Archive for the Category ◊ Sudan ◊

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• Dienstag, Juli 28th, 2009

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Was haben wir anfangs nicht alles vom Sudan zu hören bekommen. Freunde hätten uns fast vor Sorge um uns die Freundschaft aufkündigen wollen, andere wünschten uns einen Totalschaden in Istanbul, damit wir lieber nicht so weit kommen, und die Familie zu Haus konnte schon Wochen vor der Abreise nicht mehr schlafen – und da stand ja erst noch Kroatien auf der Agenda…

IMG_1042Auch für uns war der Sudan auf unserer Reise ein mystisches Land: Frage zehn Traveller, die durch den Sudan gefahren sind, und du kriegst zehn komplett unterschiedliche Eindrücke. In einem jedoch waren sie sich dann doch weitestgehend einig: Alles kein Problem und zumindest der Nordosten ist sehr friedlich. Das sagte auch unser Lonely Planet, der die Gegend sogar zu einer der sichersten ganz Afrikas emporhob. Nach all dem wich unsere Anspannung (zudem wir ja auch im Konvoi mit vier Wagen und 15 Leuten zumindest anfangs unterwegs waren), und wir fuhren rein, um uns einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Gut, dass wir das getan haben! Persönlich empfanden wir die Sudanesen (N.B.: Wenn wir hier von dem „Sudan“ oder den „Sudanesen“ sprechen, dann meinen wir vor allem den kleinen Ausschnitt im Nordosten, den wir bereist haben!) als das herzlichste Völkchen auf unserer Reise bisher, und sie stoßen damit die Syrier von ihrem Podest. Damit sind ausgerechnet die beiden bisherigen „Problemstaaten“ – aus westeuropäischer (Medien-)Sicht – zu unseren Favoriten geworden und es zeigt sich wieder einmal, dass man jedem nur raten kann, loszuziehen und sich selbst ein Bild zu machen. Gerade in den arabischen Staaten wird Gastfreundschaft nachwievor sehr groß geschrieben und Anja und ich waren manches Mal gerührt und beschämt, mit welchem Selbstverständnis die Leute bereit waren, ihr weniges mit uns zu teilen, obwohl wir nichts hatten, um uns zu revanchieren – was aber auch gar nicht erwartet wurde. Das Bild, das manches Mal von unseren Medien suggeriert wird – da hat man ja fast den Eindruck, dass jeder stets eine Bombe unter seinem Mantel trägt und nur auf „Westler“ wartet –, ist nicht das unserer Erfahrung. Wir sind froh, den Sudan anders kennengelernt zu haben. (Übrigens kam Markus über Oman, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und die weiteren arabischen Staaten, die wir teilweise zusammen bereist haben, zu einem ganz ähnlichen Bild.)Laurent 008

Was Anja und mir dabei im Sudan am meisten gefiel und wie Balsam wirkte, war die zurückhaltende Art: Wenn jemand nicht wollte, wurde er nicht bedrängt. Welch erquickliche Erfrischung gegenüber den letzten Tagen in Assuan! Überhaupt braucht diese Gegend den Vergleich mit Ägypten nicht zu scheuen:

  • Als Tourist (auch als Frau) kann man sich viel freier bewegen. Natürlich fällt man auf, die Leute schauen hinter einem her und rufen einem auch was zu oder nach, aber eben alles entspannter als in Ägypten (nicht laut, nicht anzüglich, nicht aufdringlich). 
  • Die Straßen sind sehr ordentlich – sofern sie schon fertig sind. (Der Punkt geht an Ägypten. Allerdings gibt es in Sudan noch nicht diese Unkultur der getarnten Speed Breaker, wofür wir Ägypten gleich wieder mindestens einen Punkt abziehen müssen.)
  • Wer die harte deutsche Schule der Mülltrennung durchlaufen hat, wird den sudanesischen Umgang mit Müll nicht „vorbildlich“ nennen, aber im Vergleich zu Ägypten und Syrien wird viel weniger einfach auf die Straße geschmissen. (Was aber sicherlich auch damit zu tun hat, dass leere Dosen, Plastikflaschen und sonstige Verpackungen hier immer noch Werte darstellen und nicht nur einfach Müll.)
  • Die Sudanesen sind die besseren und rücksichtsvolleren Verkehrsteilnehmer. Sie fahren abends mit Licht und nahezu alle wissen, wofür ein Blinker gedacht ist – was man ja auch nicht von jedem deutschen Autofahrer behaupten kann.
  • Eine aufgeblasene Bürokratie weisen sie allerdings beide auf. Die Einreise nach Ägypten war umständlich, dafür waren die Beträge, die wir bezahlt haben, um überhaupt in den Sudan einreisen zu können, exorbitant hoch.

Unser Fazit: Schade, dass wir nicht länger da waren. Wir haben uns an keiner Stelle und zu keiner Sekunde unsicher  gefühlt und kommen gerne nochmals wieder, am besten so lange Sudan seinen jetzigen ursprünglichen Charme behält und nicht (massen-)touristisch verdorben wird. Bei den ganzen Problemen in den anderen Teilen des Landes wird dies aber sicherlich noch lange möglich sein…

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• Dienstag, Juli 28th, 2009

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Am nächsten Morgen sind wir um sechs Uhr aufgestanden, um Pepe, Alegria, Luis, Sophia, Javi, Boni und Miguel zu verabschieden. Auch wenn wir hier wir „Auf Wiedersehen“ sagen mussten, so ist dies keine Zeit, Trübsal zu blasen: Wir haben alle den gleichen Weg und sind uns sicher, dass sich unsere Wege bestimmt nochmals kreuzen – hoffentlich noch mehrere Male.

