Archive for ◊ Oktober, 2009 ◊

Author:
• Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Der Grenzübergang nach Sambia war auch wieder problemlos. Nach Ägypten wurde es damit eigentlich auch immer langweiliger. 😉 Auf malawischer Seite waren wieder gar keine Gebühren fällig – Malawi, wir kommen wieder! –, auf der anderen Seite fielen 50 USD für das Visum pro Person und 200’000 sambische Kwacha (ca. 30 EUR) Carbon Tax für Willi an. Die Carbon Tax ist Hubraum abhängig und da haben wir mit unseren 4,2 l natürlich den Jackpot geknackt.

Unser erstes richtiges Ziel war der South Luangwa Nationalpark ca. 275 km von Lilongwe. Nicht weit, aber wir hatten schon viel von der schlechten 130 km langen Strecke ab Chipata (direkt hinter der Grenze) bis zum Park gehört und gelesen, außerdem wollten wir es die nächsten Tage etwas langsamer angehen lassen. Wir übernachteten also in Chipata bei Mama Rula’s Campsite (S 13° 34.930’, O 32° 36.595’). Die Besitzerin, Andrea, hatten wir einige Tage vorher angeschrieben, um bei ihr ein Visa Waiver zu beantragen. Kann man beim Zoll ein solches Papier vorlegen (und hat auch der Zoll eine Kopie zugefaxt bekommen), dann muss man keine Visagebühren zahlen, sondern wird „durch gewunken“. Doch Andrea überraschte uns damit, dass die sambische Regierung diese Waiver abgeschafft hat. Immerhin bekamen wir einen ganz vorzüglichen Burger und hatten den Platz zunächst ganz für uns allein – es war ja erst früher Nachmittag als wir ankamen –, es kehrte später aber doch noch ein Overland-Truck ein; der gleiche, der uns bereits im Mabuya Camp begegnet war.

Bevor wir uns am Freitag zum Park aufmachten, schauten wir noch beim lokalen Shoprite (S 13° 38.849’, O 32° 38.850’) vorbei. Seit geraumer Zeit sind wir nun schon auf der Suche nach einem ordentlichen, beschichteten oder gusseisernen Topf, den man bei Bedarf auch einfach ins Feuer stellen kann – dank Jan wissen wir: das Essen schmeckt gerade im Busch einfach viel besser, wenn es über Feuer gekocht wird. 😉 Auch einen vernünftigen Grillrost benötigen wir noch, es ist eigentlich erstaunlich, wie lange wir ohne bisher ausgehalten haben. (Den Grilliput, den wir mithaben, ist schon als Toaster-Ersatz durchgefallen.) Doch auch hier konnte unser sehnlichster Wunsch leider nicht erfüllt werden. Dafür bekamen wir wenigstens eine lokale SIM-Karte. Da D1 wie in Malawi auch in Sambia keinen Roamingvertrag hat, wollten wir wenigstens hier im größeren Sambia für Notfälle gewappnet sein und kauften uns die Karte sowie etwas Guthaben und auf ging’s Richtung South Luangwa Nationalpark.

Die Straße war nahezu vollständig ungeteert und bestand über weite Strecken aus purem Wellblech, aber es zeigte sich wieder einmal, dass Berichte über Straßenqualitäten rein subjektiv sind. Sicherlich war es kein Vergnügen, die (bei uns) ca. 2 Stunden durchgeschüttelt zu werden, aber dann wird halt einfach das Radio etwas lauter gedreht… Ein Grund zur ernsthaften Klage ist diese Strecke unserer Meinung jedenfalls nicht, aber auch dies ist sicherlich subjektiv. Der Zwischenstopp im Mama Rula’s war ohne Frage sehr angenehm – mmmh, dieser Hamburger, yummy, yummy! – aber wegen der Streckenqualität allein war er sicherlich nicht notwendig.

Nicht blenden lassen, dies ist nur eine von zwei kurzen Passagen, die (wahrscheinlich) wegen Steigung asphaltiert sind.

Nicht blenden lassen, dies ist nur eine von zwei kurzen Passagen, die (wahrscheinlich) wegen Steigung asphaltiert sind.

Auch für den South Luangwa hatten wir im Vorfeld einige Camps und Lodges angeschrieben, das Track & Trail River Camp, Flat Dogs Camp und das Croc Valley Camp standen auf unserer Liste, doch diesmal waren wir leider etwas spät mit der Anfrage: Als wir morgens von Mama Rula’s aufbrachen, hatte noch keiner geantwortet. Uns ging es vor allem um einen Preisvergleich, wie teuer Safaris sind und ob es Übernachtungs-Pakete gibt, die Safaris beinhalten. Wir fuhren das Track & Trail als erstes an (S 13° 06.010’, O 31° 47.617’), Croc Valley Camp liegt direkt daneben, das machte uns den Vor-Ort-Vergleich leichter, doch „wir kamen, sahen und blieben“. Das Camp bot alles: Wir campten direkt am Luangwa mit zahlreichen Hippos und Crocos direkt vor unserer „Haustür“, eine schöne Bar mit leckerem Essen, einen erfrischenden Pool und warme Duschen.

Zudem bieten die Besitzer Peter und Kirsten Safaris in den Park. Anja und ich hatten schon vorher beschlossen, diesmal nicht selbst zu fahren, sondern uns beide fahren zu lassen. Erstens können wir uns so viel besser austauschen und beide die Tiere beobachten, während sonst immer einer von uns mindestens ein Auge auf der Straße halten muss, und zweitens hatten wir diesmal ja nicht „Eagle-Eye Trevor“ bei uns… 😉 Darüber hinaus wollten wir diesmal ganz gerne durch den Park wandern und eine Nacht-Safari machen, die Selbstfahrern nicht erlaubt ist. (Man kann natürlich einfach später raus fahren, aber dann ist ’s schon sehr dunkel…) Es konnte beides organisiert werden: Am nächsten Tag waren wir sogar die einzigen bei der Walking Safari morgens früh und dem Night Drive, abgesehen vom Park Ranger bzw. unserem „Spotter“ und unserem Guide Masumpa, und kamen uns so wie sehr exklusive Safari-Gäste vor…

Exklusive Safari, von links nach rechts: unser Park Ranger (für den Fall der Fälle bewaffnet), Masumpa (unser Guide), Lovemore (unser Porter für die Erfrischungen) und Anja & ich

Exklusive Safari, von links nach rechts: unser Park Ranger (für den Fall der Fälle bewaffnet), Masumpa (unser Guide), Lovemore (unser Porter für die Erfrischungen) und Anja & ich

Die Walking Safari war anders als alle gefahrenen Safaris zuvor. Bereits auf dem Hinweg sahen wir viele Giraffen, Büffel, eine Löwin direkt am Wegesrande, eine Herde Pukus und von der gleichen Stelle noch eine immens große Gnu-Herde am Horizont, wie sie den Luangwa durchquert. Bei der eigentlichen Wanderung kam man dann jedoch weniger nah an die Tiere ran, da diese vor Autos weniger fliehen als vor Menschen. Man war eher „mittendrin“ als nur „durch“. Masumpa erklärte uns viel, sagte uns welche Spuren und welcher Dung von welchen Tieren stammt, zeigte uns verschiedene Tierspuren an Bäumen und löste auf, welches Tier dahinter steckte. (Etwa Elefanten, die sich an Bäumen kratzen, oder „Polierungen“ an der Rinde unter größeren Baumlöchern, die von „Genets“ (Ginsterkatzen) stammen.)

[Anja:] Dass wir nicht so nah ran kamen, stimmt an der Stelle nicht ganz. Wir sind in ein Pärchen Giraffen gelaufen, was schon sehr beeindruckend war, denn mit Safari-Autos ist man eher schon fast auf Augenhöhe mit ihnen. Hier waren wir ihnen deutlich unterlegen. Sie beobachteten uns ganz intensiv, liefen aber auch ein bisschen aus ihrem Versteck hervor. Später sahen wir auch noch ein Bienennest im Baum – das sieht man wahrscheinlich auch weniger, wenn man fährt. Und wir haben die Früchte des Leberwurstbaumes geöffnet und angeschaut. Die Einheimischen verwenden das Innere der Früchte für die Heilung von Krebs.

South Luangwa - Morning Walk

Früher Spaziergang durch die Wildnis

Doch das Beste war der Leopard bei der Nachtsafari. Leoparden sind diejenigen unter den Big Five, die sich bisher am besten vor uns verstecken konnten. Wir hielten Leoparden beinah schon für ein Hirngespinst eines Biologen, dann hat einer vom anderen abgeschrieben und die Geschichte nahm ihren Lauf. Heute will keiner zugeben, noch nie einen Leoparden gesehen zu haben… Doch während der Nachtsafari sahen wir nicht nur ein sehr stattliches Exemplar davon, sondern sahen ihn sogar noch bei der Jagd. Es war schon finstere Nacht, so dass unsere Scheinwerfer ihn leider verloren haben, als er zum finalen Lauf auf seine Beute ansetzte, aber beim Aufspüren und Anpirschen waren wir live dabei. Danach hörten wir mehr als wir sahen und nach zwei schaurigen lauten Fauchen setzte erstmal wieder Ruhe ein. Wahrscheinlich wurde er satt heute Abend…

[Anja:] Spannend war auch, dass wir beim Trinken unseres Sundowners – Gin Tonic natürlich – eine kleine Büffelherde davon abhielten zum Wasserloch zu gehen. Wir standen ihnen direkt im Weg.

South Luangwa - Night Drive

Game Drive all inclusive

Das Bemerkenswerteste an dem Camp waren jedoch die Elefanten, die mehrmals am Tag durchs Camp patrouillierten.

Schlafstätte direkt am Sambesi

Elefantenpatrouille im Camp

Einmal gingen Anja und ich nachts zu den Duschen, als wir auf eine ältere Frau stießen, die uns sorgenvoll fragte, ob wir etwas gehört hätten. „Irgendwelche wilden Tiere?“ Anja und ich glaubten, ihr sei der Night Drive nicht ganz bekommen, drehten uns um und richteten unsere Taschenlampen in die Richtung, aus der wir unmittelbar gerade gekommen waren. Da war die Herde wieder: eine ausgewachsene Elefantendame mit ihren drei Kindern. Die Begegnung hätte für uns auch anders ausgehen können… Für uns beide ist dies das Erstaunlichste am „Bush“: dieser „stealth-mode“ der Elefanten. Es sind so riesige Tiere, doch meist hört man sie erst, wenn man sie neben einem mit ihrem Rüssel Gräser oder Blätter abrupfen. Bei schlechtgelaunten Elefanten oder Elefantenkühen mit Neugeborenen kann es dann schon zu spät sein. Manchmal verraten sie sich auch dadurch, dass sie wieder geradeaus gegangen sind und keine Rücksicht auf kleinere Bäume genommen haben. Ein Mensch ist daran gemessen ein nicht viel schwierigeres Hindernis. Wenn man dann noch instinktiv weg laufen will oder schreit, bekommt man zudem sogar noch den Marker „lohnenswertes Ziel“, denn „danach“ hat der Elefant ja wieder seine Ruhe.

Internet-Blockade einmal anders

Internet-Blockade einmal anders

Wegen dieser Herde kamen wir nicht zur Rezeption und damit nicht ans Netz.

Wegen dieser Herde kamen wir nicht zur Rezeption und damit nicht ans Netz.

Einen anderen Tag wäre ich in der Dämmerung beinah in einen ausgewachsenen Elefantenbullen marschiert. Ich meine: wirklich AUSGEWACHSEN! Peter konnte mir noch von der Bar aus signalisieren, dass dies nun gerade kein so guter Zeitpunkt sei, und ich verdrückte mich hinter den nächsten Baum, um den Bullen nicht weiter zu stören.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Die weitaus größte Gefahr lauerte jedoch ganz woanders. Eines Abends rief Anja, ich solle schnell die Kamera holen. Im Bad hatte sich eine ganze Froschfamilie breit gemacht (wahrscheinlich inklusive naher und ferner Verwandtschaft).

