Archive for the Category ◊ Tansania ◊

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• Montag, Oktober 19th, 2009

Keine 70 km nach Morogoro kamen wir an den Mikumi National Park, durch den die Hauptstraße mittendurch führt. Wir haben von einigen gehört, dass man hier viel Wild quasi geschenkt bekommt (der Parkeintritt wird erst fällig, wenn man die Hauptstraße verlässt) und anfangs waren wir ein wenig enttäuscht, denn wir hatten uns mehr erhofft. Zunächst sahen wir nur „Yab!“ – yet another baboon.

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Abgesehen natürlich von den berühmten Korb-Bäumen

Haben wir noch anfangs (in Äthiopien) begeistert bei jeder Affenherde angehalten, um sie auf Photos zu bannen, lassen wir sie nun einfach links liegen, meist werden wir nicht mal mehr langsamer. Doch dann kamen wir auf unsere Kosten: eine Giraffe! Und gleich danach Elefanten! Da hieß es natürlich: Photostopp! Und auch bei der Herden Zebras hinterher. Zudem sahen wir haufenweise Antilopen und einige Giraffen. Alles in allem spektakulär, dafür dass wir nur die Landstraße entlang fuhren – wo hat man das in Deutschland?

Elefanten im Mikumi National Park

Elefanten im Mikumi National Park

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 1/2

Zebra Crossing 2/2

Zebra Crossing 2/2

Kurz nach diesem Park schloss sich der Udzungwa Mountain National Park an. Die Straße führte diesmal nicht direkt durch den Park, aber man kommt unmittelbar durchs „Baobab Valley“. Wenn man hier entlang gefahren ist und die Menge von Baobab Bäumen gesehen hat, ist man endgültig verdorben, was diesen Baum angeht. Will einer uns nun noch mal einen Baobab Tree als was ganz besonderes und einmaliges verkaufen, können wir nun müde abwinken.

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (1/2)

Baobab Valley (2/2)

Baobab Valley (2/2)

Stuart und Fiver hatten uns das Baobab Valley Camp (S 7° 31.354’, O 36° 36.002’) empfohlen, doch waren wir bereits hier, als unser Willi noch nicht mal ganz warm gefahren war. Ein ähnliches Schicksal teilte Chris: Er hatte uns am Morgen noch einen Übernachtungs-Tipp mit auf den Weg gegeben, er selbst sei noch nicht da gewesen, aber jeder sagte, jeder ginge dorthin und jedem hätte es bisher dort gut gefallen – im Riverside Rest Camp (S 7° 47.872’, O 35° 47.783’) ca. 15 km vor Iringa. Doch obwohl wir erst recht spät losgefahren sind, war es uns immer noch zu früh die Tagesetappe zu beenden, als wir auf Höhe der Abfahrt zum Riverside Camp waren. Von Henning und Carolin hatten wir noch das Old Farm House empfohlen bekommen. Das liegt nun nicht ganz 60 km hinter Iringa und war damit schon eher ein Kandidat die Tagesetappe zu beenden. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind gut, es wird allerdings viel gebaut und ausgebessert, so dass abschnittsweise eine Straße immer nur einspurig befahrbar ist und man teilweise warten muss, bis man durchgewunken wird. Wir wollten ursprünglich nach Iringa direkt reinfahren, um noch Geld zu ziehen und etwas Gemüse und Wasser zu kaufen, doch dort war uns die Schlange einfach zu lang. Kurzerhand setzten wir alles auf Mbeya und strichen das Einkaufen in Iringa.

Anja@OldFarmHouse

Anja@OldFarmHouse

Das Old Farm House (S 8° 08.745’, O 35° 24.766’) ist herrlich! Hätten wir nicht bereits so lange am weißen Strand von Dar-es-Salaam verweilt, hier wären wir mindestens ein Tag länger geblieben. Wir trafen auch wieder auf Steve, Katie, Sandy und Roy. Die vier haben in etwa die gleiche Route wie wir und das gleiche Tempo, wir werden uns also bestimmt noch häufiger über den Weg laufen. Auch nahmen wir sehr schnell das Angebot war, dass wir uns hier frisches Gemüse (aus dem eigenen Anbau) und Fleisch kaufen konnten. Wer braucht schon Iringa? ;-) Wir bestellten uns 5 kg frisches Gemüse (10 kg war eigentlich die kleinste Größe, aber sie machten eine Ausnahme), 800 g Rump Steak, 4 Brötchen zum Frühstück und zwei Brownies für die Fahrt. Der Abend war so idyllisch, ruhig und windstill, dass wir auch endlich mal wieder eine Kerze auf dem Tisch anzünden konnten – etwas was wir am Strand vom Sunrise Beach nicht konnten.

Unsere "Grüne Kiste"

Unsere "Grüne Kiste"

Als die Bestellung pünktlich auf die Minute am nächsten Morgen kam, staunten wir nicht schlecht. Das mussten mehr als 5 kg frisches Gemüse sein! Wir hatten fast schon ein logistisches Problem unseren Einkauf unterzubringen. Doch auch dies ließ sich lösen und wir kamen schließlich los Richtung Mbeya. Dort konnten wir nochmals Geld abheben und dann dafür Tanken und Wasser einkaufen. Auch Reflektorstreifen für Sambia haben wir gefunden. (In Sambia müssen nämlich zusätzlich vorn und hinten weiße (oder gelbe) und rote Reflektorstreifen am Fahrzeug angebracht sein. Irgendwo meinen wir gelesen zu haben, die Streifen müssen 25 cm lang sein, also haben wir uns 50 cm weißes und 50 cm rotes Reflektorband gekauft, allerdings sieht man hier an den Fahrzeugen Reflektorband beliebiger Stückelung. Der Wille zählt wohl mehr als das Gesetz…)

Bongo Community Camp

Bongo Community Camp

Wir hatten uns zuvor mit den anderen vier unterhalten, wo die campen wollten und sie erzählten uns von Bongo Camping (S 9° 13.053’, O 33° 38.515’) ca. 5 km vor Tukuyu, nahe an der Grenze zu Malawi. Jan & Trevor nannten uns per SMS noch einen anderen neuen Campingplatz, aber da Bongo Camping entlang des direkten Weges lag und zudem ein Community Camp Ground ist und wir dort auf die anderen vier treffen konnten, war die Entscheidung schnell gefällt. Der Platz ist sehr einfach, aber für eine Nacht vollkommen ausreichend. Wir hatten zudem unser Rump Steak mit Rosmarinkartöffelchen, was vorzüglich schmeckte und jeden noch so dreckigen Platz in unserer Wahrnehmung in einen strahlenden Ort verwandelt hätte.

Camp Idylle

Camp Idylle

Katie und die Jungs

Katie und die Jungs

Während wir unser Essen kochten, spielte Katie mit den Kindern aus dem Dorf. Auf diese Weise hatten wir beides: Unsere Ruhe beim Kochen und Unterhaltung, die besser als jeder Fernseher war: Da wurden Papierflieger gebastelt, mit Luftballons gespielt, gefangen, gesungen und getanzt. Danke, Katie! Als wir dann alle gefühlt mehrere Kilos schwerer und kugelrund waren, schleppten wir uns alle zum Lagerfeuerchen und ließen den Abend dort gemütlich und stimmungsvoll ausklingen.

Young Artists (1/2)

Young Artists (1/2)

Young artists (2/2)

Young Artists (2/2)

Am nächsten Morgen haben wir uns von den Vieren fürs erste verabschiedet. Wir wollten nach Livingstonia und von dort weiter Richtung Süden, während sie erstmal ein paar Tage am Chitimba Beach chillen wollten. Der Grenzübergang nach Malawi war angenehm: kostenlos und schnell, so kennen wir das in letzter Zeit nur von Ruanda. Die Hauptstraßen in Malawi sind gut, wieder neu für uns war lediglich, dass auch wir an Polizeikontrollen nicht einfach durch gewunken wurden. Dass sich die Polizei für einen interessiert, wenn man nicht zu schnell gefahren ist oder eine durchgezogene Linie missachtet hat oder dergleichen, hatten wir zuletzt in Ägypten und Sudan.

Mit der Abzweigung nach Livingstonia hörte der Asphalt auf und die Strecke wurde schnell zu kurvig und steil, dass hier den Vierradantrieb gleich von Anfang an dazu schalteten. Die Strecke war schön, doch oben in Livingstonia angekommen, wurden Anja und ich schnell enttäuscht. Nach den Beschreibungen, die wir gelesen hatten, haben wir eine pittoreske kleine Siedlung erwartet, eher von Siedlern als von Missionaren, aber es gab hier keine kleinen Steinhäuser mit weißen Gartenzäunen… Wir fuhren zur alten Missionskirche, zum Haus von Livingstone, das heute ein Museum beherbergt, entlang des Krankenhauses und waren dann aber auch so schnell wieder draußen, wie wir drin waren.

Livingstonia

Auf den Spuren der Missionare

Auch die Suche nach Camps war nicht sonderlich erfolgreich. Wir hatten uns zwei angeschaut, die uns auch empfohlen wurden: die Lukwe Lodge (S 10° 35.134’, O 34° 07.668’) und die Mushroom Farm Lodge (S 10° 35.197’, O 34° 08.069’). Doch beide boten uns zu wenig Schatten und in eins der einfachen Chalets wollten wir dann auch nicht. Da es zudem erst früher Nachmittag war und wir nicht auf diesen Campingplätzen den restlichen Tag verbringen wollten, sind wir also wieder die Serpentinen runter und zum Chitimba Beach Camp (S 10° 35.077’, O 34° 10.541’) und wenn trafen wir dort? Richtig, erwartungsgemäß waren Sandy, Roy, Katie und Steve schon dort.