Anschließend wurde ausgiebig mit Familie Dumas gefrühstückt. Da die Geschäfte und Banken eh nicht so früh aufmachen und wir nicht wieder zurück ins Bett kriechen wollten, hatten wir Zeit. Nachdem wir danach erstmal eine Bank gefunden und Geld getauscht hatten, konnten wir im nahegelegenen Afra unsere Lebensmittelvorräte aufstocken und im Mo’mens gelang es uns sogar, Internet und Mittagessen zu kombinieren. Als wir aus dem Mo’mens herauskamen, trafen wir auf Fergus und Anna. Die beiden haben sich eine 9-monatige Auszeit gegönnt, hatten ihren Toyo nach Südafrika verschifft und starteten ihre Reise im Süden. Sie haben nun noch fünf Wochen (wenn ich mich recht erinnere), um bis nach Hause in England zu kommen.

Telekolleg im Mo'men

Telekolleg im Mo'men

Wir haben Khartoum dann gegen Mittag in Richtung Qallabat, in Richtung Äthiopien verlassen. Laurent ist vorgefahren. Nach nicht ganz 200 km kam am Ortseingang von Wad Medani eine Abzweigung, die Laurent, nicht in seinem Navi hatte. Anja und ich haben uns nicht gleich bemerkbar gemacht und trugen so Mitschuld an der Verspätung, die sich nun durch den Umweg aufbauen sollte. Erst als Laurent immer weiter auf der Straße fuhr, die mittlerweile in Richtung Süden abgebogen war und gemäß unseres Navis sicher in den Südsudan führte, signalisierten wir Laurent: Hier stimmt was nicht! Danach übernahmen Anja und ich die Führung. Aber anstatt einfach den Fehler einzugestehen und die 10 km zurückzufahren, navigierte ich nach Kompass in direkter Richtung zu der Hauptstraße, auf die wir nach Qallabat gelangen wollten. Und das war dann Fehler Nummer zwei (oder drei, je nach Rechnung). Anfangs ging es ja noch mit Links-rechts-Kombinationen auf möglichst nicht zu kleinen Straßen, aber irgendwann fanden wir uns auf kleinen Gässchen wieder, wo wir verdammt viel Staub aufwirbelten. Mann hat sich nicht verfahren, Mann zeigt den Mitfahrern nur eine schöne Alternativstrecke!

Laurent und Caro hatten mittlerweile einen Taxifahrer bequatscht, der vorfuhr und uns aus dem Gassen-Wirrwarr wieder zurückführte. Es stellte sich heraus, dass es wirklich nur eine Brücke über den Nil zu geben scheint, nämlich genau dort, wo wir ganz zu anfangs hätten abbiegen sollen. Ich habe also tapfer bis zum Schluss gekämpft, habe aber nie gewinnen können – Don Quijote wäre stolz auf mich gewesen. 😉

Die Strecke selbst war recht unspektakulär: asphaltiert und genügend Tankstellen. Einzig die Polizeikontrollen wurden südlich von Khartoum genauer. Nicht dass man die Wagen gefilzt hätte oder dergleichen. Nein, wurden wir bei den meisten Kontrollen bisher einfach nur gefragt, woher wir kamen, wohin wir wollten und welcher Nationalität wir angehören, so wurde hier penibel darüber Buch geführt. Also aussteigen, Pässe mitnehmen und dem Polizisten brav antworten: Name? Geschlecht? Beruf? (In den arabischen Ländern, die wir bereisten, ist das unheimlich wichtig, was man beruflich macht. Nur mit „Consultancy“ können sie dann meist nichts anfangen. 😉 ) Ausweisnummer? Woher kommend? Wohin fahrend? Zweck des Aufenthalts? Und dann noch die ein oder andere Joker-Frage nach Belieben des Beamten. Auf ihrem Gelände durften wir auch nicht campen – Spaßbremsen!

Entlang des weiteren Wegs fing es bereits an zu dämmern, doch wir fande

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• Sonntag, Juli 26th, 2009

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Aus unserem Wüstencamp brachen wir früh auf, da wir ein längeres Stück und noch einen Sightseeing-Point vor uns hatten. Die Fahrt bis Atbara verlief relativ unspektakulär. Wir fuhren durch verschiedene Wüstenlandschaften und über niedrige Berge und begegneten Kamelherden neben und auf der Straße.

Verkehrshindernis

Verkehrshindernis

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In Atbara wurden wir in unserem flotten Tempo etwas ausgebremst. Wir wollten über eine Brücke den Nil überqueren, konnten dies aber nicht tun, weil diese gesperrt war. Es war kein Grund ersichtlich, aber fahren konnten wir nicht. (Ich vermute, dass die Fähr-Industrie des Ortes die Brücke immer wieder blockiert, damit sie ihre Einnahmequelle nicht verliert.) Der Verkehr wurde auf die Fähre umgeleitet, und ich kam in den Genuss meines „Fährerlebnisses“: Die Fähren sahen alle abenteuerlich aus. Sehr eng und bis auf den letzten Zentimeter ausgefüllt. Die Rampe wurde vor der Auffahrt der Autos per Bagger mit Erde unterstützt. Vor lauter Angst über das steile Stück nicht drüber zu kommen, schalteten wir alle (bis auf den Renault) unseren 4WD ein. Unnötig, wie sich später herausstellte.

Sieht aus Sicht des Fahrers schlimmer aus... (Foto: Luis)

Sieht aus Sicht des Fahrers schlimmer aus... (Foto: Luis)

Nach der Überfahrt nutzten wir die Gelegenheit, einzukaufen und Geld zu holen. Leider hatte die lokale Bank zu, weswegen wir wieder auf Geld-Tauscher angewiesen waren. Wir hätten mit der Visa-Karte wahrscheinlich sowieso kein Geld bekommen können, da der Sudan vom internationalen Zahlungsverbund ausgeschlossen ist und keine ausländischen Kreditkarten akzeptiert, das war zumindest die unser Meinung nach beste Erklärung, die wir hierzu bekamen. USD oder EUR lassen sich aber überall bequem tauschen. Der Schwarzmarkt bietet dabei teilweise sogar die besseren Kurse.