Spieglein, Spieglein, an der Wand, ...

Spieglein, Spieglein, an der Wand, ...

..., wer ist der schönste Frosch im ganzen Camp?

..., wer ist der schönste Frosch im ganzen Camp?

Ich neckte einen Frosch, indem ich ihm etwas vorquakte. Dabei muss ich wohl den richtigen Ton getroffen haben, denn er drehte sich in meine Richtung und hob auf einmal ab. Ich konnte mich gerade noch wegducken und ihn unsanft auf dem Boden plumpsen lassen, sonst wäre er doch glatt auf meiner Platte gelandet.

Der Attentäter

Der Attentäter

An dem Abend haben wir uns Kassler gegrillt sowie Rosmarin-Kartoffeln und Rotkraut zubereitet. Den ganzen Tag hatten wir „Kaiserwetter“ nur ausgerechnet am späten Abend, nachdem einer von uns beiden die ganze Dämmerung noch die ganzen Affen auf Abstand halten musste, während der andere das Essen vorbereiten konnte, kam starker Wind auf.

Wo 's was zu Essen gibt, sind sie nicht fern

Wo 's was zu Essen gibt, sind sie nicht fern

Nachdem Anja Stunden mit dem Rotkraut beschäftigt war (wir hatten einen für uns zwei viel zu großen Rotkohl in der grünen Kiste von dem Old Farm House bekommen und in unserem Topf wollte diese Menge über den Kohlen einfach nicht recht zu köcheln anfangen, so dass wir dann immer wieder doch auf Gas umschwenken mussten), legte sie ihren Teller auf einem unserer Stühle ab, um noch schnell ein paar Gewürze aus dem Auto zu holen und wusch! Da hatte der Wind auch schon den Stuhl umgeworfen. Kein Wunder, dass dieser Abend nicht mehr zu retten war.

[Anja:] Essen im Camp war hier auch wirklich schwierig. Den Abend hatte mir der Wind versaut, am Morgen mussten wir im Auto essen. Diese Affenbande hatte großen Spaß daran, uns sehr nah auf die Pelle zu rücken. Dass die scharf auf unser Essen waren, davon wurden wir bereits gewarnt (die sind sogar so drauf, dass sie Zelte aufmachen und drin eine Party veranstalten). Während ich das Heck bewachte und die Spiegeleier fertig machte, holte Jörg den Rest von vorne aus dem Kühlschrank und legte es auf einen Stuhl. Besteck und Butter. Was kann man davon essen?, dachte sich der nächstgelegene Affe und haute mit meiner Butter ab. Ich jagte ihn so lange u unser Auto herum und beschimpfte ihn, bis er das goldene Päckchen fallen lies. In den Sand… Den Sand habe ich weggemacht, die Butter war ja noch gut, aber nervig war trotzdem, wie wir dann gegessen haben. Beide nebeneinander in der offenen Beifahrertüre mit dem Rücken nach außen und den Tellern irgendwie auf einer Unterlage. Muss schon komisch ausgesehen haben.

Verscheuchen ließen sich selbst die Kleinsten ...

Verscheuchen ließen sich selbst die Kleinsten ...

... nur vorübergehend.

... nur vorübergehend.

Wir merken an einigen Kleinigkeiten, dass das Wetter sich in den letzten Tagen etwas geändert hat und im Park haben wir das erste Mal einen Baobab in fast vollständiger Blüte gesehen: ein Vorbote der Regenzeit. Für uns ein Zeichen, dass wir uns ein wenig sputen sollten, um noch rechtzeitig durch den Chobe Nationalpark und das Okavango Delta zu kommen.

 

 

Category: Sambia  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Sonntag, Oktober 25th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Auch wenn ich wieder halbwegs erholt war: Ich wollte immer noch ein wenig ausspannen und brauchte dazu vor allem eins – ein Zimmer mit Air Conditioning. Wir hatten uns einige Plätze angeschaut, darunter auch das Mabuya Camp, das wir ursprünglich anfahren wollten. Doch es gab leider nichts für uns oder zumindest nichts, was uns zusagte. Im Sunbird Hotel (S 13° 59.077’, O 33° 45.990’) wurden wir schließlich fündig. (Nicht ganz unser Budget, aber wir hatten so lange nicht mehr auf den Putz gehauen! Stimmt eigentlich nicht, das letzte mal war erst in Sansibar, aber mit diesem fadenscheinigen Argument fühlten wir uns besser…) Zwei Nächte verbrachten wir hier und genossen abwechselnd unser klimatisiertes Zimmer (mit Wifi!) und den Pool.

Heute sind wir dann ins Mabuya Camp (S 13° 59.965’, O 33° 45.578’) umgezogen. Wir reorganisierten die Packung Willis das vierte Mal auf unserer Reise – aber wir werden dabei wenigstens immer professioneller! – und brachten auch endlich die Reflektorstreifen an. Nun kann Sambia kommen und wir sind schon voller Erwartung auf unser Land Nummer 19 bei dieser Reise.

 

 

Category: Malawi  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Freitag, Oktober 23rd, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Als wir am Samstag aufbrachen, hatte ich nach dem Frühstück ganz plötzlich Schüttelfrost bekommen und kurz danach Fieber. Unser ursprüngliches Ziel hieß „Senga Bay“ – wir wollten gerne noch einen Tag am Malawisee verbringen und erst dann nach Westen abbiegen und über Lilongwe nach Sambia. Doch auch für diese mit ca. 280 km recht kurze Tagesstrecke fühlte ich mich heute nicht fit. Also fuhr Anja, und ich bekämpfte diese afrikanische Kälte mit langer Jogginghose auf dem Beifahrersitz. Immer wieder haben wir während der Fahrt Fieber gemessen, doch – obwohl ich mich zwischenzeitlich besser fühlte – auf unter 39° C wollte das Fieber einfach nicht sinken. Sollte ich mir doch Bilharziose eingefangen haben? So schnell geht das eigentlich nicht. Plan B war jedenfalls schnell geboren: Wir lassen Senga Bay sprichtwörtlich „links“ liegen und biegen an der T-Kreuzung rechts ab und fahren direkt in die Hauptstadt: Lilongwe.

Dort angekommen fühlte ich mich nun immer schlechter. Anja huschte in eine Apotheke (beim Shoprite in Lilongwe bei S 13° 59.161’, O 33° 46.113’), um ein Mittel gegen Bilharziose zu kaufen und brachte auch gleich noch ein Malariatest mit, den wir schon die ganze Zeit kaufen wollten, weil er in unserem Medikamentenköfferchen noch fehlte. Der Apotheker sagte ihr allerdings, ich solle das Bilharziose-Mittel erst nehmen, wenn ich positiv auf Bilharziose getestet sei. Klasse, nun also auch noch ins nächste Krankenhaus! Dabei wollte ich mittlerweile nur noch schnell ins nächste Bett…

Wir fuhren also zum Central Hospital (S 13° 58.616’, O 33° 47.078’), das halbwegs um die Ecke lag. Irgendwie schien hier lange keiner etwas mit uns anfangen zu können und wir verstanden auch nicht recht, wie hier gearbeitet wird. Anja versuchte, um Aufmerksamkeit zu buhlen und zu erfragen, wo wir denn hin müssten, während ich mittlerweile meine volle Konzentration auf Hinterherlaufen beschränkte. Nachdem wir beim dritten Arzt gelandet waren, verwies uns der wenigstens endlich zum Labor, wo wir zwar richtig waren, aber ohne Überweisung konnte der Laborant nichts tun und wir mussten zu Arzt Nummer vier. Der sah uns kurz an und schätzte die Sachlage wenigstens korrekt ein: ‚Der Junge muss getestet werden!’ … Ich fühlte mich nicht mal stark genug, um mich aufzuregen. Wenigstens hatten wir Edwin, den Laboranten, auf „unsere Seite gewonnen“. Er nahm sich unser an und schien sich für uns verantwortlich zu fühlen. Edwin führte uns nicht nur durchs Krankenhaus, sondern öffnete sicherlich auch manche abkürzende Hintertür für uns.

Der Test war glücklicherweise negativ, aber weil ich mittlerweile knapp über 40° C Fieber hatte, wollten sie mich zur Beobachtung da behalten. Nun ist hohes Fieber für mich nicht selten (ich bekomme zwar selten Fieber, aber wenn, dann häufig bis zu 40° C), aber ich fühle mich meist nur matt und nicht so schlecht wie nun, zudem sind in Afrika nicht nur die Insekten und Spinnen etwas größer als bei uns, auch die Krankheiten können fieser sein. Einem Krankenhausaufenthalt in Malawi konnte zwar selbst ich Optimist nur sehr bedingt etwas Positives abgewinnen, aber vor diesem Hintergrund war es mir doch lieber in der Nähe von medizinisch geschultem Personal zu sein.

[Anja:] An den Zimmern merkte man dann doch, dass man in Malawi und nicht in Europa ist. Naja, so viel Erfahrung mit ausländischen Krankenhäusern hatten wir bisher zum Glück noch nicht. Jedenfalls herrschten da echt Zustände. Zunächst wurden wir auf die kostenfreie Station gebracht. In den Zimmern lagen ca. 6 Männer plus mindestens 1 Frau als Anhang. Zusätzlich war der ganze Balkon voll. Wie man sich hier erholen kann, war mir schleierhaft. Also schaute ich mir die Bezahl-Station an und die war schöner. Zimmer mit Vorhängen um die Betten und für uns wurde extra ein leeres Zimmer belegt. Hier konnte ich mir dann auch ein eigenes Bett nehmen, Decken gabs dazu. Essen gabs jedoch keins, aber unser Kühlschrank gab noch genug her und wir hatten wirklich unsere Ruhe. Ich fands nicht so schlimm.

Anja wich die ganze Zeit nicht von meiner Seite, worüber ich natürlich sehr dankbar war. Wahrscheinlich im Fieberwahn bat ich sie jedes Mal aufs Neue, wenn mir Blut abgenommen wurde oder eine Kanüle gelegt wurde, dass sie ja drauf achten soll, dass die Nadel auch aus einer sterilen Verpackung kommt. Musste dies auch ausgerechnet in Malawi passieren? Allerdings tue ich dem Land und vor allem dem Krankenhaus und seinem Personal damit unrecht: Sicherlich ist es immer noch eins der ärmsten Länder der Welt und hat eins der geringsten Bruttoinlandsprodukte*), aber ich hatte den Eindruck, dass mir kompetent und sicherlich fürsorglicher geholfen wurde als in manchem deutschen Krankhaus. Gerade Edwin, aber auch mein Arzt „Nummer Vier“ besuchten uns regelmäßig und mehrmals täglich auf dem Zimmer, fragten wie es uns geht und ob sie etwas für uns tun könnten. Dennoch ist es wohl auch jedem verständlich, dass ich zu dem Zeitpunkt lieber in einem deutschen Krankhaus gelegen hätte als in Malawi.

Den folgenden Tag hatte ich mehr oder weniger durchgeschlafen. Das Fieber ist gesunken und ich habe mich da eigentlich schon wieder gesund, wenn auch matt gefühlt. Heute am Freitag soll ich nun endgültig entlassen werden. Das hat zwar etwas gedauert – während man in Deutschland manches Mal den Eindruck gewinnt, Krankenhausbetten scheinen am besten wiederbelegt zu werden, solange sie noch warm sind –, hat man auch diesbezüglich Zeit in Afrika, aber schließlich kam die Visite, die notwendigen Medikamente wurden von den Schwestern gebracht, das Krankenhaus hatte uns endlich auch noch eine Rechnung ausstellen können und der treue Edwin schaute nach seiner Mittagspause auch nochmals vorbei. Nun aber nichts wie weg hier…

*) Das hatte mich genauer interessiert und ich habe kurz recherchiert, aber man findet doch sehr unterschiedliche Angaben: Das BIP je Einwohner scheint irgendwo zwischen 160 und 750 USD zu liegen (natürlich per annum) und rangiert damit irgendwo zwischen Platz 210 und 230 weltweit. (Für die Statistiker unter uns: Das BIP Malawis selbst rangiert übrigens in den 140ern weltweit.)

