Archive for the Category ◊ Jordanien ◊

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• Montag, Juni 22nd, 2009

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Anja:

Wieder ein Grenzübertritt, wieder neue Erfahrungen.

Im Gegensatz zu Jan & Trevor und Markus & Ulf erhielten wir bei einem kurzen Besuch in Aqaba ohne Probleme und sehr schnell die Fährentickets für unsere Überfahrt nach Ägypten. Wie wahrscheinlich jeder waren auch wir geschockt über die Preise: 70$ pro Person und 120$ pro Auto. Macht 360$ für eine 1 bis 2-stündige Überfahrt.

Mit diesen Tickets fuhren wir heute pünktlich um 11 Uhr an den Hafen und durchlebten dort die typische „Schalter-Rennerei“ der Grenzen. Erst wussten wir gar nicht, wo wir hin sollen, wurden aber durch nette Jordanier mit lautem Rufen in die richtige Richtung gelenkt. Am Hafen stellten wir das Auto zunächst ab und klapperten die Stationen im Gebäude ab. Zunächst gingen wir zur Passkontrolle (=Ausreisestelle). Gleich was falsch gemacht. Einen Stock tiefer bitte zu Customs. Dort mussten wir 3 (Brief-)Marken kaufen, je 1 für die Pässe und 1 für die Ausreise des Autos. Die Autopapiere wurden zum Glück auch gleich erledigt. Man nahm uns dabei die gerade ausgehändigte Briefmarke am selben Schalter wieder ab und verlangte zusätzlich nach dem blauen Einreiseschein für Autos, den wir bei der Einreise aus Syrien bekommen hatten. Die Carnet interessierte hier niemanden. Unwissend liefen wir mit den Papieren wieder zur Passkontrolle. Dort wurde die Marke in den Pass geklebt und ein Foto gemacht (warum eigentlich bei der Ausreise???). Die Carnet wollte wieder keiner sehen. Uns ist das ja aber besonders wichtig, also liefen wir wieder zurück zu Customs und ließen uns das Papier abstempeln. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass die überhaupt keine Ahnung hatten, was sie da abgestempelt haben. Egal, wir waren durch und hatten alles beisammen.

Es war 11.30 Uhr und die Fähre sollte gegen 13 Uhr ablegen. Ständig hörten wir arabische Lautsprecher-Durchsagen und wurden doch langsam nervös. Auf gut Glück fuhren wir zur Fähre und waren sogar rechtzeitig. Sie wurde gerade beladen.

Um 12.15 Uhr saßen wir abmarschbereit in der Fähre und nichts tat sich. Wir waren auch hier mit unserem Programm durch: Pass abgeben für das Visum, Zettel mit Stempel abholen, mit dem man seinen Pass an der Grenze wiederbekommt.

Gegen 14 Uhr legte die Fähre schließlich ab. An Schlafen war hier nicht zu denken, aus jeder Ecke dröhnte ein Handy mit arabischer Musik.

Gegen 15:30 h waren wir dann in Nuveiba, durften aber nicht vor 16:30 h die Fähre verlassen.

Jörg:

Doch das eigentliche Chaos gab ’s dann erst hier an Land. Dank eines Tipps von Jan und Trevor hatten wir Ashraf kontaktiert, ein Ägypter der Tourist Police, der überforderten Touris wie uns bei der Einreise behilflich ist – gegen ein kleines Bakschisch natürlich. (Wobei ich an dieser Stelle gleich erwähnen will, dass das zwar Usus ist (50 EP wie wir hörten und zahlten), aber von ihm in keinster Weise eingefordert wurde – gefreut hat er sich natürlich trotzdem.)

Noch im Red Sea Dive Resort telephonierte Abdul Rahman (einer der Divemaster), der selbst länger in Ägypten gelebt und als Taucher gearbeitete hatte) mit Ashraf und informierte ihn über unser Kommen. Bei so einem großen gelben Auto müssen wir uns zum Glück weder eine Zeitung unter den Arm klemmen noch eine Rose ans Revers stecken, man erkennt uns auch so. Wir fuhren also von der Fähre und wurden auch gleich von einem der Tourist Police angesprochen: Er sei ein Freund von Ashraf und wird uns helfen; er fertigt nur noch eine weitere Gruppe Deutscher ab und ist dann bei uns, wir sollen schon mal durch die medizinische Station und dann vorfahren. Na, gut, dann also: Jallah!