[Jörg:] Von dort sind wir dann auf zu den Merowe Pyramiden, hier hat Pepe hart verhandelt und einen reduzierten Gruppentarif rausgeschlagen. Vergleicht man Pyramide gegen Pyramide können diese nicht gegen die von Gizeh oder Sakara auftrumpfen, aber dass man diese besichtigen kann, ohne sie mit anderen Touris teilen zu müssen, ist ein großes Plus auf der Seite von Merowe.

Merowe

Pyramiden, wo sich der Eintritt lohnt


Vor Ort haben wir wieder in der Wüsten campiert. Wir mussten ein wenig suchen und um die Ausgrabungsstelle herumfahren, weil wir nicht in Sichtweite von Häusern campen wollten, doch fanden schließlich ein schönes Plätzchen in südlicher Richtung vom Haupteingang. Hier war es das erste Mal, dass die Wüste uns nicht durch und durch freundlich gesonnen war: Nachts kam eine ordentliche Brise auf, kein richtiger Sandsturm, aber es hat gereicht, dass unsere Stühle und Tische draußen wie von Geisterhand dirigiert durchs Camp tanzten und nachdem wir diese wieder eingefangen und in den verschiedenen Wagen fixiert hatten, war alles in den Wagen mit feinem Sand überzogen. Auch wir selbst blieben nicht verschont: auf der klebrigen Haut hielt der Sandfilm fest. Mittlerweile sehnt sich wohl jeder aus unserer Gruppe nach einer richtigen Dusche. Gut, dass Khartoum von hier aus nur noch ca. 250 km entfernt ist.

Unser Wüstencamp

Unser Wüstencamp

Die Straße nach Khartoum ist in unserer Karte als „Autobahn“ eingezeichnet und an bestimmten Punkten mit einer Art Kontrollstation versehen. Wir führten die Gruppe an und waren die ersten an der Kontrollstation. Der Mann, der uns aufhielt, sprach ein derart schlechtes englisch, dass er und wir schnell aufgaben. Wir haben nicht verstanden, was er wollte. Er sprach was von „Ticket“, aber uns war nicht klar, ob wir uns eines hätten vorher kaufen sollen oder jetzt bei ihm oder was er eigentlich genau meint. Ratlos und frustriert winkte er uns durch. Bei der Mittagspause sprachen die anderen über die hohe Maut, die man hier verlangt und erst hier dämmerte es uns, was der Mann wohl wollte. Alle Autos hatten 8,50 SP bezahlt, nur wir nicht, weil wir uns erfolgreich doof stellten. Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn wir hätten bezahlt, wenn die Kommunikation besser funktioniert hätte. Das Prinzip „doof stellen“ funktionierte in der Zukunft jedoch weiter ganz gut. 😉

In Khartoum folgten Jörg und ich dem Gruppenzwang. Pepe und Laurent hatten sich im Vorfeld besser vorbereitet als wir und schlugen die National Residence als Campingplatz vor. Hier soll es sauberer sein als im Klassiker „Blue Nile Sailing Club“ und vor allem: hier gibt es warme Duschen – ein schwerwiegendes Argument.

In der National Residence machte jeder sein eigenes Ding. Zwar ging jeder als erstes unter die Dusche, danach trennten sich die Spanier jedoch von uns, da sie ein bisschen in der Stadt flanieren wollten. Wir mussten dringend das Auto von innen reinigen und Wäsche waschen, die Franzosen mussten Vorbereitungen für ihre Internetseite treffen, weswegen wir da blieben und den Nachmittag recht arbeitsam verbrachten.

Am Abend trafen wir uns alle gemeinsam im Blue Nile Sailing Club, um zu essen. Burger – okay, aber nicht besonders hervorzuheben. Etwas anderes gab es nicht auf der Karte. 😉

[Jörg:] Urteilend von dem, was wir gesehen haben, können wir persönlich vom Blue Nile Sailing Club nur abraten. Die National Residence buhlt zwar auch nicht gerade um den ersten Platz bei „Afrika’s Top Locations“, aber man muss nicht direkt auf dem Parkplatz an einer auch nachts noch viel befahrenen Straße campen, und dass es in der National Residence warme duschen gibt, hat Anja ja bereits erwähnt. Im direkten Vergleich ist der BNSC maßlos überteuert, sein einziger Vorteil: Er liegt recht zentral, während die National Residence ca. 12 km außerhalb vom Zentrum bei N 15° 31.479’ O 32° 34.178’ liegt.

Die Spanier wollten am nächsten Tag schon Richtung Äthiopien aufbrechen, allerdings morgens um 6 Uhr, was für uns nicht in Frage kam. Die Franzosen entschieden an dem Abend auch, dass sie nicht wie bisher angenommen, noch 1 oder 2 Tage in Khartoum bleiben wollen, um einige Erledigungen zu machen so wie wir, sondern auch weiterzufahren. Damit war irgendwie klar, dass sich der Konvoi hiermit auflöst.

Wir fanden das schade und überlegten, was uns eigentlich in Khartoum hält. Wir wogen ab. Einerseits brauchten wir dringend eine Bank, eine Reinigung, einen Supermarkt, ein Buchladen, in dem wir uns mit neuen Reiseführern eindecken können, vernünftiges Internet und mal einen Tag Pause, andererseits hatten wir uns schon so an das gemeinsame Fahren gewöhnt, und die Gründe dazubleiben waren uns auf einmal nicht mehr so wichtig. Boni hat uns unbewusst die Entscheidung leicht gemacht, indem er uns seinen Lonely Planet über Äthiopien schenkte, den er selbst von anderen Travellern geschenkt bekam und nicht so dringend brauchte wie wir, da die Spanier Äthiopien mehr oder weniger einfach nur schnell durchqueren wollten. Der Rest kann auch alles noch später erledigt werden. Am Abend fragten wir die Franzosen daher, wann sie denn genau aufbrechen wollen und es stellte sich heraus, dass sie vor ihrer Abfahrt dieselben Bedürfnisse hatten wie wir: 1. Bank, 2. Supermarkt, 3. Internet und erst danach weiterfahren. Hat sich ja prima mit unserer Vorstellung gedeckt und so blieb noch ein kleiner Teil des multinationalen Konvois übrig.

