Archive for the Category ◊ Malawi ◊

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• Freitag, November 06th, 2009

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In Malawi und Sambia blieben wir nicht sehr lang, weswegen die beiden Länder hier gemeinsam beurteilt werden.

Malawi_Sambia_01 Mit Malawi verlassen wir „Ostafrika“ und so ein bisschen merkt man auch, dass es nicht so richtig zum südlichen Afrika und auch nicht in den Osten gehören will. Wir sehen auf unserer Durchreise immer weniger traditionell gekleidete Menschen und auch die Frisuren der Frauen werden fantasievoller. Hier trägt man wieder lange Haare, statt Kurzhaarschnitt. Hier wird mir auch zum ersten Mal das Hairbraiding angeboten, also das Flechten einer Frisur. Ich hatte das mit 12 zum letzten Mal und ich meine, das sah ganz schön beschränkt aus, also verneinte ich.

In Sambia spürt man die Nähe zu Südafrika schon mehr. Hier gibt es deutlich mehr südafrikanische Produkte in den Supermärkten und die Bevölkerung wird „weißer“.

Neben Kleidung und Frisuren fiel mir in beiden Ländern besonders auf, Malawi_Sambia_04wie individuell hier die Häuser beschriftet sind. Ob es sich jedes Mal um einen Laden handelt oder doch ein Wohnhaus ist, konnte man nicht so genau erkennen. Wir sahen unter anderem eine Hütte mit der Beschriftung „Boyz II Men“, wobei nicht auszumachen war, was die dort genau machen und einen Supermarkt, der sich „Uncle Rich“ nannte. Leider habe ich davon keine Bilder machen können, da mir das meist im Vorbeifahren auffiel. Dafür haben wir eine Werbung abgelichtet (siehe Bild). 

In Malawi und Sambia haben wir recht wenig Kontakt zu Einheimischen. Das mag an der Kürze unseres Besuchs gelegen haben oder daran, dass wir meist auf Campingplätzen waren, die von Weißen gemanagt wurden. Das ist eine Erfahrung, die wir sowohl in Malawi als auch in Sambia vermissen. Man lernt das Land doch besser kennen, als wenn man nur die Natur erfährt. Trotzdem gab es in beiden Ländern Menschen, die uns beeindruckt haben:

Edwin, der uns im Krankenhaus in Malawi zur Seite stand, in dem er uns durch das Labyrinth der Gänge leitete, an den Schlangen vorbei in Zimmer führte, und uns mehrfach am Tag während seiner Arbeitszeit als auch in seinem Feierabend auf dem Zimmer besuchte, um sich nach uns zu erkundigen. Diese Hilfsbereitschaft war für ihn so selbstverständlich und für uns so ungewöhnlich, dass wir ihn hier in der Form erwähnen wollen.

Masumpa, unser Guide im South Luangwa hatte uns ebenfalls beeindruckt. Er wusste genau, wie er eine Fahrt durch den Park so gestaltet, dass uns nicht langweilig wurde. Die Walking-Safari war dabei natürlich besonders interessant. Er wusste auf jede Frage eine Antwort und zeigte uns alles, was uns und ihm einfiel. Als wir gefragt hatten, woher er das eigentlich alles weiß, meinte er, er sei anfangs als Beifahrer auf Nachtsafaris dabei gewesen und hätte in den Busch geleuchtet und dann hat er Bücher über die Wildtiere, Vögel, deren Eigenschaften und Spuren gelesen und sich so sein Wissen vollkommen selbst beigebracht. Ich finde an der Stelle beeindruckend, wie viel er in seinem Selbststudium gelernt hat und möchte ihn daher hier erwähnen.

Malawi_Sambia_02 In beiden Ländern sahen wir viel Natur und Wildlife. In Malawi war Jörg tauchen und sah hier zum ersten Mal in Afrika Süßwasserfische, in Sambia waren wir im South Luangwa Park und sahen dank Masumpa neben dem üblichen Groß- und Kleinwild auch einen Leoparden. Besonders waren natürlich die Elefanten, die jeden Tag durch das Camp liefen und die Affen, die uns unser Essen streitig machen wollten. In beiden Ländern sind die Nationalparks recht günstig, was uns nach Kenia und Tansania besonders freute.

