Bereits am zweiten Wasserloch, der „Salvadora Fountain“ (S 19° 02.086’, O 16° 16.181’) erlebten wir herumtollende Löwenkinder.

Unbeschwerte Jugend

Unbeschwerte Jugend

Sechs Wasserlöcher später holten wir auch endlich unser Frühstück nach. Mittlerweile waren wir auch beide wie erschlagen, doch das Frühstück brachte uns wieder zu Kräften und der Kaffee tat sein übriges. Rückblickend kann ich ja nun zugegeben, dass meine Reaktionszeit bei der morgendlichen Fahrt sicherlich nicht die beste war… Mit vollem Magen überraschte uns die Etosha bereits am nächsten Wasserloch, dem „Gemsbokvlakte Wasserloch“ (S 19° 12.798’, O 16° 03.486’), erneut, und zwar in Form einer überaus satten Löwenfamilie und einem ausgehölten jungen Elefanten. (Wenn ich die übrigen Wasserlöcher auslasse, so heißt das nicht, dass es hier rein gar nichts zu erzählen gäbe. Nicht alle waren umwerfend, aber wenn ich mich hier nicht auf die „Elite“ beschränke, werde ich nie fertig… ;-) )

Kurze Jugend

Kurze Jugend

„Ich lass euch trinken, aber verpetzt mich nicht.“

„Ich lass euch trinken, aber verpetzt mich nicht.“

Wir sind dann noch in die nördlichste Ecke, die per Tracks in diesem Teil erreichbar ist, gefahren, zu dem „Okondeka Wasserloch“, und in den Westen zum Moringa Ghost Tree Forest, kurz bevor der Park für Normalsterbliche gesperrt wird – die westliche Seite des Etosha National Parks ist exklusiv für Besucher bestimmter Lodges reserviert, Besucher mit dickem Portemonnaie, die sich diese Lodges leisten können…

Etosha National Park - Day 2

Tag 2 in Namibias Salzpfanne

Durch das Ongava Gate, das südliche Tor der Etosha, haben wir den Nationalpark dann verlassen und sind nach Outjo gefahren. Auch dies hatte seinen Reiz… ;-)

„Jugend forscht“ im Straßenbau?

„Jugend forscht“ im Straßenbau?

Eindrucksvoll und farbintensiv war auch das Wetter. Wir sehen immer mal wieder große Regenwolken, aber der ganz große Wurf ist das hier noch nicht, dafür ist alles noch viel zu trocken…

Das ist noch nicht die Regenzeit

Das ist noch nicht die Regenzeit

In Outjo campten wir in der Ombinda Country Lodge (S 20° 07.196’, O 16° 09.485’) und genossen ein Abendessen, dass wir in dieser Form auch leicht in Deutschland serviert bekommen hätten – Anja erfreute sich an ihrem Schnitzel. Nach über sieben Monaten sind wir für Namibias kulinarische Grüße aus der Heimat doch immer wieder mal dankbar.

Für uns stand schnell fest: Hier legen wir einen Ruhetag ein! Wir schliefen also aus und genossen eben ein gemütliches Frühstück. Wir kamen vorhin ins Gespräch mit einem deutschen Paar, das uns einen USB Stick für Internetempfang so nahe gelegt hat, dass wir uns nun fragen, weshalb wir uns eigentlich nicht schon eher eins geholt haben. Ach, ja: Unnötige Kosten für ein Stück Elektronik, das wir in Deutschland bereits haben. Na ja, schauen wir mal, wir fahren nun gleich mal ins Städtchen und lassen uns beraten…

 

 

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• Samstag, November 14th, 2009

Wir sind heute früh von „Die Kraal“ los; ohne Frühstück denn das wollten wir in Tsumeb nachholen. Grootfontein ließen wir südlich liegen und fuhren direkt zum Hoba Meteoriten (S 19° 35.585’, O 17° 56.054’), dem weltweit größten bisher entdeckten Meteoriten.

That's what we call BIG.

That's what we call BIG.