Bei der medizinischen Station wurde nach der Schweinegrippe gesucht, aber gefunden haben sie sie glücklicherweise noch nicht. Jeder Passagier hat auf dem Schiff einen Zettel bekommen, auf dem er seinen Namen, Telephonnummer und Adresse in Ägypten eintragen musste. Dieser Zettel wurde hier eingesammelt. Dazu noch eine Frage, woher man denn komme und wohin man wollte. Alle wurden durch einen engen Gang geschleust, bis man am anderen Ende wieder aus dem Gebäude kam. Da unser Willi am Eingang parkte, gingen wir also wieder dahin zurück. Alles war gänzlich unabgesperrt, aber es rannten genug Uniformen rum, die einen sicherlich schnell zu verstehen gegeben hätten, dass das so nicht gemeint war, sollte man versuchen, diese Station einfach umgehen zu wollen.

Wir taten wie uns geheißen und sind dann mal vorgefahren, aber wohin eigentlich. Das ganze Areal ist nahezu nicht ausgeschildert, aber man kommt auch nicht ohne endgültigen Check von dem Gelände, so dass man gar nichts vergessen kann. Wir fuhren zunächst einem der zahlreichen Busse hinterher, bis der Zoll uns nach ca. 300 m auch schon zu sich winkte. Zunächst wollte man den Ausweis und die Carnet sehen, dann wurde unserem Zöllner von einer grauen Eminenz, die sich sonst im Hintergrund hielt, etwas zu getuschelt, bis wir die Papiere zurückbekamen und es hieß, unser Freund der Tourist Police würde gleich kommen, wir sollten so lange einfach warten.

Gut, das können wir! Ich war froh, dass wir nicht gleich wie alle Autos vor uns quasi „auf links gedreht“ wurden und das Innerste nach außen kehren mussten. Während wir warteten, wurde kurz geprüft, ob wir denn auch einen Feuerlöscher dabei hätten. Hallo? Natürlich haben wir. Wir sind Deutsche! Kein Risiko ohne Netz… 😉 Und dann tat sich plötzlich etwas auf Anjas Wagenseite: Sie bekam ein paar Zettel in die Hand gedrückt und jemand machte sich am rechten Vorderrad zu schaffen. Der gute Mann wollte unsere Fahrgestellnummer abrubbeln. Dann kam endlich unser Freund. Anja hatte den leichteren Job: Sie durfte im Auto sitzen und lesen. Mein Job war dank Tourism Police auch recht einfach: Schritt halten, Papiere festhalten und jeden genannten Betrag einfach zu bezahlen. Das System ist schon genial: Mache die Einreise einfach so komplex und undurchsichtig – man findet eigentlich nirgendwo Hinweisschilder –, dass die Touris auf ein Helferlein angewiesen sind und kassiere so doppelt. Komplexe Einreisen und Helferleins hatten wir ja auch schon in Syrien; Ägypten ist da aber noch einen Schritt konsequenter: Warum die Hilfe mit der „Privatwirtschaft“ teilen? Und so sind hier die Helferleins halt von der Tourism Police. Aber alle Polemik beiseite: Ich war für die folgende Hilfe extrem dankbar und halte das Trinkgeld auch für einen fairen zivilen Preis, auch wenn sich das gerade wohl nicht so angehört hat.

Zuerst ging es zur Bank, Visamarken kaufen. Die Bank wollte Dollars, aber Euro gingen auch und für uns beide zusammen waren dann 24 EUR für ein Monatsvisum fällig. Danach zum Zoll, die hatten ja eh schon unsere Pässe, die wir auf der Fähre abgegeben hatten, klebten jetzt nur das Visum ein und „Welcome to Egypt“.

Von dort zurück zum Auto, Carnet und Papiere holen. Auf die Straßensteuer zahlen: Denen das Carnet zeigen und für 520 EP (Egyptian Pounds) ein paar Zettelchen bekommen. Dann zum „Bavaria“-Stand, was die dort eigentlich genau gemacht haben, weiß ich gar nicht. Ich bekam jedenfalls ein schönes „Laufmäppchen“ (also eine Art Laufzettel, der nur so viele andere Zettelchen und Formulare und Kopien meines Ausweises sowie des KfZ-Scheins etc. umfasste, dass dieser zu einer Mappe aufgebläht war). Dies kostete dann 30 EP. Von dort zur „Zulassungsstelle“ zurück, unser Mäppchen abzeichnen lassen. Ich musste meinen Namen aufschreiben und der wurde nach bestem Wissen und Gewissen ins Arabische übersetzt und auf die Dokumente geschrieben – wenn mal wirklich was sein sollte, kann das bestimmt nicht zugeordnet werden.