 

 

Category: Malawi  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Dienstag, Oktober 20th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Ursprünglich wollten wir nach Nkhata Bay und mit Aqua Africa im Malawisee tauchen. Doch im Chitimba Camp traf ich auf ein südafrikanisches Paar, dass Tauchen ca. 60 km südlicher in Kenda Beach in den Ring warf. Auch die dortigen Aquanuts hatten wir durch die vorangehende Internet-Recherche schon auf dem Plan, aber was einer derartigen Recherche fehlt, ist eine persönliche Einschätzung, die einem ein Bauchgefühl erst ermöglicht. Er sprach jedenfalls davon, dass Kenda Beach deutlich schöner sei, weil ’s weniger hektisch ist. Die Kehrseite davon ist natürlich, dass auch weniger los ist als in Nkhata Bay, aber ein wenig Ruhe bewerteten wir durchaus nicht negativ. Zudem half uns die Streckenführung eine salomonische Entscheidung zu treffen: Wir würden von Chitimba Beach über Muzu durch Nkhata Bay nach Kande Beach fahren. Gefiele es uns in Nkhata Bay doch so gut, blieben wir einfach hier, sonst fahren wir halt noch die paar Rest-Kilometer weiter südlich.

Die Straßen waren sehr gut, so dass wir früh in Nkhata Bay angekommen waren, obwohl wir uns mit dem Aufbruch Zeit gelassen hatten. Von Sandy und Roy hatten wir noch Koordinaten von Aqua Africa bekommen; die lagen zwar auch an der Hauptstraße (S 11° 36.895’, O 34° 16.247’), doch als wir dort vorbeifuhren, haben wir keine Spur von einem Tauchladen entdecken können. Das, was wir von Nkhata Bay von der Straße aus sahen, drängte uns zudem nicht zum Verweilen, so dass wir weiter Richtung Kande Beach fuhren. (Vielleicht ein wenig unfair dem Ort gegenüber, weil die eigentlichen Camps und Resorts direkt am See liegen und von der Durchfahrtsstraße nicht eingesehen werden können, aber unser Bauch sagte halt: ‚Kande Beach!’)

und der Bauch hatte recht...

und der Bauch hatte recht...

Auf dem letzten Stück von Nkhata Bay nach Kande Beach führte die Straße durch große Gummibaum-Plantagen und das Stück war insgesamt recht idyllisch. Am Ort angekommen wies uns ein einheimischer Junge erstmal in die falsche Richtung und kurz nachdem wir uns fragten, wie denn die Overland-Trucks auf diesem Weg zum Camp fahren wollen, standen wir auch schon in der Ortsmitte und waren die Attraktion. Wir fuhren also zurück durch den losen Sand, nahmen diesmal die richtige Abfahrt (bei S 11° 56.953’, O 34° 06.884’ links halten) und standen schließlich vor dem Tor vom Kande Beach Camping (S 11° 57.098’, O 34° 07.290’). Davor warteten auch schon die einheimischen Fischer, Schmuckverkäufer und Kunsthandwerker, die uns ihre Touren und Waren anbieten wollten und böse Zungen könnten unterstellen, sie hätten den Wächter bestochen, dass er möglichst lange für das Öffnen des Tores braucht. Abgesehen von der Fischerei gibt es hier neben dem Tourismus nicht viel und so versucht halt jeder, sein Geld zum Leben zusammen zu kriegen. Diese Anlage scheint es allerdings besser als andere geschafft zu haben, sich zu integrieren. Unser Reiseführer (genauer: Carolins und Hennings) erwähnte einige Orte, an denen sich die Camps und Resorts derart am Seeufer breitgemacht haben, dass die lokale Bevölkerung selbst keinen unmittelbaren Zugang mehr zum Ufer hat. Klar, dass dann die Freude über fremden Besuch ein wenig getrübt ist und es auch immer wieder zu Diebstählen oder dergleichen kommt.

Strandimpression mit Tiroler Hut

Strandimpression mit Tiroler Hut

Uns gefiel der Kande Beach, idyllisch am Strand gelegen und wir blieben zwei Nächte. Kurz nach der Ankunft gingen wir gleich zu den Aquanuts (am nördlichen Ende des Kande Beach bei S 11° 57.069’, O 34° 07.363’), um das Tauchen für den heutigen Tag zu arrangieren. Geplant war für mich ein Tauchgang morgens und dann würden wir entscheiden, ob es noch einen weiteren Nachttauchgang für uns beide gibt. Ich hatte nämlich bei der Recherche nach Tauchschulen am Malawisee eine schöne, aber makabere Geschichte gelesen, in der der Taucher davon berichtet, wie in seiner Gruppe beim Nachttauchen ein Wettkampf darüber ausgebrochen ist, wer mehr „Cichlids“ für die nachtaktiven Räuber markieren kann. Werden die nämlich nachts angeleuchtet, findet sich schnell ein Räuber, der sich über die Beute im Rampenlicht freut. Mit Stan, meinem Dive-Master, vereinbarte ich 9 Uhr morgens am nächsten Tag und alles weitere würden wir von dort aus planen.

Tauchrevier direkt gegenüber vom Strand

Tauchrevier direkt gegenüber vom Strand

Leider kam nachts dann jedoch ein starker Wind auf, der den See aufwühlte. Tatsächlich hatten wir dadurch am Malawisee größere Wellen als am Sunrise Beach am Indischen Ozean. Als ich um neun bei ihm war, kamen wir schnell überein, den Start auf 11:00 Uhr zu verschieben, um ihn dann nochmals auf 13 Uhr zu verlegen. Der Wind hatte etwas abgenommen, doch er war immer noch weit aus stärker als normal, doch besser schien es nun auch nicht mehr zu werden. Die Sichtweite unter Wasser lag leider mit ca. 5 Metern auch erwartungsgemäß deutlich unter der Norm. Stan und ich sahen dennoch zahllose Cichlids, zwei imponierende Cut Fishs, eine Süßwassergrabe und einen alten VW-Geländewagen, der sich allerdings nicht mehr viel bewegte… Neben dem Süßwasser war noch die Höhe anders als sonst: Dies war mein erster Höhentauchgang mit 472 m über N.N. Trotzdem entschlossen Anja und ich uns gegen den Nachttauchgang; die Sichtweite hätte sich wohl nicht mehr verbessert.

Während ich tauchte, war Anja mit Lesen und Tagebuch schreiben beschäftigt. Außerdem hatten wir immer noch Gemüse von unserer grünen Kiste und haben folglich viel gekocht. Mit anderen Worten: Wir haben es uns gut gehen lassen und mal kurzfristig die Füße hochgelegt.

Ob der Malawisee hier oben im Norden wirklich bilharziosefrei ist, werden nun die folgenden Tage zeigen…

Alle Taucher fliegen hoch...

Alle Taucher fliegen hoch...

Category: Malawi  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Montag, Oktober 19th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Keine 70 km nach Morogoro kamen wir an den Mikumi National Park, durch den die Hauptstraße mittendurch führt. Wir haben von einigen gehört, dass man hier viel Wild quasi geschenkt bekommt (der Parkeintritt wird erst fällig, wenn man die Hauptstraße verlässt) und anfangs waren wir ein wenig enttäuscht, denn wir hatten uns mehr erhofft. Zunächst sahen wir nur „Yab!“ – yet another baboon.

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Haben wir noch anfangs (in Äthiopien) begeistert bei jeder Affenherde angehalten, um sie auf Photos zu bannen, lassen wir sie nun einfach links liegen, meist werden wir nicht mal mehr langsamer. Doch dann kamen wir auf unsere Kosten: eine Giraffe! Und gleich danach Elefanten! Da hieß es natürlich: Photostopp! Und auch bei der Herden Zebras hinterher. Zudem sahen wir haufenweise Antilopen und einige Giraffen. Alles in allem spektakulär, dafür dass wir nur die Landstraße entlang fuhren – wo hat man das in Deutschland?

Elefanten im Mikumi National Park

Elefanten im Mikumi National Park

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 2/2

Zebra Crossing 2/2

Kurz nach diesem Park schloss sich der Udzungwa Mountain National Park an. Die Straße führte diesmal nicht direkt durch den Park, aber man kommt unmittelbar durchs „Baobab Valley“. Wenn man hier entlang gefahren ist und die Menge von Baobab Bäumen gesehen hat, ist man endgültig verdorben, was diesen Baum angeht. Will einer uns nun noch mal einen Baobab Tree als was ganz besonderes und einmaliges verkaufen, können wir nun müde abwinken.

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (2/2)

Baobab Valley (2/2)

Stuart und Fiver hatten uns das Baobab Valley Camp (S 7° 31.354’, O 36° 36.002’) empfohlen, doch waren wir bereits hier, als unser Willi noch nicht mal ganz warm gefahren war. Ein ähnliches Schicksal teilte Chris: Er hatte uns am Morgen noch einen Übernachtungs-Tipp mit auf den Weg gegeben, er selbst sei noch nicht da gewesen, aber jeder sagte, jeder ginge dorthin und jedem hätte es bisher dort gut gefallen – im Riverside Rest Camp (S 7° 47.872’, O 35° 47.783’) ca. 15 km vor Iringa. Doch obwohl wir erst recht spät losgefahren sind, war es uns immer noch zu früh die Tagesetappe zu beenden, als wir auf Höhe der Abfahrt zum Riverside Camp waren. Von Henning und Carolin hatten wir noch das Old Farm House empfohlen bekommen. Das liegt nun nicht ganz 60 km hinter Iringa und war damit schon eher ein Kandidat die Tagesetappe zu beenden. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind gut, es wird allerdings viel gebaut und ausgebessert, so dass abschnittsweise eine Straße immer nur einspurig befahrbar ist und man teilweise warten muss, bis man durchgewunken wird. Wir wollten ursprünglich nach Iringa direkt reinfahren, um noch Geld zu ziehen und etwas Gemüse und Wasser zu kaufen, doch dort war uns die Schlange einfach zu lang. Kurzerhand setzten wir alles auf Mbeya und strichen das Einkaufen in Iringa.

Anja@OldFarmHouse

Anja@OldFarmHouse

Das Old Farm House (S 8° 08.745’, O 35° 24.766’) ist herrlich! Hätten wir nicht bereits so lange am weißen Strand von Dar-es-Salaam verweilt, hier wären wir mindestens ein Tag länger geblieben. Wir trafen auch wieder auf Steve, Katie, Sandy und Roy. Die vier haben in etwa die gleiche Route wie wir und das gleiche Tempo, wir werden uns also bestimmt noch häufiger über den Weg laufen. Auch nahmen wir sehr schnell das Angebot war, dass wir uns hier frisches Gemüse (aus dem eigenen Anbau) und Fleisch kaufen konnten. Wer braucht schon Iringa? 😉 Wir bestellten uns 5 kg frisches Gemüse (10 kg war eigentlich die kleinste Größe, aber sie machten eine Ausnahme), 800 g Rump Steak, 4 Brötchen zum Frühstück und zwei Brownies für die Fahrt. Der Abend war so idyllisch, ruhig und windstill, dass wir auch endlich mal wieder eine Kerze auf dem Tisch anzünden konnten – etwas was wir am Strand vom Sunrise Beach nicht konnten.

