Archive for Juli 9th, 2009

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• Donnerstag, Juli 09th, 2009

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Sonntag / Montag, 05./06.07.09

Sonntag sind wir zur Deutschen Botschaft, um das Empfehlungsschreiben zu holen, das wir für unser Sudan Visum benötigen. Doch leider war es nicht mit „einfach abholen“ getan. Zwei Tage dauert der Vorgang! Gut, beklagen hilft nichts, da müssen wir jetzt durch, wir hätten uns ja auch eher darum kümmern können. Wir sind anschließend noch zur Sudanesischen Botschaft – im Gegensatz zur Äthiopischen Botschaft herrscht über deren Adresse Einigkeit – um schon mal abzuklären, dass da nicht noch irgendwelche Eisberge unter Wasser lauern. Bis auf das Empfehlungsschreiben, zwei Passphotos und genügend Bargeld scheint nichts benötigt zu werden – fast zu schön, um wahr zu sein. Wir wollten uns dann ursprünglich noch ein schönes Café suchen, aber mir ging es nicht sonderlich gut. Abends hatte ich zudem wieder Fieber bekommen und seit Tagen plagte mich „Pharaos Rache“, so hat Anja mir das Versprechen abgerungen, dass wir zum Arzt gehen würden.

Wir sind also Montag zum Arzt gegangen. Anja hatte unsere Kontakte sowie die Deutsche Botschaft nach einem deutschsprachigen Arzt befragt und so fanden wir uns schließlich bei Dr. Wiesenbacher, Regionalarzt der Deutschen Botschaft Kairo wieder. Das Problem war schnell eingekreist: ein bakterieller Infekt. Doch die Bakterien sollten noch genau bestimmt werden, um Resistenzen gegen Antibiotika auszuschließen. Das heißt, wir mussten 48 Stunden auf das Ergebnis warten…

Nachmittags waren wir noch mit Khaled verabredet. Khaled ist ebenfalls einer unser „Diethart-Kontakte“; er wohnt in der Oase Bahariya und organisiert und führt Wüstentouren mit Geländewagen oder Kamelen. Khaled lässt all das, was er an seinem Landcruiser-Fuhrpark nicht in der Oase selbst reparieren oder warten kann, respektive will, in Kairo machen. Zu einer seiner beiden „Werkstätten des Vertrauens“ waren wir nun auf dem Weg. Wir hatten einen Waypoint bei der Ring Road vereinbart und trafen ihn dann das erste Mal nach einigen Telephonaten und diversem Skypen persönlich. Die Begrüßung war gleich sehr herzlich und im Konvoi gelangten wir schließlich zur Garage. Wir hatten den Plan für heute ursprünglich so verstanden, dass nur geschaut werden soll, was alles getan werden muss, wir eventuell Ersatzteile beschaffen, aber dann alles in der Oase repariert würde. Doch ehe wir uns versahen, waren die Räder bereits abmontiert. Die Schrauberjungs machten den Eindruck, dass sie wissen, was sie tun, und wir vertrauten Khaled. Wir hatten unsere Kupplung beanstandet, die quietschte immer mal wieder, das Diffentialöl leckte immer noch aus der Achse, zudem quietscht das Lenkrad ab und an und das Zündschloss klemmt etwas.

Wir ließen die Schrauber schrauben, besorgten die Ersatzteile und warteten anschließend bei eiskalter Cola im klimatisierten Büro des Teileladens. Nach ca. 2 Stunden der erlösende Anruf: In ca. einer halben Stunde seien sie fertig. Als wir hinkamen, waren sie noch nicht ganz so weit – unser Getriebe lag noch unter Willi auf dem Boden. Die Dichtung war getauscht worden und die Kugellager gleich mit. Die Kupplung wurde ebenfalls gleich gewechselt, da die alte schon deutliche Gebrauchsspuren aufwies. Mit ein paar weiteren Kleinigkeiten kamen wir nachher auf das schöne Sümmchen von 3’000 EP. Deutlich mehr als wir gedacht hatten, aber deutlich weniger als wir in Deutschland gezahlt hätten.

Khaled hatte uns noch zum Essen bei einem Freund eingeladen. Anja wäre gern gegangen, aber ich drängte auf Heimfahrt. Es war doch recht spät geworden und mein Fieber stieg mit vorrückender Stunde.

