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• Donnerstag, Oktober 15th, 2009

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Auf unserer Fähre zurück von Sansibar, bekamen wir eine SMS von Chris, dass er seinen Wagen neben unserem im Sunrise Beach Resort geparkt hat. Zur Erinnerung: Wir haben unter anderem zusammen mit Chris die Fähre von Assuan nach Wadi Halfa genommen und während sein Beifahrer Carl mittlerweile wieder zurück in England ist, hat Chris hier eine auf zunächst zwei Jahre befristete Lehrerstelle angenommen. Er unterrichtet an der internationalen Schule in Morogoro und das wollten wir uns natürlich anschauen. Wir hatten also mit Chris Kontakt aufgenommen und das letzte, was wir von ihm gehört hatten, war, dass er zusammen mit einem Freund und zwei Kollegen am 10. Oktober für ein paar Tage nach Tanga und zum Sadani Nationalpark fahren wollte. Das sah für uns zunächst leider alles so aus, als ob er, gerade wenn wir bei ihm vorbeischauen wollten, nicht vor Ort wäre. Doch Fortuna war uns hold und hielt uns mit seiner SMS mal wieder vor Augen, dass die Welt ein Dorf ist – sie hatten sich den Park angeschaut und kamen nun zum Sunrise Beach Resort, um noch ein paar Tage am Strand zu relaxen.

Wir fuhren Willi vom Parkplatz zurück zur Campsite und waren sehr erfreut, dass Fred und Elonora, das neuseeländische Paar, das uns vor unserer Fahrt nach Sansibar so viele hilfreiche Tipps gegeben hat, auch noch vor Ort war. Es hatte alles ein wenig länger gedauert, die Verschiffung ihres Wagens zu organisieren – „Europa hat Uhren, Afrika hat Zeit“… Doch am nächsten Tag machten sie sich definitiv auf. Der Papierkram war endgültig abgehakt, ihr Landcruiser kann in ca. drei Wochen verschifft werden. Es geht nach Holland, allerdings nur als Zwischenstation: Der Wagen wird dort geparkt, erst nächstes Jahr bereisen sie Europa, vorher geht ’s für sie nach Süd- und Mittelamerika ohne eigenen 4WD.

Abends aßen wir zusammen mit Chris und seinen Freunden im Sunrise Beach Resort und zogen uns dann aber auch schnell in unseren Willi zurück, die Überfahrt steckte auch uns wohlmöglich noch etwas in den Knochen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten sich dann Fred und Elenora endgültig. Dennoch blieb es sehr lebhaft an dem Sunrise Beach: Katie und Steve waren auch noch da – wir lernten die beiden schon vor unserer Abfahrt nach Sansibar kennen – und warteten noch auf Sandy und Roy, die einen Tag nach uns von Sansibar zurückkommen wollten. Außerdem trafen wir auf Henning und Carolin aus München. Die beiden sind routinierte Afrika-Befahrer, die schon seit Jahren für ein paar Wochen hier in den Süden fahren, ihren Wagen entstauben, sich eine neue entlegene Ecke zum Erkunden suchen und ihren Wagen dann wieder einmotten. Bevor wir jedoch von den beiden wertvolle Tipps bekommen konnten, stand heute erstmal „Materialbeschaffung“ auf dem Aufgabenzettel.

Wir fuhren also nach Dar-es-Salaam, um Proviant auf zu stocken, Dollar zu kaufen und um kurz in ein Internet Cafe zu springen, weil natürlich das Internet im Sunrise Beach Resort immer noch nicht ging. Unseren Proviant haben wir im Shoprite gekauft, wie immer, wenn ’s einen vor Ort gibt, weil ’s hier einfach alles unter einem Dach gibt. Dummerweise haben wir uns jedoch erst den ganzen Weg nach Slipway gekämpft und das war ein Reinfall – don’t go there! Die Lokation wurde uns als nettes Einkaufszentrum beschrieben, tatsächlich gibt es hier aber vermehrt Touristen-Schick und zu allem Überfluss ist der Shoprite dort mittlerweile auch ausgezogen und ein indischer, völlig überteuerter Laden eingezogen. Also sind wir zurück zu dem (S 6° 49.685’, O 39° 16.489’), den wir nicht ganz 20 km vor Slipway schon fast passiert hatten…

