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• Montag, August 03rd, 2009

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Die Fahrt nach Lalibela war anstrengend. Die Straße wird bald durchgängig geteert sein, aber derzeit ist es abschnittsweise sehr holprig und man muss konzentriert bei der Sache sein, um nicht ständig die Lebensdauer der Achse, Federn und Dämpfer zu verkürzen, weil man mal wieder eine Abbruchkante oder ein größeres Schlagloch übersehen hat. Hinzu kam, dass ich mal wieder leichtes Fieber bekommen hatte und Anja und ich uns deshalb alle 100 km mit fahren abwechselten.

In Lalibela – wir sind über Werota und Gashena gefahren – haben wir mit dem Seven Olives Hotel ein sehr schönes Hotel gefunden und die Anstrengungen des Tages waren im Nu verflogen. Ich bin dann auch gleich ins Bett, aber Anja hat noch das Hotel-Restaurant ausprobiert, und von dem „Oriental Rice“ schwärmte sie noch Tage später in Addis.

Den Montag haben wir uns ganz für die Kirchen reserviert. Im Hotel sagte man uns, dass ein Guide obligatorisch wäre, das stimmt zwar nicht, aber wir waren uns eh schnell einig, dass dies ein Ort ist, an dem wir eine Führung haben wollen. (Wir zahlten für unseren vom Hotel vermittelten Guide 250 Birr und 300 Birr pro Person Eintritt für alle 10 – 12 Kirchen, zwei sind Doppelkirchen, so dass mal von 10, mal von 11 oder mal gar von 12 Kirchen die Rede ist.) Die Kirchen sind in drei Gruppen gegliedert. Von dem Seven Olives Hotel sind alle drei Gruppen in nur wenigen Minuten zu Fuss zu erreichen.

Am Vormittag nahmen wir uns den nördlichen Teil vor. Die Führung begann gleich mit einem Knall: Bet Medhane Alem! Angeblich ist die größte in Stein gehauene Kirche der Welt. Jede Kirche in Lalibela beherbergt ein Kreuz, das für die Kirche steht und bei Prozessionen genutzt wird. Bet Medhane Alem beherbergt das berühmte komplett aus Gold hergestellte Lalibela Kreuz (immerhin 7 kg). Von dort auf zu Bet Maryam, die Kirche die der heiligen Jungfrau Maria gewidmet ist. Da Maria in Äthiopien besonders angebetet wird, ist es eine der Pilgerstätte hier. Innen ist eine Säule vollständig mit Stoff umwickelt. Es gibt verschiedene Mythen, weshalb dies so sei; unser Guide erzählte uns, dass die Geschichte der Menschheit in die Säule eingehauen ist, und zwar nicht nur die vergangene, sondern auch die zukünftige, und das ist für Normalsterbliche natürlich nicht die geeignete Bettlektüre… Via Bet Meskel und Bet Danaghel ging es nach Bet Mikael, die dem Engel Michael geweihte Kirche, und schließlich Bet Golgotha, wo ich das „Grab Jesu“ und das Grab von König Lalibela sehen durfte, wogegen Anja leider draußen warten musste, weil Frauen die Kirche nicht betreten dürfen. Zusammen konnten wir dann jedoch zwei der größten Heiligtümer Äthiopiens begutachten: das schwarze metallene Kreuz von Bet Golgotha, das die Kreuzigungsnägel symbolisiert, sowie König Lalibelas Betstock.

In der Mittagspause der Priester von 12 bis 14 Uhr sind die Kirchen geschlossen. Mir kam das ganz gelegen, denn so konnte ich mich noch für 1 ½ Stunden ein wenig hinlegen. Nachmittags nahmen wir dann die restlichen Kirchen in Angriff. Es ging zunächst entlang des „Wegs des Himmels“ zur Bet Gabriel-Rufael – Doppelkirche, wobei der eine Teil wohlmöglich König Lalibela auch als Palast diente. Von dort ging es durch einen Tunnel, der die Unwirtlichkeit der Hölle symbolisieren soll, nach Bet Merkorios. Auch hier sind sich Historiker nicht einig, ob sie schon immer als Kirche fungierte oder früher nicht eventuell als Gefängnis oder Gericht genutzt wurde. Via der architektonisch herausstehenden Bet Amanuel und Bet Abba Libanos ging es dann zum großen Finale: Bet Giyorgis. Dazu mussten wir erst noch den „Jordan überqueren“, doch das war die Mühen wert. Bet Giyorgis ist die Kirche, deren Bild man im Kopf hat, wenn man an die in Stein gehauenen Kirchen Lalibelas denkt.

Der Mythos erzählt, dass König Lalibela diese Kirche ursprünglich für sich gebaut hat. Doch der Heilige Georg, Äthiopiens Schutzparton, ritt in die Kirche vor König Lalibela und requirierte die Kirche für sich. Die Spuren, die sein Schlachtross dabei hinterließ, sind heute noch in dem Gang zur Kirche sichtbar.

Morgen geht’s dann los in Richtung Addis. Wir planen die Strecke mit einem Übernachtstopp in Dessie.

Lalibela

Felsenkirchen in Äthiopien

 

 

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