Durch die Höhe Malawis war es hier größtenteils grün und teils ein bisschen urwaldig. Als wir durch die großen Gummibaumplantagen fuhren, wurden wir allerdings durch großflächige Rodungen auf die massive Nutzung der Natur aufmerksam. Danach fielen uns auch immer wieder brennende Böden und Büsche rechts und links neben der Straße auf. Wir haben bis heute nicht verstanden, wozu das gut sein soll. Eine Idee kam mir jedoch: vielleicht wird dies zur Erzeugung von Holzkohle gemacht, denn die wird hier sehr häufig kurz nach den schwarzen Flächen am Straßenrand verkauft.

Wie bei allen Länder-Überblicken, die wir geschrieben haben, wollen wir auch hier die Straßenqualität beurteilen. Wir waren in Malawi sehr überrascht, da hier die Straßen auf denen wir fuhren einen ausgesprochen guten Zustand hatten und zu meiner großen Freude fuhren wir fast nur auf geteerten Wegen. Ähnlich in Sambia. Da wo geteert war, war die Straße sehr gut, da wo wir auf Pisten kamen, waren die Wege eher schlecht.

Für die, die schon mal in Sambia waren, ist das Malawi_Sambia_03 Thema Treibstoffknappheit wahrscheinlich ein alter Hut. Für uns war es neu. Wir waren zwar vorgewarnt und vollgetankt, wollten aber sicherheitshalber trotzdem in Lusaka tanken, was zu ewiger Warterei an den Tankstellen führte. Jan und Trevor, die nach uns durch Malawi reisten, schrieben uns, dass es inzwischen auch in Malawi ein Problem sei, an Diesel zu kommen, und sie dasselbe auch für Mozambique erwarten. Na, da sind wir mal gespannt auf Botswana, unser nächstes Land.

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• Sonntag, Oktober 25th, 2009

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Auch wenn ich wieder halbwegs erholt war: Ich wollte immer noch ein wenig ausspannen und brauchte dazu vor allem eins – ein Zimmer mit Air Conditioning. Wir hatten uns einige Plätze angeschaut, darunter auch das Mabuya Camp, das wir ursprünglich anfahren wollten. Doch es gab leider nichts für uns oder zumindest nichts, was uns zusagte. Im Sunbird Hotel (S 13° 59.077’, O 33° 45.990’) wurden wir schließlich fündig. (Nicht ganz unser Budget, aber wir hatten so lange nicht mehr auf den Putz gehauen! Stimmt eigentlich nicht, das letzte mal war erst in Sansibar, aber mit diesem fadenscheinigen Argument fühlten wir uns besser…) Zwei Nächte verbrachten wir hier und genossen abwechselnd unser klimatisiertes Zimmer (mit Wifi!) und den Pool.

Heute sind wir dann ins Mabuya Camp (S 13° 59.965’, O 33° 45.578’) umgezogen. Wir reorganisierten die Packung Willis das vierte Mal auf unserer Reise – aber wir werden dabei wenigstens immer professioneller! – und brachten auch endlich die Reflektorstreifen an. Nun kann Sambia kommen und wir sind schon voller Erwartung auf unser Land Nummer 19 bei dieser Reise.