Abschiedsbilder (Bilder von Laurent):

 

 

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• Freitag, Juli 24th, 2009

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Mit freundlicher Unterstützung von Laurent’s Kamera und Caro, der Kamerafrau, können wir Euch hier ein Video unseres kleinen Konvois präsentieren:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.


Gerade als wir mit unserem Frühstück im Wüstencamp nahezu fertig waren, kam der Anruf von Magdy, unserem Fixer, dass die Carnets fertig seien. Pepe holte Magdy ab und jener kassiert die zuvor abgesprochenen 38 USD. Bei fünf Wagen hat er bei dieser einen Fährfahrt wahrscheinlich schon mehr verdient als einen Durchschnittsmonatslohn und das stört mich schon etwas. Zumal er sich nicht wirklich immer 100% für uns einsetzen konnte bzw. seine Kontakte zu den Offiziellen doch teilweise schon bei einfachen Soldaten enden – eine Kalaschnikow in „Ready Low“ kann schon ein verdammt gutes Argument bei Diskussionen sein… Aber hätten wir alles selbst machen müssen, würden wir wahrscheinlich immer noch im Zoll stehen und die Gepäckkontrolle war schon recht oberflächlich, was ich durchaus seinem Einfluss zurechne. Der Zoll wollte auch, dass wir unser Netbook noch registrierten, dazu hatte ich extra die Seriennummer mitgenommen, aber der Rechner blieb bei Anja im Hotel. Dummerweise hatte mich keiner mehr daran erinnert, so dass ich es dann wohl auch vergessen haben muss…

Nach Auffüllen der diversen „Vorratskammern“, Wassertanks und Dieseltanks trennten wir uns von Carl und Chris, die die kürzere Wüstentour in direkter Richtung nach Khartoum entlang der Bahngleise nehmen wollten. Auch diese Strecke soll gut ausgebaut sein (allerdings mehr gut befahrbare Piste als Teer), lediglich zwischen Station 3 und Station 5 muss direkt durch Wüstensand gefahren werden, aber gemäß der Ortsansässigen „alles kein Problem“.

Das verbleibende französisch-spanisch-deutsche Toyota-Nissan-Renault-Joint-Venture entschloss sich dagegen für die Route entlang des Nils über Dongola, durch die Ausläufer der Nubischen Wüste nach Karima, durch die Baiyua Wüste nach Atbara und von dort die Autobahn runter nach Khartoum an der Meroe-Stätte vorbei. Diese Strecke ist besser ausgebaut und der Teil entlang des Nils gehört gemäß Lonely Planet mit zu den schönsten Strecken des Sudans.

Staubfressen hinter Laurent

Staubfressen hinter Laurent

[Anja:] Durch all die Geschichten und Berichte in den Zeitungen zuhause, hatten wir großen Respekt vor der Durchfahrt des Sudans. Dass alle in dieselbe Richtung wollten und ungefähr die gleiche Reisetempo hatten, traf sich also ganz gut und jeder war zufrieden im selbstgebastelten Konvoi zu fahren. Dass all die Angst keine Grundlage hatte, bemerkten wir schon anfangs bei der Durchfahrt der kleinen Dörfer rund um den Nil. Alles winkte, lächelte und rief uns hinterher. Das Lächeln war wirklich herzlich und man erkannte Freude in den Gesichtern.

Unsere erste Mittagspause verbrachten wir am Nilufer im Schatten von Palmen. Mein Kreislauf machte schon wieder schlapp, aber diesmal war der Schuldige schnell gefunden: Bei Temperaturen von irgendwas um die 50°C darf man sich ruhig mal schlecht fühlen. Zu allem Überfluss kam bei mir aber noch eine Erkältung dazu. Ja, man stelle sich das mal vor: eine Erkältung in der Wüste. Aber auch hierfür gibt es eine Erklärung. Seit Wochen „leiden“ wir unter Sonnenschein und hohen Temperaturen, hatten aber auf der Fähre in den Sudan eine kurze Unterbrechung. Dort war jeder Innenraum auf gefühlte 15°C herunter gekühlt. Ich war sicher, mich da verkühlt zu haben.

Willi in seinem Element (Foto: Laurent)

Willi in seinem Element (Foto: Laurent)

Die Strecke wird in ein paar Monaten sicherlich sehr gut ausgebaut sein. Wir hatten mittlerweile überwiegend asphaltierte Strecke, doch ab und an muss man noch auf Parallelpisten hüpfen, vielleicht etwa 70:30 Asphalt – Piste. Die Dämpfer freuen sich, die Fahrer weniger. Wir blieben die ganze Fahrt bis nach Dongola auf der Nil-Ostseite und auch in Dongola selbst, setzten wir nicht mit der Fähre über, weil wir von Jan und Trevor gehört hatten, dass von Dongola zu unserer Ostseite das Übersetzen nur mit polizeilicher Genehmigung erlaubt ist und diesen formalen Akt wollten wir uns ersparen.

Der kleine Renault kämpft sich über die Piste

Der kleine Renault kämpft sich über die Piste (Foto: Laurent)

[Anja:] Als es Zeit wurde, ein Nachtlager aufzuschlagen, wurde Laurent vorgeschickt, um abseits der Straße ein geeignetes Plätzchen zu finden, an das alle 4WD-Fahrzeuge und auch der Renault problemlos heran kämen. Laurent hat dabei ein glückliches Händchen und so parkten wir hinter einem kleinen Hügel in Form einer Wagenburg und fingen an uns für die Nacht vorzubereiten. Für Jörg uns mich gabs erst mal eine heiße Dusche. Unsere Wassertanks hatten sich den Tag über so aufgeheizt, dass die Temperatur fast ein wenig hoch war. Der leichte Wind hat uns aber gleich wieder abgekühlt. Während dem Essen wurde es auch schon dunkel und wir verschwanden alle ziemlich bald im Bett.