Wir hatten ziemlich Glück, dass uns nicht der Himmel auf den Kopf gefallen ist, wie das Schild belegt.

Die Gallier hatten Recht, dass Schlimmste, was einem passieren kann, ist das einem der Himmel auf den Kopf fällt.

Die Gallier hatten Recht, dass Schlimmste, was einem passieren kann, ist das einem der Himmel auf den Kopf fällt.

Anschließend trieb uns der Frühstücks-Hunger nach Tsumeb. „Tsumeb“, so sagt unser Reiseführer, „ist ein Geologentraum. 184 verschiedene Mineralien wurden hier gefunden, zehn davon gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.“ Doch – Sorry, Kulle! – uns interessierte Tsumeb vor allem wegen der Möglichkeit, hier nochmals Lebensmittel aufzustocken, und wegen des „Etosha Cafe & Biergarten“ (S 19° 14.546’, O 17° 42.808’), „eines der besten Plätze in der Stadt für ein herzhaftes Frühstück mit richtig aufgebrühtem Kaffee“, so der Lonely Planet.

Zum Glück durfte man auch bierlos frühstücken…

Zum Glück durfte man auch bierlos frühstücken…

Als wir frühstückten, kamen immer mehr Deutschsprachige ins Cafe, doch sie sahen mehr nach Einheimischen denn nach Touristen aus. Der ganze Garten war schließlich voll – wir mussten wohl den Frühstückstag des örtlichen „Kulturvereins“ oder so etwas erwischt haben. Zeit für uns zu gehen.

Obwohl wir noch genügend Zeit gehabt hätten, in den Etosha Nationalpark zu fahren, wollten wir uns das für morgen aufheben, und dann gleich so früh wie möglich das Gate passieren. Von Fiver und Stuart haben wir vom Sachsenheim Camp gelesen (S 18° 44.817, O 17° 15.658’), das in „Schlagdistanz“ zum Gate liegt und das wir deshalb als Nachtlager aussuchten. Bei der Fahrt dorthin ist uns erneut aufgefallen, wie riesig Farmland hier teilweise ist. Großbauern in Deutschland sind gemessen hieran allenfalls Kleingärtner…

Sachsenheim Camp

Sachsenheim Camp

Nach einem wunderbaren Braai ging’s früh ins Bett, denn der Wecker wird morgen bereits kurz vor fünf Uhr klingeln…

 

 

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• Freitag, November 13th, 2009

Der Grenzübertritt nach Namibia verlief „ohne besondere Vorkommnisse“. Waren die Grenzübertritte nach Syrien, Ägypten, Sudan etc. noch spannend und eigene Artikel wert, sollten wir uns nun wohl langsam abgewöhnen, überhaupt noch von ihnen zu berichten.

Nach der Grenze schließt sich gleich das „Mahangu National Park“ an, das man jedoch kostenlos durchfahren darf, solange man auf der Straße bleibt. Fährt man von der Hauptstraße ab, ist ein Permit notwendig. Wir haben einen Schlenker zum Okavango gedreht und sind dann zur Mahangu Safari Lodge (S 18° 08.304’, O 21° 40.828’) gefahren, die uns von Stuart und Fiver empfohlen wurde. In der Lodge haben wir Gäste gehört, die von dem Mahangu Nationalpark ganz begeistert waren. Wir fanden ihn nach all dem, was wir bisher an Parks gesehen haben – vor allem nach allem, was wir bisher in Parks gesehen haben – wenig überzeugend. Doch wir sind auch zur Mittagszeit durchgefahren.

In der Mahango Safari Lodge kamen wir mit Deutsch auch endlich wieder mindestens genauso weit wie mit Englisch. Am Frühstücksbuffet kam ich mit einem Namibier ins Gespräch, der mich zuvor mit Anja deutsch sprechen gehört hat. Er fragte im akzentfreien Deutsch, ob wir direkt aus Deutschland kämen (oder aus der Schweiz bzw. aus Österreich), was ich bejahte. Er stellte sich als „5. Generation Namibier“ vor und ich fragte, ob er denn ursprünglich auch aus Deutschland käme. „Aus Preußen“ war seine Antwort. Richtig, damals sah „Deutschland“ noch sehr anders aus.

