Archive for Juni 22nd, 2009

Author:
• Montag, Juni 22nd, 2009

Warning: mysql_get_server_info(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info(): A link to the server could not be established in /www/htdocs/w00ae7aa/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Anja:

Wieder ein Grenzübertritt, wieder neue Erfahrungen.

Im Gegensatz zu Jan & Trevor und Markus & Ulf erhielten wir bei einem kurzen Besuch in Aqaba ohne Probleme und sehr schnell die Fährentickets für unsere Überfahrt nach Ägypten. Wie wahrscheinlich jeder waren auch wir geschockt über die Preise: 70$ pro Person und 120$ pro Auto. Macht 360$ für eine 1 bis 2-stündige Überfahrt.

Mit diesen Tickets fuhren wir heute pünktlich um 11 Uhr an den Hafen und durchlebten dort die typische „Schalter-Rennerei“ der Grenzen. Erst wussten wir gar nicht, wo wir hin sollen, wurden aber durch nette Jordanier mit lautem Rufen in die richtige Richtung gelenkt. Am Hafen stellten wir das Auto zunächst ab und klapperten die Stationen im Gebäude ab. Zunächst gingen wir zur Passkontrolle (=Ausreisestelle). Gleich was falsch gemacht. Einen Stock tiefer bitte zu Customs. Dort mussten wir 3 (Brief-)Marken kaufen, je 1 für die Pässe und 1 für die Ausreise des Autos. Die Autopapiere wurden zum Glück auch gleich erledigt. Man nahm uns dabei die gerade ausgehändigte Briefmarke am selben Schalter wieder ab und verlangte zusätzlich nach dem blauen Einreiseschein für Autos, den wir bei der Einreise aus Syrien bekommen hatten. Die Carnet interessierte hier niemanden. Unwissend liefen wir mit den Papieren wieder zur Passkontrolle. Dort wurde die Marke in den Pass geklebt und ein Foto gemacht (warum eigentlich bei der Ausreise???). Die Carnet wollte wieder keiner sehen. Uns ist das ja aber besonders wichtig, also liefen wir wieder zurück zu Customs und ließen uns das Papier abstempeln. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass die überhaupt keine Ahnung hatten, was sie da abgestempelt haben. Egal, wir waren durch und hatten alles beisammen.

Es war 11.30 Uhr und die Fähre sollte gegen 13 Uhr ablegen. Ständig hörten wir arabische Lautsprecher-Durchsagen und wurden doch langsam nervös. Auf gut Glück fuhren wir zur Fähre und waren sogar rechtzeitig. Sie wurde gerade beladen.

Um 12.15 Uhr saßen wir abmarschbereit in der Fähre und nichts tat sich. Wir waren auch hier mit unserem Programm durch: Pass abgeben für das Visum, Zettel mit Stempel abholen, mit dem man seinen Pass an der Grenze wiederbekommt.

Gegen 14 Uhr legte die Fähre schließlich ab. An Schlafen war hier nicht zu denken, aus jeder Ecke dröhnte ein Handy mit arabischer Musik.

Gegen 15:30 h waren wir dann in Nuveiba, durften aber nicht vor 16:30 h die Fähre verlassen.

Jörg:

Doch das eigentliche Chaos gab ’s dann erst hier an Land. Dank eines Tipps von Jan und Trevor hatten wir Ashraf kontaktiert, ein Ägypter der Tourist Police, der überforderten Touris wie uns bei der Einreise behilflich ist – gegen ein kleines Bakschisch natürlich. (Wobei ich an dieser Stelle gleich erwähnen will, dass das zwar Usus ist (50 EP wie wir hörten und zahlten), aber von ihm in keinster Weise eingefordert wurde – gefreut hat er sich natürlich trotzdem.)