Von Jan & Trevor haben wir gelesen, dass sie im Mikadi Beach Resort angekommen seien, doch als wir sie tagsdrauf besuchen wollten, hatten sie leider schon nach Sansibar übergesetzt. Ursprünglich hätten wir an diesem Tag auch schon wieder unterwegs sein wollen, doch zunächst wollte Chris diesen Tag noch hier verbringen und so hatten wir beschlossen dann noch einen Tag länger zu bleiben. Schließlich wollten wir ihn besuchen, was doch eher beschwerlich wird, wenn er nicht zu Hause ist. Chris dann mit seinen Freunden allerdings doch schon morgens abgefahren, während wir noch diesen einen Tag am Indischen Ozean genossen. Wir machten in Willi klar Schiff, ich las, Anja schrieb Tagebuch und abends aßen wir zusammen mit Henning und Carolin und bekamen zahlreich Tipps für Sambia und Malawi aus erster Hand. Schließlich hatten sie die letzten drei Jahre Sambia bereist und konnten uns somit viel zu all dem erzählen, was uns in den nächsten Tagen und Wochen erwartete.

Henning und Carolin

Henning und Carolin

Nach einer halben Ewigkeit konnten wir uns also endlich vom Sunrise Beach losreißen. Es war wunderschön, aber nun wurde es auch Zeit, dass wir auch wieder etwas auf die Piste kamen. Zum Abschied haben uns Henning und Carolin sogar noch ihren Reiseführer geliehen, den wir versprachen, nach München zurückzubringen. (Wir passen drauf auf, keine Sorge! 😉 ) Bis wir Dar-es-Salaam endlich und endgültig den Rücken gekehrt hatten, war der halbe Tag schon rum. Ewig hat es gedauert, dem Verkehr zu entkommen! Dabei ist es gar nicht das Verkehrsaufkommen allein, was die Straßen dicht macht und Stau entstehen lässt: Mal sind es Kreisel, die es hier zu Hauf gibt, die aber irgendwie das falsche Mittel für den Verkehrsfluss sind, dann sind es Polizisten, die den Verkehr regeln, wobei man sich des Gedankens nicht verwehren kann, dass es evtl. für alle Mann schneller gehen könnte, wenn sie nicht eine gefühlte halbe Stunde lang eine Seite durchwinken würden und dann ist da noch mein persönlicher Lieblingskandidat: Rechtsabbieger auf einer voll befahrenen zweispurigen Straße, die die eine Seite lahm legt, während ihn die andere Seite nicht raus lässt. Meist zeigen dann alle eine stoische Gleichgültigkeit, die uns dann doch noch fremd ist und die uns dann in unserem 40°C Willi nahezu explodieren lässt. Hat man dann erstmal das Verkehrshindernis, der einen oder anderen Art umwunden, kann man fröhlich und selbst ohne Stop-and-Go bis zum nächsten Hindernis fahren, das bestimmt nicht lang auf sich warten lässt.

Chris hatte uns den Weg zu seiner Schule (S 6° 47.xxx’, O 37° 40.yyy’) in Morogoro perfekt beschrieben, so dass wir uns gar nicht verfahren konnten. Wir haben ’s zwar dennoch geschafft und sind eine Abzweigung zu früh abgebogen und auf dem Marktparkplatz gelandet. Der nette Herr an der Schranke nahm uns jedoch zum Glück ab, dass wir nicht auf dem Markt einkaufen waren und uns nur um die Parkplatzgebühr drücken wollten. Aber immerhin sind wir diesmal nicht wie in Istanbul in ein Busdepot hinein gefahren… 😉