 

 

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• Freitag, Oktober 23rd, 2009

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Als wir am Samstag aufbrachen, hatte ich nach dem Frühstück ganz plötzlich Schüttelfrost bekommen und kurz danach Fieber. Unser ursprüngliches Ziel hieß „Senga Bay“ – wir wollten gerne noch einen Tag am Malawisee verbringen und erst dann nach Westen abbiegen und über Lilongwe nach Sambia. Doch auch für diese mit ca. 280 km recht kurze Tagesstrecke fühlte ich mich heute nicht fit. Also fuhr Anja, und ich bekämpfte diese afrikanische Kälte mit langer Jogginghose auf dem Beifahrersitz. Immer wieder haben wir während der Fahrt Fieber gemessen, doch – obwohl ich mich zwischenzeitlich besser fühlte – auf unter 39° C wollte das Fieber einfach nicht sinken. Sollte ich mir doch Bilharziose eingefangen haben? So schnell geht das eigentlich nicht. Plan B war jedenfalls schnell geboren: Wir lassen Senga Bay sprichtwörtlich „links“ liegen und biegen an der T-Kreuzung rechts ab und fahren direkt in die Hauptstadt: Lilongwe.

Dort angekommen fühlte ich mich nun immer schlechter. Anja huschte in eine Apotheke (beim Shoprite in Lilongwe bei S 13° 59.161’, O 33° 46.113’), um ein Mittel gegen Bilharziose zu kaufen und brachte auch gleich noch ein Malariatest mit, den wir schon die ganze Zeit kaufen wollten, weil er in unserem Medikamentenköfferchen noch fehlte. Der Apotheker sagte ihr allerdings, ich solle das Bilharziose-Mittel erst nehmen, wenn ich positiv auf Bilharziose getestet sei. Klasse, nun also auch noch ins nächste Krankenhaus! Dabei wollte ich mittlerweile nur noch schnell ins nächste Bett…

Wir fuhren also zum Central Hospital (S 13° 58.616’, O 33° 47.078’), das halbwegs um die Ecke lag. Irgendwie schien hier lange keiner etwas mit uns anfangen zu können und wir verstanden auch nicht recht, wie hier gearbeitet wird. Anja versuchte, um Aufmerksamkeit zu buhlen und zu erfragen, wo wir denn hin müssten, während ich mittlerweile meine volle Konzentration auf Hinterherlaufen beschränkte. Nachdem wir beim dritten Arzt gelandet waren, verwies uns der wenigstens endlich zum Labor, wo wir zwar richtig waren, aber ohne Überweisung konnte der Laborant nichts tun und wir mussten zu Arzt Nummer vier. Der sah uns kurz an und schätzte die Sachlage wenigstens korrekt ein: ‚Der Junge muss getestet werden!’ … Ich fühlte mich nicht mal stark genug, um mich aufzuregen. Wenigstens hatten wir Edwin, den Laboranten, auf „unsere Seite gewonnen“. Er nahm sich unser an und schien sich für uns verantwortlich zu fühlen. Edwin führte uns nicht nur durchs Krankenhaus, sondern öffnete sicherlich auch manche abkürzende Hintertür für uns.

Der Test war glücklicherweise negativ, aber weil ich mittlerweile knapp über 40° C Fieber hatte, wollten sie mich zur Beobachtung da behalten. Nun ist hohes Fieber für mich nicht selten (ich bekomme zwar selten Fieber, aber wenn, dann häufig bis zu 40° C), aber ich fühle mich meist nur matt und nicht so schlecht wie nun, zudem sind in Afrika nicht nur die Insekten und Spinnen etwas größer als bei uns, auch die Krankheiten können fieser sein. Einem Krankenhausaufenthalt in Malawi konnte zwar selbst ich Optimist nur sehr bedingt etwas Positives abgewinnen, aber vor diesem Hintergrund war es mir doch lieber in der Nähe von medizinisch geschultem Personal zu sein.

[Anja:] An den Zimmern merkte man dann doch, dass man in Malawi und nicht in Europa ist. Naja, so viel Erfahrung mit ausländischen Krankenhäusern hatten wir bisher zum Glück noch nicht. Jedenfalls herrschten da echt Zustände. Zunächst wurden wir auf die kostenfreie Station gebracht. In den Zimmern lagen ca. 6 Männer plus mindestens 1 Frau als Anhang. Zusätzlich war der ganze Balkon voll. Wie man sich hier erholen kann, war mir schleierhaft. Also schaute ich mir die Bezahl-Station an und die war schöner. Zimmer mit Vorhängen um die Betten und für uns wurde extra ein leeres Zimmer belegt. Hier konnte ich mir dann auch ein eigenes Bett nehmen, Decken gabs dazu. Essen gabs jedoch keins, aber unser Kühlschrank gab noch genug her und wir hatten wirklich unsere Ruhe. Ich fands nicht so schlimm.