Am folgenden Tag wollten wir zumindest bis Karima zu den Jebel Barkal Pyramiden kommen, einem der leider wenigen Tourist-Sites im Sudan. Die Fahrt dorthin war eher ohne große Vorkommnisse. Die Straße war okay und wir kamen schnell voran.

In Karima fuhren wir direkt einen GPS-Waypoint mit dem Namen „Jebel Barkal Pyramids“ an und landeten damit vor einer kleinen Platz mit Ruinen. Sofort kamen auch ein paar Wächter an, die uns mitteilten, dass wir für die Besichtigung 50 Sudanesische Pfund pro Person zu bezahlen hätten (wahlweise auch 20 US$). Unserer Recherche nach kostete die Besichtigung der Pyramiden jedoch gar nichts, nur wenn man das Museum und die Ruinen anschauen möchte, solle man bezahlen. Und wir standen hier nicht mal vor den Pyramiden. Also fuhren wir wieder zurück ins Dorf und erledigten erst mal die nötigsten Einkäufe. Nachdem genug Zeit vergangen war, versuchten wir einen Zugang zu den Pyramiden zu finden, was allerdings nicht allzu schwierig war, denn sie waren vom Ortseingang aus gut zu sehen. Um die Pyramiden war kein Schild, kein Zaun, nichts was einem den Zugang versperrt.

Karima

Hübsche Pyramiden - Vorsicht Abzocke!


Dort angekommen schossen wir alle die obligatorischen Fotos und wanderten ein bisschen in der Hitze um die Pyramiden herum. Auf einmal standen Leute vor uns, die sich Polizisten nannten (und auch ausweisen konnten, aber da der Ausweis in arabisch war, hätte es auch genauso gut ein Bibliotheksausweis sein können) und Eintritt kassieren wollten. Wir haben das irgendwie nicht einsehen wollen und mit denen diskutiert. Aber es hatte keinen Zweck. Wir wollten auch keinen Ärger mit denen. Da die Polizisten nur einen Teil unserer Gruppe gesehen hatten, ließen sie sich darauf ein, nur für 4 Personen (Pepe & Ale und Jörg & ich) abzukassieren. Wir mussten ihnen in deren „Hauptquartier“ folgen, wo Pepe und ich 20 SP pro Person bezahlen sollten. Diskutieren hilft nix, sahen wir schnell ein, also fragte ich nach einem Discount. Erst machten die drei in dem Büro große Augen, ließen sich dann aber auf 10 SP pro Person ein. 50%, nicht schlecht, dachte ich. Wir zahlten und durften gehen.

Wir verließen Karima in Richtung Atbara, unserem nächsten Tagesziel. Die richtige Straße zu finden gestaltete sich jedoch als schwierig. GPS-Karte, 2 unterschiedlich alte (Papier-)Karten und Schilder (weil auf chinesisch) waren keine Hilfe. Wir fragten ca. 5 verschiedene Passanten bis wir auf dem richtigen Abzweig waren. Inzwischen war die Sonne schon fast untergegangen und wir hatten noch keinen Schlafplatz gefunden. Als wir außer Reichweite der Dörfer waren, wurde wieder Laurent mit seiner Spürnase vorgeschickt, sodass wir wieder einen schönen Schlafplatz inmitten von Dünen fanden.

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• Mittwoch, Juli 22nd, 2009

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[Anja:] Mit einer Stunde Verspätung trafen wir um 11 Uhr endlich in Wadi Halfa ein. Aber dann passierte erst mal nichts. Um 12 Uhr versuchten wir unser Glück und krochen aus der Kabine in den Dining Room, wo wir unsere Pässe in Empfang nehmen sollten. Dort waren inzwischen fast alle Ausländer versammelt, während sich Ägypter und Sudanesen zum Ausgang quetschten. Wir hatten viel Zeit für Gespräche, auch mit den bisher noch unbekannten Leuten. Da trafen wir auf Patrick, ein Deutscher aus Köln, der mit dem Fahrrad von Deutschland nach Südafrika (über Ägypten, Sudan, Eritrea, Dschibuti und Somaliland) radelt; zwei Koreaner, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, und ein Ukrainer, der per Anhalter unterwegs ist.

Um 14 Uhr versuchten wir unser Glück, alle Papiere hatten wir in der Tasche, und quetschten uns zusammen mit dem Rest der noch auf dem Schiff verbliebenen Leute Richtung Ausgang. Die Kinder von Laurent und Caro wurden schnell zum Opfer der Massen. Keiner sah sie und irgendwie war jeder sich selbst der nächste. Trotzdem schafften sie es als einzige, rauszukommen; bei mir hörte es auf. Der Mann an der Türe sah sich meinen Pass an und schickte uns alle wieder zurück. Im Dining Room versammelt, bemerkten wir, dass einer der Engländer fehlte. Chris war nicht draußen bei den Franzosen und auch nirgendwo auf dem Schiff zu finden. Aber wir konnten nichts tun, wir waren wie gefangen.

Als wir fast als letzte das Schiff verlassen durften, fing das Chaos erst mal an. Wir wurden zu einem Bus geführt, der „Ladies first“ erst mal Frauen reinließ. Das war aber einem dicken Sudanesen völlig egal. Der drängelte und quetschte alle am Eingang so zusammen, als wäre kein anderer Bus zu finden. Laurents Kinder waren wieder die Leidtragenden. Das Lächerliche dabei war, dass als wir alle drinnen saßen, er für Pepe seinen Sitzplatz aufgegeben hatte. Zu allem Überfluss fehlte Chris, von dem wir nur wussten, dass er von der Polizei mitgenommen wurde, aber weshalb???