Chris hatte glücklicherweise mit dem Essen auf uns gewartet, denn wir hatten bis auf ein paar Cracker mit Käse seit dem Frühstück nichts weiter gegessen und nun ordentlichen Hunger. In Nähe des „Busbahnhofs“ setzten wir uns mit ihm, Jo und einer finnischen Gastlehrerin in einen Art Biergarten und bestellten ein paar Fleischspieße und Pommes. Danach bekamen Anja und ich endlich unsere Führung durch die Schule. Chris wurde im letzten Moment gebeten, jemand vom besagten Busbahnhof abzuholen, und so führte uns Jo kurzerhand durch die Schule. Auch wenn sie vergleichsweise sehr gut ausgerüstet ist und neben einem Schwimmbecken, sogar einen Computerraum hat (während wir da waren funktionierte das Internet allerdings auch nicht – vielleicht sind wir verflucht?), fließt hier auch kein Honig in Strömen. Jen hat beispielsweise unwissentlich die Pritt-Stifte, die für die ganze Schule das ganze Jahr reichen sollten mit ihrer Klasse in der ersten Termhäflte aufgebraucht – sie hatte einen ganz normalen europäischen Verbrauch an Kleber für eine erste Klasse – und nun ist das Budget hierfür aufgebraucht und die Schule muss bis auf weiteres ohne Pritt-Stifte auskommen. Wir hatten etliche Kugelschreiber aus Deutschland mitgebracht und Michael hatte noch ein paar Taschenrechner oben draufgelegt. Bisher hatten wir jedoch kaum einen Kugelschreiber verschenkt: Da wir kein Betteln unterstützen wollten, die meisten bisher aber genau das taten, hatten wir noch die ganze Sammlung; wenn mal jemand nicht kam und bettelte und wir durchaus etwas aus unserer „Schatzkiste“ hätten verschenken wollen, so war sie meist nicht zur Hand, sondern unter einem großem Stapel Krams begraben. Auch wenn die internationale Schule in Morogoro sicher privilegierter als andere (öffentliche) Schulen war, auch hier würde unsere Sammlung herzlich aufgenommen werden. Zudem wussten wir so, wo ’s hingeht und konnten sicher sein, dass die Kugelschreiber und Taschenrechner auch wirklich die Kinder erreichen und nicht vom Erstbesten wieder zu Geld gemacht werden, was dann in seine Tasche wandert. Wir spendeten also unsere kleine Schatzkiste der internationalen Schule und Jen, Jo und Chris freuten sich stellvertretend im Namen aller.

Abends sind wir dann noch mal Essen gegangen, diesmal in Fußballmannschaftsgröße. In der Schule gibt es ein Lehrerhaus, in dem die meisten der internationalen Lehrer wohnen. Neben den Dreien wohnen dort noch zwei weitere Lehrer. Mit ihnen, ihrem Anhang, der vorhin schon erwähnten Finnin und weiteren Freunden zogen wir zu einem Inder nach Morogoro Downtown und gönnten uns ganz leckeres indisches Essen. Das Kind des Besitzers ist auch auf der Internationalen Schule. Er hatte also gar keine andere Möglichkeit als köstliches Essen aufzutischen – Lehrer müsste man sein… 😉

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Den restlichen Abend haben wir dann „30 Seconds“*) gespielt und so sehr wir uns als Tabu-Trainierte auch anstrengten, das Team, in dem Anja und ich drin waren, hat stets verloren. Es ist ein südafrikanisches Spiel und es sind einfach zuviel südafrikanische Begriffe, Orte, Personen, Fernsehsendungen etc. enthalten, aber mit dem Wein, den wir mitgebracht haben und anderen „Spirits“**) vor Ort wurde es trotz anhaltender Pechsträne ein vergnüglicher Abend.

[Anja:] *) Das spiel geht ähnlich wie Tabu, aber einfacher für nicht native-speaker. Auf den Karten stehen nur 5 Begriffe, die man in 30 Sekunden erklären muss. Die Erklärung kann beliebig sein, man darf nur nicht reimen oder einen Bestandteil des Wortes sagen. Tabu wäre an der Stelle schwieriger gewesen, weil das die Wörter für die schnellste Erklärung schon ausschließt.

**) Neuester Trend in Afrika ist etwas, an das wir uns schlecht gewöhnen können: Alkohol in Tüten. Das sind kleine Tütchen, in die etwa 100ml Alkohol passen. Meist ist das kein „original“ Alkohol, sondern nachgemachter Gin oder einfach nur hochprozentiges, bitteres Zeug. Wir haben es jedenfalls nicht getrunken.

Wir klinkten uns irgendwann aus und wollten zurück zu Willi, der im Hof parkte. Doch nachdem wir Chris, Jen und Jo schon überzeugt hatten, mussten wir nun bei den anderen aufs neue Überzeugungsarbeit leisten. Dass wir obwohl zwei Betten frisch bezogen sind, wir dennoch lieber in unserem Wagen schlafen wollen, wurde zwar nach einigen Minuten respektiert, aber nicht verstanden.

Der nächste Morgen begann nicht früh. Jen war schon wach und ließ uns ins Haus und versorgte uns mit dem Nötigsten: Tee & Kaffee und eine Schale Müsli. Nachdem wir vergeblich das Internet versuchten, ging ’s dann los Richtung Iringa.

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