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• Dienstag, Juni 02nd, 2009

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Kaum hatten wir die Grenze übertreten, betreten wir in vielerlei Hinsicht Neuland. Der Grenzübertritt an sich war die erste Erfahrung.

Zunächst wurde uns die Carnet de Passage abgenommen und unterzeichnet. Was ich da sah, verwunderte mich allerdings: die haben das Feld für Export ausgefüllt. Wir sind aber eingereist, und hätten den Import gebraucht. Nach kurzem Überlegen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass arabisch ja von rechts nach links gelesen wird und er vermutlich nicht gewusst hatte, welches Feld er ausfüllt (Import links, Export rechts). Nun gut, jetzt wars eh zu spät. In dem Grenzgebäude bot sich uns gleich ein kleines Helferlein an, der uns von Station zu Station begleitete. Er sprach relativ gut englisch und schien recht nett zu sein. An einer der Stationen stand noch ein Franzose, mit dem ich dann noch in meinem gebrochenen französisch diskutierte, warum hier alles so kompliziert läuft. Insgesamt sind wir zwei oder drei Mal durch das ganze Gebäude geschickt worden.

Erst die Passkontrolle: Bei Jörg wurde zusätzlich zur Gesichtskontrolle noch nach dem Namen des Vaters gefragt. Wie sich in den nächsten Tagen herausstellte, ist das irgendwie immer von Bedeutung.

Anschließend kam die „Zahlstelle“: Hier wurde uns gesagt, dass wir 100$ für Diesel-Steuer (für eine Woche), 55$ für die Versicherung und 10$ Bearbeitungsgebühr zahlen müssten. Wir hatten alles in Dollar bereit, aber irgendwie hat es am Ende doch nicht gestimmt. Der Zahlmann sagte uns also die Summe in Dollar, wir gaben sie ihm, er rechnete, wechselte um und gab uns drei Zettel mit je einem Stapel Syrischen Lira darin.

Als nächstes kam die Versicherung. Obwohl wir nachdrücklich erwähnten, dass unsere Versicherung auch in Syrien gilt – bei der Diskussion hat mit der Franzose mit seinem Arabisch geholfen – wurde dies nicht akzeptiert und wir mussten dennoch bezahlen. Die Menge Geld, die uns der Zahlmann gegeben hatte, stimmte hier aber nicht, also mussten wir 2 Dollar drauf legen.

Dasselbe passierte uns bei der nächsten Station, also bei denen, die die Dieselsteuer in Empfang nahmen. Auch hier wurde nachgerechnet und behauptet, es sei notwendig, nochmals 100 Syrische Lira draufzulegen. Das sind zwar nicht mal 2 Euro, hatte uns aber doch geärgert. So wie ich den Franzosen verstand, müssen wir das einfach hinnehmen und bezahlen, sonst kann es uns passieren, dass sie uns wieder zurückschicken.

Ähnlich ging es mir, als ich aufs Klo musste. Hier war die Tür zur Männertoilette zwar offen und frei zugänglich, die für Frauen jedoch nicht. Ich müsse bezahlen. Was mich darin erwartete, war ein stinkendes, dreckiges Stehklo.

Als die ganze Prozedur in dem Gebäude vorüber war, was uns am Ende 1:45 h gekostet hatte (und bei der Ausreise aus der Türkei waren wir auch bereits eine ½ Stunde beschäftigt), erwartete unser Helferlein auch Bakschisch. Das sagte er auch so. Gut, bekommt er 5 Dollar, dachten wir uns. Man sagte uns in der Türkei, das sei üblich ca. 5 Dollar zu bezahlen. Er watschelte uns aber bis zum Auto hinterher und sagte dann, ob wir nicht türkische Lira hätten, also gaben wir ihm 10 Lira. Mit dem fuhr er deutlich besser, als mit den Dollar, aber auch da war er beleidigt und fragte, ob wir ihm nicht noch mehr geben könnten. Ich weiß nicht, ob er mehr verdient hätte, aber wir wollten ihm nicht mehr geben, da seine Forderung nach mehr Geld doch ziemlich ärgerlich war.