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Unser Hotel-Zimmer

Der Zoll war schnell erledigt. Jede Tasche wurde angeschaut und bekam ein Aufkleberchen. Unser Laptop sollte gemeinsam mit uns registriert werden… Danach fuhr uns ein Bus zum Hotel. Carl machte sich gleich auf die Suche nach Chris, der per SMS mitteilte, dass er auf der Polizeistation von Wadi Halfa sitzt. In den gemütlichen Zimmern (siehe Bild), konnte man sich auch nicht allzu lange aufhalten, duschen per Eimer und dreckigem Wasser wollte auch keiner und vom Klo mit Kakerlaken muss ich nicht viel mehr schreiben. Wir flohen in ein nahegelegenes Restaurant, aßen Moussaka bis sie alle war, und Falaffel und spielten Karten so lange es ging.

Spielerrunde

Spielerrunde

Im Gegensatz zu ein paar der anderen, entschieden wir uns, die Nacht im Zimmer und nicht draußen im Innenhof zu verbringen. Böser Fehler! Der Ventilator, der die 40 Grad im Raum auf gefühlte 38 Grad herunterkühlen konnte, wurde mitten in der Nacht abgeschaltet. Auf den siffigen Matratzen wollten wir auch nicht wirklich schlafen und so langen wir immer wieder lange wach, fühlten, wie uns der Schweiß den Körper herunterlief und starrten auf die kleine Öffnung für Frischluft an der Decke. Ich hab mich gefühlt, wie ein Stück Kohle im Grill, das langsam aber sicher zum Glühen gebracht werden soll.

Auf der sudanesischen Seite haben wir uns einen Fixer gegönnt. Mit ägyptischen Behörden hatten wir alle ja nun schon Erfahrung und Zeit hatten wir in Assuan auch noch genügend, aber im Sudan wollten wir einfach nur möglichst schnell im ruhigen Gewässer durchsegeln. Magdy, unser Fixer, nahm pro Auto 38 USD (8 Tax + 15 Custom + 15 für ihn) und 45 USD pro Person für die Registrierung bei der Polizei. Happige Preise, zumal der Lonely Planet für die Polizeiregistrierung 45 Sudanesische Pfund (SP) erwähnt; als Carl später bei der Polizei fragt, wie teuer die Registrierung ist, sagt der Polizist erst einmal nichts, sondern ruft den Fixer zurück. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Fixer in Arabisch fällt dem Polizisten auch wieder ein wie hoch die Gebühr ist: 45 USD… „Welcome in Africa!“

Am 22. hieß es morgens um 9:30 Uhr: „Die Autos sind da!“ Um 10 h waren Pepe, Boni, Laurant, Chris, Carl und ich am Hafen in der Wartehalle und taten das, was man in dieser Halle dem Namen nach tut: warten… Zunächst hieß es, die Autos sollten als erstes entladen werden – Oder war das nur unser Wunschdenken? –, aber nicht die Autos wurden als erstes entladen, sondern alles andere wurde zuerst gelöscht. Zwei Stunden später tat sich wieder was: Wir sollten von der Wartehalle direkt an die Anlagestelle. Doch hier hieß es zunächst wieder warten. Zudem hatten wir die schattige, deutlich kühlere Wartehalle gegen die Anlagestelle ohne Schatten eingetauscht, da konnte auch der Tee nicht für entschädigen, zu dem wir eingeladen wurden.

Das Ausladen schien immer langsamer zu werden; unterschiedliche Teams sind für unterschiedliche Teile der Ladung zuständig und ging es anfangs noch recht fix, fühlten wir uns nun genötigt unsere Hilfe beim Entladen anzubieten, um endlich an unsere Autos zu kommen. Nach vier weiteren Stunden Wartezeit machten wir sechs uns also daran, die Barge eigenhändig mit zu entladen. Durchaus erfolgreich, denn gegen 17 Uhr bewegte sich die Barge von dem Entladungsdock zu dem anderen Dock, wo unsere Autos wieder „ausgewildert“ werden sollten.

Dieser Teil des Entladens war wirklich nichts für schwache Nerven. Alle sechs hatten wir den Eindruck, die Beteiligten machten es das erste Mal, was natürlich nicht sein kann, aber es wirkte schon recht unprofessionell. Entladen wurde vom Boot zunächst auf ein Metall-Ponton und von dort mittels dreier Planken auf den Steg. Natürlich mussten die Planken erst zusammen gesucht werden – wer hätte auch ahnen können, dass da noch fünf Autos entladen werden sollen? – und drei Planken waren notwendig, weil zwei der drei einzeln nicht lang genug waren, so dass die beiden verkeilt wurden und sich überlappten. Man musste zunächst rückwärts vom Kahn runter und mittels „Wenden in 20 Zügen“ auf dem ca. 5 x 4 m Ponton wenden – vor allem bei dem Wendekreis von Willi schon ein Abenteuer für sich. Ponton und Kahn waren natürlich auch nicht auf einer Höhe, aber um diese Hürde zu überwinden, reichten schon wenige Holzbalken. Problematischer war da schon, dass der Ponton mittlerweile in die Jahre gekommen war und das Metall teilweise nach oben weggebogen war, über diese „Reifenschlitzer“ wurde eine dicke Plane gelegt, wobei natürlich jeder dennoch versuchte, diese Stellen zu umfahren.