In der Nacht gab es auf einmal ein lautes „Rumms!“ und Chitimba Beach hatte eine Koch- und Unterstellhütte weniger. Glücklicherweise parkte unser Willi weit genug weg. Am heutigen Morgen haben wir den Tag entspannt angehen lassen. Die heutige Etappe bis entweder Nkhata Bay oder Kande Beach ist nicht sonderlich lang (ca. 180 bzw. 230 km) und so sind wir gemütlich los getuckelt nachdem wir uns erneut von den Vieren verabschiedet haben. Auch dies war sicherlich kein Abschied für lange Zeit…

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• Samstag, Oktober 17th, 2009

In diesem Resümee wollen wir die ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Ruanda und Tansania zusammenfassen. Uganda und Ruanda waren so kleine Länder und unser Aufenthalt war nur kurz, sodass sie sich den Artikel zusammen mit ihren zwei großen Nachbarn teilen müssen.

Unser Bild von … in kurzen Worten:

KeniaKenia

  • Kenia ist ein riesiges Land. Beim Durchfahren fuhren wir durch alle erdenklichen Landschaftsformen: wir kamen im Norden durch wüstenähnliche Trockengebiete, das ging über in Savanne und wir machten noch einen Schlenker nach Norden, wo wir Regenwald hatten.
  • Zum ersten Mal sehen wir auf unserer Reise Stacheldraht um die Grundstücke, vor jedem Tor einen Wachmann und vergitterte Fenster. So spüren wir auch zum ersten Mal, dass wir durch gefährliche Gegenden fahren, auch wenn wir die Gefahr so nie direkt spürten. Menschlich gesehen ändert sich genau mit diesem Gefahrenbewusstsein auch das Verhalten. Während wir in den ländlichen Gebieten meist angelächelt oder ignoriert wurden, wurden die Bettler und die dazugehörende Aggressivität hier deutlicher. 
  • Nairobi ist eine sehr westlich geprägte Hauptstadt. Wir haben uns hier trotz all der Ungemütlichkeit wohl gefühlt, da wir die ganzen Möglichkeiten wie Kino und Shopping lange entbehren mussten. In den Shopping Malls fiel jedoch eines deutlich auf: die “Westler” bleiben alle mehr oder weniger unter sich.
  • An den Grenzen machten wir wieder Bekanntschaft mit der eher unfreundlichen Sorte von Beamten. Man könnte meinen, sie nehmen einfach nur ihren Job ernst, andererseits lassen sie sich bestechen, wenn sie die Gelegenheit sehen. Die Grenzübergänge waren zudem sehr anstrengend durch die vielen Fixer, die einen in Scharen umrundeten, sobald man sich mit dem Auto nur näherte.
  • Was uns beim Durchfahren eines Landes natürlich auch auffällt, ist die Qualität der Straßen. Man könnte annehmen, dass Kenia ein so touristisch geprägtes Land ist, dass hier auf Infrastruktur Wert gelegt wird. Leider wird man bei dieser Annahme enttäuscht. Die Straßen sind furchtbar schlecht und mit denen in Äthiopien gleichzusetzen. Schlaglöcher soweit das Auge reicht, Bodenwellen und schlecht geteerte Abschnitte. Wir verloren auf diesen Straßen fast den Stoßdämpfer.
  • Auf den Straßen fallen auch die Transportmittel der Einheimischen besonders auf. Hier ist insbesondere der Minibus ein wichtiges Verkehrsmittel. Er wird hier “Matatu” genannt.
  • Kenia ist sehr reich an Tieren. Hier konnten wir auf unserer Reise zum ersten Mal in den Genuss kommen, “große” Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Wir haben 4 der Big Five gesehen und das nur in einem Nationalpark. Wären die Nationalparks nicht so teuer, hätten wir uns durchaus noch mehr Gelegenheiten gegönnt.

 

Uganda Uganda

  • Von Uganda waren wir gleich überrascht, als wir die Grenze übertraten. Der Grenzübergang war aufgrund der unerwartet hohen Visagebühren und der Road Tax sehr teuer, dafür waren die Beamten hier sehr freundlich und die Preise sowie die Prozedur schien uns – das erste Mal in Afrika – nicht verhandelbar zu sein. Fixer gab es kaum, dafür eine Schar unverschämt nerviger Geldwechsler.
  • Auch die Einheimischen schienen hier eine ganz andere Mentalität zu haben als die in ihrem Nachbarland. Sie waren sehr freundlich, am Straßenrand wird gewunken, ohne dabei die Hand aufzuhalten. Das war ein starker Kontrast zu den gerade vorher bereisten Ländern.
  • Ein weiterer Pluspunkt für Uganda: die Straßen weisen eine sehr gute Qualität auf. Es gibt schon vereinzelt Schlaglöcher, aber die sind nicht so tief, dass man Angst ums Auto haben muss.
  • In Kampala gibt es durchaus auch große Grundstücke mit Torwächtern, aber kaum Stacheldraht. Wir haben uns hier sehr sicher gefühlt. Dafür war der Verkehr hier chaotischer als in Kairo.
  • Die Landschaft bot ebenso einen Kontrast zu Kenia. In Uganda war es sehr grün und feucht, fast regenwaldartig. Die Temperaturen waren entsprechend angenehm. 
  • Das hiesige Transportmittel, das uns auffiel war das Fahrrad-Taxi. Dazu wird der Gepäckträger eines Fahrrads mit einem dicken dafür angefertigten Kissen versehen, sodass sich der Passagier hinten bequem hinsetzen kann. Das hatten wir bislang nicht gesehen.

 

RuandaRuanda

  • Ruanda war für uns ein ebenso angenehm zu bereisendes Land. Es fing damit an, dass an der Grenze KEINE Kosten anfielen. Das Visum ist für Deutsche (und einige andere Nationen) kostenlos, eine Straßengebühr gibt es hier nicht.
  • Die Menschen hier, zumindest die, die wir in den 2 1/2 Tagen bei der Durchreise kennenlernen durften, waren ausgesprochen freundlich. In dem Hotel, in dem wir in Kigali übernachteten, gab es sogar einen Kellner, der sein Deutsch an uns testete. Er erzählte uns, dass er einen Tageskurs deutsch absolviert hat, um die Sprache zu lernen und wir waren überrascht, wie gut er das für die paar Stunden Unterricht konnte. Uns fällt in einem Land auch immer positiv oder negativ auf, wenn Kinder betteln. Hier gab es das nicht, mit einer Ausnahme: an einer Genozid-Gedenkstätte, an der das Rote Kreuz ein großes (künstliches) Dorf aufgebaut hatte, umringten uns Kinder und wollten Geld und Sweets.
  • Die Landschaft ist wie in Uganda sehr grün und die Temperaturen sind sehr angenehm. Es regnete jeden Tag, aber es wurde hinterher nicht schwül.
  • Die Straßenqualität übertraf alles, was wir bisher gesehen haben. Hier haben die Straßen eine richtige Drainage, anstatt nur einen provisorischen Graben, es gibt eine ordentliche Fahrbahnmarkierung und Randsteine. (Mag vielleicht auch daran liegen, dass hier Strabag die Finger im Spiel hatte. ;-) )
  • Hier fiel uns bei den öffentlichen Transportmitteln auch etwas auf: das Moto-Taxi. Das ist ein Motorrad als Taxi. Erst mal nichts besonderes, wenn man in Uganda das Fahrrad-Taxi gesehen hat, aber hier wird Helm getragen – eine Besonderheit in Afrika!
  • Nach dem, was man von der Geschichte Ruandas mitbekommen hat und wie Ihr in unserem Blogartikel über unseren Tag in Kigali lesen konntet, würde man meinen, Ruanda sei ein unsicheres Land und die Menschen wären sehr arm. Das sind sie auch, das kann man nicht verleugnen, aber wir haben uns in keiner Sekunde unwohl gefühlt. Eher im Gegenteil: Wir hatten den Eintrug, dass Ruanda evtl. das zivilisierte Land Afrikas ist, was wir bisher bereist haben. (Gemessen an Auftreten und Verhalten der Menschen (gerade uns Mzungus gegenüber), Infrastruktur, Sauberkeit etc.) Wenn wir nicht gefühlt so unter Zeitdruck gestanden hätten, wären wir noch länger geblieben.

 