Noch im Red Sea Dive Resort telephonierte Abdul Rahman (einer der Divemaster), der selbst länger in Ägypten gelebt und als Taucher gearbeitete hatte) mit Ashraf und informierte ihn über unser Kommen. Bei so einem großen gelben Auto müssen wir uns zum Glück weder eine Zeitung unter den Arm klemmen noch eine Rose ans Revers stecken, man erkennt uns auch so. Wir fuhren also von der Fähre und wurden auch gleich von einem der Tourist Police angesprochen: Er sei ein Freund von Ashraf und wird uns helfen; er fertigt nur noch eine weitere Gruppe Deutscher ab und ist dann bei uns, wir sollen schon mal durch die medizinische Station und dann vorfahren. Na, gut, dann also: Jallah!

Bei der medizinischen Station wurde nach der Schweinegrippe gesucht, aber gefunden haben sie sie glücklicherweise noch nicht. Jeder Passagier hat auf dem Schiff einen Zettel bekommen, auf dem er seinen Namen, Telephonnummer und Adresse in Ägypten eintragen musste. Dieser Zettel wurde hier eingesammelt. Dazu noch eine Frage, woher man denn komme und wohin man wollte. Alle wurden durch einen engen Gang geschleust, bis man am anderen Ende wieder aus dem Gebäude kam. Da unser Willi am Eingang parkte, gingen wir also wieder dahin zurück. Alles war gänzlich unabgesperrt, aber es rannten genug Uniformen rum, die einen sicherlich schnell zu verstehen gegeben hätten, dass das so nicht gemeint war, sollte man versuchen, diese Station einfach umgehen zu wollen.

Wir taten wie uns geheißen und sind dann mal vorgefahren, aber wohin eigentlich. Das ganze Areal ist nahezu nicht ausgeschildert, aber man kommt auch nicht ohne endgültigen Check von dem Gelände, so dass man gar nichts vergessen kann. Wir fuhren zunächst einem der zahlreichen Busse hinterher, bis der Zoll uns nach ca. 300 m auch schon zu sich winkte. Zunächst wollte man den Ausweis und die Carnet sehen, dann wurde unserem Zöllner von einer grauen Eminenz, die sich sonst im Hintergrund hielt, etwas zu getuschelt, bis wir die Papiere zurückbekamen und es hieß, unser Freund der Tourist Police würde gleich kommen, wir sollten so lange einfach warten.

Gut, das können wir! Ich war froh, dass wir nicht gleich wie alle Autos vor uns quasi „auf links gedreht“ wurden und das Innerste nach außen kehren mussten. Während wir warteten, wurde kurz geprüft, ob wir denn auch einen Feuerlöscher dabei hätten. Hallo? Natürlich haben wir. Wir sind Deutsche! Kein Risiko ohne Netz… 😉 Und dann tat sich plötzlich etwas auf Anjas Wagenseite: Sie bekam ein paar Zettel in die Hand gedrückt und jemand machte sich am rechten Vorderrad zu schaffen. Der gute Mann wollte unsere Fahrgestellnummer abrubbeln. Dann kam endlich unser Freund. Anja hatte den leichteren Job: Sie durfte im Auto sitzen und lesen. Mein Job war dank Tourism Police auch recht einfach: Schritt halten, Papiere festhalten und jeden genannten Betrag einfach zu bezahlen. Das System ist schon genial: Mache die Einreise einfach so komplex und undurchsichtig – man findet eigentlich nirgendwo Hinweisschilder –, dass die Touris auf ein Helferlein angewiesen sind und kassiere so doppelt. Komplexe Einreisen und Helferleins hatten wir ja auch schon in Syrien; Ägypten ist da aber noch einen Schritt konsequenter: Warum die Hilfe mit der „Privatwirtschaft“ teilen? Und so sind hier die Helferleins halt von der Tourism Police. Aber alle Polemik beiseite: Ich war für die folgende Hilfe extrem dankbar und halte das Trinkgeld auch für einen fairen zivilen Preis, auch wenn sich das gerade wohl nicht so angehört hat.