Anja wich die ganze Zeit nicht von meiner Seite, worüber ich natürlich sehr dankbar war. Wahrscheinlich im Fieberwahn bat ich sie jedes Mal aufs Neue, wenn mir Blut abgenommen wurde oder eine Kanüle gelegt wurde, dass sie ja drauf achten soll, dass die Nadel auch aus einer sterilen Verpackung kommt. Musste dies auch ausgerechnet in Malawi passieren? Allerdings tue ich dem Land und vor allem dem Krankenhaus und seinem Personal damit unrecht: Sicherlich ist es immer noch eins der ärmsten Länder der Welt und hat eins der geringsten Bruttoinlandsprodukte*), aber ich hatte den Eindruck, dass mir kompetent und sicherlich fürsorglicher geholfen wurde als in manchem deutschen Krankhaus. Gerade Edwin, aber auch mein Arzt „Nummer Vier“ besuchten uns regelmäßig und mehrmals täglich auf dem Zimmer, fragten wie es uns geht und ob sie etwas für uns tun könnten. Dennoch ist es wohl auch jedem verständlich, dass ich zu dem Zeitpunkt lieber in einem deutschen Krankhaus gelegen hätte als in Malawi.

Den folgenden Tag hatte ich mehr oder weniger durchgeschlafen. Das Fieber ist gesunken und ich habe mich da eigentlich schon wieder gesund, wenn auch matt gefühlt. Heute am Freitag soll ich nun endgültig entlassen werden. Das hat zwar etwas gedauert – während man in Deutschland manches Mal den Eindruck gewinnt, Krankenhausbetten scheinen am besten wiederbelegt zu werden, solange sie noch warm sind –, hat man auch diesbezüglich Zeit in Afrika, aber schließlich kam die Visite, die notwendigen Medikamente wurden von den Schwestern gebracht, das Krankenhaus hatte uns endlich auch noch eine Rechnung ausstellen können und der treue Edwin schaute nach seiner Mittagspause auch nochmals vorbei. Nun aber nichts wie weg hier…

*) Das hatte mich genauer interessiert und ich habe kurz recherchiert, aber man findet doch sehr unterschiedliche Angaben: Das BIP je Einwohner scheint irgendwo zwischen 160 und 750 USD zu liegen (natürlich per annum) und rangiert damit irgendwo zwischen Platz 210 und 230 weltweit. (Für die Statistiker unter uns: Das BIP Malawis selbst rangiert übrigens in den 140ern weltweit.)

 

 

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• Dienstag, Oktober 20th, 2009

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Ursprünglich wollten wir nach Nkhata Bay und mit Aqua Africa im Malawisee tauchen. Doch im Chitimba Camp traf ich auf ein südafrikanisches Paar, dass Tauchen ca. 60 km südlicher in Kenda Beach in den Ring warf. Auch die dortigen Aquanuts hatten wir durch die vorangehende Internet-Recherche schon auf dem Plan, aber was einer derartigen Recherche fehlt, ist eine persönliche Einschätzung, die einem ein Bauchgefühl erst ermöglicht. Er sprach jedenfalls davon, dass Kenda Beach deutlich schöner sei, weil ’s weniger hektisch ist. Die Kehrseite davon ist natürlich, dass auch weniger los ist als in Nkhata Bay, aber ein wenig Ruhe bewerteten wir durchaus nicht negativ. Zudem half uns die Streckenführung eine salomonische Entscheidung zu treffen: Wir würden von Chitimba Beach über Muzu durch Nkhata Bay nach Kande Beach fahren. Gefiele es uns in Nkhata Bay doch so gut, blieben wir einfach hier, sonst fahren wir halt noch die paar Rest-Kilometer weiter südlich.

