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• Sonntag, Juni 07th, 2009

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[Anja:] Diesmal sind wir sehr früh zur Grenze aufgebrochen, jedoch wahrscheinlich fast umsonst. Wir irrten zunächst ziemlich durch Damaskus: erst habe ich beim Navigieren nach Karte eine Abfahrt missinterpretiert und dann kam auf der Autobahn um Damaskus herum der Super Gau. Wir fuhren viel zu weit westlich Richtung Libanon und drehten mehrfach „Runden“ auf der Autobahn (und das Ein- und Ausfahrt-System in Syrien ist nicht so einfach wie in Deutschland), bis wir schließlich die Abfahrt nach Deraa (auch hier wieder drei unterschiedliche Schreibweisen in der Karte und auf den Schildern) fanden. Aber was sahen wir da? Eine Baustelle über die gesamte Abfahrt und kein „Umleitungs“-Schild oder irgendeine Art von Umfahrung. So fuhren wir ab und mit ein bisschen Gespür für Himmelsrichtungen fanden wir die Autobahn selbst.

Die Ausreise aus Syrien war deutlich weniger aufwändig als die Einreise: Pässe wurden kontrolliert, die Carnet abgestempelt und dabei auch auf die Dieselsteuer geachtet (!) – wir hatten teilweise im Netz gelesen, dass das manches Mal vergessen wird, können das aber nicht bestätigen, evtl. hätte es aber auch keinen interessiert, wären wir zwei Wochen geblieben und hätten für eine gezahlt – noch mal ein Blick in den Wagen geworfen und dann blieb noch eine Ausreisegebühr. Da wir kurz vor der Grenze unsere ganzen restlichen syrischen Pfund in Wasser, Cola und Chips eingetauscht hatten, waren wir froh, dass diese auch in US-Dollar gezahlt werden konnte. Wir wissen zwar immer noch nicht, wofür eine Ausreisegebühr notwendig ist, aber wenn wir mittlerweile eins gelernt haben an der Grenze, ist es: Zodum! (Zahle ohne denken und murren!) Zumindest hier lassen sie nicht mit sich reden (das mag in Afrika noch anders werden) und dich im besten Fall am ausgestreckten Arm verhungern. Im ungünstigsten Fall können sie halt immer noch anders: Markus fragte uns später, ob wir auch den Wagen gesehen hätten, wo die Sitze ausgebaut wurden. Hatten wir nicht, aber es passt ins Bild…

Die Einreise nach Jordanien war schon entspannter. Zunächst Polizei-Passkontrolle, dann Visa, dann Versicherung kaufen, dann Carnet und abschließend Autokontrolle. Am meisten ärgert mich nach wie vor, dass unsere Versicherung nicht anerkannt wird und wir bisher sowohl in Syrien als auch in Jordanien eine neue Versicherung abschließen mussten. Wenn mal wirklich was passiert, dann werden wir garantiert dankbar sein, dass wir uns nicht auf die hier „gezogene“ verlassen müssen, aber so fragt man sich schon, weshalb man eigentlich doppelt zahlt. Ich muss wohl einfach noch lernen, dies als das zu akzeptieren, was es eigentlich ist: Eine weitere Eintrittsgebühr, und keine Versicherung!

[Anja:] Auf jordanischer Seite begann die Untersuchung wieder zuerst mit Willi, aber wahrscheinlich nicht aus zolltechnischen Gründen, sondern nur aus Neugier. Warum sonst müssen drei Beamte in das Auto schauen? Anschließend rannten wir durch das Grenzgebäude von Station zu Station. Leider ist hier nicht alles durchnummeriert… Wir gingen zu „Customs“, der uns zu „Visa“ schickte, wieder zurück zu „Customs“, wieder nicht alles gehabt, also weiter zur „Insurance“, dann wieder zu „Customs“ und dann endlich raus.

Das Problem bei dem hin und her war, dass wir jedes Mal etwas bezahlen mussten. Und ständig ging uns das Geld aus und wir mussten zwischen „Customs“, „Visa“ und „Insurance“ auch noch in die Wechselstube rennen. Das Visum war mit 10 Jordanischen Dinar noch das günstigste. 58 Dinar kostet die Versicherung, die wir abschließen mussten, obwohl wir eine für Jordanien gültige Versicherung besitzen. Und noch mal um die 20 Dinar fielen an für das Abstempeln der Carnet und sonstigen bürokratischen Kosten. Schmerzhaft für das Budget, weil der Dinar ungefähr 1:1 zum Euro steht. Der Dinar scheint – nach Interpretation unseres Reiseführers (danke Emma!) von 2005 – seit 4 Jahren auf dem Stand zu stehen, die Preise haben sich aber seit Mitte 2008 extrem erhöht, sodass wie hier kostentechnisch Urlaub machen wie in Deutschland.