Unsere "Grüne Kiste"

Unsere "Grüne Kiste"

Als die Bestellung pünktlich auf die Minute am nächsten Morgen kam, staunten wir nicht schlecht. Das mussten mehr als 5 kg frisches Gemüse sein! Wir hatten fast schon ein logistisches Problem unseren Einkauf unterzubringen. Doch auch dies ließ sich lösen und wir kamen schließlich los Richtung Mbeya. Dort konnten wir nochmals Geld abheben und dann dafür Tanken und Wasser einkaufen. Auch Reflektorstreifen für Sambia haben wir gefunden. (In Sambia müssen nämlich zusätzlich vorn und hinten weiße (oder gelbe) und rote Reflektorstreifen am Fahrzeug angebracht sein. Irgendwo meinen wir gelesen zu haben, die Streifen müssen 25 cm lang sein, also haben wir uns 50 cm weißes und 50 cm rotes Reflektorband gekauft, allerdings sieht man hier an den Fahrzeugen Reflektorband beliebiger Stückelung. Der Wille zählt wohl mehr als das Gesetz…)

Bongo Community Camp

Bongo Community Camp

Wir hatten uns zuvor mit den anderen vier unterhalten, wo die campen wollten und sie erzählten uns von Bongo Camping (S 9° 13.053’, O 33° 38.515’) ca. 5 km vor Tukuyu, nahe an der Grenze zu Malawi. Jan & Trevor nannten uns per SMS noch einen anderen neuen Campingplatz, aber da Bongo Camping entlang des direkten Weges lag und zudem ein Community Camp Ground ist und wir dort auf die anderen vier treffen konnten, war die Entscheidung schnell gefällt. Der Platz ist sehr einfach, aber für eine Nacht vollkommen ausreichend. Wir hatten zudem unser Rump Steak mit Rosmarinkartöffelchen, was vorzüglich schmeckte und jeden noch so dreckigen Platz in unserer Wahrnehmung in einen strahlenden Ort verwandelt hätte.

Camp Idylle

Camp Idylle

Katie und die Jungs

Katie und die Jungs

Während wir unser Essen kochten, spielte Katie mit den Kindern aus dem Dorf. Auf diese Weise hatten wir beides: Unsere Ruhe beim Kochen und Unterhaltung, die besser als jeder Fernseher war: Da wurden Papierflieger gebastelt, mit Luftballons gespielt, gefangen, gesungen und getanzt. Danke, Katie! Als wir dann alle gefühlt mehrere Kilos schwerer und kugelrund waren, schleppten wir uns alle zum Lagerfeuerchen und ließen den Abend dort gemütlich und stimmungsvoll ausklingen.

Young Artists (1/2)

Young Artists (1/2)

Young artists (2/2)

Young Artists (2/2)

Am nächsten Morgen haben wir uns von den Vieren fürs erste verabschiedet. Wir wollten nach Livingstonia und von dort weiter Richtung Süden, während sie erstmal ein paar Tage am Chitimba Beach chillen wollten. Der Grenzübergang nach Malawi war angenehm: kostenlos und schnell, so kennen wir das in letzter Zeit nur von Ruanda. Die Hauptstraßen in Malawi sind gut, wieder neu für uns war lediglich, dass auch wir an Polizeikontrollen nicht einfach durch gewunken wurden. Dass sich die Polizei für einen interessiert, wenn man nicht zu schnell gefahren ist oder eine durchgezogene Linie missachtet hat oder dergleichen, hatten wir zuletzt in Ägypten und Sudan.

Mit der Abzweigung nach Livingstonia hörte der Asphalt auf und die Strecke wurde schnell zu kurvig und steil, dass hier den Vierradantrieb gleich von Anfang an dazu schalteten. Die Strecke war schön, doch oben in Livingstonia angekommen, wurden Anja und ich schnell enttäuscht. Nach den Beschreibungen, die wir gelesen hatten, haben wir eine pittoreske kleine Siedlung erwartet, eher von Siedlern als von Missionaren, aber es gab hier keine kleinen Steinhäuser mit weißen Gartenzäunen… Wir fuhren zur alten Missionskirche, zum Haus von Livingstone, das heute ein Museum beherbergt, entlang des Krankenhauses und waren dann aber auch so schnell wieder draußen, wie wir drin waren.

Livingstonia

Auf den Spuren der Missionare

Auch die Suche nach Camps war nicht sonderlich erfolgreich. Wir hatten uns zwei angeschaut, die uns auch empfohlen wurden: die Lukwe Lodge (S 10° 35.134’, O 34° 07.668’) und die Mushroom Farm Lodge (S 10° 35.197’, O 34° 08.069’). Doch beide boten uns zu wenig Schatten und in eins der einfachen Chalets wollten wir dann auch nicht. Da es zudem erst früher Nachmittag war und wir nicht auf diesen Campingplätzen den restlichen Tag verbringen wollten, sind wir also wieder die Serpentinen runter und zum Chitimba Beach Camp (S 10° 35.077’, O 34° 10.541’) und wenn trafen wir dort? Richtig, erwartungsgemäß waren Sandy, Roy, Katie und Steve schon dort.

In der Nacht gab es auf einmal ein lautes „Rumms!“ und Chitimba Beach hatte eine Koch- und Unterstellhütte weniger. Glücklicherweise parkte unser Willi weit genug weg. Am heutigen Morgen haben wir den Tag entspannt angehen lassen. Die heutige Etappe bis entweder Nkhata Bay oder Kande Beach ist nicht sonderlich lang (ca. 180 bzw. 230 km) und so sind wir gemütlich los getuckelt nachdem wir uns erneut von den Vieren verabschiedet haben. Auch dies war sicherlich kein Abschied für lange Zeit…

Leave a Reply
Author:
• Samstag, Oktober 17th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

In diesem Resümee wollen wir die ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Ruanda und Tansania zusammenfassen. Uganda und Ruanda waren so kleine Länder und unser Aufenthalt war nur kurz, sodass sie sich den Artikel zusammen mit ihren zwei großen Nachbarn teilen müssen.

Unser Bild von … in kurzen Worten:

KeniaKenia

  • Kenia ist ein riesiges Land. Beim Durchfahren fuhren wir durch alle erdenklichen Landschaftsformen: wir kamen im Norden durch wüstenähnliche Trockengebiete, das ging über in Savanne und wir machten noch einen Schlenker nach Norden, wo wir Regenwald hatten.
  • Zum ersten Mal sehen wir auf unserer Reise Stacheldraht um die Grundstücke, vor jedem Tor einen Wachmann und vergitterte Fenster. So spüren wir auch zum ersten Mal, dass wir durch gefährliche Gegenden fahren, auch wenn wir die Gefahr so nie direkt spürten. Menschlich gesehen ändert sich genau mit diesem Gefahrenbewusstsein auch das Verhalten. Während wir in den ländlichen Gebieten meist angelächelt oder ignoriert wurden, wurden die Bettler und die dazugehörende Aggressivität hier deutlicher. 
  • Nairobi ist eine sehr westlich geprägte Hauptstadt. Wir haben uns hier trotz all der Ungemütlichkeit wohl gefühlt, da wir die ganzen Möglichkeiten wie Kino und Shopping lange entbehren mussten. In den Shopping Malls fiel jedoch eines deutlich auf: die “Westler” bleiben alle mehr oder weniger unter sich.
  • An den Grenzen machten wir wieder Bekanntschaft mit der eher unfreundlichen Sorte von Beamten. Man könnte meinen, sie nehmen einfach nur ihren Job ernst, andererseits lassen sie sich bestechen, wenn sie die Gelegenheit sehen. Die Grenzübergänge waren zudem sehr anstrengend durch die vielen Fixer, die einen in Scharen umrundeten, sobald man sich mit dem Auto nur näherte.
  • Was uns beim Durchfahren eines Landes natürlich auch auffällt, ist die Qualität der Straßen. Man könnte annehmen, dass Kenia ein so touristisch geprägtes Land ist, dass hier auf Infrastruktur Wert gelegt wird. Leider wird man bei dieser Annahme enttäuscht. Die Straßen sind furchtbar schlecht und mit denen in Äthiopien gleichzusetzen. Schlaglöcher soweit das Auge reicht, Bodenwellen und schlecht geteerte Abschnitte. Wir verloren auf diesen Straßen fast den Stoßdämpfer.
  • Auf den Straßen fallen auch die Transportmittel der Einheimischen besonders auf. Hier ist insbesondere der Minibus ein wichtiges Verkehrsmittel. Er wird hier “Matatu” genannt.
  • Kenia ist sehr reich an Tieren. Hier konnten wir auf unserer Reise zum ersten Mal in den Genuss kommen, “große” Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Wir haben 4 der Big Five gesehen und das nur in einem Nationalpark. Wären die Nationalparks nicht so teuer, hätten wir uns durchaus noch mehr Gelegenheiten gegönnt.

 

Uganda Uganda

  • Von Uganda waren wir gleich überrascht, als wir die Grenze übertraten. Der Grenzübergang war aufgrund der unerwartet hohen Visagebühren und der Road Tax sehr teuer, dafür waren die Beamten hier sehr freundlich und die Preise sowie die Prozedur schien uns – das erste Mal in Afrika – nicht verhandelbar zu sein. Fixer gab es kaum, dafür eine Schar unverschämt nerviger Geldwechsler.
  • Auch die Einheimischen schienen hier eine ganz andere Mentalität zu haben als die in ihrem Nachbarland. Sie waren sehr freundlich, am Straßenrand wird gewunken, ohne dabei die Hand aufzuhalten. Das war ein starker Kontrast zu den gerade vorher bereisten Ländern.
  • Ein weiterer Pluspunkt für Uganda: die Straßen weisen eine sehr gute Qualität auf. Es gibt schon vereinzelt Schlaglöcher, aber die sind nicht so tief, dass man Angst ums Auto haben muss.
  • In Kampala gibt es durchaus auch große Grundstücke mit Torwächtern, aber kaum Stacheldraht. Wir haben uns hier sehr sicher gefühlt. Dafür war der Verkehr hier chaotischer als in Kairo.
  • Die Landschaft bot ebenso einen Kontrast zu Kenia. In Uganda war es sehr grün und feucht, fast regenwaldartig. Die Temperaturen waren entsprechend angenehm. 
  • Das hiesige Transportmittel, das uns auffiel war das Fahrrad-Taxi. Dazu wird der Gepäckträger eines Fahrrads mit einem dicken dafür angefertigten Kissen versehen, sodass sich der Passagier hinten bequem hinsetzen kann. Das hatten wir bislang nicht gesehen.

 

RuandaRuanda

  • Ruanda war für uns ein ebenso angenehm zu bereisendes Land. Es fing damit an, dass an der Grenze KEINE Kosten anfielen. Das Visum ist für Deutsche (und einige andere Nationen) kostenlos, eine Straßengebühr gibt es hier nicht.
  • Die Menschen hier, zumindest die, die wir in den 2 1/2 Tagen bei der Durchreise kennenlernen durften, waren ausgesprochen freundlich. In dem Hotel, in dem wir in Kigali übernachteten, gab es sogar einen Kellner, der sein Deutsch an uns testete. Er erzählte uns, dass er einen Tageskurs deutsch absolviert hat, um die Sprache zu lernen und wir waren überrascht, wie gut er das für die paar Stunden Unterricht konnte. Uns fällt in einem Land auch immer positiv oder negativ auf, wenn Kinder betteln. Hier gab es das nicht, mit einer Ausnahme: an einer Genozid-Gedenkstätte, an der das Rote Kreuz ein großes (künstliches) Dorf aufgebaut hatte, umringten uns Kinder und wollten Geld und Sweets.
  • Die Landschaft ist wie in Uganda sehr grün und die Temperaturen sind sehr angenehm. Es regnete jeden Tag, aber es wurde hinterher nicht schwül.
  • Die Straßenqualität übertraf alles, was wir bisher gesehen haben. Hier haben die Straßen eine richtige Drainage, anstatt nur einen provisorischen Graben, es gibt eine ordentliche Fahrbahnmarkierung und Randsteine. (Mag vielleicht auch daran liegen, dass hier Strabag die Finger im Spiel hatte. 😉 )
  • Hier fiel uns bei den öffentlichen Transportmitteln auch etwas auf: das Moto-Taxi. Das ist ein Motorrad als Taxi. Erst mal nichts besonderes, wenn man in Uganda das Fahrrad-Taxi gesehen hat, aber hier wird Helm getragen – eine Besonderheit in Afrika!
  • Nach dem, was man von der Geschichte Ruandas mitbekommen hat und wie Ihr in unserem Blogartikel über unseren Tag in Kigali lesen konntet, würde man meinen, Ruanda sei ein unsicheres Land und die Menschen wären sehr arm. Das sind sie auch, das kann man nicht verleugnen, aber wir haben uns in keiner Sekunde unwohl gefühlt. Eher im Gegenteil: Wir hatten den Eintrug, dass Ruanda evtl. das zivilisierte Land Afrikas ist, was wir bisher bereist haben. (Gemessen an Auftreten und Verhalten der Menschen (gerade uns Mzungus gegenüber), Infrastruktur, Sauberkeit etc.) Wenn wir nicht gefühlt so unter Zeitdruck gestanden hätten, wären wir noch länger geblieben.