Die Straßen waren sehr gut, so dass wir früh in Nkhata Bay angekommen waren, obwohl wir uns mit dem Aufbruch Zeit gelassen hatten. Von Sandy und Roy hatten wir noch Koordinaten von Aqua Africa bekommen; die lagen zwar auch an der Hauptstraße (S 11° 36.895’, O 34° 16.247’), doch als wir dort vorbeifuhren, haben wir keine Spur von einem Tauchladen entdecken können. Das, was wir von Nkhata Bay von der Straße aus sahen, drängte uns zudem nicht zum Verweilen, so dass wir weiter Richtung Kande Beach fuhren. (Vielleicht ein wenig unfair dem Ort gegenüber, weil die eigentlichen Camps und Resorts direkt am See liegen und von der Durchfahrtsstraße nicht eingesehen werden können, aber unser Bauch sagte halt: ‚Kande Beach!’)

und der Bauch hatte recht...

und der Bauch hatte recht...

Auf dem letzten Stück von Nkhata Bay nach Kande Beach führte die Straße durch große Gummibaum-Plantagen und das Stück war insgesamt recht idyllisch. Am Ort angekommen wies uns ein einheimischer Junge erstmal in die falsche Richtung und kurz nachdem wir uns fragten, wie denn die Overland-Trucks auf diesem Weg zum Camp fahren wollen, standen wir auch schon in der Ortsmitte und waren die Attraktion. Wir fuhren also zurück durch den losen Sand, nahmen diesmal die richtige Abfahrt (bei S 11° 56.953’, O 34° 06.884’ links halten) und standen schließlich vor dem Tor vom Kande Beach Camping (S 11° 57.098’, O 34° 07.290’). Davor warteten auch schon die einheimischen Fischer, Schmuckverkäufer und Kunsthandwerker, die uns ihre Touren und Waren anbieten wollten und böse Zungen könnten unterstellen, sie hätten den Wächter bestochen, dass er möglichst lange für das Öffnen des Tores braucht. Abgesehen von der Fischerei gibt es hier neben dem Tourismus nicht viel und so versucht halt jeder, sein Geld zum Leben zusammen zu kriegen. Diese Anlage scheint es allerdings besser als andere geschafft zu haben, sich zu integrieren. Unser Reiseführer (genauer: Carolins und Hennings) erwähnte einige Orte, an denen sich die Camps und Resorts derart am Seeufer breitgemacht haben, dass die lokale Bevölkerung selbst keinen unmittelbaren Zugang mehr zum Ufer hat. Klar, dass dann die Freude über fremden Besuch ein wenig getrübt ist und es auch immer wieder zu Diebstählen oder dergleichen kommt.

Strandimpression mit Tiroler Hut

Strandimpression mit Tiroler Hut

Uns gefiel der Kande Beach, idyllisch am Strand gelegen und wir blieben zwei Nächte. Kurz nach der Ankunft gingen wir gleich zu den Aquanuts (am nördlichen Ende des Kande Beach bei S 11° 57.069’, O 34° 07.363’), um das Tauchen für den heutigen Tag zu arrangieren. Geplant war für mich ein Tauchgang morgens und dann würden wir entscheiden, ob es noch einen weiteren Nachttauchgang für uns beide gibt. Ich hatte nämlich bei der Recherche nach Tauchschulen am Malawisee eine schöne, aber makabere Geschichte gelesen, in der der Taucher davon berichtet, wie in seiner Gruppe beim Nachttauchen ein Wettkampf darüber ausgebrochen ist, wer mehr „Cichlids“ für die nachtaktiven Räuber markieren kann. Werden die nämlich nachts angeleuchtet, findet sich schnell ein Räuber, der sich über die Beute im Rampenlicht freut. Mit Stan, meinem Dive-Master, vereinbarte ich 9 Uhr morgens am nächsten Tag und alles weitere würden wir von dort aus planen.

