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• Freitag, Juni 05th, 2009

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Freundlichkeit

[Anja:] Die Syrer sind bis auf wenige Beispiele wirklich ausgesprochen freundlich:

  • An der Grenze war keiner der Offiziellen ausgesprochen freundlich. Die kamen mir alle vor wie Leute, die einfach nur ihren Job tun und man sie dabei stört.
  • In Aleppo erlebten wir mit dem Taxifahrer, der uns einmal durch die ganze Stadt eskortierte, und uns zum Essen einladen wollte, das absolute Gegenteil. Nur waren wir da zu verstockt und vor allem erschöpft, um darauf einzugehen.
  • In Palmyra putzte uns ungefragt ein Hotel-Angestellter die Scheiben unseres Autos, wofür wir sehr dankbar waren. Im Anschluss daran kam aber eine fast penetrante Aufforderung, ihm Bakschisch zu geben. Was wir ihm gaben war ihm nicht genug. Das erlebten wir auch schon an der Grenze mit unserem dortigen Helferlein.
  • Der Polizist an der Burg, an der wir wild campten, war auch sehr nett. Nachdem es eine Weile gebraucht hatte, sich mit ihm zu verständigen, zeigte er uns noch einen Strandabschnitt am Asad-Stausee, an dem wir baden sollten.
  • Überall grüßen uns Kinder mit „Hello“ und „Welcome“. Bis jetzt ist uns bis auf ein Mädchen auch kein Kind begegnet, das nach dem „Hello“ ein „Money“ oder „Sweet“ hinterher rief. In der Türkei und Rumänien haben wir genau das erlebt, und so empfinde ich es als schwierig, die Freundlichkeit der Kinder auch wirklich als pure Freundlichkeit anzuerkennen.

[Jörg:] Sicherlich wollen viele Kinder einem dann irgendwann doch etwas verkaufen, aber primär freuen die sich einfach, endlich mal ihre Paar Brocken (Schul-)Englisch in der Praxis zu erproben. Viele der Erwachsenen andererseits freuen sich meines Erachtens ebenfalls wirklich – meinem Eindruck nach vor allem, weil sie stolz sind, dass man als Tourist (Gast) ihr Land bereist, und wenn man ihnen dann auch noch sagt, wie toll man Syrien findet, wie hilfsbereit und gastfreundlich man die Syrier erlebt hat (Beides ungelogen!), so ist die (wahre) Freude um so größer.


Umgang mit Frauen

[Anja:] Der Fensterputzer im Hotel in Palmyra ließ sich kaum abschütteln. Er begann schon damit, mir auf den Hintern zu starren, bevor er die Fenster bearbeitete. Irgendwann stieß Jörg dazu, der zunächst duschen war, was den Mann aber nicht davon abhielt, um mich herumzuschleichen. Als Jörg ihm Geld gab, war für uns die Sache erledigt, nicht aber für den Mann. Erst als ich ihm zum wiederholten Male mitteilte, dass wir keine Schuhe übrig haben, die wir ihm schenken können (das wollte er nämlich eigentlich), ließ er ab. Aber nicht lang. Kurz vor unserer Abfahrt schenkte er mir noch zwei Rosen, die er aus dem Hotelgebüsch abgeknickt hatte. Ich war schon ein wenig verblüfft, dass die Anwesenheit Jörgs überhaupt keinen Eindruck auf ihn machte.
Am Abend zuvor machte mein Kreislauf schlapp bei der Besichtigung Palmyras, so dass ich vor Jörg zum Hotel zurückschlappte. Zwei Autos hielten. Einer wollte mir eine Sunset-Fahrt auf den Burgberg andrehen, ein weiterer beobachtete mich nur. Er fuhr dabei etwas schneller, dann wieder langsamer, immer so, dass er mich irgendwie abchecken kann. Ich – ganz japanischer Tourist – nahm meinen aufgeklappten Regenschirm (Werbegeschenk von Sungard und mach seinem Namen damit alle Ehre) als Schutzschild. Irgendwann ließ er ab.