TansaniaTansania

  • Tansania ist in vielerlei Hinsicht mit Kenia zu vergleichen. Sehr touristisch, aber nur in bestimmten Gebieten. Als wir über den Nordwesten einreisten, fanden wir nur schwer jemanden, der englisch sprach. Hier kamen uns auch bald wieder die bettelnden Kinder entgegen, was wir zwar nachvollziehen können, wir dennoch eher als Minuspunkt für das Land werden. Ebenso nervig waren bei unserem Abstecher auf Sansibar die vielen Typen, die uns etwas verkaufen wollten.
  • An den Küsten findet man Traumstrände mit pulverweißem feinen Sand. Hier sahen wir auch zum ersten Mal den Indischen Ozean und badeten in ihm. Ein Kontrast dazu ist der Nordwesten, der landschaftlich außer Savanne nichts hergibt. Wir hatten hier nicht einmal das Bedürfnis länger zu bleiben. Schön war dann aber der Abschluss, unsere Fahrt durch die Southern Highlands. Hier war es bergig und ein wenig kurvig, wir erreichten wieder Höhen von um die 2000m und sahen haufenweise Baobab Bäume.
  • Zum Thema Sicherheit muss gesagt werden, dass wir ständig vor Diebstählen gewarnt wurden. Gerade an der Küste angekommen, berichtete einer, wie vom Schoß einer mitfahrenden Frau, die Handtasche aus dem Auto geklaut wurde. Danach wurden wir von verschiedenen Leuten vor Stone Town gewarnt. Wir waren entsprechend vorsichtig, uns ist nichts passiert, aber es hat immer ein G’schmäckle, wenn man durch die Straßen wandert.
  • Nationalparks haben wir hier keinen besucht, da sie uns zu teuer waren. Wir verstehen auch bis heute nicht, wie sich die Preise rechtfertigen. Wir hätten hier gerne neben Tauchen auch ein bisschen Wildlife gesehen, haben aber zugunsten der folgenden Länder darauf verzichtet.
  • Auch Tansania hat typische Transportmittel: Dala-Dala, so wird hier der Minibus genannt (ist aber dasselbe wie ein Matatu) oder große Langstreckenbusse, deren Fahrer volkommen rücksichtslos und schnell über die Straßen heizen.
  • Sansibar muss gesondert erwähnt werden, wir haben es schon als “Urlaub vom Urlaub” bezeichnet. Wir waren ohne Auto hier und zum ersten Mal nur mit dem Rucksack unterwegs. Ein Navi hatten wir auch nicht mit, was dazu führte, dass wir uns in den verwinkelten Gassen von Stone Town sofort verliefen. Hier mussten wir auch spüren, dass die Insel kein “off-season” kennt. Wir hatten große Mühe, in Stone Town eine Unterkunft zu finden, vielleicht auch aus dem Grund, weil diese Stadt für jeden, der anreist immer der erste Kontaktpunkt mit der Insel ist. Bei unserem Ausflug in den Norden der Insel erlebten wir die gleichen schönen Strände wie in Dar-es-Salaam, nur noch unberührter, was uns zu der Aussage bewegte, dass wir Sansibar als eine Trauminsel bezeichnen würden. Im Norden der Insel waren wir auch tauchen, nicht billig, aber wunderschön. Das Mnemba Atoll kommt nach unseren Eindrücken schon recht nah an das Rote Meer, erreicht es jedoch nicht ganz.

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• Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Auf unserer Fähre zurück von Sansibar, bekamen wir eine SMS von Chris, dass er seinen Wagen neben unserem im Sunrise Beach Resort geparkt hat. Zur Erinnerung: Wir haben unter anderem zusammen mit Chris die Fähre von Assuan nach Wadi Halfa genommen und während sein Beifahrer Carl mittlerweile wieder zurück in England ist, hat Chris hier eine auf zunächst zwei Jahre befristete Lehrerstelle angenommen. Er unterrichtet an der internationalen Schule in Morogoro und das wollten wir uns natürlich anschauen. Wir hatten also mit Chris Kontakt aufgenommen und das letzte, was wir von ihm gehört hatten, war, dass er zusammen mit einem Freund und zwei Kollegen am 10. Oktober für ein paar Tage nach Tanga und zum Sadani Nationalpark fahren wollte. Das sah für uns zunächst leider alles so aus, als ob er, gerade wenn wir bei ihm vorbeischauen wollten, nicht vor Ort wäre. Doch Fortuna war uns hold und hielt uns mit seiner SMS mal wieder vor Augen, dass die Welt ein Dorf ist – sie hatten sich den Park angeschaut und kamen nun zum Sunrise Beach Resort, um noch ein paar Tage am Strand zu relaxen.

Wir fuhren Willi vom Parkplatz zurück zur Campsite und waren sehr erfreut, dass Fred und Elonora, das neuseeländische Paar, das uns vor unserer Fahrt nach Sansibar so viele hilfreiche Tipps gegeben hat, auch noch vor Ort war. Es hatte alles ein wenig länger gedauert, die Verschiffung ihres Wagens zu organisieren – „Europa hat Uhren, Afrika hat Zeit“… Doch am nächsten Tag machten sie sich definitiv auf. Der Papierkram war endgültig abgehakt, ihr Landcruiser kann in ca. drei Wochen verschifft werden. Es geht nach Holland, allerdings nur als Zwischenstation: Der Wagen wird dort geparkt, erst nächstes Jahr bereisen sie Europa, vorher geht ’s für sie nach Süd- und Mittelamerika ohne eigenen 4WD.

Abends aßen wir zusammen mit Chris und seinen Freunden im Sunrise Beach Resort und zogen uns dann aber auch schnell in unseren Willi zurück, die Überfahrt steckte auch uns wohlmöglich noch etwas in den Knochen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten sich dann Fred und Elenora endgültig. Dennoch blieb es sehr lebhaft an dem Sunrise Beach: Katie und Steve waren auch noch da – wir lernten die beiden schon vor unserer Abfahrt nach Sansibar kennen – und warteten noch auf Sandy und Roy, die einen Tag nach uns von Sansibar zurückkommen wollten. Außerdem trafen wir auf Henning und Carolin aus München. Die beiden sind routinierte Afrika-Befahrer, die schon seit Jahren für ein paar Wochen hier in den Süden fahren, ihren Wagen entstauben, sich eine neue entlegene Ecke zum Erkunden suchen und ihren Wagen dann wieder einmotten. Bevor wir jedoch von den beiden wertvolle Tipps bekommen konnten, stand heute erstmal „Materialbeschaffung“ auf dem Aufgabenzettel.

Wir fuhren also nach Dar-es-Salaam, um Proviant auf zu stocken, Dollar zu kaufen und um kurz in ein Internet Cafe zu springen, weil natürlich das Internet im Sunrise Beach Resort immer noch nicht ging. Unseren Proviant haben wir im Shoprite gekauft, wie immer, wenn ’s einen vor Ort gibt, weil ’s hier einfach alles unter einem Dach gibt. Dummerweise haben wir uns jedoch erst den ganzen Weg nach Slipway gekämpft und das war ein Reinfall – don’t go there! Die Lokation wurde uns als nettes Einkaufszentrum beschrieben, tatsächlich gibt es hier aber vermehrt Touristen-Schick und zu allem Überfluss ist der Shoprite dort mittlerweile auch ausgezogen und ein indischer, völlig überteuerter Laden eingezogen. Also sind wir zurück zu dem (S 6° 49.685’, O 39° 16.489’), den wir nicht ganz 20 km vor Slipway schon fast passiert hatten…

Von Jan & Trevor haben wir gelesen, dass sie im Mikadi Beach Resort angekommen seien, doch als wir sie tagsdrauf besuchen wollten, hatten sie leider schon nach Sansibar übergesetzt. Ursprünglich hätten wir an diesem Tag auch schon wieder unterwegs sein wollen, doch zunächst wollte Chris diesen Tag noch hier verbringen und so hatten wir beschlossen dann noch einen Tag länger zu bleiben. Schließlich wollten wir ihn besuchen, was doch eher beschwerlich wird, wenn er nicht zu Hause ist. Chris dann mit seinen Freunden allerdings doch schon morgens abgefahren, während wir noch diesen einen Tag am Indischen Ozean genossen. Wir machten in Willi klar Schiff, ich las, Anja schrieb Tagebuch und abends aßen wir zusammen mit Henning und Carolin und bekamen zahlreich Tipps für Sambia und Malawi aus erster Hand. Schließlich hatten sie die letzten drei Jahre Sambia bereist und konnten uns somit viel zu all dem erzählen, was uns in den nächsten Tagen und Wochen erwartete.

Henning und Carolin

Henning und Carolin

Nach einer halben Ewigkeit konnten wir uns also endlich vom Sunrise Beach losreißen. Es war wunderschön, aber nun wurde es auch Zeit, dass wir auch wieder etwas auf die Piste kamen. Zum Abschied haben uns Henning und Carolin sogar noch ihren Reiseführer geliehen, den wir versprachen, nach München zurückzubringen. (Wir passen drauf auf, keine Sorge! ;-) ) Bis wir Dar-es-Salaam endlich und endgültig den Rücken gekehrt hatten, war der halbe Tag schon rum. Ewig hat es gedauert, dem Verkehr zu entkommen! Dabei ist es gar nicht das Verkehrsaufkommen allein, was die Straßen dicht macht und Stau entstehen lässt: Mal sind es Kreisel, die es hier zu Hauf gibt, die aber irgendwie das falsche Mittel für den Verkehrsfluss sind, dann sind es Polizisten, die den Verkehr regeln, wobei man sich des Gedankens nicht verwehren kann, dass es evtl. für alle Mann schneller gehen könnte, wenn sie nicht eine gefühlte halbe Stunde lang eine Seite durchwinken würden und dann ist da noch mein persönlicher Lieblingskandidat: Rechtsabbieger auf einer voll befahrenen zweispurigen Straße, die die eine Seite lahm legt, während ihn die andere Seite nicht raus lässt. Meist zeigen dann alle eine stoische Gleichgültigkeit, die uns dann doch noch fremd ist und die uns dann in unserem 40°C Willi nahezu explodieren lässt. Hat man dann erstmal das Verkehrshindernis, der einen oder anderen Art umwunden, kann man fröhlich und selbst ohne Stop-and-Go bis zum nächsten Hindernis fahren, das bestimmt nicht lang auf sich warten lässt.