Tauchrevier direkt gegenüber vom Strand

Tauchrevier direkt gegenüber vom Strand

Leider kam nachts dann jedoch ein starker Wind auf, der den See aufwühlte. Tatsächlich hatten wir dadurch am Malawisee größere Wellen als am Sunrise Beach am Indischen Ozean. Als ich um neun bei ihm war, kamen wir schnell überein, den Start auf 11:00 Uhr zu verschieben, um ihn dann nochmals auf 13 Uhr zu verlegen. Der Wind hatte etwas abgenommen, doch er war immer noch weit aus stärker als normal, doch besser schien es nun auch nicht mehr zu werden. Die Sichtweite unter Wasser lag leider mit ca. 5 Metern auch erwartungsgemäß deutlich unter der Norm. Stan und ich sahen dennoch zahllose Cichlids, zwei imponierende Cut Fishs, eine Süßwassergrabe und einen alten VW-Geländewagen, der sich allerdings nicht mehr viel bewegte… Neben dem Süßwasser war noch die Höhe anders als sonst: Dies war mein erster Höhentauchgang mit 472 m über N.N. Trotzdem entschlossen Anja und ich uns gegen den Nachttauchgang; die Sichtweite hätte sich wohl nicht mehr verbessert.

Während ich tauchte, war Anja mit Lesen und Tagebuch schreiben beschäftigt. Außerdem hatten wir immer noch Gemüse von unserer grünen Kiste und haben folglich viel gekocht. Mit anderen Worten: Wir haben es uns gut gehen lassen und mal kurzfristig die Füße hochgelegt.

Ob der Malawisee hier oben im Norden wirklich bilharziosefrei ist, werden nun die folgenden Tage zeigen…

Alle Taucher fliegen hoch...

Alle Taucher fliegen hoch...

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• Montag, Oktober 19th, 2009

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Keine 70 km nach Morogoro kamen wir an den Mikumi National Park, durch den die Hauptstraße mittendurch führt. Wir haben von einigen gehört, dass man hier viel Wild quasi geschenkt bekommt (der Parkeintritt wird erst fällig, wenn man die Hauptstraße verlässt) und anfangs waren wir ein wenig enttäuscht, denn wir hatten uns mehr erhofft. Zunächst sahen wir nur „Yab!“ – yet another baboon.

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Haben wir noch anfangs (in Äthiopien) begeistert bei jeder Affenherde angehalten, um sie auf Photos zu bannen, lassen wir sie nun einfach links liegen, meist werden wir nicht mal mehr langsamer. Doch dann kamen wir auf unsere Kosten: eine Giraffe! Und gleich danach Elefanten! Da hieß es natürlich: Photostopp! Und auch bei der Herden Zebras hinterher. Zudem sahen wir haufenweise Antilopen und einige Giraffen. Alles in allem spektakulär, dafür dass wir nur die Landstraße entlang fuhren – wo hat man das in Deutschland?

Elefanten im Mikumi National Park

Elefanten im Mikumi National Park

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 2/2

Zebra Crossing 2/2

Kurz nach diesem Park schloss sich der Udzungwa Mountain National Park an. Die Straße führte diesmal nicht direkt durch den Park, aber man kommt unmittelbar durchs „Baobab Valley“. Wenn man hier entlang gefahren ist und die Menge von Baobab Bäumen gesehen hat, ist man endgültig verdorben, was diesen Baum angeht. Will einer uns nun noch mal einen Baobab Tree als was ganz besonderes und einmaliges verkaufen, können wir nun müde abwinken.