Autos

[Anja:] In Palmyra bemerkten wir, wo alle unsere schönen Oldtimer hingekommen sind. Hier fuhren massenweise alte Mercedes („Strich-8“ und noch deutlich ältere) und Peugeot herum. Ansonsten wird alles was 4 Räder hat erhalten und geflickt bis zum geht-nicht-mehr. Besonders gut sichtbar bei Lastwagen.

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Ein weiteres Phänomen ist das Thema „Motorkühlung“. Hier wird bei jedem Auto, das eine Motorklappe besitzt, die sich nach oben (senkrecht) öffnet, die Klappe beim Fahren offen gelassen.

[Jörg:] Auch würde ein Syrer in Deutschland nicht verstehen, dass spielende Kinder, Kühe oder entgegenkommende respektive zurücksetzende Fahrzeuge eine Meldung im Radio Wert sein sollen. Würde dies in Syrien genauso gehandhabt, hätten sie hier gar keine Zeit mehr für Musik im Radio. Richtig abenteuerlich wird es aber sowieso erst, wenn ein großer LKW (wohlmöglich mit Anhänger) auf der Autobahn wendet.


Verkehr

[Jörg:] Ein Verkehr, wie wir ihn in der Form noch nie erlebt haben (nicht mal in Istanbul), aber noch eine Steigerung des Chaos in Kairo erwarten, gab es in Aleppo. Die Fahrt in die Stadt war die Hölle. Die Autobahnen sind gut, aber im Stadtverkehr gilt das Gesetz des Lauteren. Auf zwei Spuren fahren vier Autos, dank einer Zeitanzeige an der Ampel werden die vorderen Reihen spätestens 5 Sekunden, bevor sie auf grün schaltet, gnadenlos niedergehupt, um dann spätestens 3 Sekunden vor grün loszufahren. Da jedoch auch bei roter Ampel in die Kreuzung noch mindestens 5 Sekunden nach Umschalten eingefahren wird, sind die Kreuzungen eigentlich immer verstopft. Deshalb wird der Verkehr in der Regel von trillerpfeifenden Polizisten dirigiert (vor allem bei Kreiseln), was aber auch nicht dazu führt , dass es hier irgendwie vernünftig vorwärts geht. Man könnte sogar den Eindruck gewinnen, dass lediglich gehupt wird, um die Polizistenanweisungen zu übertönen, damit man fahren kann wie man will.

[Anja:] der Unterschied zu Istanbul scheint außerdem zu sein, dass hier nicht so sehr auf sein „heilig’s Blechle“ geachtet wird und trotzdem jeder seine Lücke auf der Straße fordert. Wir hatten daher mehrfach Angst, um unser Blech. (Beispiele: Als wir im Hotel abends im Bett lagen und am einschlafen waren, quietschte es draußen laut und sofort danach ein lautes „Rumms“. Wir, hellwach, Angst um unseren Willi vor dem Hotel, stürmten zum Fenster und sahen (zum Glück) eine Karambolage, die sofort viele Schaulustige und Helfer anzog – quasi neben Willi.

[Jörg:] Auf dem Weg nach ath-Thaura sahen wir einen der vielen alten Pick-Ups, die uns zuvor überholten und ständig mit Markt-Einkäufen, Menschen, Schafen oder einer Mischung aus all dem überladen waren, erneut. Doch diesmal lag der Pick-Up abseits der Straße auf der Seite. Eine Traube von Menschen hatte sich jedoch bereits der hoffentlich nicht zahlreichen Verletzten angenommen. Wie man sieht, wie hier teilweise gefahren wird bzw. wie die Autos beladen werden, kann einem ganz anders werden. Da stehen Kinder auf der Ladefläche hinter der Fahrerkabine während der Autobahnfahrt und warten eigentlich nur darauf bei der nächsten Kleinigkeit vom Wagen geschleudert zu werden…

Müll

[Anja:] In Syrien liegt überall Müll herum. Selbst in der Wüste und in der unberührten Natur – überall Plastiktüten, Abfall… Ich habe mich schon gefragt, ob es in Syrien keine Müllabfuhr gibt. Inzwischen glaube ich allerdings, dass es an dem starken Wind liegt, der den Müll in die Welt verstreut.