Chris hatte uns den Weg zu seiner Schule (S 6° 47.xxx’, O 37° 40.yyy’) in Morogoro perfekt beschrieben, so dass wir uns gar nicht verfahren konnten. Wir haben ’s zwar dennoch geschafft und sind eine Abzweigung zu früh abgebogen und auf dem Marktparkplatz gelandet. Der nette Herr an der Schranke nahm uns jedoch zum Glück ab, dass wir nicht auf dem Markt einkaufen waren und uns nur um die Parkplatzgebühr drücken wollten. Aber immerhin sind wir diesmal nicht wie in Istanbul in ein Busdepot hinein gefahren… ;-)

Chris hatte glücklicherweise mit dem Essen auf uns gewartet, denn wir hatten bis auf ein paar Cracker mit Käse seit dem Frühstück nichts weiter gegessen und nun ordentlichen Hunger. In Nähe des „Busbahnhofs“ setzten wir uns mit ihm, Jo und einer finnischen Gastlehrerin in einen Art Biergarten und bestellten ein paar Fleischspieße und Pommes. Danach bekamen Anja und ich endlich unsere Führung durch die Schule. Chris wurde im letzten Moment gebeten, jemand vom besagten Busbahnhof abzuholen, und so führte uns Jo kurzerhand durch die Schule. Auch wenn sie vergleichsweise sehr gut ausgerüstet ist und neben einem Schwimmbecken, sogar einen Computerraum hat (während wir da waren funktionierte das Internet allerdings auch nicht – vielleicht sind wir verflucht?), fließt hier auch kein Honig in Strömen. Jen hat beispielsweise unwissentlich die Pritt-Stifte, die für die ganze Schule das ganze Jahr reichen sollten mit ihrer Klasse in der ersten Termhäflte aufgebraucht – sie hatte einen ganz normalen europäischen Verbrauch an Kleber für eine erste Klasse – und nun ist das Budget hierfür aufgebraucht und die Schule muss bis auf weiteres ohne Pritt-Stifte auskommen. Wir hatten etliche Kugelschreiber aus Deutschland mitgebracht und Michael hatte noch ein paar Taschenrechner oben draufgelegt. Bisher hatten wir jedoch kaum einen Kugelschreiber verschenkt: Da wir kein Betteln unterstützen wollten, die meisten bisher aber genau das taten, hatten wir noch die ganze Sammlung; wenn mal jemand nicht kam und bettelte und wir durchaus etwas aus unserer „Schatzkiste“ hätten verschenken wollen, so war sie meist nicht zur Hand, sondern unter einem großem Stapel Krams begraben. Auch wenn die internationale Schule in Morogoro sicher privilegierter als andere (öffentliche) Schulen war, auch hier würde unsere Sammlung herzlich aufgenommen werden. Zudem wussten wir so, wo ’s hingeht und konnten sicher sein, dass die Kugelschreiber und Taschenrechner auch wirklich die Kinder erreichen und nicht vom Erstbesten wieder zu Geld gemacht werden, was dann in seine Tasche wandert. Wir spendeten also unsere kleine Schatzkiste der internationalen Schule und Jen, Jo und Chris freuten sich stellvertretend im Namen aller.

Abends sind wir dann noch mal Essen gegangen, diesmal in Fußballmannschaftsgröße. In der Schule gibt es ein Lehrerhaus, in dem die meisten der internationalen Lehrer wohnen. Neben den Dreien wohnen dort noch zwei weitere Lehrer. Mit ihnen, ihrem Anhang, der vorhin schon erwähnten Finnin und weiteren Freunden zogen wir zu einem Inder nach Morogoro Downtown und gönnten uns ganz leckeres indisches Essen. Das Kind des Besitzers ist auch auf der Internationalen Schule. Er hatte also gar keine andere Möglichkeit als köstliches Essen aufzutischen – Lehrer müsste man sein… ;-)

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Essen bei dem "erpressbaren" Inder

Den restlichen Abend haben wir dann „30 Seconds“*) gespielt und so sehr wir uns als Tabu-Trainierte auch anstrengten, das Team, in dem Anja und ich drin waren, hat stets verloren. Es ist ein südafrikanisches Spiel und es sind einfach zuviel südafrikanische Begriffe, Orte, Personen, Fernsehsendungen etc. enthalten, aber mit dem Wein, den wir mitgebracht haben und anderen „Spirits“**) vor Ort wurde es trotz anhaltender Pechsträne ein vergnüglicher Abend.

[Anja:] *) Das spiel geht ähnlich wie Tabu, aber einfacher für nicht native-speaker. Auf den Karten stehen nur 5 Begriffe, die man in 30 Sekunden erklären muss. Die Erklärung kann beliebig sein, man darf nur nicht reimen oder einen Bestandteil des Wortes sagen. Tabu wäre an der Stelle schwieriger gewesen, weil das die Wörter für die schnellste Erklärung schon ausschließt.

**) Neuester Trend in Afrika ist etwas, an das wir uns schlecht gewöhnen können: Alkohol in Tüten. Das sind kleine Tütchen, in die etwa 100ml Alkohol passen. Meist ist das kein „original“ Alkohol, sondern nachgemachter Gin oder einfach nur hochprozentiges, bitteres Zeug. Wir haben es jedenfalls nicht getrunken.

Wir klinkten uns irgendwann aus und wollten zurück zu Willi, der im Hof parkte. Doch nachdem wir Chris, Jen und Jo schon überzeugt hatten, mussten wir nun bei den anderen aufs neue Überzeugungsarbeit leisten. Dass wir obwohl zwei Betten frisch bezogen sind, wir dennoch lieber in unserem Wagen schlafen wollen, wurde zwar nach einigen Minuten respektiert, aber nicht verstanden.

Der nächste Morgen begann nicht früh. Jen war schon wach und ließ uns ins Haus und versorgte uns mit dem Nötigsten: Tee & Kaffee und eine Schale Müsli. Nachdem wir vergeblich das Internet versuchten, ging ’s dann los Richtung Iringa.

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• Montag, Oktober 12th, 2009

Hinter uns liegt eine wunderschöne Woche auf Sansibar. Abgesehen von einer Spice Tour haben wir uns im Wesentlichen mit zwei Dingen beschäftigt: ein schönes Hotel zu finden und zu tauchen. Letzteres war einfach, doch Unterbringung hat nicht stets auf Anhieb so geklappt, wie wir wollten…

Tauchen

Getaucht sind wir mit den Bahari Divers vor Stone Town (Anja 2 Tauchgänge, ich 4) und mit den East African Divers vor Nungwi (ich 2 Tauchgänge) und am Mnemba Atoll (Anja und ich jeweils 2 Tauchgänge); beide Tauchschulen können wir ohne Beanstandung weiterempfehlen. Sowohl Inka (von den Bahari Divers) als auch Deleene (vom East African Dive Centre) waren im Vorfeld ausgesprochen hilfreich und haben umgehend auf unsere Emailanfragen reagiert. Die Tauchgebiete im Norden (Nungwi) haben uns besser gefallen als vor Stone Town, doch das Non-Plus-Ultra war zweifelsfrei das Mnemba Atoll.

Am ersten Tag hatten wir vor Stone Town Sichtweiten von ca. 10 m bei Morago und am Fungo Reef und sahen einige Stachelrochen und Cuttle Fish, viele Puffer Fish und Box Fish sowie haufenweise Grouper und ein kleines, mittlerweile schon fast zersetztes Wrack auf 9 m am Fungo Reef. Am zweiten Tag bin ich mit unserem Dive Master Ahmed alleine runter, und zwar zum Bawe Royal Navy Wrack auf 28 m und dann zum Bawe Reef. Die Sicht beim ersten Tauchgang war mit knapp 15 m besser als am Vortag, aber allzu viel zu sehen gab es dann beim Wrack eh nicht. Calamari und ein Leaf Fish gehörten noch zu den Höhepunkten. Der zweite Tauchgang des Tages bei Bawe Nord ging dann nur noch auf 12 m runter und wir hatten auch nur noch ca. 10 m Sichtweite, war aber nicht weniger schön. Unschöner war dann schon, dass einer meiner Zähne wohl ein Loch zu haben scheint, denn beim Auftauchen zischelte es in der Mundhöhle gepaart von leichten Zahnschmerzen. Das erste Mal trat dies bei dem tiefen Tauchgang auf 28 m auf, doch es war leider nicht das letzte Mal. Die Zahnschmerzen beschäftigten mich noch eine Weile, doch es wurde glücklicherweise von Tag zu Tag besser, und ich bin im Nachhinein sehr froh, dass ich mich schließlich gegen die Deep Dive Speciality entschieden habe.

An dem dritten Tauchtag bin ich wieder ohne meinen Buddy Anja getaucht, und zwar bei Mwana wa Mwana und Shane’s Reef vor Nungwi am nördlichen Zipfel Sansibars. Die Sicht war mit ca. 15 m und 12 m zwar besser als bei den Tauchgängen vor Stone Town, aber immer noch nicht das, was ich mir vom Tauchen vor Sansibar erhofft hatte. Doch es gab einiges zu sehen und das war Entschädigung genug: eine an Korallen „grasende“ Schildkröte und ein großer Blue-dotted Stingray waren die Höhepunkte beim ersten Tauchgang, Scorpion Fish, Lion Fish, Trumpet Fish, Trigger Fish und ein großer Octopus die des zweiten Tauchgangs.

Die schönsten Tauchgänge brachte jedoch erst unser letzter Tauchtag am Mnemba Atoll. Wir waren bei Kichwani und Wattabomi tauchen und hatten dort mit ca. 20 m und 25 m Sichtweite auch endlich die Sicht, die wir uns vom Tauchen hier versprochen hatten. Wir sahen sehr viele Fischschwärme, große Trigger Fish, Trumpet Fish, Surgeon Fish und Box Fish sowie vier große Schildkröten. Doch war es weniger, was wir sahen, als das was wir hörten, was uns in den Bann zog: Wir hörten Wale! Irgendwo weiter draußen im Indischen Ozean mussten sie ihre Bahnen ziehen und uns davon kundtun. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke…

Sansibar ist sicherlich nicht das günstigste Tauchgebiet. Wir haben verschiedene Tauchschulen angefragt und im Internet recherchiert: Man zahlt für einen Tauchgang 60 – 75 USD, für zwei Tauchgänge meist 100 USD, für vier 170 – 190 USD, für sechs 270 – 290 USD etc. Im Norden zu tauchen ist etwas teurer als vor Stone Town und fürs Mnemba Atoll wird nochmals ein Aufschlag von 15 – 30 USD fällig. Wichtig ist auch, dass der Transport in den Norden meist separat gezahlt werden muss, die Tauchschulen einem allerdings gern helfen und den Transport organisieren. Für ein Taxi sind 50 USD fällig, für ein Shared Taxi (Minibus) 10 USD pro Person und für die mit viel Geduld und strapazierfähigen Nerven gibt es noch den regulären Bus des öffentlichen Personennahverkehrs für 2000 TZS pro Person.