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (2/2)

Baobab Valley (2/2)

Stuart und Fiver hatten uns das Baobab Valley Camp (S 7° 31.354’, O 36° 36.002’) empfohlen, doch waren wir bereits hier, als unser Willi noch nicht mal ganz warm gefahren war. Ein ähnliches Schicksal teilte Chris: Er hatte uns am Morgen noch einen Übernachtungs-Tipp mit auf den Weg gegeben, er selbst sei noch nicht da gewesen, aber jeder sagte, jeder ginge dorthin und jedem hätte es bisher dort gut gefallen – im Riverside Rest Camp (S 7° 47.872’, O 35° 47.783’) ca. 15 km vor Iringa. Doch obwohl wir erst recht spät losgefahren sind, war es uns immer noch zu früh die Tagesetappe zu beenden, als wir auf Höhe der Abfahrt zum Riverside Camp waren. Von Henning und Carolin hatten wir noch das Old Farm House empfohlen bekommen. Das liegt nun nicht ganz 60 km hinter Iringa und war damit schon eher ein Kandidat die Tagesetappe zu beenden. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind gut, es wird allerdings viel gebaut und ausgebessert, so dass abschnittsweise eine Straße immer nur einspurig befahrbar ist und man teilweise warten muss, bis man durchgewunken wird. Wir wollten ursprünglich nach Iringa direkt reinfahren, um noch Geld zu ziehen und etwas Gemüse und Wasser zu kaufen, doch dort war uns die Schlange einfach zu lang. Kurzerhand setzten wir alles auf Mbeya und strichen das Einkaufen in Iringa.

Anja@OldFarmHouse

Anja@OldFarmHouse

Das Old Farm House (S 8° 08.745’, O 35° 24.766’) ist herrlich! Hätten wir nicht bereits so lange am weißen Strand von Dar-es-Salaam verweilt, hier wären wir mindestens ein Tag länger geblieben. Wir trafen auch wieder auf Steve, Katie, Sandy und Roy. Die vier haben in etwa die gleiche Route wie wir und das gleiche Tempo, wir werden uns also bestimmt noch häufiger über den Weg laufen. Auch nahmen wir sehr schnell das Angebot war, dass wir uns hier frisches Gemüse (aus dem eigenen Anbau) und Fleisch kaufen konnten. Wer braucht schon Iringa? 😉 Wir bestellten uns 5 kg frisches Gemüse (10 kg war eigentlich die kleinste Größe, aber sie machten eine Ausnahme), 800 g Rump Steak, 4 Brötchen zum Frühstück und zwei Brownies für die Fahrt. Der Abend war so idyllisch, ruhig und windstill, dass wir auch endlich mal wieder eine Kerze auf dem Tisch anzünden konnten – etwas was wir am Strand vom Sunrise Beach nicht konnten.

Unsere "Grüne Kiste"

Unsere "Grüne Kiste"

Als die Bestellung pünktlich auf die Minute am nächsten Morgen kam, staunten wir nicht schlecht. Das mussten mehr als 5 kg frisches Gemüse sein! Wir hatten fast schon ein logistisches Problem unseren Einkauf unterzubringen. Doch auch dies ließ sich lösen und wir kamen schließlich los Richtung Mbeya. Dort konnten wir nochmals Geld abheben und dann dafür Tanken und Wasser einkaufen. Auch Reflektorstreifen für Sambia haben wir gefunden. (In Sambia müssen nämlich zusätzlich vorn und hinten weiße (oder gelbe) und rote Reflektorstreifen am Fahrzeug angebracht sein. Irgendwo meinen wir gelesen zu haben, die Streifen müssen 25 cm lang sein, also haben wir uns 50 cm weißes und 50 cm rotes Reflektorband gekauft, allerdings sieht man hier an den Fahrzeugen Reflektorband beliebiger Stückelung. Der Wille zählt wohl mehr als das Gesetz…)

Bongo Community Camp

Bongo Community Camp

Wir hatten uns zuvor mit den anderen vier unterhalten, wo die campen wollten und sie erzählten uns von Bongo Camping (S 9° 13.053’, O 33° 38.515’) ca. 5 km vor Tukuyu, nahe an der Grenze zu Malawi. Jan & Trevor nannten uns per SMS noch einen anderen neuen Campingplatz, aber da Bongo Camping entlang des direkten Weges lag und zudem ein Community Camp Ground ist und wir dort auf die anderen vier treffen konnten, war die Entscheidung schnell gefällt. Der Platz ist sehr einfach, aber für eine Nacht vollkommen ausreichend. Wir hatten zudem unser Rump Steak mit Rosmarinkartöffelchen, was vorzüglich schmeckte und jeden noch so dreckigen Platz in unserer Wahrnehmung in einen strahlenden Ort verwandelt hätte.