Von hier aus zur Versicherung. Dort waren 550 EP fällig und die Versicherung wurde auf meinen Namen ausgestellt, was so lief, dass ich ihm mehrmals „Jörg Walter“ sagte, er so etwas wie „Georg Vater“ antwortete, ich „Jörg Walter“ wiederholte, er „Jork Fatter“ und dann ich wieder … Irgendwann schrieb er wahrscheinlich „Mann mit Brille, Bart und blauen Augen“ auf arabisch in den Versicherungsschein. Ich werde weich und habe hier nicht mal versucht, zu intervenieren, dass ich ja eine Versicherung habe. Es hätte eh nichts gebracht… Damit dann wieder zur Registratur und D’oh! Da hat der Versicherungsmensch doch tatsächlich einen Stempel vergessen. Ja, so geht das natürlich nicht! Also wieder zurück zur Delta-Versicherung und den Stempel abholen. Dann erneut zur Registratur.

Zwischendurch ging es noch zu so einer Art Hafen-Registratur oder was das auch immer war. Ich verlor den Überblick… Auf dem Rückweg drückte mir ein Zöllner ein Zettelchen in die Hand, die „Custom Clearance“. Diese wies nach, dass wir in unserem Wagen nichts schmuggelten. Das ist richtig und wurde sogar ganz ohne irgendeine Inspektion festgestellt – unser Freund von der Custom Police machte sich wirklich bezahlt. Es ging nochmals in irgendein abgelegenes Hinterbüro der Verkehrspolizei, wo die Carnet gegen 20 EP abgestempelt wurde.

Zurück zur Zulassungsstelle wo wir endlich unsere ägyptischen Nummernschilder erhielten. Während ich dann damit beschäftigt war, diese dran zu schrauben, drückte ich unserem Freund noch 200 EP für die Ausstellung unserer ägyptischen Fahrerlaubnis in die Hand mit der er nach einer Weile freudestrahlend zurückkam. Fertig.

Unser neues Nummernschild

Unser neues Nummernschild

Jörgs neuer Führerschein?

Jörgs neuer Führerschein?

(Diethart: was steht da eigentlich drauf?)

Gegen 18:30 h waren wir dann endlich aus dem Hafengelände und auf ägyptischen Straßen.

Wären die Ausreiseformalitäten früher schon so gewesen wie die Einreiseformalitäten heute, die Geschichte wäre um ein „ante portas“-Zitat ärmer, denn die Elefanten hätte Hannibal sicher lieber zu Hause gelassen.

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  1. Hallo Jörg,

    Du hast ja wirklich Nerven wie Drahtseile :-))

    Heidi

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• Sonntag, Juni 21st, 2009

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Anja:

Die letzten Tage verbrachten wir ziemlich beschäftigt mit Tauchen und Lernen. Jörg hatte nun lange genug an mir gearbeitet, dass ich mich für einen Tauchkurs anmelde und meine Bedingung war, wenn ich einen mache, soll er auch einen machen. Dann fühlt man sich nicht so alleine beim Lernen 😉 Zudem fühle ich mich als Anfänger irgendwie beschützter, wenn ich weiß, dass mein Buddy gleich ein Rescue Diver ist.

Im Red Sea Dive Centre, das uns von Trevor & Jan empfohlen wurde, waren wir auch gleich an der Quelle untergebracht. Je 3 Tage Praxis und Theorie standen vor uns.

Mein Open Water Diver Kurs begann mit einfachen Pool-Übungen, die ich schon kannte, da ich dasselbe Programm schon in der Türkei mitgemacht hatte. Dann ging es raus ins Meer. Mit der Tarierung hatte ich es nicht so, oder man hatte mir zuwenig Gewichte gegeben, denn die Gruppe schwamm los, immer tiefer und Anja startet aus 4 Metern Tiefe beim ersten tiefen Atwmzug wie eine Rakete an die Wasseroberfläche. So ein Mist. Jetzt hing ich da und kam nicht mehr runter. Unser Guide half mir aber schnell und fortan blieb ich an seiner Hand. So kamen wir gleich in den Genuss, ein Stückchen mit einer Schildkröte (ca. 1m groß) und zwei Napoleon Fischen (auch etwa die Größe) zu schwimmen. Dazu gab es als Sahnehäubchen noch kleine Nemos und Kofferfische und Feuerfische und Steinfische und ganz viele andere kleine und große bunte Fische, deren Namen wir nicht kennen.

So fing der Kurs gut an. Die nachfolgenden Tauchgänge führten uns zu versenkten Schiffen und Panzern und großen Korallenriffen und wahnsinnig vielen hübschen Fischen. Es machte immer mehr Spaß und ich hatte das Gefühl, dass auch meine Ohren einfach ein bisschen Training im Druckausgleich brauchen können.