Die Spanier waren zuerst dran. Das größte Problem war zunächst die 180° Drehung auf dem Ponton. Es waren ca. 20 Personen vor Ort (ohne uns), Hafenarbeiter, Matrosen des Kahns, Polizei – das auch ja keine Bilder gemacht werden, weshalb wir leider auch keine bebilderte Dokumentation liefern können, im Sudan verstehen sie damit keinen Spaß – und so bekam man entsprechend 20 Zeichen, wie man am besten fahren sollte. Boni hat als Taxifahrer die meiste Fahrpraxis und hat uns alle eingewiesen. Auch wenn seine Zeichen teilweise komplett anders waren als die anderen 20, hat am Ende immer alles gepasst. Sein Renault selbst ist auf den Planken aufgesessen, die 20 signalisierten Boni zurückzufahren, aber nicht Boni! Er wies Pepe an, den Wagen einfach hoch wuppen zu lassen und mit vier Leuten wurde der Wagen kurzerhand hinten links ein wenig angehoben und Boni konnte über die Planken fahren.

Danach war Chris und dann Laurant dran. Als Laurant mit seinen 3,7 t über die Planken fuhr, hörte ich von der rechten Planke zweimal ein lautes Knacken. Und da sollte ich jetzt rüberfahren? Auch wenn ich mir damit bei den 20 keine Freunde machte, bestand ich darauf, dass die entsprechende Planke stärker mit Steinen untermauert wurde. Als ich dann runter fuhr, brach aber nicht die rechte weg, sondern die linke. Glücklicherweise habe ich im Wagen gespürt, dass etwas nicht stimmt (oder Willis Schutzengel hat mir souffliert), und gemäß guter Biker-Tradition reagiert: Schnell raus aus dem Gefahrenbereich! Ich bin also nicht so sanft wie die anderen auf dem Steg gelandet, sondern hab mich dank beinah durchgedrücktem Gaspedal geradezu herauf katapultiert. Was war passiert? Durch das ständige Anfahren und Bremsen (auch bereits das der Vorfahrer) waren die linken Planken, das waren die, die verkeilt waren, nicht mehr so stabil, und die Antriebskraft unseres Willis schob sie dann immer weiter zum Boot hin weg vom Steg. Carl meinte hinterher, ich hätte durch meinen beherzten Sprung auf den Steg Willi gerettet, denn viel hätte nicht gefehlt…

Nach ca. 90 Minuten waren alle fünf Wagen schließlich entladen. Durch nun war es bereits kurz vor 20 Uhr und es hieß, der Zoll sei bereits zu. Wir wollten aber nicht noch eine Nacht in unserem sogenannten „Hotel“ übernachten. Deshalb fragten wir, ob wir alle gemeinsam im Hafen übernachten könnten. Nach Rücksprache mit dem „2nd Manager“, der als derjenige auserkoren wurde, der diese Entscheidung treffen könnte, wäre dies vielleicht sogar gegangen, aber man entschloss sich doch, unsere Wagen kurzerhand noch schnell abfertigen zu lassen, nur für den Carnet-Stempel müssten wir morgen nochmals wiederkommen.

Gegen 20:30 h, nach läppischen 11 Stunden, gab es dann die große Wiedervereinigung. Jeder erzählte seine kleinen „War Stories“ und es war ein freudiger Trubel. Wir kauften uns noch ein paar Falafel als Gute-Nacht-Schmankerl, und Magdy zeigte uns noch einen geeigneten Platz in der Wüste, wo wir problemlos übernachten könnten – das Wüstencamp war definitiv besser als jedes der Hotels in Wadi Halfa.

Gemeinsames Abendessen in der Wüste

Gemeinsames Abendessen in der Wüste (Foto: Laurent)

[Anja:] Mein Tag war weitaus weniger spannend als Jörgs. Nachdem ich mich morgens ausgeklinkt hatte, weil mein Kreislauf schlapp machte, blieb ich in dem Gebäude, was sich Hotel schimpfte. Zusammen mit den „anderen Frauen“ der Fahrer verbrachte ich einen relaxten und faulen Tag. Anfangs versuchte ich mich von dem Fehler zu erholen, die Malaria-Prophylaxe auf nüchternen Magen geschluckt zu haben (daher die Kreislaufprobleme), dann fing ich an Tagebuch zu schreiben und zu lesen. Die Zimmertüre stand immer auf und vor meinem Zimmer stellten Alegria und die Kinder, sowie Caro und ihre Kinder Betten auf, auf denen gespielt wurde. Irgendwann wurde es überall ziemlich still und alle schliefen. Nach dem Mittagsschläfchen wurde fleißig weiter gespielt und sich unterhalten. Jörg schickte mir immer wieder SMS mit den letzten Updates, die ich dann in englisch und französisch übersetzte. So kam ich dazu mit Caro meine eingerosteten Französisch-Kenntnisse aufzumöbeln. Für mich war der Tag also deutlich entspannter.

Zwangs-Entspannung im Hotel

Zwangs-Entspannung im Hotel


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• Dienstag, Juli 21st, 2009

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Am nächsten Morgen trafen wir uns alle vor unserem Hotel, um gegen 9 Uhr loszufahren. Um 10 Uhr sollten wir da sein. Jörg und ich dachten, das sei massig Zeit und wir wären viel zu früh da. Leider lagen wir falsch. Der Anführer unseres kleinen Konvois wechselte ständig: wir begannen nach GPS zu navigieren, bemerkten aber dass wir dabei ein Stück mit der Fähre hätten fahren müssen und gaben die Führung ab; die Spanier waren am Vortag schon am Nasser-See zum Baden und kannten den Weg. Aber leider auch nicht gut genug, wir fuhren in einem Dorf in eine Sackgasse. Da bot sich ein Junge mit seinem Fahrrad an, uns bis zu einem bestimmten Punkt zu leiten. Der Defender ist dafür das einzig geeignete Auto, mit einer Art Notsitz zwischen Fahrer und Beifahrer, und da saß der Junge dann (ohne Fahrrad). Nun führten die Engländer bis zum Hafen.