Die Fahrt nach Aleppo ging schnell vorüber. Nach anfänglicher Angst, wir könnten ohne Navi den Weg nicht finden, waren wir doch schnell in der Stadt.

Vielleicht noch kurz zum Navi und Syrien: Syrien erlaubt die Mitnahme von GPS-Geräten nicht, so dass wir unser Navi vorher im Dachzelt versteckten, in der Hoffnung, dass niemand unser Auto auseinander nimmt. Wir hatten uns deswegen ziemlich Gedanken gemacht, was letztendlich aber gar nicht notwendig war. Für unser Auto interessierte sich nämlich niemand an der Grenze. Trotzdem heißt es jetzt: nur nach Karte navigieren.

Die Schilder weisen zumindest bei größeren Orten immer die Namen in arabischer und lateinischer Schrift aus, sodass das kein Problem war. Doch dann kam die größte Stadt Syriens:

Aleppo…

In Aleppo fanden wir auch ziemlich direkt zur Zitadelle, wo wir gerne in der näheren Umgebung in ein Hotel gegangen wären. Dieses zu finden, war jedoch schwierig. Wir wussten nicht genau aus welcher Richtung wir gekommen waren und die Zitadelle hat nur eine runde (teilweise für den Autoverkehr gesperrte) Umfahrung. Keine Straßenschilder…

Also blieben wir am Straßenrand stehen und schauten uns die Karte genauer an, schon kam ein hilfsbereiter Taxifahrer und rief „Deutsche, Ihr seid Deutsche! Wo kommt Ihr her, aus Hamburg?“ Er, Syrer, jetzt Deutscher, der 4 Wochen auf Heimatbesuch ist, fand uns ganz toll und wollte uns den Weg zum Hotel zeigen. Also folgten wir ihm. Nachdem wir uns aber immer weiter von der Zitadelle entfernten, meinten wir, der hat uns gar nicht verstanden. An einer geschickten Stelle hängten wir ihn ab. Pustekuchen! Keine 2 Minuten vergingen und er hatte uns wieder. Ach so, wir wollten ins Hotel! Ja, den Weg zeige er uns jetzt. Als es in eine kleine Gasse ging, durch die unser Willi im Leben nicht durchgekommen wäre, gaben wir auf. Nochmals wurde konferiert. Er erklärte uns, dass es in Syrien so üblich ist, dass man zuerst zum Tee in seine Wohnung komme und da ein bisschen was essen soll. Wir waren aber total am Ende – es war schon halb sieben – und verneinten. Hoffentlich haben wir ihn uns so nicht für immer verprellt. Aber er schien damit klar zu kommen uns zeigte uns den Weg zum Hotel nun doch noch.

Das lag allerdings so in den Altstadtgässchen, dass wir unser Auto ganz zentral abstellen hätten müssen, was wir auch nicht wollten. Da wir eh was zu feiern hatten, suchten wir uns ein größeres (besseres) Hotel aus und machten uns – ganz Backpacker-like – auf ins Park Hotel. Gleich neben dem Park, mitten im armenischen Viertel gelegen, wirklich schön. Zur Feier, dass wir diesen Höllenverkehr ohne Schaden überlebten, gingen wir noch essen.

Sehr exotisch, auch in einem angeblich armenischen Lokal: Einmal Kebab mit Trüffeln und einmal Kebab mit Kirschsoße und dazu zwei lokale Bier (komischerweise in zwei unterschiedlichen Flaschen).