Die Theorie nebenbei war mehr das notwenige Übel. Natürlich braucht man sie und muss sie verstanden haben, aber ein dickes 230seitiges Buch liest sich nur mühsam nach einem aufregenden Tauch-Tag. Jetzt kann ich aber glücklich auf eine bestandene Prüfung und schöne Tauchgänge zurückblicken.

Bitte nicht lachen, Bilder von Personen mit Tauchausrüstung sehen immer ein wenig komisch aus.

Tauchen_Aqaba

Eine Tauchwoche am Roten Meer

Jörg:

Nach dem herrlichen Barbeque am Sonntagabend waren Jan, Trevor, Ulf und ich am Montag im Roten Meer tauchen.

Für Jan, Trevor und Ulf war es das letzte Mal während unseren Aufenthalts im Red Sea Diving Centre, Anja und mir sollten noch einige Male bevorstehen. Tauchen im Roten Meer ist um einiges Unterhaltsamer als in Fethiye und das war mit Tauchen in deutschen Seen so vergleichbar wie ein 2CV mit einem Land Cruiser – beides sind Autos, aber … Spätestens die Tauchbilder und Videos von Jan und Trevor führten dazu, dass Anja sich auch einen Ruck gab und den Kopf auch mal unter Wasser stecken wollte – unter einer Bedingung: Sie macht den Open Water Diver Kurs nur, wenn auch ich büffeln muss und so meldete ich mich dann zum Rescue Diver an. Dienstag wurde unser Lerntag. Wir setzten uns an den Pool und büffelten bis wir braun wurden… 😉 Dank Markus gab ’s sogar einen McDonalds-Bringdienst. Danke nochmals, Markus! Kann das übrigens sein, dass wir dir das Geld dann doch gar nicht gaben?

Zwei Buddies unter sich (Jörg&Ulf)

Zwei Buddies unter sich (Jörg&Ulf)

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Leider war Dienstag auch der erste Tag der Verabschiedungen: Ulf ereilte ein Anruf aus Deutschland und flog noch am selben Tag zurück, und Jan und Trevor brachen auf nach Ägypten. Glück im Unglück: Markus stornierte kurzerhand die mit Ulf geplante Beduinen-Tour durch den Sinai und blieb noch ein paar Tage mit uns im Resort. Auch Jan und Trevor werden wir wieder sehen (Insh’allah!), um mit ihnen durch die Desert Road durch die weiße Wüste zu fahren und evtl. mit ihnen zusammen den Sudan zu durchqueren.

An einem Tag schafften Anja und ich leider nur etwa die Hälfte der Theorie und so mussten wir die drei Kurstage abends immer brav lernen. Zum Rescue Diver gehört auch eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Nun hatten Anja und ich zwar kurz vor unserer Abreise noch einen entsprechenden Kurs bei den Johannitern gemacht, aber die Bestätigung nicht mit, so dass ich nun in den Genuss einer weiteren Ausbildung zum „Emergency First Responder“ kam. Die Amis haben manches Mal doch echt einen an der …, naja, sie sind halt Amis … Gemäß Notfallprozedur muss jedes Mal gefragt werden: „Hi, my name is Jörg. I’m a emergency first responder. May I help you?“ Bei „Nein!“ lässt man den armen uneinsichtigen Verletzten halt einfach verbluten. Geht halt nichts über individuelle Selbstbestimmtheit. 😉

Red Sea Dive Traveller (vlnr: Jörg, Anja, Ulf, Markus, Trevor, Jan)

Red Sea Dive Traveller (vlnr: Jörg, Anja, Ulf, Markus, Trevor, Jan)

Donnerstagabend mussten wir uns dann doch auch leider noch von Markus verabschieden – alle Überzeugungsarbeit blieb vergebens, er ließ sich von seiner geplanten Asien-Tour einfach nicht abbringen, obwohl es ihm diverse Staaten mit Visa nicht leicht gemacht haben und die Durchquerung der Stan-Staaten sicherlich auch kein Selbstläufer wird. Von Markus haben Anja und ich uns auf der Tour schon mehrmals verabschiedet und auch diese ist sicher nur eine Verabschiedung auf Zeit, allerdings eine für wahrscheinlich ein Jahr, bis wir die Chance haben uns in Deutschland wieder zu treffen.