Gemäß unserer ursprünglichen Zeitschätzung, die wir in Kampala gemacht hatten, hätten wir in der ersten Dezemberwoche Botswana erreicht. Nun ist noch nicht einmal Mitte November und wir sind schon in Namibia. Wir können folglich das Tempo wieder ein wenig rausnehmen. Uns gefiel es hier so gut – hatten einen Campingplatz direkt am Okavango bekommen, die Getränke waren kühl und der Pool erfrischend –, dass wir uns entschieden, noch einen Tag dranzuhängen.

Donnerstagabend kramte ich unseren Weltempfänger hervor, um Anja eine Freude zu machen, die gerade Bratkartoffeln mit Kürbis und Zwiebeln brutzelte. Wir schalteten das Radio ein und mit das erste, was wir gehört hatten, war eine Meldung über die Trauerandacht vom Tod Enkes. Wie waren sprachlos, und ich hätte das Radio am liebsten gleich im hohen Bogen in den Fluss geworfen. Ich hatte immer wieder das Bild vor Augen, wie wir ihn anfeuern und er uns über dem Kopf – den Blick fest aufs Spiel gerichtet – zuklatscht. Ich war selbst erstaunt, darüber wie sehr mich sein Freitod traf. Wie imponierte uns damals, dass er so früh nach dem Tod seiner Tochter wieder im Tor stand, heute wissen wir, dass es wohl viel zu früh war…

Am heutigen Morgen, am Freitag, 13., wollten wir gleich nach dem Frühstück aufbrechen, da wir gut 470 km vor uns hatten. Doch da trafen wir auf Traudel und Udo samt ihrer Hündin Iva. Die beiden touren im IFA durch Afrika. Zwei Jahre waren sie bereits unterwegs, doch sie gönnen sich noch eine Verlängerung, weil sie das Gefühl haben, an vielen Orten viel zu schnell vorbeigebraust zu sein. Immer mal wieder fliegen sie zurück nach Deutschland und mit diesem Rhythmus sind sie nun schon drei Jahre unterwegs.

Es ergab ein Wort das andere und wir kamen erst am späten Vormittag los – am sehr späten Vormittag. Doch die B8, die Straße durch den Caprivi Strip, auf die wir in Divundu stießen, ist gut und so war eine Übernachtung in Rundu nicht notwendig; wir fuhren durch bis zum „Die Kraal Camp“ kurz vor Grootfontein (S 19° 31.519’, O 18° 08.436’). Der Besitzer  kommt ursprünglich aus Hamburg, ist redselig und nimmt einen sehr gastfreundlich auf. Ehe man sich versieht, sitzt man mit ihm auf der Bank und man erzählt sich gegenseitig nahezu seine Lebensgeschichte. Über die politische Entwicklung Namibias in den letzten Jahren ist er nicht sonderlich glücklich und aus dem Blickwinkel „politischer Korrektheit“ können wir nicht umhin anzumerken, dass manche seiner Bemerkungen „grenzwertig“ anmuten. Andererseits leben wir nicht hier; täten wir es und ist die Entwicklung derart, wie er sie uns vermittelt, wer weiß, wie wir reagieren würden. Seine Frau zaubert ganz exquisite Steaks, für die „Die Kraal“ bekannt ist. Als wir da waren, gab es Kudu Steak und es schmeckte einfach fabelhaft. Es war Medium-zubereitet und zerging dennoch förmlich auf der Zunge. Wie das überhaupt zusammen ging, ist mir bis heute nicht ganz klar. Dazu gab es Kartoffelgratin und grüne Bohnen.

Morgen schauen wir uns den Hoba Meteoriten an und tasten uns möglichst nahe an den Etosha Nationalpark, den wir dann übermorgen in Angriff nehmen.

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