Camp Idylle

Camp Idylle

Katie und die Jungs

Katie und die Jungs

Während wir unser Essen kochten, spielte Katie mit den Kindern aus dem Dorf. Auf diese Weise hatten wir beides: Unsere Ruhe beim Kochen und Unterhaltung, die besser als jeder Fernseher war: Da wurden Papierflieger gebastelt, mit Luftballons gespielt, gefangen, gesungen und getanzt. Danke, Katie! Als wir dann alle gefühlt mehrere Kilos schwerer und kugelrund waren, schleppten wir uns alle zum Lagerfeuerchen und ließen den Abend dort gemütlich und stimmungsvoll ausklingen.

Young Artists (1/2)

Young Artists (1/2)

Young artists (2/2)

Young Artists (2/2)

Am nächsten Morgen haben wir uns von den Vieren fürs erste verabschiedet. Wir wollten nach Livingstonia und von dort weiter Richtung Süden, während sie erstmal ein paar Tage am Chitimba Beach chillen wollten. Der Grenzübergang nach Malawi war angenehm: kostenlos und schnell, so kennen wir das in letzter Zeit nur von Ruanda. Die Hauptstraßen in Malawi sind gut, wieder neu für uns war lediglich, dass auch wir an Polizeikontrollen nicht einfach durch gewunken wurden. Dass sich die Polizei für einen interessiert, wenn man nicht zu schnell gefahren ist oder eine durchgezogene Linie missachtet hat oder dergleichen, hatten wir zuletzt in Ägypten und Sudan.

Mit der Abzweigung nach Livingstonia hörte der Asphalt auf und die Strecke wurde schnell zu kurvig und steil, dass hier den Vierradantrieb gleich von Anfang an dazu schalteten. Die Strecke war schön, doch oben in Livingstonia angekommen, wurden Anja und ich schnell enttäuscht. Nach den Beschreibungen, die wir gelesen hatten, haben wir eine pittoreske kleine Siedlung erwartet, eher von Siedlern als von Missionaren, aber es gab hier keine kleinen Steinhäuser mit weißen Gartenzäunen… Wir fuhren zur alten Missionskirche, zum Haus von Livingstone, das heute ein Museum beherbergt, entlang des Krankenhauses und waren dann aber auch so schnell wieder draußen, wie wir drin waren.

Livingstonia

Auf den Spuren der Missionare

Auch die Suche nach Camps war nicht sonderlich erfolgreich. Wir hatten uns zwei angeschaut, die uns auch empfohlen wurden: die Lukwe Lodge (S 10° 35.134’, O 34° 07.668’) und die Mushroom Farm Lodge (S 10° 35.197’, O 34° 08.069’). Doch beide boten uns zu wenig Schatten und in eins der einfachen Chalets wollten wir dann auch nicht. Da es zudem erst früher Nachmittag war und wir nicht auf diesen Campingplätzen den restlichen Tag verbringen wollten, sind wir also wieder die Serpentinen runter und zum Chitimba Beach Camp (S 10° 35.077’, O 34° 10.541’) und wenn trafen wir dort? Richtig, erwartungsgemäß waren Sandy, Roy, Katie und Steve schon dort.

In der Nacht gab es auf einmal ein lautes „Rumms!“ und Chitimba Beach hatte eine Koch- und Unterstellhütte weniger. Glücklicherweise parkte unser Willi weit genug weg. Am heutigen Morgen haben wir den Tag entspannt angehen lassen. Die heutige Etappe bis entweder Nkhata Bay oder Kande Beach ist nicht sonderlich lang (ca. 180 bzw. 230 km) und so sind wir gemütlich los getuckelt nachdem wir uns erneut von den Vieren verabschiedet haben. Auch dies war sicherlich kein Abschied für lange Zeit…

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