Navigation

[Jörg:] Navigation in Syrien ist eigentlich nicht so schwer – auf den Hauptstrecken gibt es Ausschilderung sowohl auf Arabisch als auch in lateinischer Schrift –, aber „uneigentlich“ sieht es dann doch ein wenig anders aus: Arabisch können wir nicht und da ist die arabische Beschriftung für uns natürlich aussagelos, zudem gibt es abseits der Touri-Strecken teilweise doch keine Schilder in dem lateinischen Alphabet; die Ausschilderung in lateinischer Schrift ist jedoch teilweise von Schild zu Schild verschieden und meist anders als der lateinische Name eines jeweiligen Ortes in unserer Straßenkarte, dem Reiseführer und unserem – hin und wieder doch genutzten – GPS-Handgerät. Zudem können Schilder teilweise auch einfach „fehlen“ und deshalb braucht man zur Navigation in Syrien ein großes Stück Humor.

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• Freitag, Juni 05th, 2009

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Für unseren Besuch in Damaskus hatten wir nun leider ausgerechnet den Freitag, da war natürlich nicht so viel zu sehen, vor allem im Suq. Dafür war in der beeindruckenden Umayyaden-Moschee natürlich umso mehr los. Das architektonisch Besondere an dieser Moschee sind die figürlichen Mosaike, derartige Abbildungen von Personen sind nämlich im Islam eigentlich verboten (oder zumindest verpönnt) und von daher eine große Ausnahme. Das religiös Besondere an der Umayyaden-Moschee ist, dass sie den Kopf des Prophetenenkels Husain sowie die Gebeine von Johannes dem Täufer enthält. Letztere haben Papst Johannes Paul II. im Mai 2001 als ersten Pontifex der Kirchengeschichte überhaupt in ein muslimisches Gotteshaus gezogen, und zwar genau hier in Damaskus. Bevor wir jedoch überhaupt einen Fuß in die Moschee setzen durften (genauer: bevor Anja dies durfte), musste sie einen langen Kapuzenmantel ausleihen.

Anja im Umhang

Anja im Umhang

Als Anja ihren kleidsamen Umhang wieder zurückgab – ich wünschte im Verlauf der weiteren Damaskusbesichtigung manches Mal, sie hätte ihn behalten können, und drohe ihr dann immer scherzhaft, dass ich ihr doch noch eine kleidsame Burka spendiere -, gingen wir anschließend noch ins Saladin-Mausoleum.

Wir schauten ins Bait Siba’i hinein, ein prachtvolles Stadthaus im ehemaligen Christenviertel, und hatten dort eine regelrechte Offenbarung in Hinsicht: außen pfui und innen hui. Von außen perfekt getarnt, indem sich diese Stadthäuser in ihre farblose Umgebung eingliederten, von innen jedoch ein wahres Kleinod.

Innenhof des Stadthauses

Innenhof des Stadthauses

Von dort ging ’s erstmal zum Teehaus Noufara: Pause. Dort haben wir uns dann auch leider gegen das Nationalmuseum entscheiden müssen. Es war bereits kurz vor 14 Uhr und das Museum macht freitags bereits um 16 Uhr zu. Also gönnte ich mir in Ruhe einen zweiten Tee und wir zogen anschließend weiter durch die Altstadt.

Wir machten uns auf ins heutige eher christliche Viertel der Altstadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir an George’s kleiner Intarsien-Werkstatt vorbei. Anja und ich wollten uns eh noch ein Backgammon-Spiel kaufen und betraten deshalb seinen Laden. Er erzählte uns, dass der Laden bereits in dritter Generation geführt wird, seine Söhne den Laden aber nicht übernehmen werden (der eine Sänger in Brüssel, der andere Arzt), und so fort, und irgendwo dazwischen wurden wir uns auch geschäftseinig. Vor allem Anja war glücklich, ein wirklich schönes Erinnerungsstück an diese Reise erhalten zu haben.