 

TansaniaTansania

  • Tansania ist in vielerlei Hinsicht mit Kenia zu vergleichen. Sehr touristisch, aber nur in bestimmten Gebieten. Als wir über den Nordwesten einreisten, fanden wir nur schwer jemanden, der englisch sprach. Hier kamen uns auch bald wieder die bettelnden Kinder entgegen, was wir zwar nachvollziehen können, wir dennoch eher als Minuspunkt für das Land werden. Ebenso nervig waren bei unserem Abstecher auf Sansibar die vielen Typen, die uns etwas verkaufen wollten.
  • An den Küsten findet man Traumstrände mit pulverweißem feinen Sand. Hier sahen wir auch zum ersten Mal den Indischen Ozean und badeten in ihm. Ein Kontrast dazu ist der Nordwesten, der landschaftlich außer Savanne nichts hergibt. Wir hatten hier nicht einmal das Bedürfnis länger zu bleiben. Schön war dann aber der Abschluss, unsere Fahrt durch die Southern Highlands. Hier war es bergig und ein wenig kurvig, wir erreichten wieder Höhen von um die 2000m und sahen haufenweise Baobab Bäume.
  • Zum Thema Sicherheit muss gesagt werden, dass wir ständig vor Diebstählen gewarnt wurden. Gerade an der Küste angekommen, berichtete einer, wie vom Schoß einer mitfahrenden Frau, die Handtasche aus dem Auto geklaut wurde. Danach wurden wir von verschiedenen Leuten vor Stone Town gewarnt. Wir waren entsprechend vorsichtig, uns ist nichts passiert, aber es hat immer ein G’schmäckle, wenn man durch die Straßen wandert.
  • Nationalparks haben wir hier keinen besucht, da sie uns zu teuer waren. Wir verstehen auch bis heute nicht, wie sich die Preise rechtfertigen. Wir hätten hier gerne neben Tauchen auch ein bisschen Wildlife gesehen, haben aber zugunsten der folgenden Länder darauf verzichtet.
  • Auch Tansania hat typische Transportmittel: Dala-Dala, so wird hier der Minibus genannt (ist aber dasselbe wie ein Matatu) oder große Langstreckenbusse, deren Fahrer volkommen rücksichtslos und schnell über die Straßen heizen.
  • Sansibar muss gesondert erwähnt werden, wir haben es schon als “Urlaub vom Urlaub” bezeichnet. Wir waren ohne Auto hier und zum ersten Mal nur mit dem Rucksack unterwegs. Ein Navi hatten wir auch nicht mit, was dazu führte, dass wir uns in den verwinkelten Gassen von Stone Town sofort verliefen. Hier mussten wir auch spüren, dass die Insel kein “off-season” kennt. Wir hatten große Mühe, in Stone Town eine Unterkunft zu finden, vielleicht auch aus dem Grund, weil diese Stadt für jeden, der anreist immer der erste Kontaktpunkt mit der Insel ist. Bei unserem Ausflug in den Norden der Insel erlebten wir die gleichen schönen Strände wie in Dar-es-Salaam, nur noch unberührter, was uns zu der Aussage bewegte, dass wir Sansibar als eine Trauminsel bezeichnen würden. Im Norden der Insel waren wir auch tauchen, nicht billig, aber wunderschön. Das Mnemba Atoll kommt nach unseren Eindrücken schon recht nah an das Rote Meer, erreicht es jedoch nicht ganz.

Category: Tansania  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Auf unserer Fähre zurück von Sansibar, bekamen wir eine SMS von Chris, dass er seinen Wagen neben unserem im Sunrise Beach Resort geparkt hat. Zur Erinnerung: Wir haben unter anderem zusammen mit Chris die Fähre von Assuan nach Wadi Halfa genommen und während sein Beifahrer Carl mittlerweile wieder zurück in England ist, hat Chris hier eine auf zunächst zwei Jahre befristete Lehrerstelle angenommen. Er unterrichtet an der internationalen Schule in Morogoro und das wollten wir uns natürlich anschauen. Wir hatten also mit Chris Kontakt aufgenommen und das letzte, was wir von ihm gehört hatten, war, dass er zusammen mit einem Freund und zwei Kollegen am 10. Oktober für ein paar Tage nach Tanga und zum Sadani Nationalpark fahren wollte. Das sah für uns zunächst leider alles so aus, als ob er, gerade wenn wir bei ihm vorbeischauen wollten, nicht vor Ort wäre. Doch Fortuna war uns hold und hielt uns mit seiner SMS mal wieder vor Augen, dass die Welt ein Dorf ist – sie hatten sich den Park angeschaut und kamen nun zum Sunrise Beach Resort, um noch ein paar Tage am Strand zu relaxen.

Wir fuhren Willi vom Parkplatz zurück zur Campsite und waren sehr erfreut, dass Fred und Elonora, das neuseeländische Paar, das uns vor unserer Fahrt nach Sansibar so viele hilfreiche Tipps gegeben hat, auch noch vor Ort war. Es hatte alles ein wenig länger gedauert, die Verschiffung ihres Wagens zu organisieren – „Europa hat Uhren, Afrika hat Zeit“… Doch am nächsten Tag machten sie sich definitiv auf. Der Papierkram war endgültig abgehakt, ihr Landcruiser kann in ca. drei Wochen verschifft werden. Es geht nach Holland, allerdings nur als Zwischenstation: Der Wagen wird dort geparkt, erst nächstes Jahr bereisen sie Europa, vorher geht ’s für sie nach Süd- und Mittelamerika ohne eigenen 4WD.

Abends aßen wir zusammen mit Chris und seinen Freunden im Sunrise Beach Resort und zogen uns dann aber auch schnell in unseren Willi zurück, die Überfahrt steckte auch uns wohlmöglich noch etwas in den Knochen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten sich dann Fred und Elenora endgültig. Dennoch blieb es sehr lebhaft an dem Sunrise Beach: Katie und Steve waren auch noch da – wir lernten die beiden schon vor unserer Abfahrt nach Sansibar kennen – und warteten noch auf Sandy und Roy, die einen Tag nach uns von Sansibar zurückkommen wollten. Außerdem trafen wir auf Henning und Carolin aus München. Die beiden sind routinierte Afrika-Befahrer, die schon seit Jahren für ein paar Wochen hier in den Süden fahren, ihren Wagen entstauben, sich eine neue entlegene Ecke zum Erkunden suchen und ihren Wagen dann wieder einmotten. Bevor wir jedoch von den beiden wertvolle Tipps bekommen konnten, stand heute erstmal „Materialbeschaffung“ auf dem Aufgabenzettel.

Wir fuhren also nach Dar-es-Salaam, um Proviant auf zu stocken, Dollar zu kaufen und um kurz in ein Internet Cafe zu springen, weil natürlich das Internet im Sunrise Beach Resort immer noch nicht ging. Unseren Proviant haben wir im Shoprite gekauft, wie immer, wenn ’s einen vor Ort gibt, weil ’s hier einfach alles unter einem Dach gibt. Dummerweise haben wir uns jedoch erst den ganzen Weg nach Slipway gekämpft und das war ein Reinfall – don’t go there! Die Lokation wurde uns als nettes Einkaufszentrum beschrieben, tatsächlich gibt es hier aber vermehrt Touristen-Schick und zu allem Überfluss ist der Shoprite dort mittlerweile auch ausgezogen und ein indischer, völlig überteuerter Laden eingezogen. Also sind wir zurück zu dem (S 6° 49.685’, O 39° 16.489’), den wir nicht ganz 20 km vor Slipway schon fast passiert hatten…

Von Jan & Trevor haben wir gelesen, dass sie im Mikadi Beach Resort angekommen seien, doch als wir sie tagsdrauf besuchen wollten, hatten sie leider schon nach Sansibar übergesetzt. Ursprünglich hätten wir an diesem Tag auch schon wieder unterwegs sein wollen, doch zunächst wollte Chris diesen Tag noch hier verbringen und so hatten wir beschlossen dann noch einen Tag länger zu bleiben. Schließlich wollten wir ihn besuchen, was doch eher beschwerlich wird, wenn er nicht zu Hause ist. Chris dann mit seinen Freunden allerdings doch schon morgens abgefahren, während wir noch diesen einen Tag am Indischen Ozean genossen. Wir machten in Willi klar Schiff, ich las, Anja schrieb Tagebuch und abends aßen wir zusammen mit Henning und Carolin und bekamen zahlreich Tipps für Sambia und Malawi aus erster Hand. Schließlich hatten sie die letzten drei Jahre Sambia bereist und konnten uns somit viel zu all dem erzählen, was uns in den nächsten Tagen und Wochen erwartete.

Henning und Carolin

Henning und Carolin

Nach einer halben Ewigkeit konnten wir uns also endlich vom Sunrise Beach losreißen. Es war wunderschön, aber nun wurde es auch Zeit, dass wir auch wieder etwas auf die Piste kamen. Zum Abschied haben uns Henning und Carolin sogar noch ihren Reiseführer geliehen, den wir versprachen, nach München zurückzubringen. (Wir passen drauf auf, keine Sorge! 😉 ) Bis wir Dar-es-Salaam endlich und endgültig den Rücken gekehrt hatten, war der halbe Tag schon rum. Ewig hat es gedauert, dem Verkehr zu entkommen! Dabei ist es gar nicht das Verkehrsaufkommen allein, was die Straßen dicht macht und Stau entstehen lässt: Mal sind es Kreisel, die es hier zu Hauf gibt, die aber irgendwie das falsche Mittel für den Verkehrsfluss sind, dann sind es Polizisten, die den Verkehr regeln, wobei man sich des Gedankens nicht verwehren kann, dass es evtl. für alle Mann schneller gehen könnte, wenn sie nicht eine gefühlte halbe Stunde lang eine Seite durchwinken würden und dann ist da noch mein persönlicher Lieblingskandidat: Rechtsabbieger auf einer voll befahrenen zweispurigen Straße, die die eine Seite lahm legt, während ihn die andere Seite nicht raus lässt. Meist zeigen dann alle eine stoische Gleichgültigkeit, die uns dann doch noch fremd ist und die uns dann in unserem 40°C Willi nahezu explodieren lässt. Hat man dann erstmal das Verkehrshindernis, der einen oder anderen Art umwunden, kann man fröhlich und selbst ohne Stop-and-Go bis zum nächsten Hindernis fahren, das bestimmt nicht lang auf sich warten lässt.