Dienstag, 07.07.09

Morgens konnten wir endlich unser Empfehlungsschreiben abholen. Also auf mit dem Taxi nach Zamalek; Anja huschte rein und meinte hinterher, dass alles – mit deutschen Augen betrachtet – doch ein wenig unorganisiert wirkte, aber Deutsche Botschaft hin oder her, wir sind schließlich in Afrika… 😉

Danach waren wir wieder beim Doc in Dokki. Es gab nicht viel Neues zu berichten, da die Laborergebnisse noch ausstanden und so nutzen wir den Termin mehr für eine Tropenberatung insbesondere hinsichtlich Malaria als für meinen Infekt. Anja und ich haben uns nun doch entschlossen, nicht nur Expositionsprophylaxe und Standby-Medikation gegen Malaria zu betreiben, sondern Doxycyclin prophylaktisch einzunehmen.

Anschließend nach Garden City zur Sudanesischen Botschaft. Auch hier war die Abwicklung noch nicht gänzlich optimiert, aber sehr bemüht (im rein positiven Sinne, nicht im Arbeitszeugnis-Sinne) und äußerst herzlich. Der Mann hinterm Tresen nahm all unsere Papiere entgegen und schüttelte lächelnd den Kopf, so als ob er fragen wollte, was wir denn im Sudan wollten. Tatsächlich schien ihn jedoch etwas anderes zu beschäftigen, fragte er uns doch nach dem Mord an der Ägypterin in dem Dresdner Gericht am 1.7.09. Ich hatte davon noch gar nichts mitbekommen und antwortete ihm augenzwinkernd, dass Deutschland halt kein sicheres Reiseland sei. Bei aller Despektierlichkeit dieser Aussage – ich wusste halt gar nicht genau, wovon er sprach – scheint ihm diese gefallen zu haben, denn nachdem ich ihm unsere Visaanträge mit Photokopie (geht vor Ort für 2 EP), zwei Passphotos und unsere Pässe geben habe, wurde ich mit einem kleinen Schoklädle belohnt. Diesen Service haben wir noch bei keiner anderen Botschaft auf unserer bisherigen Reise genossen.

Nachmittags kam Dr. Farid vorbei und überraschte uns mit zwei gebratenen Fischen samt Reis und Salat. Anja hatte das große Los gezogen, denn mein Appetit war noch nicht wieder erweckt und so hatte sie das feine Mahl ganz für sich allein.

Mittwoch / Donnerstag, 08. / 09.07.09

Einen Tag später konnten wir die Visa bereits abholen. Alles hat problemlos geklappt und im Gegensatz zu Jan und Trevor haben wir sogar ein Monatsvisum bekommen, nicht nur ein zweiwöchiges.

Da es mittlerweile wieder etwas bergauf mit mir ging, haben wir heute noch ein wenig Sight Seeing an den Botschaftsbesuch drangehängt. Mit der Metro fuhren wir nach Alt-Kairo und schauten uns dort die koptischen Kirchen an, allen voran natürlich die „Al-Mu’allaqah“, die Hängende Kirche. Photos gibt es an dieser Stelle davon leider keine, da die Kamera im Apartment lag.

Wieder zu Hause fragte uns Dr. Farid wie so häufig, ob wir etwas bräuchten und ob alles okay sei. Wir fragten ihn, wo man denn Milchreis kaufen könnte. Mit der Information konnte er zwar nicht dienen, aber – viel besser – wir bekamen stattdessen eine Tasse Milchreis von ihm. Ein Vermieter, wie er im Bilderbuch steht! Und mit dem duftenden Milchreis kam auch mein Appetit langsam wieder.

Donnerstag stand schon ganz im Zeichen des Aufbruchs – nach zwei Wochen hatten wir auch beide das Gefühl endlich wieder auf die Straße zu müssen. Wir wuschen noch Wäsche und packten unsere Sachen. Die Laborergebnisse wurden telephonisch besprochen und auch der entsprechende Wirkstoff sowie drei mögliche Präparate genannt. Da man in den Apotheken meist eh alles rezeptfrei bekommt, war das auch kein Problem. Vom Doxycyclin wollten wir dagegen 20 Packungen haben und da sahen wir uns schon diverse Apotheken abklappern, doch auch dies war nicht nötig: Der Apotheker um die Ecke hatte zwar nicht alles vorrätig, aber wir sollten abends zwischen 7 und 8 Uhr wieder vorbeischauen, dann hätte er alles da. Sehr schön! Wir machten noch ein paar kleinere Besorgungen in unserem Viertel und damit war der Tag dann auch schon rum.

Morgen früh werden wir als erstes wieder den Reifen aufs Dach wuppen, Willi beladen und auf dem Weg aus Kairo erneut noch am Carrefour vorbei, um unsere Vorräte (vor allem Wasser) aufzufüllen. Danach heißt ’s dann: „Next stop: Bahariya!“

 

 

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