Den nächsten Tag habe ich dann im Bett verbracht. Ich hatte alles, was man nicht haben will: die Kotz****, die Sch*******, Kreislaufprobleme und gegen Nachmittag auch Fieber. Von Aleppo sah ich leider nichts außer dem Hotelzimmer…

[Jörg:] Deshalb musste ich Anjas Part mit übernehmen und Sight-Seeing für zwei machen. Ich machte mich also von unserem Hotel auf zum Suq-Viertel, schaute mir unter anderem die Tuta-Moschee (die älteste Allepos), die Madrasa Muqaddimiya (älteste Koranschule Allepos), Bab Qinnasrin (einstige Haupttor der Stadtmauer römischen Ursprungs, wirklich imposant), manche schöne Khans (al-Djumruk (der ehemalige Zollkhan und spätere Herberge für das englische, französische und holländische Konsultat), al-Nahasin (im 19. Jahrhundert war hier das venezianische Konsulat, später bis 1980 das belgische), al-Wazir (früher Karawansereien), as-Sabun (früherer Seifen-Suq)) und vieles mehr an. Von den kleinen Abstechern rechts und links ging es dann aber immer wieder zurück auf die Suq-Hauptstraße. Auf dem Suq konnte ich mich als Touri gefühlt viel freier bewegen als im Istanbuler Basar, weil man weniger angesprochen und in Läden „gezwängt“ wird, aber je näher man zur Zitadelle kam, desto häufiger wurde genau dies versucht – ist vielleicht das Ende mit größerer Touri-Dichte.

Die Zitadelle selbst ist enorm! Auch wenn außer dem Eingangsportal und den Außenmauern nicht mehr so viel steht (abgesehen von der großen und der Ibrahim-Moschee, den Resten des Theaters und des ehemaligen ayyubidischen Palastes (mit dem gut erhaltenden Hammam) und natürlich dem Thronsaal), so sieht man ihr einfach immer noch an, wie sich alle Feinde (unter anderem die Kreuzritter) hier die Zähne ausgebissen haben müssen. Und das nach 2,5 Jahrtausenden! Gut, erst seit dem 12. Jahrhundert soll die Zitadelle so aussehen, wie sie sich heute präsentiert, aber die erste Schutzburg an dem Ort stammt aus dem 4. Jahrhundert v. C.

Auf dem Rückweg bin ich dann noch an der Umayyaden-Moschee vorbeigelaufen. Da ich aber nun bereits vier Stunden unterwegs war, wollte ich Anja nicht länger warten lassen und es blieb bei einer Außenvisite.

Aleppo

Erste Station in Syrien

Am 2. Juni nahmen wir Abschied von Aleppo und schickten uns selbst in die Wüste. Wir endeten bei der Burg Qala’at Djabr bei ath-Thaura, wo wir das erste Mal frei campten.

Am Morgen hatten wir noch das erste Mal in Syrien getankt, für 0,20 Lira (1 Euro = 66 Lira derzeit) und hatten da zum ersten Mal ne Schrecksekunde. Der „Auftanker“ holte für unseren Zusatztank auf einmal den Tankrüssel für „Super“ heraus. Ich hörte von drinnen nur Jörg und den Mann sprechen „Diesel!“ – „Diesel.“ – „Super?!“ – „Diesel!“. Wir werden sehen, was wir wirklich im Tank haben. Da es dasselbe gekostet hat, hoffen wir, dass es doch Diesel war.

Eine öde Fahrt durch die Pampa folgte, bis wir in ath-Thaura ankamen. Dort wurden uns an einer Polizeisperre zunächst die Pässe abgenommen und wir wurden gefragt, woher wir kommen, wohin wir noch fahren, … Nach dem Verhörle (und der Rückgabe der Pässe) ging es weiter, bis zur Burg, wo uns dieselben Fragen gestellt wurden, diesmal von der Tourismus Polizei.

Dort standen wir aber vor verschlossener Tür. Mit Händen, Füßen, Sprachführer und dem „Ohne Wörter“-Lexikon erfuhren wir, dass heute zu ist und wir morgen wiederkommen sollen. So, und da stehen wir nun, direkt am Asad-Stausee im Schatten der Burg und schauen auf das türkisblaue Wasser des aufgestauten Euphrats, in dem Jörg geschnorchelt ist und ich gebadet habe.

Qala'at Djabr beim Asad Stausee

Qala'at Djabr beim Asad Stausee

Morgen geht’s dann weiter nach Palmyra.

 

 

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