Chris hatte uns den Weg zu seiner Schule (S 6° 47.xxx’, O 37° 40.yyy’) in Morogoro perfekt beschrieben, so dass wir uns gar nicht verfahren konnten. Wir haben ’s zwar dennoch geschafft und sind eine Abzweigung zu früh abgebogen und auf dem Marktparkplatz gelandet. Der nette Herr an der Schranke nahm uns jedoch zum Glück ab, dass wir nicht auf dem Markt einkaufen waren und uns nur um die Parkplatzgebühr drücken wollten. Aber immerhin sind wir diesmal nicht wie in Istanbul in ein Busdepot hinein gefahren… 😉

Chris hatte glücklicherweise mit dem Essen auf uns gewartet, denn wir hatten bis auf ein paar Cracker mit Käse seit dem Frühstück nichts weiter gegessen und nun ordentlichen Hunger. In Nähe des „Busbahnhofs“ setzten wir uns mit ihm, Jo und einer finnischen Gastlehrerin in einen Art Biergarten und bestellten ein paar Fleischspieße und Pommes. Danach bekamen Anja und ich endlich unsere Führung durch die Schule. Chris wurde im letzten Moment gebeten, jemand vom besagten Busbahnhof abzuholen, und so führte uns Jo kurzerhand durch die Schule. Auch wenn sie vergleichsweise sehr gut ausgerüstet ist und neben einem Schwimmbecken, sogar einen Computerraum hat (während wir da waren funktionierte das Internet allerdings auch nicht – vielleicht sind wir verflucht?), fließt hier auch kein Honig in Strömen. Jen hat beispielsweise unwissentlich die Pritt-Stifte, die für die ganze Schule das ganze Jahr reichen sollten mit ihrer Klasse in der ersten Termhäflte aufgebraucht – sie hatte einen ganz normalen europäischen Verbrauch an Kleber für eine erste Klasse – und nun ist das Budget hierfür aufgebraucht und die Schule muss bis auf weiteres ohne Pritt-Stifte auskommen. Wir hatten etliche Kugelschreiber aus Deutschland mitgebracht und Michael hatte noch ein paar Taschenrechner oben draufgelegt. Bisher hatten wir jedoch kaum einen Kugelschreiber verschenkt: Da wir kein Betteln unterstützen wollten, die meisten bisher aber genau das taten, hatten wir noch die ganze Sammlung; wenn mal jemand nicht kam und bettelte und wir durchaus etwas aus unserer „Schatzkiste“ hätten verschenken wollen, so war sie meist nicht zur Hand, sondern unter einem großem Stapel Krams begraben. Auch wenn die internationale Schule in Morogoro sicher privilegierter als andere (öffentliche) Schulen war, auch hier würde unsere Sammlung herzlich aufgenommen werden. Zudem wussten wir so, wo ’s hingeht und konnten sicher sein, dass die Kugelschreiber und Taschenrechner auch wirklich die Kinder erreichen und nicht vom Erstbesten wieder zu Geld gemacht werden, was dann in seine Tasche wandert. Wir spendeten also unsere kleine Schatzkiste der internationalen Schule und Jen, Jo und Chris freuten sich stellvertretend im Namen aller.

Abends sind wir dann noch mal Essen gegangen, diesmal in Fußballmannschaftsgröße. In der Schule gibt es ein Lehrerhaus, in dem die meisten der internationalen Lehrer wohnen. Neben den Dreien wohnen dort noch zwei weitere Lehrer. Mit ihnen, ihrem Anhang, der vorhin schon erwähnten Finnin und weiteren Freunden zogen wir zu einem Inder nach Morogoro Downtown und gönnten uns ganz leckeres indisches Essen. Das Kind des Besitzers ist auch auf der Internationalen Schule. Er hatte also gar keine andere Möglichkeit als köstliches Essen aufzutischen – Lehrer müsste man sein… 😉

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Den restlichen Abend haben wir dann „30 Seconds“*) gespielt und so sehr wir uns als Tabu-Trainierte auch anstrengten, das Team, in dem Anja und ich drin waren, hat stets verloren. Es ist ein südafrikanisches Spiel und es sind einfach zuviel südafrikanische Begriffe, Orte, Personen, Fernsehsendungen etc. enthalten, aber mit dem Wein, den wir mitgebracht haben und anderen „Spirits“**) vor Ort wurde es trotz anhaltender Pechsträne ein vergnüglicher Abend.

[Anja:] *) Das spiel geht ähnlich wie Tabu, aber einfacher für nicht native-speaker. Auf den Karten stehen nur 5 Begriffe, die man in 30 Sekunden erklären muss. Die Erklärung kann beliebig sein, man darf nur nicht reimen oder einen Bestandteil des Wortes sagen. Tabu wäre an der Stelle schwieriger gewesen, weil das die Wörter für die schnellste Erklärung schon ausschließt.

**) Neuester Trend in Afrika ist etwas, an das wir uns schlecht gewöhnen können: Alkohol in Tüten. Das sind kleine Tütchen, in die etwa 100ml Alkohol passen. Meist ist das kein „original“ Alkohol, sondern nachgemachter Gin oder einfach nur hochprozentiges, bitteres Zeug. Wir haben es jedenfalls nicht getrunken.

Wir klinkten uns irgendwann aus und wollten zurück zu Willi, der im Hof parkte. Doch nachdem wir Chris, Jen und Jo schon überzeugt hatten, mussten wir nun bei den anderen aufs neue Überzeugungsarbeit leisten. Dass wir obwohl zwei Betten frisch bezogen sind, wir dennoch lieber in unserem Wagen schlafen wollen, wurde zwar nach einigen Minuten respektiert, aber nicht verstanden.

Der nächste Morgen begann nicht früh. Jen war schon wach und ließ uns ins Haus und versorgte uns mit dem Nötigsten: Tee & Kaffee und eine Schale Müsli. Nachdem wir vergeblich das Internet versuchten, ging ’s dann los Richtung Iringa.

Category: Tansania  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Montag, Oktober 12th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Hinter uns liegt eine wunderschöne Woche auf Sansibar. Abgesehen von einer Spice Tour haben wir uns im Wesentlichen mit zwei Dingen beschäftigt: ein schönes Hotel zu finden und zu tauchen. Letzteres war einfach, doch Unterbringung hat nicht stets auf Anhieb so geklappt, wie wir wollten…

Tauchen

Getaucht sind wir mit den Bahari Divers vor Stone Town (Anja 2 Tauchgänge, ich 4) und mit den East African Divers vor Nungwi (ich 2 Tauchgänge) und am Mnemba Atoll (Anja und ich jeweils 2 Tauchgänge); beide Tauchschulen können wir ohne Beanstandung weiterempfehlen. Sowohl Inka (von den Bahari Divers) als auch Deleene (vom East African Dive Centre) waren im Vorfeld ausgesprochen hilfreich und haben umgehend auf unsere Emailanfragen reagiert. Die Tauchgebiete im Norden (Nungwi) haben uns besser gefallen als vor Stone Town, doch das Non-Plus-Ultra war zweifelsfrei das Mnemba Atoll.

Am ersten Tag hatten wir vor Stone Town Sichtweiten von ca. 10 m bei Morago und am Fungo Reef und sahen einige Stachelrochen und Cuttle Fish, viele Puffer Fish und Box Fish sowie haufenweise Grouper und ein kleines, mittlerweile schon fast zersetztes Wrack auf 9 m am Fungo Reef. Am zweiten Tag bin ich mit unserem Dive Master Ahmed alleine runter, und zwar zum Bawe Royal Navy Wrack auf 28 m und dann zum Bawe Reef. Die Sicht beim ersten Tauchgang war mit knapp 15 m besser als am Vortag, aber allzu viel zu sehen gab es dann beim Wrack eh nicht. Calamari und ein Leaf Fish gehörten noch zu den Höhepunkten. Der zweite Tauchgang des Tages bei Bawe Nord ging dann nur noch auf 12 m runter und wir hatten auch nur noch ca. 10 m Sichtweite, war aber nicht weniger schön. Unschöner war dann schon, dass einer meiner Zähne wohl ein Loch zu haben scheint, denn beim Auftauchen zischelte es in der Mundhöhle gepaart von leichten Zahnschmerzen. Das erste Mal trat dies bei dem tiefen Tauchgang auf 28 m auf, doch es war leider nicht das letzte Mal. Die Zahnschmerzen beschäftigten mich noch eine Weile, doch es wurde glücklicherweise von Tag zu Tag besser, und ich bin im Nachhinein sehr froh, dass ich mich schließlich gegen die Deep Dive Speciality entschieden habe.

An dem dritten Tauchtag bin ich wieder ohne meinen Buddy Anja getaucht, und zwar bei Mwana wa Mwana und Shane’s Reef vor Nungwi am nördlichen Zipfel Sansibars. Die Sicht war mit ca. 15 m und 12 m zwar besser als bei den Tauchgängen vor Stone Town, aber immer noch nicht das, was ich mir vom Tauchen vor Sansibar erhofft hatte. Doch es gab einiges zu sehen und das war Entschädigung genug: eine an Korallen „grasende“ Schildkröte und ein großer Blue-dotted Stingray waren die Höhepunkte beim ersten Tauchgang, Scorpion Fish, Lion Fish, Trumpet Fish, Trigger Fish und ein großer Octopus die des zweiten Tauchgangs.

Die schönsten Tauchgänge brachte jedoch erst unser letzter Tauchtag am Mnemba Atoll. Wir waren bei Kichwani und Wattabomi tauchen und hatten dort mit ca. 20 m und 25 m Sichtweite auch endlich die Sicht, die wir uns vom Tauchen hier versprochen hatten. Wir sahen sehr viele Fischschwärme, große Trigger Fish, Trumpet Fish, Surgeon Fish und Box Fish sowie vier große Schildkröten. Doch war es weniger, was wir sahen, als das was wir hörten, was uns in den Bann zog: Wir hörten Wale! Irgendwo weiter draußen im Indischen Ozean mussten sie ihre Bahnen ziehen und uns davon kundtun. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke…

Sansibar ist sicherlich nicht das günstigste Tauchgebiet. Wir haben verschiedene Tauchschulen angefragt und im Internet recherchiert: Man zahlt für einen Tauchgang 60 – 75 USD, für zwei Tauchgänge meist 100 USD, für vier 170 – 190 USD, für sechs 270 – 290 USD etc. Im Norden zu tauchen ist etwas teurer als vor Stone Town und fürs Mnemba Atoll wird nochmals ein Aufschlag von 15 – 30 USD fällig. Wichtig ist auch, dass der Transport in den Norden meist separat gezahlt werden muss, die Tauchschulen einem allerdings gern helfen und den Transport organisieren. Für ein Taxi sind 50 USD fällig, für ein Shared Taxi (Minibus) 10 USD pro Person und für die mit viel Geduld und strapazierfähigen Nerven gibt es noch den regulären Bus des öffentlichen Personennahverkehrs für 2000 TZS pro Person.

Stone Town

1001 Nacht auf Sansibar

Unterkunft

In Stone Town selbst waren wir, wann immer ein Zimmer dort frei war, im Zenji Hotel untergekommen. Diesen Tipp hatten wir von Elonora und Fred bekommen und wir können dieses Hotel auch nur wärmstens weiterempfehlen. Es lässt sich vielleicht am besten als „Backpacker Place Deluxe“ charakterisieren. Die Zimmer haben nicht alle ein eigenes Badezimmer und sind unterschiedlich groß, aber das Personal und die Besitzerin Anneloes lassen durch ihre Freundlichkeit und ihr Engagement für den Gast einen darüber hinweg sehen, zumal wir auch nur 45 und 50 USD pro Nacht und Zimmer gezahlt hatten. Es ist sauber, die Zimmer sind schön dekoriert, und das Restaurant hat zwar eine sehr übersichtliche Karte, aber das Essen ist sehr lecker.

Wir hatten jedoch nicht reserviert und so hatte das Zenji Hotel leider kein Zimmer mehr für uns für unseren zweiten Tag in Stone Town. Wir bezogen also das Zimmer und gingen gleich wieder los ins Zentrum von Stone Town, um dort nach Hotels zu schauen. Sowohl Inka als auch Deleene meinten ja in ihren Mails, dass derzeit nicht viel los sei und wir deshalb kein Problem haben würden, eine Unterkunft zu finden. Wir fanden auch einige Hotels, doch die sagten uns entweder nicht zu oder lagen preislich nicht in unserem Rahmen – ohne letztgenannte Restriktion hätten wir sicherlich im Sansibar Serena Inn hofiert… Das Tembo House Hotel (Doppelzimmer für 120 USD) war komplett ausgebucht, das Shangani Hotel (DZ 75 USD) fiel eher in die erste Kategorie und das Dhow Palace Hotel (mit kleinem Pool) war uns zu dem Zeitpunkt mit 100 USD noch zu teuer.