Stone Town

1001 Nacht auf Sansibar

Unterkunft

In Stone Town selbst waren wir, wann immer ein Zimmer dort frei war, im Zenji Hotel untergekommen. Diesen Tipp hatten wir von Elonora und Fred bekommen und wir können dieses Hotel auch nur wärmstens weiterempfehlen. Es lässt sich vielleicht am besten als „Backpacker Place Deluxe“ charakterisieren. Die Zimmer haben nicht alle ein eigenes Badezimmer und sind unterschiedlich groß, aber das Personal und die Besitzerin Anneloes lassen durch ihre Freundlichkeit und ihr Engagement für den Gast einen darüber hinweg sehen, zumal wir auch nur 45 und 50 USD pro Nacht und Zimmer gezahlt hatten. Es ist sauber, die Zimmer sind schön dekoriert, und das Restaurant hat zwar eine sehr übersichtliche Karte, aber das Essen ist sehr lecker.

Wir hatten jedoch nicht reserviert und so hatte das Zenji Hotel leider kein Zimmer mehr für uns für unseren zweiten Tag in Stone Town. Wir bezogen also das Zimmer und gingen gleich wieder los ins Zentrum von Stone Town, um dort nach Hotels zu schauen. Sowohl Inka als auch Deleene meinten ja in ihren Mails, dass derzeit nicht viel los sei und wir deshalb kein Problem haben würden, eine Unterkunft zu finden. Wir fanden auch einige Hotels, doch die sagten uns entweder nicht zu oder lagen preislich nicht in unserem Rahmen – ohne letztgenannte Restriktion hätten wir sicherlich im Sansibar Serena Inn hofiert… Das Tembo House Hotel (Doppelzimmer für 120 USD) war komplett ausgebucht, das Shangani Hotel (DZ 75 USD) fiel eher in die erste Kategorie und das Dhow Palace Hotel (mit kleinem Pool) war uns zu dem Zeitpunkt mit 100 USD noch zu teuer.

Tags drauf gingen wir zu den Bahari Divers; dies hätte ursprünglich unser erster Tauchtag sein sollen, aber da ich mich – wahrscheinlich durch eine Klimaanlage in einem Internet Cafe in Dar-es-Salaam – ein paar Tage zuvor erkältet hatte, wollten wir noch einen weiteren Tag warten und hatten also genügend Zeit, nach was neuem zu schauen. Wir wurden dort von Inka empfangen und sie half uns bei der Hotelsuche. Sie nannte uns einige Hotels, die wir dann zusammen mit Dive Master Barack, hier in der Rolle als Fremdenführer, abgingen.

Wir kamen zum Coco de Mer, wo uns ein nicht wirklich ansprechendes Zimmer für 60 USD angeboten wurde. Mit einem freundlichen „We think about it!“, wo es nichts zu überlegen gab, zogen wir weiter. Das Chavda Hotel war das nächste. Große Doppelzimmer, Frühstück inklusive, Internet gegen Aufpreis verfügbar. Wir hatten uns vorher schon gesagt, dass wir auf Sansibar ein wenig Urlaub vom Urlaub machen wollten und so gönnten wir uns diese eine Nacht, auch wenn der Preis fürs Doppelzimmer deutlich über unserem Budget lag, doch nach der erfolglosen gestrigen Suche waren wir froh, endlich eine Bleibe gefunden zu haben. Wir gingen aber gleich danach wieder ins Zenji Hotel und buchten uns für die folgenden zwei Tage wieder ein.

Mit einem vom Zenji Hotel organisierten Shared Taxi ging es nach dem Tauchen hoch in den Norden. Im East African Dive Center wurden wir von Michael, dem Besitzer und Mann von Deleene, willkommen geheißen und wir erkundigten uns nach Unterkunft. Er empfahl uns unter anderem die Flame Tree Cottages, die nur ca. 100 m nördlich von Dive Center am Strand liegen. In die von Elisabeth und Saif sowie Reception-Managerin Alexa geführten Flame Tree Cottages hatten wir uns gleich verliebt und mit oben erwähnter „Urlaub-vom-Urlaub“-Ausnahme sahen wir auch darüber hinweg, dass der Übernachtungspreis wieder deutlich über unserem Budget lag.

[Anja:] Aber das Geld hat sich wirklich gelohnt. Wir hatten ein sehr geräumiges Zimmer mit Bad und Hot Shower, aller wieder sehr hübsch mit Blüten dekoriert. Vor dem Zimmer eine Terasse mit zwei Sesseln und einer „Sitzgruppe“. Service wird hier riesig geschrieben. Gegen 16 Uhr wird man gefragt, was man gerne zu Abend essen möchte, das wir dann zum selbst gewählten Zeitpunkt entweder auf der Terrasse oder am Strand serviert. Frühstück gibt es auf der Terrasse, sobald man möchte, denn gedeckt wird, während man noch schläft.
Wir brauchten außerdem noch Informationen über Nachttauchgänge und ein Shared Taxi, und auch da wurde uns umgehend und sehr bemüht geholfen. Als Highlight hatten wir dort Wifi, mit einer afrika-untypisch hohen Bandbreite. Dies zu nutzen, brauchte ein wenig Zeit, da das Passwort nicht gleich griffbereit war, aber danach wurde gesurft, dass sich die Balken biegen.

Kulinarisch ließen wir uns hier auch verwöhnen. Wir aßen Barbecue auf dem eigens für unseren Tisch aufgestellten Kohlegrill, Fischfilet in einer fabelhaften Käsesoße, Curry und wieder Fisch in einer Öl-Zitronen-Ingwer-Marinade. Herrlich….

Zurück in Stone Town suchten wir Unterkunft für eine Nacht, da wir tags drauf noch eine Spice Tour unternehmen wollten. Vom Taxi ließen wir uns in der Nähe vom Flamingo Guest House absetzen, doch die angebotenen Zimmer dort sagten uns nicht wirklich zu. Von dort zum Clove Hotel, doch die hatten kein Zimmer frei. Leider hatten wir beim Dhow Palace Hotel den gleichen Misserfolg, doch dort konnte man uns immerhin ein Hotel empfehlen, dass noch freie Zimmer haben sollte und auch preislich nicht zu teuer war: das Mauwani Inn, DZ für 60 USD inkl. Frühstück. Auch ein stolzer Preis, aber immer noch besser als gar kein Zimmer. Es war sicherlich nicht das beste Hotel, aber unsere Suche hatte wenigstens ein Ende.

Nungwi

Reiseträume werden wahr

Weil wir jedoch nicht nur tauchen und auf der Insel schlafen wollten, unternahmen wir am letzten Tag noch eine Spice Tour.

[Anja:] Gebucht hatten wir die Tour zu den Gewürzen der Insel über das Zenji Hotel. Eine „geteilte Tour“ gabs hier für 13 $, eine private Führung hätte es für das fünffache gegeben. Also keine Frage, wir nahmen die günstigere Tour. Das bedeutete dann aber auch, dass wir zusammen mit 12 anderen in einen Minibus gequetscht wurden. Der Minibus hatte gerade 14 Plätze und saß mit dem ganzen Gewicht bei jeder Bodenwelle auf.

Wir wurden zu einer Spice Farm gebracht, die privat geführt wird und nicht unter der Hand der Regierung steht. Gleich zu Beginn wurde uns Kardamom gezeigt, den ich bisher nur in gemahlener Form aus dem Gewürzregal kenne. Tatsächlich sind es aber kleine grüne Beeren, die am Boden wachsen und deren Samen ziemlich säuerlich schmecken, wenn man sie frisch probiert. Wir lernten auch die verschiedenen Kokosnuss-Palmen der Insel kennen: es gibt drei verschiedene Größen und somit auch unterschiedliche Kokosnuss-Arten und –Verwendungszwecke. Manche sind eher für Öl geeignet, manche zum Essen.

Ich sah kurz danach auch zum ersten Mal einen Ananas-Strauch. Bisher begegnete sie mir auch nur in geernteter Form ohne Stiel. Kurz danach kamen wir zu einer Frucht, deren Namen ich jetzt schon nicht mehr kenne. Bei uns gibt es sie auch nicht. Sie sieht der Rambutan sehr ähnlich, aber sie ist es nicht. Man kann sie auch nicht essen. Sie enthält Kerne, die beim zerdrücken rote Farbe abgeben. Und sie werden auch nur zu diesem Zweck, z.B. indisches Tandoori verwendet.

Kurz darauf sahen wir auch Pfeffer und Vanille, die beide wie Parasiten auf anderen Bäumen leben. Dann gabs Nelken in die Hand, die das Gewürz sind, mit dem Sansibar am meisten Geld verdient. Außerdem bekamen wir die Muskatnuss in die Hand, die umhüllt ist von einer Frucht und roten Härchen, die meinem Verständnis nach nicht gegessen werden können.

Ziemlich unscheinbar wurde auch auf einmal Ingwer aus dem Boden gegraben, der so frisch geerntet saumäßig scharf war. Und wir bekamen Zimt in die Hand, der – wieder was Neues für uns – die Rinde eines Baumes ist.

Als Highlight, geschmacklich gesehen, bekamen wir die Jackfruit zum Probieren, die nach einer Mischung aus Ananas und Banane schmeckt. Bei der Gelegenheit gab es auch Kakaobohnen zum lutschen (süßsauer), nicht zum beißen (bitter) und die üblichen Verdächtigen: Orangen, Mango, Papaya, Ananas.