Am Hafen begann die übliche Grenzrennerei und großes Organisationschaos. Wir bekamen von Hr. Salah 4 Zettel zum Ticket, bei denen wir Mühe hatten, sie auseinander zu halten – alles in arabisch. Einer davon war für den Eintritt in den Hafen. Den gaben wir an dieser Stelle ab. Dann wurde unser Auto notdürftig untersucht – man muss halt dem Richtigen das Bakschisch in die Hand drücken – und wir durften weiter. Zunächst wurde das Ticket fürs Auto bezahlt (2000 EP), dann wurden in einem anderen Gebäude Märkchen für die Carnet gekauft (2 EP). Mit allen Unterlagen liefen wir ins Zollgebäude, um dort vor einer verschlossenen Türe zu warten. Der Mann, der die Carnet abstempeln und fertig bearbeiten soll, war zunächst nicht aufzufinden. Nach etwa 45 Minuten kam ein Mann, grinsend mit einem verschlafenen Blick und fragte: „You were looking for me?“ Ja, leider. Wir nahmen in seinem winzigen Büro Platz und durften ihn zunächst dabei beobachten, wir er aus einer Schublade einen Stapel Durchschläge herausholte, diese durchsah und sortierte, und zwar in derselben Reihenfolge und nach 20 Minuten aufschaute. Jetzt waren wir dran. Für die Carnets hätte er eine Lupe gebraucht, so wie er sie sich vor die Nase hielt. Ewigkeiten später waren wir fertig und die Pässe waren dran. Jemand sagte mir, es gäbe eine Schlange nur für Frauen und wies mir den Weg. Die Schlange endete genau an derselben Stelle, wie die der Männer, war aber kürzer. Hat aber alles nix gebracht, denn auf die Idee, die Frau vorzuschicken, um die Pässe der ganzen Familie zu bearbeiten, kamen vor mir noch mehr. Während ich da stand, drängelte und beobachtete, sah ich, dass man dafür auch ein Märkchen kaufen muss. Das wiederum war woanders in der großen Halle zu bekommen und natürlich wieder mit einer solchen Frauenschlange bestückt. 4 EP für zwei Marken und wieder zurück in die Schlange, wo unsere Männer inzwischen an der Reihe waren. Just in time!

Ausreiseformalitäten in der Tasche, also rauf auf die Barge (engl. für Frachtkahn). Denkste. Warten, in der prallen Sonne. Während ich auf der Suche nach einem schattigeren Plätzchen war, gings aber doch schon weiter. Wir wurden gerufen, um uns wieder an einem Häuschen anzustellen, aber diesmal um uns für den Sudan vorzuregistrieren. So ganz durchschaut, was wir da gemacht haben, wussten wir nicht. Immerhin ging es schnell, „Weiße bevorzugt“. Für uns gab es den Hintereingang. Ziemlich mies, wenn alle anderen sich normal anstellen und in der Hitze warten müssen.

Warten auf die Barge

Warten auf die Barge

Und wieder warten. Inzwischen war es 14 Uhr und unser Auto innen auf etwa 45 Grad aufgeheizt. Hr. Salah empfahl uns, die ein 1.Klasse-Ticket hatten, doch schon mal in die Kabine zu gehen, denn vor 16 oder 17 Uhr würde sich nichts tun. Da sahen wir unsere Kabine zum ersten Mal: fensterlos, etwas dreckig, Stockbett, stinkt und auf 15 Grad heruntergekühlt. Unser neues Zuhause für die nächsten 17 Stunden.

Heimelige Atmosphähre in der Kabine

Heimelige Atmosphähre in der Kabine

Um 16.30 Uhr ging es tatsächlich weiter. Wir waren die ersten, die das Auto auf die Barge fahren sollten. Mit etwas Feingefühl ging das ganz einfach. Wir sollten auf den Platz, auf dem 3 Autos Platz nehmen sollten. Man sagte uns, pro Auto etwa 2m breit Platz, da bleibt nicht viel Spielraum. Aber dank meines Einwinkens und Jörgs Parkkünsten hatten der Defender und der französische Landcruiser noch locker Platz.

Bis zum Abendessen vertrieben wir uns in der Kabine und mit den anderen die Zeit. Carl hatte sein GPS dabei und informierte uns, sobald wir den Wendekreis des Krebses überschritten hatten – wir galten nun offiziell als „in den Tropen“.

Hier sind noch ein paar Bilder zu der Verladung der Autos auf die Barge:

Impressionen Fähre Assuan

Die abenteuerliche Schiffsreise Willis

[Jörg:] An Deck habe ich mich mit einem freundlichen Menschen aus Darfour unterhalten können. Er meinte, dass es gar nicht so schlimm sei in der Region – gut, überzeugt hat er uns dennoch nicht, wir bleiben bei unserer geplanten Route.

Lange hielt keiner aus, denn es hieß, dass am nächsten Morgen um 6 Uhr die Fähre an Abu Simbel vorbei fährt. Und da wir uns Luxor nicht mehr angeschaut hatten, wollte ich zumindest das sehen. Die Nacht fiel sehr durchwachsen aus. In unserer Kabine war es bitterkalt und wir froren. Um 4.30 Uhr begann einer der Wächter Korangesänge auf seinem Handy abzuspielen. Die Wände sind sehr dünn bei so einem Schiff. Um 5.30 Uhr war dann Aufstehen für alle angesagt, der Muezzin des Schiffs sang per Lautsprecher in jeden Raum. Und um 6 Uhr stand ich auf Deck, ich hatte sowieso kaum geschlafen. Von Abu Simbel aber keine Sicht. Um 7.30 Uhr waren endlich die Fassaden der Tempel zu sehen. Nach den obligatorischen Fotos brauchte ich auch nicht mehr ins Bett zu gehen.

Abu Simbel

Blicke auf dieses Kulturgut vom Wasser aus


 

 

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One Response

  1. 1
    Carl 

    Good to see you have some photos of landrovers….improves the look of this fine webpage!

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