Tags drauf gingen wir zu den Bahari Divers; dies hätte ursprünglich unser erster Tauchtag sein sollen, aber da ich mich – wahrscheinlich durch eine Klimaanlage in einem Internet Cafe in Dar-es-Salaam – ein paar Tage zuvor erkältet hatte, wollten wir noch einen weiteren Tag warten und hatten also genügend Zeit, nach was neuem zu schauen. Wir wurden dort von Inka empfangen und sie half uns bei der Hotelsuche. Sie nannte uns einige Hotels, die wir dann zusammen mit Dive Master Barack, hier in der Rolle als Fremdenführer, abgingen.

Wir kamen zum Coco de Mer, wo uns ein nicht wirklich ansprechendes Zimmer für 60 USD angeboten wurde. Mit einem freundlichen „We think about it!“, wo es nichts zu überlegen gab, zogen wir weiter. Das Chavda Hotel war das nächste. Große Doppelzimmer, Frühstück inklusive, Internet gegen Aufpreis verfügbar. Wir hatten uns vorher schon gesagt, dass wir auf Sansibar ein wenig Urlaub vom Urlaub machen wollten und so gönnten wir uns diese eine Nacht, auch wenn der Preis fürs Doppelzimmer deutlich über unserem Budget lag, doch nach der erfolglosen gestrigen Suche waren wir froh, endlich eine Bleibe gefunden zu haben. Wir gingen aber gleich danach wieder ins Zenji Hotel und buchten uns für die folgenden zwei Tage wieder ein.

Mit einem vom Zenji Hotel organisierten Shared Taxi ging es nach dem Tauchen hoch in den Norden. Im East African Dive Center wurden wir von Michael, dem Besitzer und Mann von Deleene, willkommen geheißen und wir erkundigten uns nach Unterkunft. Er empfahl uns unter anderem die Flame Tree Cottages, die nur ca. 100 m nördlich von Dive Center am Strand liegen. In die von Elisabeth und Saif sowie Reception-Managerin Alexa geführten Flame Tree Cottages hatten wir uns gleich verliebt und mit oben erwähnter „Urlaub-vom-Urlaub“-Ausnahme sahen wir auch darüber hinweg, dass der Übernachtungspreis wieder deutlich über unserem Budget lag.

[Anja:] Aber das Geld hat sich wirklich gelohnt. Wir hatten ein sehr geräumiges Zimmer mit Bad und Hot Shower, aller wieder sehr hübsch mit Blüten dekoriert. Vor dem Zimmer eine Terasse mit zwei Sesseln und einer „Sitzgruppe“. Service wird hier riesig geschrieben. Gegen 16 Uhr wird man gefragt, was man gerne zu Abend essen möchte, das wir dann zum selbst gewählten Zeitpunkt entweder auf der Terrasse oder am Strand serviert. Frühstück gibt es auf der Terrasse, sobald man möchte, denn gedeckt wird, während man noch schläft.
Wir brauchten außerdem noch Informationen über Nachttauchgänge und ein Shared Taxi, und auch da wurde uns umgehend und sehr bemüht geholfen. Als Highlight hatten wir dort Wifi, mit einer afrika-untypisch hohen Bandbreite. Dies zu nutzen, brauchte ein wenig Zeit, da das Passwort nicht gleich griffbereit war, aber danach wurde gesurft, dass sich die Balken biegen.

Kulinarisch ließen wir uns hier auch verwöhnen. Wir aßen Barbecue auf dem eigens für unseren Tisch aufgestellten Kohlegrill, Fischfilet in einer fabelhaften Käsesoße, Curry und wieder Fisch in einer Öl-Zitronen-Ingwer-Marinade. Herrlich….

Zurück in Stone Town suchten wir Unterkunft für eine Nacht, da wir tags drauf noch eine Spice Tour unternehmen wollten. Vom Taxi ließen wir uns in der Nähe vom Flamingo Guest House absetzen, doch die angebotenen Zimmer dort sagten uns nicht wirklich zu. Von dort zum Clove Hotel, doch die hatten kein Zimmer frei. Leider hatten wir beim Dhow Palace Hotel den gleichen Misserfolg, doch dort konnte man uns immerhin ein Hotel empfehlen, dass noch freie Zimmer haben sollte und auch preislich nicht zu teuer war: das Mauwani Inn, DZ für 60 USD inkl. Frühstück. Auch ein stolzer Preis, aber immer noch besser als gar kein Zimmer. Es war sicherlich nicht das beste Hotel, aber unsere Suche hatte wenigstens ein Ende.

Nungwi

Reiseträume werden wahr

Weil wir jedoch nicht nur tauchen und auf der Insel schlafen wollten, unternahmen wir am letzten Tag noch eine Spice Tour.

[Anja:] Gebucht hatten wir die Tour zu den Gewürzen der Insel über das Zenji Hotel. Eine „geteilte Tour“ gabs hier für 13 $, eine private Führung hätte es für das fünffache gegeben. Also keine Frage, wir nahmen die günstigere Tour. Das bedeutete dann aber auch, dass wir zusammen mit 12 anderen in einen Minibus gequetscht wurden. Der Minibus hatte gerade 14 Plätze und saß mit dem ganzen Gewicht bei jeder Bodenwelle auf.

Wir wurden zu einer Spice Farm gebracht, die privat geführt wird und nicht unter der Hand der Regierung steht. Gleich zu Beginn wurde uns Kardamom gezeigt, den ich bisher nur in gemahlener Form aus dem Gewürzregal kenne. Tatsächlich sind es aber kleine grüne Beeren, die am Boden wachsen und deren Samen ziemlich säuerlich schmecken, wenn man sie frisch probiert. Wir lernten auch die verschiedenen Kokosnuss-Palmen der Insel kennen: es gibt drei verschiedene Größen und somit auch unterschiedliche Kokosnuss-Arten und –Verwendungszwecke. Manche sind eher für Öl geeignet, manche zum Essen.

Ich sah kurz danach auch zum ersten Mal einen Ananas-Strauch. Bisher begegnete sie mir auch nur in geernteter Form ohne Stiel. Kurz danach kamen wir zu einer Frucht, deren Namen ich jetzt schon nicht mehr kenne. Bei uns gibt es sie auch nicht. Sie sieht der Rambutan sehr ähnlich, aber sie ist es nicht. Man kann sie auch nicht essen. Sie enthält Kerne, die beim zerdrücken rote Farbe abgeben. Und sie werden auch nur zu diesem Zweck, z.B. indisches Tandoori verwendet.

Kurz darauf sahen wir auch Pfeffer und Vanille, die beide wie Parasiten auf anderen Bäumen leben. Dann gabs Nelken in die Hand, die das Gewürz sind, mit dem Sansibar am meisten Geld verdient. Außerdem bekamen wir die Muskatnuss in die Hand, die umhüllt ist von einer Frucht und roten Härchen, die meinem Verständnis nach nicht gegessen werden können.

Ziemlich unscheinbar wurde auch auf einmal Ingwer aus dem Boden gegraben, der so frisch geerntet saumäßig scharf war. Und wir bekamen Zimt in die Hand, der – wieder was Neues für uns – die Rinde eines Baumes ist.

Als Highlight, geschmacklich gesehen, bekamen wir die Jackfruit zum Probieren, die nach einer Mischung aus Ananas und Banane schmeckt. Bei der Gelegenheit gab es auch Kakaobohnen zum lutschen (süßsauer), nicht zum beißen (bitter) und die üblichen Verdächtigen: Orangen, Mango, Papaya, Ananas.

Ohne ein kleines Verkaufsständchen kommt die Tour auch nicht aus und uns hat die Tour Spaß gemacht, also kauften wir auch was. Kleine Gewürzpäckchen für 0,50 Euro sind auch nicht teuer.

Am Ende wurden wir alle noch zu einer Hütte gebracht, in der wir essen bekamen. Reis, in dem fast alle Gewürze, die wir vorher gesehen hatten, verarbeitet wurden, zusammen mit einer Curry-Soße und Spinat. Es war wirklich lecker…

Spice Tour

Früchte der Gewürzinsel

Verbindung nach Sansibar

Vielleicht noch im Nachsatz etwas darüber, wie man eigentlich auf die kleine Insel kommt: Man kann hinfliegen oder eine Fähre zu nehmen. Der Flug kostet mindestens 100 USD (hin und zurück), bei der Fähre ist man mit 35 USD für eine Fast Ferry (ein Weg) oder mit ca. 25 USD für die langsameren Fähren dabei. Die Fast Ferry braucht 1 ½ – 2 Stunden, die langsameren 3 – 4 Stunden. Wir haben uns beide Male für die Fast Ferry entschieden: mit „Seabus“ hin und mit „Sea Express“ zurück. Ein Vorteil hat jedoch der Flieger: Auf dem Rückweg nach Dar-es-Salaam schüttelte es die Fähre ganz schön durch. Anja und ich hatten das Glück, zu dem Zehntel Passagiere zu gehören, die nicht seekrank geworden sind und das Einzige, das wir uns durch den Kopf gingen lassen, waren die Erinnerungen an Sansibar…

Category: Tansania  | Leave a Comment
Leave a Reply
Author:
• Dienstag, Oktober 06th, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Sind mittlerweile in Sansibar angekommen und haben heute schon unsere ersten beiden Tauchgänge hinter uns, dazu aber im nächsten Artikel mehr. Wenn wir nicht gerade unter Wasser sind oder versuchen, uns nicht in Stone Town zu verirren, so – wir müssen es gestehen – verbringen wir auch viel Zeit im Internet. Wir haben beispielsweise bei dem Versuch mal wieder N-JOY Webradio zu hören, mitgekriegt, dass es in Deutschland momentan gar nicht sooo schön ist und die meiste Sonne hat wohl dann in Süd-Dänemark geschienen – insgesamt vier Sonnenstunden. Ihr Glücklichen! Was sehnen wir uns nach ein wenig Entspannung von der Sonne. Ständig äquatorbedingte 12 Stunden Sonnenschein, kein Regen seit Wochen und Temperaturen von unter 30° C gibt es auch eigentlich nur nachts. Nicht mal das Wasser im Indischen Ozean kann uns abkühlen. Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr ’s habt…

Die eigentliche Beichte jedoch, die wir ablegen müssen, ist, dass wir derzeit viel Zeit mit Facebook verbringen. Wir haben mittlerweile so viele Traveller gefunden, die darüber Kontakt halten, dass wir dann auch den Sprung ins kalte Wasser wagten. (Einen Link wollen wir wegen des vollen Namens nicht einfügen, aber wer Freund werden will, wird uns schon finden.)

Category: Tansania  | 3 Comments

3 Responses

  1. 1
    Joerg 

    Okay, ich habe es ja wohl auch nicht anders gewollt… Ich sage nur: „Kleine Sünden…“ Kaum war der Artikel veröffentlicht, fing es hier an zu nieseln. Kein ordentlicher norddeutscher Landregen, aber das, was die letzten Wochen am ehesten an Regen heran kommt. Danke, Petrus. Wir haben verstanden…

  2. 2
    Joerg 

    So, jetzt haben wir auch den norddeutschen Landregen… :-O Das ich einfach nicht weiß, ab wann ich meinen Mund halten sollte…

  3. 3
    Lars 

    Hm, ich habe selten norddeutschen Landregen bei 26 Grad erlebt…
    Wir haben heute in Kiel immer wieder etwas Regen, aber bei 11 Grad.