Ohne ein kleines Verkaufsständchen kommt die Tour auch nicht aus und uns hat die Tour Spaß gemacht, also kauften wir auch was. Kleine Gewürzpäckchen für 0,50 Euro sind auch nicht teuer.

Am Ende wurden wir alle noch zu einer Hütte gebracht, in der wir essen bekamen. Reis, in dem fast alle Gewürze, die wir vorher gesehen hatten, verarbeitet wurden, zusammen mit einer Curry-Soße und Spinat. Es war wirklich lecker…

Spice Tour

Früchte der Gewürzinsel

Verbindung nach Sansibar

Vielleicht noch im Nachsatz etwas darüber, wie man eigentlich auf die kleine Insel kommt: Man kann hinfliegen oder eine Fähre zu nehmen. Der Flug kostet mindestens 100 USD (hin und zurück), bei der Fähre ist man mit 35 USD für eine Fast Ferry (ein Weg) oder mit ca. 25 USD für die langsameren Fähren dabei. Die Fast Ferry braucht 1 ½ – 2 Stunden, die langsameren 3 – 4 Stunden. Wir haben uns beide Male für die Fast Ferry entschieden: mit „Seabus“ hin und mit „Sea Express“ zurück. Ein Vorteil hat jedoch der Flieger: Auf dem Rückweg nach Dar-es-Salaam schüttelte es die Fähre ganz schön durch. Anja und ich hatten das Glück, zu dem Zehntel Passagiere zu gehören, die nicht seekrank geworden sind und das Einzige, das wir uns durch den Kopf gingen lassen, waren die Erinnerungen an Sansibar…

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• Dienstag, Oktober 06th, 2009

Sind mittlerweile in Sansibar angekommen und haben heute schon unsere ersten beiden Tauchgänge hinter uns, dazu aber im nächsten Artikel mehr. Wenn wir nicht gerade unter Wasser sind oder versuchen, uns nicht in Stone Town zu verirren, so – wir müssen es gestehen – verbringen wir auch viel Zeit im Internet. Wir haben beispielsweise bei dem Versuch mal wieder N-JOY Webradio zu hören, mitgekriegt, dass es in Deutschland momentan gar nicht sooo schön ist und die meiste Sonne hat wohl dann in Süd-Dänemark geschienen – insgesamt vier Sonnenstunden. Ihr Glücklichen! Was sehnen wir uns nach ein wenig Entspannung von der Sonne. Ständig äquatorbedingte 12 Stunden Sonnenschein, kein Regen seit Wochen und Temperaturen von unter 30° C gibt es auch eigentlich nur nachts. Nicht mal das Wasser im Indischen Ozean kann uns abkühlen. Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr ’s habt…

Die eigentliche Beichte jedoch, die wir ablegen müssen, ist, dass wir derzeit viel Zeit mit Facebook verbringen. Wir haben mittlerweile so viele Traveller gefunden, die darüber Kontakt halten, dass wir dann auch den Sprung ins kalte Wasser wagten. (Einen Link wollen wir wegen des vollen Namens nicht einfügen, aber wer Freund werden will, wird uns schon finden.)

Category: Tansania  | 3 Comments

3 Responses

  1. 1
    Joerg 

    Okay, ich habe es ja wohl auch nicht anders gewollt… Ich sage nur: “Kleine Sünden…” Kaum war der Artikel veröffentlicht, fing es hier an zu nieseln. Kein ordentlicher norddeutscher Landregen, aber das, was die letzten Wochen am ehesten an Regen heran kommt. Danke, Petrus. Wir haben verstanden…

  2. 2
    Joerg 

    So, jetzt haben wir auch den norddeutschen Landregen… :-O Das ich einfach nicht weiß, ab wann ich meinen Mund halten sollte…

  3. 3
    Lars 

    Hm, ich habe selten norddeutschen Landregen bei 26 Grad erlebt…
    Wir haben heute in Kiel immer wieder etwas Regen, aber bei 11 Grad.

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• Donnerstag, Oktober 01st, 2009

Wir sind nun schon ein paar Tage länger hier, als wir ursprünglich dachten. Ich habe eine leichte Erkältung bekommen und möchte die erst einen Tag komplett los sein, bevor wir nach Sansibar übersetzen, um dort zu tauchen. Dank fünfstündiger Recherche in einem Internet-Cafe bei Steers in Dar-es-Salaam (S 6° 48.910’, O 39° 17.460’), wo – Air-Conditioning sei dank! – vielleicht auch die Erkältung herrührt) und persönlichen Empfehlungen haben es nun zwei (auch deutschsprachige) Tauchschulen auf unsere „Short List“ geschafft: das „East African Diving Center“ in Nungwi und „Bahari Divers“ mit Standorten in Stone Town und in Nungwi. Beide bieten selbst keine Unterkünfte an, aber derzeit ist nach deren Auskunft genügend frei in Sansibar, so dass Unterkunft kein Problem wird. Preislich scheinen sie sich auf ersten Blick auch nicht zu unterscheiden; Tauchen auf Sansibar ist nicht ganz günstig – mit gut 50 USD ist man pro Tauchgang dabei –, aber wir haben von vielen gehört, die für sich urteilten, dass die Tauchreviere dort mit zu den besten gehören, wo sie je getaucht haben. Wir sind also frohen Mutes… ;-)

Doch derzeit sind wir noch auf der südlichen Seite Dars bei Kigamboni gebunden. Hier und im Norden von Dar-es-Salaam sind die meisten Campingplätze angesiedelt; in der Stadt selbst gibt es sicherlich einige Hotels, die einen auch campen ließen, doch wer tauscht nicht gerne Zement und Asphalt für Palmenstrände mit weißen Sand und dem türkisblauen Indischen Ozean ein? Da wir mit unserem ersten Platz nicht ganz zufrieden waren, haben wir insgesamt vier Plätze ausgekundschaftet:

Weißer Sandstrand und türkisblauer Indischer Ozean! Brauchen wir mehr? -- Nein...

Weißer Sandstrand und türkisblauer Indischer Ozean! Brauchen wir mehr? -- Nein...

  • Kipepeo Camp (S 6° 51.104’, O 39° 21.694’) war unser erster Versuch.
    • Das Camp ist sehr schön, bietet allerdings faktisch keinen Schatten fürs Fahrzeug; ein separates Zelt oder man selbst findet jedoch immer Schatten in einer der zahlreichen Palmhütten.
    • Der Strand ist super und selbst der Boden des Campingplatzes ist gut, wobei ich das Pech hatte, in einen großen Dorn zu laufen und dann doch lieber wieder ständig Badelatschen trug. (Ist aber vielleicht auch eher eigene Dummheit und kein Malus für den Platz.)
    • Das Essen ist okay, die Duschen und Toiletten ebenso. Es gibt keine warmen Duschen, aber wirklich kalt habe ich auch nie duschen müssen, Anja berichtete von den Frauenduschen jedoch Gegenteiliges.
    • Wir haben einmal ein WiFi gefunden, konnten uns jedoch nicht konnektieren. Fragt man nach Internet, heißt es „es gäbe keins“. Auf charmante Nachfrage hat Anja „herausbezierzt“, dass dies nur eine Schutzbehauptung ist: Es gibt eigentlich WiFi, nur meist funktioniert es nicht und die Leute können sich nicht konnektieren, selbst wenn es funktioniert, deshalb sagen sie meist, sie haben gar keins. Nun, das können wir leider so zu 100 % bestätigen.
    • Der Platz ist auch bei Overland-Trucks recht beliebt und man kann seinen Wagen dort bewacht unterstellen für den gleichen Preis für den eine Person pro Nacht campiert. (Wer mag, kann auch eine kleine Hütte / Apartment mieten entweder als Bed & Breakfast oder mit Halb- resp. Vollpension.)
    • Man zahlt derzeit 5 USD oder 6’500 TZS pro Person und Nacht.

Vor allem das fehlende Internet und der deshalb vermeintlich notwendige und strapaziöse Weg nach Dar-es-Salaam (dazu nachher mehr) hat uns dann dazu getrieben, andere Campingplätze auszuspähen.

  • Stuart und Fiver hatten uns vom Mikadi Beach Resort (S 6° 49.142’, O 39° 19.252’) berichtet.
    • Das Camp ist schön und bietet ein wenig Schatten fürs Fahrzeug; separate Zelte finden jedoch zwischen Bäumen ein schattiges Plätzchen.
    • Den Strand haben wir nicht inspiziert. Dafür sahen wir jedoch einen kleinen Pool und aufgespannte Hängematten.
    • Es gibt ein Restaurant und eine Bar, über deren Qualität wir jedoch leider keine Aussage treffen können. Die Klos wirken sauber, bei unserem Besuch hatte man uns allerdings nur Freiluft-Duschen gezeigt (ohne Dach, folgerichtig dafür jedoch mit Blättern in der Duschwanne).
    • Im Resort selber gibt es kein Internet, aber außerhalb direkt an der Straße soll es ein Internet Café geben.
    • Bei unserem Besuch parkten allein drei Overland-Trucks hier und etliche 4WD sowie drei Bikes, deren Besitzer derzeit alle auf Sansibar sind. Die Parkgebühr ist nicht fest, sondern „man kann darüber diskutieren, wenn es soweit ist“, so hieß ist.
    • Man zahlt derzeit 5 USD pro Person und Nacht fürs Camping.
  • Da will man gar nicht mehr weg, oder?

    Da will man gar nicht mehr weg, oder?