George und eines seiner Werke

George und eines seiner Werke

Georges Werkstatt

Georges Werkstatt

Nach diversen Moscheen waren nun mal wieder ein paar Kirchen dran: An der Marienkirche vorbei ging ’s zur Ananias-Kirche. (Ananias legte Saulus die Hand auf, so dass er wieder sehen konnte und half damit bei dessen Wandlung zum Paulus.) Abschließend wollten wir uns noch die Paulus-Kirche anschauen, standen dort aber leider vor verschlossener Tür und mussten kehrt machen. Von dort ging ’s dann zurück zum Hotel.

Von gegenüber holte ich noch die Wäsche ab, die ich morgens weggebrachte hatte. Das war keine leichte Geburt! Wir mussten unbedingt langsam wieder waschen, im Hotel ist dies jedoch nur schwierig möglich, da die Sachen meist nicht trocken werden und dann nass durchs ganze Auto purzeln. Also suchten wir uns eine Reinigung. Die, die ich gefunden hatte, wäscht aber nur „pro Stück“. Was wünschenswert ist, wenn man Hotelgast ist und maximal zwei Hemden reinigen möchte, ist weniger geschickt, wenn man mit drei (!) vollen Tüten ankommt – ich sagte ja: „Wir mussten unbedingt wieder waschen!“ Es war eine zähe Verhandlung. Ich machte dem Ladeninhaber immer wieder klar, was ich eigentlich wollte: „Stopft alles in eine Trommel – von mir aus auch zwei -, danach nehmt den ganzen Wust und steckt ihn in den Trockner! Und dafür gib mir nun einen Preis.“ So ganz verstand er diesen revolutionären Ansatz wohl nicht, denn irgendwann lagen alle unsere Sachen nicht etwa auf der Waage, sondern auf dem Boden der Wäscherei. Da wurde gezählt: 1,2,3, … T-Shirts, 1,2,3, … Hemden etc. Das Ergebnis ca. 1’700 SP, also ca. 20 EUR. Ging gar nicht! Das sah er mir wohl auch an, nach ein paar Worten waren es dann nur noch 1’500, obwohl die Anzahl Teile nicht weniger wurde. Aber das war immer noch zuviel. Also noch mal: „Was kostet es, wenn alles in eine Trommel gesteckt wird, dananch …“ Wir einigten uns irgendwann auf 1’000 SP, immer noch unsere teuereste Reinigung bisher und hoffentlich bleibt sie ’s auch, aber nicht waschen, war für uns eben leider auch keine Alternative. Auf dem Abholzettel, der gleichzeitige als Rechnung diente, wurde dann auch die ursprüngliche Betrag von 1’700 SP vermerkt, aber auch der Discount von 700 SP, und beim Abholen hatte ich den Eindruck, dass derjenige, der dann im Laden war, beim Blick auf diese Rechnung auch nicht nachvollziehen konnte, weshalb es soviel Discount gab. Scheint also eine Lose-Lose-Situation gewesen zu sein, aber wir haben wenigstens wieder frische Wäsche.

Gerade waren wir nochmals Falafel essen, aber es ging auch gleich wieder zeitig zurück, da wir morgen früh gegen 9 Uhr wieder Markus treffen wollen und mit ihm zusammen nach Jordanien einreisen wollen.

Ein Tag Damaskus, in der – wie unser Reiseführer weiß – ältesten durchgängig bewohnten Stadt der Welt (ich hätte da eher auf Mexiko City oder so getippt), ist natürlich viel zu wenig, aber wären wir noch zwei Tage oder mehr geblieben, hätten wir an der Grenze wohlmöglich noch für eine ganze weitere Woche Dieselsteuer zahlen müssen, und so treibt uns diese Auflage verfrüht aus diesem schönen Land, dessen Menschen bisher am freundlichsten zu uns waren.

Damaskus

Orientalische Großstadt

Category: Syrien  | 2 Comments

2 Responses

  1. 1
    ben 

    ich kann mir richtig vorstellen, wie Jörg angesichts der Flexibilität und Kundenorientierung sich still und schweigsam seinem Schicksal ergeben hat … 😉 Mir kommen gerade wieder die „Geschichten vom Bahnschalter“ in den Kopf.

    Viele Grüße

    Ben

  2. 2
    Joerg 

    Ben, du kennst mich: Bei fehlender Service-Orientierung und ineffizienten Arbeitsabläufen bin ich doch die Ruhe in Person… 😉

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