Leave a Reply
Author:
• Donnerstag, Oktober 01st, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Wir sind nun schon ein paar Tage länger hier, als wir ursprünglich dachten. Ich habe eine leichte Erkältung bekommen und möchte die erst einen Tag komplett los sein, bevor wir nach Sansibar übersetzen, um dort zu tauchen. Dank fünfstündiger Recherche in einem Internet-Cafe bei Steers in Dar-es-Salaam (S 6° 48.910’, O 39° 17.460’), wo – Air-Conditioning sei dank! – vielleicht auch die Erkältung herrührt) und persönlichen Empfehlungen haben es nun zwei (auch deutschsprachige) Tauchschulen auf unsere „Short List“ geschafft: das „East African Diving Center“ in Nungwi und „Bahari Divers“ mit Standorten in Stone Town und in Nungwi. Beide bieten selbst keine Unterkünfte an, aber derzeit ist nach deren Auskunft genügend frei in Sansibar, so dass Unterkunft kein Problem wird. Preislich scheinen sie sich auf ersten Blick auch nicht zu unterscheiden; Tauchen auf Sansibar ist nicht ganz günstig – mit gut 50 USD ist man pro Tauchgang dabei –, aber wir haben von vielen gehört, die für sich urteilten, dass die Tauchreviere dort mit zu den besten gehören, wo sie je getaucht haben. Wir sind also frohen Mutes… 😉

Doch derzeit sind wir noch auf der südlichen Seite Dars bei Kigamboni gebunden. Hier und im Norden von Dar-es-Salaam sind die meisten Campingplätze angesiedelt; in der Stadt selbst gibt es sicherlich einige Hotels, die einen auch campen ließen, doch wer tauscht nicht gerne Zement und Asphalt für Palmenstrände mit weißen Sand und dem türkisblauen Indischen Ozean ein? Da wir mit unserem ersten Platz nicht ganz zufrieden waren, haben wir insgesamt vier Plätze ausgekundschaftet:

Weißer Sandstrand und türkisblauer Indischer Ozean! Brauchen wir mehr? -- Nein...

Weißer Sandstrand und türkisblauer Indischer Ozean! Brauchen wir mehr? -- Nein...

  • Kipepeo Camp (S 6° 51.104’, O 39° 21.694’) war unser erster Versuch.
    • Das Camp ist sehr schön, bietet allerdings faktisch keinen Schatten fürs Fahrzeug; ein separates Zelt oder man selbst findet jedoch immer Schatten in einer der zahlreichen Palmhütten.
    • Der Strand ist super und selbst der Boden des Campingplatzes ist gut, wobei ich das Pech hatte, in einen großen Dorn zu laufen und dann doch lieber wieder ständig Badelatschen trug. (Ist aber vielleicht auch eher eigene Dummheit und kein Malus für den Platz.)
    • Das Essen ist okay, die Duschen und Toiletten ebenso. Es gibt keine warmen Duschen, aber wirklich kalt habe ich auch nie duschen müssen, Anja berichtete von den Frauenduschen jedoch Gegenteiliges.
    • Wir haben einmal ein WiFi gefunden, konnten uns jedoch nicht konnektieren. Fragt man nach Internet, heißt es „es gäbe keins“. Auf charmante Nachfrage hat Anja „herausbezierzt“, dass dies nur eine Schutzbehauptung ist: Es gibt eigentlich WiFi, nur meist funktioniert es nicht und die Leute können sich nicht konnektieren, selbst wenn es funktioniert, deshalb sagen sie meist, sie haben gar keins. Nun, das können wir leider so zu 100 % bestätigen.
    • Der Platz ist auch bei Overland-Trucks recht beliebt und man kann seinen Wagen dort bewacht unterstellen für den gleichen Preis für den eine Person pro Nacht campiert. (Wer mag, kann auch eine kleine Hütte / Apartment mieten entweder als Bed & Breakfast oder mit Halb- resp. Vollpension.)
    • Man zahlt derzeit 5 USD oder 6’500 TZS pro Person und Nacht.

Vor allem das fehlende Internet und der deshalb vermeintlich notwendige und strapaziöse Weg nach Dar-es-Salaam (dazu nachher mehr) hat uns dann dazu getrieben, andere Campingplätze auszuspähen.

  • Stuart und Fiver hatten uns vom Mikadi Beach Resort (S 6° 49.142’, O 39° 19.252’) berichtet.
    • Das Camp ist schön und bietet ein wenig Schatten fürs Fahrzeug; separate Zelte finden jedoch zwischen Bäumen ein schattiges Plätzchen.
    • Den Strand haben wir nicht inspiziert. Dafür sahen wir jedoch einen kleinen Pool und aufgespannte Hängematten.
    • Es gibt ein Restaurant und eine Bar, über deren Qualität wir jedoch leider keine Aussage treffen können. Die Klos wirken sauber, bei unserem Besuch hatte man uns allerdings nur Freiluft-Duschen gezeigt (ohne Dach, folgerichtig dafür jedoch mit Blättern in der Duschwanne).
    • Im Resort selber gibt es kein Internet, aber außerhalb direkt an der Straße soll es ein Internet Café geben.
    • Bei unserem Besuch parkten allein drei Overland-Trucks hier und etliche 4WD sowie drei Bikes, deren Besitzer derzeit alle auf Sansibar sind. Die Parkgebühr ist nicht fest, sondern „man kann darüber diskutieren, wenn es soweit ist“, so hieß ist.
    • Man zahlt derzeit 5 USD pro Person und Nacht fürs Camping.
  • Da will man gar nicht mehr weg, oder?

    Da will man gar nicht mehr weg, oder?

  • Entlang des Strands sind Anja und ich dann von Kipepeo zum Sunrise Beach Resort / Campsite spaziert (unter 500 m). (Es warnen übrigens alle Campsites durch große Schilder, dass der bewachte Strandabschnitt des Platzes / Resorts nicht verlassen werden soll; uns ist jedoch nie etwas passiert und wir haben uns nie bedroht gefüllt (waren allerdings auch nicht nachts unterwegs), so dass wir fast ein wenig vermuten, hier wird vor allem davor gewarnt, dass man bloß nicht einen Blick auf den eventuell schöneren Nachbarcampingplatz werfen soll…) Um das schon vorweg zu nehmen: Den Platz fanden wir wunderschön, und er wurde unser neues Zuhause, wir können ihn gegenüber allen anderen empfehlen. Wir fanden hier auch noch andere Overlander vor Ort (auch dazu nachher mehr). Der Platz bietet nach unserer insignifikanten Meinung alles, was Kipepeo bietet, und mehr für weniger:
    • Es gibt Schatten auch für die Autos,
    • der Strand ist so sauber wie bei Kipepeo, aber der Sand des Campingplatzes scheint mir hier besser,
      das Essen ist gut (und dank indischen Managements reich an indischer Küche), dazu gibt es warme Duschen (Boiler),
    • es gibt Internet – allerdings haben sie während unserer bisherigen Zeit technische Probleme, so dass wir dann faktisch doch kein Internet haben (fairerweise muss aber erwähnt werden, dass die Nutzung des Internets nicht inklusive ist, man also nicht für eine Leistung zahlt, die dann nicht geboten wird, nichtsdestotrotz hat uns der Manager auf unser Verständnis-Unwillen, warum wir nicht einfach kurz den LAN-Stecker der Rezeption nutzen können, einen „refund“ angeboten… 😉 )
    • auch hier kann der Wagen untergestellt werden, für 5’000 TZS,
    • und nun das „für weniger“: Derzeit zahlt man für Camping 4 USD oder 8’000 TZS pro Person und Nacht.

Dies ist definitiv unser Favorit (gemäß der bescheidenen Auswahl, die wir bei Kigamboni trafen).

Willi mit Spielgefährten im großen Sandkasten vom Sunrise Beach Resort

Willi mit Spielgefährten im großen Sandkasten vom Sunrise Beach Resort

  • Last, and – unserer persönlichen Meinung für Camper auch – least kommt das South Beach Resort (S 6° 51.243’, O 39° 22.051’). Es mag seine Vorzüge haben, beispielsweise den großen Pool, aber auf uns hatte das ganze eher den Charme von Hotelbetonbunker mit Animation gehabt. Mag sein, dass der Campingplatz paradiesisch ist – wir haben ihn uns gar nicht mehr angeschaut, weil das Drumherum einfach nicht unsers war. Camping hätte 6 USD gekostet und gegenüber allen anderen Plätzen konnte man nicht in unmittelbarer Nähe zum Meer campen.

Nachdem der geneigte Leser nun also alles über diese vier Camps in der Bucht von Dar-es-Salaam erfahren hat, mehr zu den Punkten, zu denen wir bis hier her vertrösten mussten: der wegen des Internets vermeintlich notwendige strapaziöse Weg nach Dar-es-Salaam und die anderen Overlander, die wir auf der Sunrise Beach Campsite trafen.

Elonora und Fred

Elonora und Fred

Es gibt einen Weg um die Bucht herum (ist in Tracks4Africa enthalten), doch bisher haben wir den ca. 30 km längeren Weg stets gescheut, aber wenn wir nochmals selbst nach Dar rein fahren, dann wird der Weg definitiv ausprobiert. Vom Sunrise Beach Resort zu dem Internet Café, von dem wir die letzten Artikel online stellten (S 6° 48.910’, O 39° 17.460’ im Steers), sind es 9,8 km (36 km um die Bucht herum). Der Fährabschnitt ist nur ca. 700 m respektive 7-8 Minuten lang, so dass wir uns bisher zweimal blenden ließen, doch dank afrikanischem Organisationstalent, langer Schlangen und dem ungebrochenen Willen mancher Afrikaner links oder rechts abkürzen zu müssen, wird die Überfahrt schnell zu einem 90minütigen Erlebnis. Beim zweiten Mal haben wir versucht, die Rush Hour zu vermeiden und haben erst am späten Vormittag nach Dar-es-Salaam übergesetzt, doch es war nur unwesentlich besser. Mittlerweile haben wir jedoch gelernt, dass es auch bei uns in der Nähe ein Internet-Café gibt: „D’s Internet Service“ etwa 200 m südlich der Weggabelung bei S 6° 51.027’, O 39° 21.328’. (Wenn man von der Fähre kommt, bei der Gabelung den linken Weg nehmen und dann nach ca. 200 m auf der linken Seite nach dem Schild von „D’s Internet Service“ schauen.) Heute standen wir jedoch gegen 16 Uhr vor verschlossener Tür. Der Geschäftspartner von nebenan meinte, für heute wäre „D“ abwesend, aber morgen sei er wieder da – „afrikanische Öffnungszeiten“ halt…

Im Sunrise Beach Resort sind wir auf Bob und Jackie (mit Sandy) gestoßen, die wie wir südwärts unterwegs sind, sowie auf ein neuseeländisches Paar, die ihren Wagen nach Südafrika verschifften und sich nun „hoch“ arbeiten. Auch Deutsche haben sich noch eingefunden: Sie waren mit gemieteten Land Rover unterwegs und spannen nun noch eine Woche an diesem Strand aus. Von Bob und Jackie hatten wir bereits von Jan & Trevor gehört und ihre Website auf www.africa-overland.net gefunden. Später kamen auch noch Jet und Martin dazu, die insgesamt 18 Monate planen und sich nun auch die Ostküste „hoch“ kämpfen, nachdem sie bereits mitten durch Afrika „runter“ sind. Unnötig zu erwähnen, dass es mit so vielen Travellern und noch mehr Geschichten aus Nord und Süd, Ost und West nie langweilig wurde…

Jet & Martin

Jet & Martin

So, nachdem wir euch allen hier diese Informationen zusammengetragen haben, vielleicht kann uns nun irgendjemand im weltweiten Netz helfen und sagen, wo wir in Dar unsere Campinggasflasche auffüllen lassen können?

Post Scriptum vom 03.10.: Auch Gas haben wir mittlerweile selbst gefunden. Tracks4Africa hat den Waypoint sogar drin: Oryx Hanygas bei S 6° 51.053’, O 39° 17.743’. Tracks4Africa kennt allerdings nur den Waypoint, nicht die Straße dahin, aber da setzte mich Bob auf die richtige Spur: ca. 200 m nördlich von dem Offroad-Abzweigungspunkt, den das Navi vorschlägt, muss man links (von Dar-es-Salaam Hafen kommend) abbiegen. 4’500 THS hat uns das Auffüllen gekostet.

Category: Tansania  | Leave a Comment
Leave a Reply