  • Entlang des Strands sind Anja und ich dann von Kipepeo zum Sunrise Beach Resort / Campsite spaziert (unter 500 m). (Es warnen übrigens alle Campsites durch große Schilder, dass der bewachte Strandabschnitt des Platzes / Resorts nicht verlassen werden soll; uns ist jedoch nie etwas passiert und wir haben uns nie bedroht gefüllt (waren allerdings auch nicht nachts unterwegs), so dass wir fast ein wenig vermuten, hier wird vor allem davor gewarnt, dass man bloß nicht einen Blick auf den eventuell schöneren Nachbarcampingplatz werfen soll…) Um das schon vorweg zu nehmen: Den Platz fanden wir wunderschön, und er wurde unser neues Zuhause, wir können ihn gegenüber allen anderen empfehlen. Wir fanden hier auch noch andere Overlander vor Ort (auch dazu nachher mehr). Der Platz bietet nach unserer insignifikanten Meinung alles, was Kipepeo bietet, und mehr für weniger:
    • Es gibt Schatten auch für die Autos,
    • der Strand ist so sauber wie bei Kipepeo, aber der Sand des Campingplatzes scheint mir hier besser,
      das Essen ist gut (und dank indischen Managements reich an indischer Küche), dazu gibt es warme Duschen (Boiler),
    • es gibt Internet – allerdings haben sie während unserer bisherigen Zeit technische Probleme, so dass wir dann faktisch doch kein Internet haben (fairerweise muss aber erwähnt werden, dass die Nutzung des Internets nicht inklusive ist, man also nicht für eine Leistung zahlt, die dann nicht geboten wird, nichtsdestotrotz hat uns der Manager auf unser Verständnis-Unwillen, warum wir nicht einfach kurz den LAN-Stecker der Rezeption nutzen können, einen „refund“ angeboten… ;-) )
    • auch hier kann der Wagen untergestellt werden, für 5’000 TZS,
    • und nun das „für weniger“: Derzeit zahlt man für Camping 4 USD oder 8’000 TZS pro Person und Nacht.

Dies ist definitiv unser Favorit (gemäß der bescheidenen Auswahl, die wir bei Kigamboni trafen).

Willi mit Spielgefährten im großen Sandkasten vom Sunrise Beach Resort

Willi mit Spielgefährten im großen Sandkasten vom Sunrise Beach Resort

  • Last, and – unserer persönlichen Meinung für Camper auch – least kommt das South Beach Resort (S 6° 51.243’, O 39° 22.051’). Es mag seine Vorzüge haben, beispielsweise den großen Pool, aber auf uns hatte das ganze eher den Charme von Hotelbetonbunker mit Animation gehabt. Mag sein, dass der Campingplatz paradiesisch ist – wir haben ihn uns gar nicht mehr angeschaut, weil das Drumherum einfach nicht unsers war. Camping hätte 6 USD gekostet und gegenüber allen anderen Plätzen konnte man nicht in unmittelbarer Nähe zum Meer campen.

Nachdem der geneigte Leser nun also alles über diese vier Camps in der Bucht von Dar-es-Salaam erfahren hat, mehr zu den Punkten, zu denen wir bis hier her vertrösten mussten: der wegen des Internets vermeintlich notwendige strapaziöse Weg nach Dar-es-Salaam und die anderen Overlander, die wir auf der Sunrise Beach Campsite trafen.

Elonora und Fred

Elonora und Fred

Es gibt einen Weg um die Bucht herum (ist in Tracks4Africa enthalten), doch bisher haben wir den ca. 30 km längeren Weg stets gescheut, aber wenn wir nochmals selbst nach Dar rein fahren, dann wird der Weg definitiv ausprobiert. Vom Sunrise Beach Resort zu dem Internet Café, von dem wir die letzten Artikel online stellten (S 6° 48.910’, O 39° 17.460’ im Steers), sind es 9,8 km (36 km um die Bucht herum). Der Fährabschnitt ist nur ca. 700 m respektive 7-8 Minuten lang, so dass wir uns bisher zweimal blenden ließen, doch dank afrikanischem Organisationstalent, langer Schlangen und dem ungebrochenen Willen mancher Afrikaner links oder rechts abkürzen zu müssen, wird die Überfahrt schnell zu einem 90minütigen Erlebnis. Beim zweiten Mal haben wir versucht, die Rush Hour zu vermeiden und haben erst am späten Vormittag nach Dar-es-Salaam übergesetzt, doch es war nur unwesentlich besser. Mittlerweile haben wir jedoch gelernt, dass es auch bei uns in der Nähe ein Internet-Café gibt: „D’s Internet Service“ etwa 200 m südlich der Weggabelung bei S 6° 51.027’, O 39° 21.328’. (Wenn man von der Fähre kommt, bei der Gabelung den linken Weg nehmen und dann nach ca. 200 m auf der linken Seite nach dem Schild von „D’s Internet Service“ schauen.) Heute standen wir jedoch gegen 16 Uhr vor verschlossener Tür. Der Geschäftspartner von nebenan meinte, für heute wäre „D“ abwesend, aber morgen sei er wieder da – „afrikanische Öffnungszeiten“ halt…

Im Sunrise Beach Resort sind wir auf Bob und Jackie (mit Sandy) gestoßen, die wie wir südwärts unterwegs sind, sowie auf ein neuseeländisches Paar, die ihren Wagen nach Südafrika verschifften und sich nun „hoch“ arbeiten. Auch Deutsche haben sich noch eingefunden: Sie waren mit gemieteten Land Rover unterwegs und spannen nun noch eine Woche an diesem Strand aus. Von Bob und Jackie hatten wir bereits von Jan & Trevor gehört und ihre Website auf www.africa-overland.net gefunden. Später kamen auch noch Jet und Martin dazu, die insgesamt 18 Monate planen und sich nun auch die Ostküste „hoch“ kämpfen, nachdem sie bereits mitten durch Afrika „runter“ sind. Unnötig zu erwähnen, dass es mit so vielen Travellern und noch mehr Geschichten aus Nord und Süd, Ost und West nie langweilig wurde…

Jet & Martin

Jet & Martin

So, nachdem wir euch allen hier diese Informationen zusammengetragen haben, vielleicht kann uns nun irgendjemand im weltweiten Netz helfen und sagen, wo wir in Dar unsere Campinggasflasche auffüllen lassen können?

Post Scriptum vom 03.10.: Auch Gas haben wir mittlerweile selbst gefunden. Tracks4Africa hat den Waypoint sogar drin: Oryx Hanygas bei S 6° 51.053’, O 39° 17.743’. Tracks4Africa kennt allerdings nur den Waypoint, nicht die Straße dahin, aber da setzte mich Bob auf die richtige Spur: ca. 200 m nördlich von dem Offroad-Abzweigungspunkt, den das Navi vorschlägt, muss man links (von Dar-es-Salaam Hafen kommend) abbiegen. 4’500 THS hat uns das Auffüllen gekostet.

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• Montag, September 28th, 2009

Unser nächstes Ziel ist der Kilimanjaro, etwa 1200 Kilometer von Kigali entfernt. Der Weg führt uns dabei durch Tansania und ein Stück, das touristisch vollkommen unerschlossen ist. Wir sehen also ein paar Tage stures, wahrscheinlich langweiliges Fahren vor uns.

Recht früh verließen wir das Okapi Hotel in Kigali und machten uns auf zur Grenze. 140 km durch Dörfer und vorbei an riesigen Bananenplantagen. Weil die Landschaft zwar schön und grün, aber doch etwas einseitig ist, schalteten wir mal wieder ein Hörbuch ein: „The Hobbit“.

[Jörg:] Danke, Stefan. ;-)

Die ruandische Seite der Grenze hatten wir schnell abgehakt, wieder ohne Kosten. Es folgte die Fahrt über eine Brücke über die Rusumo Falls (siehe Bild) und schließlich die tansanische Seite. Hier kamen natürlich sofort Geldwechsler auf uns zu, aber wir wollten sie noch nicht in Anspruch nehmen. Wir wollten eigentlich lieber in Britischen Pfund bezahlen, denn wir hatten nur noch 58$. Der vorgeschlagene Wechselkurs lag allerdings bei 1:1 und damit hätte das Immigration Office einen saftigen Gewinn gemacht. Wir gaben also unsere letzten Dollars aus, um dann herauszufinden, dass 1 (!) Visum 50 $ kostet. So, jetzt hatten wir keine Dollar mehr, und tansanische Schilling wollten sie nicht haben. Wir gingen zu den Geldwechslern und tauschten bei ihnen, um das zweite Visum bezahlen zu können.

Die Rusumo Falls

Die Rusumo Falls

Während dieser ganzen Diskussion kam ein Herr in das Amt, der uns auf Deutsch ansprach. Es stellte sich heraus, dass er Straßenbauer bei Strabag ist und gerade von einem Auftrag aus Tansania zurück nach Ruanda fuhr. Er erzählte uns auch, dass all die wunderbaren Straßen in Ruanda von Strabag gebaut wurden – deswegen fanden wir die also so gut. :-) In Tansania seien die Straßen auch nicht so schlecht, was für uns eine wichtige Information war. Anhand dessen können wir besser planen, wie viele Kilometer wir am Tag schaffen. Er gab uns noch einige Tipps, wo wir Geld holen können und wo wir am besten fahren können und dann trennten wir uns wieder.

Wir waren noch nicht ganz fertig mit unseren Behördengängen, die Carnet musste nämlich noch abgestempelt werden. Dort die nächste Überraschung: schon wieder 25 $ fällig. 20 $ für das Foreign Vehicle Permit und 5 $ für irgendwelche Steuern, die wir nicht verstanden. Wir suchten und suchten und fanden glücklicherweise noch ein bisschen Geld. Das war wieder ein Grenzübergang, der ein tiefes Loch in unsere Tasche reißt.