Zuerst ging es zur Bank, Visamarken kaufen. Die Bank wollte Dollars, aber Euro gingen auch und für uns beide zusammen waren dann 24 EUR für ein Monatsvisum fällig. Danach zum Zoll, die hatten ja eh schon unsere Pässe, die wir auf der Fähre abgegeben hatten, klebten jetzt nur das Visum ein und „Welcome to Egypt“.

Von dort zurück zum Auto, Carnet und Papiere holen. Auf die Straßensteuer zahlen: Denen das Carnet zeigen und für 520 EP (Egyptian Pounds) ein paar Zettelchen bekommen. Dann zum „Bavaria“-Stand, was die dort eigentlich genau gemacht haben, weiß ich gar nicht. Ich bekam jedenfalls ein schönes „Laufmäppchen“ (also eine Art Laufzettel, der nur so viele andere Zettelchen und Formulare und Kopien meines Ausweises sowie des KfZ-Scheins etc. umfasste, dass dieser zu einer Mappe aufgebläht war). Dies kostete dann 30 EP. Von dort zur „Zulassungsstelle“ zurück, unser Mäppchen abzeichnen lassen. Ich musste meinen Namen aufschreiben und der wurde nach bestem Wissen und Gewissen ins Arabische übersetzt und auf die Dokumente geschrieben – wenn mal wirklich was sein sollte, kann das bestimmt nicht zugeordnet werden.

Von hier aus zur Versicherung. Dort waren 550 EP fällig und die Versicherung wurde auf meinen Namen ausgestellt, was so lief, dass ich ihm mehrmals „Jörg Walter“ sagte, er so etwas wie „Georg Vater“ antwortete, ich „Jörg Walter“ wiederholte, er „Jork Fatter“ und dann ich wieder … Irgendwann schrieb er wahrscheinlich „Mann mit Brille, Bart und blauen Augen“ auf arabisch in den Versicherungsschein. Ich werde weich und habe hier nicht mal versucht, zu intervenieren, dass ich ja eine Versicherung habe. Es hätte eh nichts gebracht… Damit dann wieder zur Registratur und D’oh! Da hat der Versicherungsmensch doch tatsächlich einen Stempel vergessen. Ja, so geht das natürlich nicht! Also wieder zurück zur Delta-Versicherung und den Stempel abholen. Dann erneut zur Registratur.

Zwischendurch ging es noch zu so einer Art Hafen-Registratur oder was das auch immer war. Ich verlor den Überblick… Auf dem Rückweg drückte mir ein Zöllner ein Zettelchen in die Hand, die „Custom Clearance“. Diese wies nach, dass wir in unserem Wagen nichts schmuggelten. Das ist richtig und wurde sogar ganz ohne irgendeine Inspektion festgestellt – unser Freund von der Custom Police machte sich wirklich bezahlt. Es ging nochmals in irgendein abgelegenes Hinterbüro der Verkehrspolizei, wo die Carnet gegen 20 EP abgestempelt wurde.

Zurück zur Zulassungsstelle wo wir endlich unsere ägyptischen Nummernschilder erhielten. Während ich dann damit beschäftigt war, diese dran zu schrauben, drückte ich unserem Freund noch 200 EP für die Ausstellung unserer ägyptischen Fahrerlaubnis in die Hand mit der er nach einer Weile freudestrahlend zurückkam. Fertig.

Unser neues Nummernschild

Unser neues Nummernschild

Jörgs neuer Führerschein?

Jörgs neuer Führerschein?

(Diethart: was steht da eigentlich drauf?)

Gegen 18:30 h waren wir dann endlich aus dem Hafengelände und auf ägyptischen Straßen.

Wären die Ausreiseformalitäten früher schon so gewesen wie die Einreiseformalitäten heute, die Geschichte wäre um ein „ante portas“-Zitat ärmer, denn die Elefanten hätte Hannibal sicher lieber zu Hause gelassen.

Category: Ägypten, Jordanien  | One Comment

One Response

  1. Hallo Jörg,

    Du hast ja wirklich Nerven wie Drahtseile :-))

    Heidi

Leave a Reply