Nach etwa 2 Stunden waren wir mit der Grenze durch und starteten die Suche nach unserem „Campingplatz“. Mal wieder campen vor einem Hotel, dem „Olive Branch Hotel“ in Jarash.

Von der Grenze aus steuerten wir gleich Jarash und dort unmittelbar das Olive Branch Hotel zum Campen an. Um das gleich vorweg zu nehmen: Empfehlen können wir diesen Camping-Platz leider nicht. Die Lage ist top und die Sanitär-Anlagen funktionieren (sind sogar ansatzweise sauber), aber es ist alles maßlos überteuert: Fürs Campen allein zahlten wir 20 EUR, Abendessen für zwei hat Joachim und Carola (zu denen gleich) 30 EUR gekostet, Markus spendierte am zweiten Abend Bier, von dem eine Flasche 5 EUR gekostet hat, und für eine Ladung Wäsche waren bei ihm nachher nochmals 20 EUR fällig (weil die Maschine des Hotels kaputt war, musste diese ohne weitere Absprache per Taxi nach Jarash runter gebracht werden und das kostet ihn natürlich einen entsprechenden Obolus).

Wir hatten uns gerade eine handvoll Pasta gemacht, als Joachim und Carola aus Gifhorn ihren Defender die Anhöhe hochfuhren. Sie sind auch bereits ein paar Wochen unterwegs (Joachim noch länger, weil er den Wagen zunächst alleine „runter“ fahren musste, während Carola später nach Adana nachgeflogen ist) und werden hier im Wadi Rum und der Wüste Jordaniens noch ein wenig mit ihrem Defender „spielen“, bevor sie dann wieder in die schöne norddeutsche Tiefebene zurückkehren.

Abends saßen wir dann gemütlich zu fünft am Tisch, tauschten Travellergeschichten aus und bereiteten uns erstmal auf das neue Land vor, denn richtig Zeit, sich vorher schon schlau zu lesen, hatten wir in Syrien leider nicht.

Glücklicherweise ist eine der Top Ten Sehenswürdigkeiten Jordaniens gleich vor Ort: Jarash, die ehemalige römische Provinzstadt „Geresa“. Zogen Joachim und Carola schon früh los, um die Umgebung zu erkunden, ließen wir anderen drei den Tag gemütlich angehen. Es wurde ausgiebig gefrühstückt und dann erst noch mal die Reiseführer gezückt. Die Sonne brannte erbarmungslos und Anja blieb lieber beim Hotel, so dass ich zusammen mit Markus loszog, die Stätte zu erkunden. Vor Ort trafen wir dann auch wieder auf die beiden Gifhorner und auf ein englisches Paar, das mit ihrem wirklich massiven Wohnmobil von Genua nach Tunis übergesetzt hatte und sich dann durch Libyen und Ägypten bis hierher durchgekämpft hatte. Auf ihrer bisherigen Reise hatten sie keine deutschen Overlander getroffen und dann hier gleich zwei. Die beiden hatten direkt am Haupteingang gecampt in absoluter Gluthitze, aber alles ist ja relativ. Die beiden wussten nämlich von zwei unterwegs getroffenen Travellern zu erzählen, die gerade den Sudan durchgequert hatten, dass jene in Khartum 60°C gehabt haben. Das schien Markus und mir ein wenig arg viel, aber vielleicht war damit die Fahrzeuginnentemperatur (in der Sonne?) gemeint. Dort habe ich wohl auch einen Sonnenstrahl zuviel abbekommen…

Jarash

Römer in Jordanien

[Anja:] Ja, Jörgs Abend war deutlich kürzer als unserer. Er verschwand schnell nach der Rückkehr im Dachzelt und klagte über Mattigkeit. Ich zückte mein Fieberthermometer und siehe da: 39°C, die aber im halbstündigen Kontrollrhythmus und mit kalten Umschlägen langsam sanken. Wir haben ja massig schlaue Bücher dabei und so ermittelte ich die Krankheit: Hitzeerschöpfung. Naja, eigentlich war ich mir nicht sicher. Und daher schleppte ich Jörg am nächsten Tag zum Arzt.

Dr. Sami Khourma wurde uns von der deutschen Botschaft empfohlen und sprach perfekt unsere Sprache. Er verschrieb Jörg ein Breitbandantibiotikum, das alles abtöten soll und wir (zumindest ich) waren glücklich.

Amman ist keine besonders hübsche Stadt. So mühsam wir den Weg hinein fanden, so schnell flohen wir heraus und ab Richtung Madaba. Jörg wollte sich den Tag noch erholen, weswegen wir uns für ein Hotel entschieden und es für diesen Tag auch nicht mehr verließen.

 

 

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