Die Fahrt danach war so einseitig wie auf der ruandischen Seite. Die Landschaft änderte sich in Savanne, die Menschen bettelten wieder. Die nordwestliche Gegend Tansanias ist touristisch vollkommen uninteressant, weswegen es auch kaum Vorschläge für Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Wir mussten auf die Waypoints in unserem Navi zurückgreifen und hier gab es zwei Alternativen: eine Lodge und ein Motel. Wir zogen die Lodge vor und fuhren gegen 18 Uhr in ein Dorf namens Bukome. Nachdem wir erst am falschen Haus hielten und dort keiner englisch sprach, fuhren wir noch eine Ecke weiter und siehe da, da war die „Lodge“. Der Hausherr meinte, es sei kein Problem, wir können bei ihm parken. Wir müssten auch nichts bezahlen, da wir ja auch keinen Raum benutzen, die Toilette durften wir aber verwenden.

Wir waren sehr erschöpft und überwältigt von diesem Angebot. Wir parkten im Hof und kochten Spaghetti. Sobald es dunkel wurde, verzogen wir uns ins Bett. Wir hatten über Nacht sogar einen Wachmann, der sich direkt neben unser Auto setzte.

Unsere Weiterfahrt war unspannend. Wir passierten Shinyanga und gelangten auf exzcellenten Straßen nach Singida. Hier konnten wir unseren Geldbeutel und die Tanks auffüllen. Wir waren sehr verwundert, als wir hier feststellten, dass wir offensichtlich wieder eine Stunde früher sind. Der Auszug vom Geldabheben meldete 1 Stunde Unterschied zu all unseren Uhren bis auf das Navi und das Handy. Das könnte auch der Grund gewesen sein, dass unser Handy-Wecker am Morgen uns nicht weckte.

[Jörg:] Die Straße bis hierher ist sehr gut: Asphaltiert und Schlaglöcher gibt es selten bis gar nicht und das auf fast 620 km.

An der Tankstelle fragte ich nach der weiteren Strecke. „Oh, that’s a tough road. It’s 150 km to Babati and you will need 3 to 4 hours.“ Hm, unsere Hoffnungen auf fleißige Chinesen und gute Straßen schwanden. Und leider war die Straße wirklich so schlimm. 3 Stunden später kamen wir kurz vor Sonnenuntergang in Babati an und suchten nach einem bewachten Parkplatz zum Schlafen. Wir fanden wieder eine Lodge, „White Rose Lodge“, die uns aufnahmen. Wir fragten, ob wir hier parken und im Auto schlafen könnten. Kein Problem, war die Antwort. Dann fragten wir, ob wir was dafür bezahlen sollen. Und das brachte sie erst mal auf die Idee. Ein Jüngerer schloss sich mit dem Älteren kurz und sie beschlossen: 2000 Schilling (etwa 1,10 Euro). Gut, wir stimmten zu. Also wir ausstiegen, kamen sie mit dem Geld allerdings wieder zurück und meinten, nein, sie möchten doch kein Geld. Wir waren sehr überrascht über die Gastfreundschaft und bedankten uns mehrfach. Und weil das so nett war, aßen und tranken wir noch was bei ihnen bevor wir ins Bett verschwanden.

 

 

Der nächste Morgen begann wieder recht früh, aber entspannt. Wir machten uns Rührei und Kaffee und genossen die Sonne. Auf einmal stand der Junge von gestern Abend wieder da und meinte, wir sollen jetzt doch bezahlen für die Security in der Nacht: 2000 fürs Auto und – ähm… – 3000 für uns. Alles klar. Wir haben bezahlt, denn für uns sind das auch nur 2,50 Euro, und aber ich habe ihm ins Gewissen geredet, dass das nicht in Ordnung ist, was er da mit uns macht. Ich fand das nicht in Ordnung, denn es kann nicht sein, dass sich der Preis über Nacht mehr als verdoppelt.

Wir haben gepackt und sind losgefahren. Diesmal hatte unsere Karte und Tracks4Africa recht. Es folgten 60 km Straße in “Bad Condition”. Aber wir wurden entschädigt mit einer geteerten Straße von Minjingu an. Wir erreichten Arusha nach kurzer Zeit und fanden auch gleich die großen roten Shoprite-Fahnen. Ein paar Vorräte mussten wir aufstocken, aber der Laden war nicht so gut ausgestattet, dass wir hier allzu lange blieben. Wir gingen noch in eines der umliegenden Bistros, in dem suahelische Küche angeboten wurde. Doch das war eine Enttäuschung. Das Essen kam aus der Mikrowelle und der frische Passionsfruchtsaft war mit Zucker angesüßt.

[Jörg:] Die Straße wurde danach wieder gut und nach allem, was wir von Fiver und Stuart gehört haben, war es die bessere und vor allem günstigere Alternative als durch die Serengeti. Doch leider geht eine gut asphaltierte Straße nicht automatisch mit gesitteten Straßenverhältnissen einher. Obwohl Tansania – in dieser Hinsicht – so gut wie Ruanda ist und leicht besser als Uganda, die wiederum deutlich besser als Kenia sind, das wiederum in überhaupt gar keinem Verhältnis zu Äthiopien steht etc., sahen wir heute zwei „Personenschäden“ – wie es auf Bahn-deutsch heißt. Einer war nur dürftig zugedeckt und von dem anderen sah man nur das Motorrad… Afrikas Straßen sind gefährlicher als der Busch und dort liegt ’s häufig an einem selbst, wie weit man sich in Gefahr bringt. So wie die vier Brits, von denen die Zeitungen hier vor Tagen berichteten, die sich ein Lagerfeuer machten und dann solange die Flasche kreisen ließen, bis sie alle nacheinander einnickten. In diesem Zustand fand sie dann ein Löwe und der hat von einfach mal von allen probiert. Modern economy is wrong: there are free lunches…

Auf dem Weiterweg nach Marangu am Fuße des Mount Kilimanjaro machten wir noch ein paar Fotos vom Mount Meru (siehe Bild).

Mount Meru

Mount Meru

Der Kili hüllte sich leider in dicke Wolken, so dass wir erst mal in das Marangu Hotel fuhren, um unser Zelt aufzuschlagen und eine Dusche zu nehmen. Dann eilten wir noch los und liefen ein Stück, um ein paar Fotos zu machen (siehe Bilder).

Abendstimmung am Kilimanjaro

Abendstimmung am Kilimanjaro

Am Morgen weckten uns Sonne und Vogelgezwitscher. Ich beeilte mich, um aus dem riesigen Garten des Hotels noch ein paar wolkenfreie Bilder zu schießen, bevor sich der Kili wieder versteckt. Erfolgreich, wie man sieht:

Der Kili morgens...

Der Kili morgens...

...aus dem Garten des Marangu Hotels

...aus dem Garten des Marangu Hotels

[Jörg:] Die Besteigung des Kilis packe ich auf meine Bucket List! Nachdem wir heute Morgen beim Frühstück eine Seilschaft unseres Hotels gesehen haben, wie sie sich zum Aufbruch gerüstet hat, wäre ich am liebsten mit, aber man kann ja nicht alles haben, nun geht ’s erstmal Richtung Dar es Salaam und Tauchen auf Sansibar – auch nicht so schlimm… ;-)

Wir wollten langsam aber doch nach Dar-es-Salaam und dann nach Sansibar, also fuhren wir nach diesem kurzen Besuch weiter. Die ganze Strecke wäre auch gegangen, aber wir wollten nicht wieder einen ganzen Tag fahren. Also stoppten wir hoch oben in den Bergen, genauer gesagt in den Usambara Mountains. Die Strecke ab der Hauptstraße nach Lushoto erinnerte mich sehr an meine Fliegerzeit. Die Straße war eng, aber gut, sie war kurvig und hatte steile Abhänge. An der Irente View Cliff Lodge angekommen, wurden wir mit einem traumhaften Blick über das Tal belohnt. Und ich habe meinen Gleitschirm hier sehr vermisst. Es waren zwar keine Flieger in Sicht, ich weiß nicht mal, ob man hier überhaupt fliegen kann, aber es wäre schön gewesen die Berge und Täler hier aus der Luft zu sehen.

Stattdessen saßen wir im Garten der Lodge und genossen die Stille, die nur durch das Pfeifen des Windes unterbrochen wurde. Am Abend kam das Dorf dann unterhalb unseres Campingplatzes zusammen und feierte bis tief in die Nacht. Wenigstens waren wir so müde, dass wir das verschlafen haben.

Und schließlich geht’s auf die letzte Etappe auf unserer Tansania-Durchquerung. Nach Dar-es-Salaam sind es etwa 380km, die wir in ca. 6 ½ Stunden (von Lushoto wieder auf die Hauptstraße zu kommen dauerte alleine 1 Stunde) abfuhren. Wie zu erwarten war, gerieten wir dort in einen Stau, wahrscheinlich den Feierabendverkehr. Um zum Kipepeo Camp südlich der Stadt zu kommen, sollten wir laut Empfehlung anderer Traveller und unserem Navi eine Fähre nehmen. Diese Fähre kostete uns 1000 tansanische Schilling und etwa 1 ½ Stunden Wartezeit. Und jetzt kommt ’s: das Ganze für nur 700 m Überfahrt. Es gibt laut Tracks4Africa auch einen anderen Weg, der geht allerdings in einem weiten Bogen um die Stadt und ist ca. 40 km lang. Sollten wir nochmals nachmittags in den Genuss kommen, wird das auf jeden Fall zur Alternative für uns.

Wir kamen eine Stunde vor Sonnenuntergang an diesem traumhaften Strand an und suchten uns gleich ein Plätzchen mit Meerblick. Nach der kalten Dusche

[Jörg:] … wobei es hier in Afrika keine wirklich kalten Duschen zu geben scheint …

kochten wir die Reste vom Vortag auf und genossen unser Essen mit einem Tässchen Wein (wir haben keine Gläser) am Strand, Meeresrauschen im Hintergrund.

 

 

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