Zum Tauchen selbst muss ich wohl nichts weiter aufführen, das hat Anja schon getan und die Bilder sprechen ja auch für sich. Donnerstagnacht jedoch wartete Abdullah, unser Tauchlehrer, mit einer Besonderheit auf: Er fragte mich, ob ich Lust an einem Nachttauchgang hätte. Klar hatte ich! Es sollte zum Wrack gehen, was bei Nacht sicherlich nochmals ein ganz besonderer Eindruck wäre. Und das war es auch! Nachts sind alle Katzen grau, so sagt man, aber nachts unter Wasser eröffnet sich einem eine ganz neue Welt: Bekanntes sieht man plötzlich in anderen Farben und vieles Unbekannte eröffnet sich einem. Am Faszinierendsten fand ich persönlich noch sich auf dem Gras abzuknien, die Taschenlampen zu verdecken, die Hände schnell durchs Wasser zu bewegen und daraufhin das Plankton fluoreszieren zu sehen.

Samstag brauchte ich noch für die letzte Theorie und nachmittags sind Anja und ich dann in den Ort gefahren, um die Fährtickets für Montag zu holen. Entgegen der Erfahrung von Jan, Trevor, Ulf und Markus waren die Angestellten bei uns sehr freundlich und hilfsbereit. Alles ging recht zügig und problemlos von statten.

Heute fuhren wir dann für einen Tag ins Wadi Rum. Nach allen Lobhudeleien, die wir hierüber gehört hatten, waren wir schon ein bisserl enttäuscht. Sicherlich hätten wir auch einen ganz anderen Eindruck gewonnen, hätten wir hier eine Nacht campiert und wären wir in einer besseren Verfassung gewesen – vor allem mir machte die Hitze an diesem Tag zu schaffen –, aber so spielten wir mit Willi etwas im Sand und machten uns dann wieder auf den Rückweg. Vielleicht hätten wir auch nur noch weiter vordringen müssen, bis die Spuren im Sand gänzlich aufhörten, aber dafür fehlte uns dann doch der Wille. Vor allem fehlte uns an dem heutigen Tage der Wille, alle paar hundert Meter nach der Schaufel und den Sandblechen zu greifen, so dass wir dies also gar nicht versuchten…

Hier ein paar Eindrücke:

wadi_rum_001

wadi_rum_002

wadi_rum_003

wadi_rum_004

Morgen geht’s dann mit der Fähre nach Nuveiba, Ägypten. Die Grenzformalitäten sind legendär, da steht uns also noch einiges bevor…

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3 Responses

  1. 1
    Joerg 

    Man findet übrigens ein YouTube-Video von unserem Dive-Master (ganz zum Schluß im Bild), wie er mit einem Stone Fish „spielt“ (sic!). Auch uns hat er auf diese Weise Steinfische gezeigt. Das Video „Stone Fish in Aqaba (Red Sea)“ ist hier zu finden: http://www.youtube.com/watch?v=xUxUP1M-F_Q

  2. Hi Ihr Beiden,

    der Dive-Master weiß aber schon, dass Steinfische nicht soo ganz ungiftig sind??

    Grüßle

    Heidi

  3. 3
    Joerg 

    Weiß er und uns wurde über Wasser auch immer wieder einbleut, es ihm bloß nicht gleich zu tun. Die wahren Nerven wie Drahtseile habe auch nicht ich beim Grenzübertritt nach Ägypten bewiesen, sondern eben jener DM, als er einen Angelhaken aus dem Maul einer Mauräne in 15minütiger „Operation“ gezogen hat. :-O (So zumindest die Taucher Story, denn davon gibt es leider keinen Livemitschnitt.)

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• Montag, Juni 15th, 2009

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Nachdem unser Auto am Samstag nun doch nicht fertig wurde, brachen wir gegen Mittag in Amman auf und fuhren nach Petra. Auf dem Weg dorthin machten wir auf halber Strecke den ersten Sightseeing-Stop. Und wen trafen wir da? Markus und Ulf. Welch Zufall.

Kerak wird bereits im alten Testament genannt und ca. 900 v. C. gegründet. Strategisch günstig gelegen, diente es verschiedenen Herrschern und Völkern als Bezirkshauptstadt. So nutzte beispielsweise der Kreuzritter Rainhald von Chatillon die heute noch zu besichtigende Burg bis zur Belagerung durch Saladin. Dabei setzte er mit seinem noblen Gefolge aus heutiger Sicht jedoch ein wenig rühmliches Beispiel, tauschte er doch Frauen und Kinder während der Belagerungszeit gegen frisches Brot ein. Aus Sicht fundamentalistischer Kreuzritter auf dem Weg zur Befreiung Jerusalems als Weg ihrer Erlösung wahrscheinlich nur ein logischer Schritt.

kerak_002

Wir hatten inzwischen schon schönere Festungen gesehen, z. B. Krak des Chévaliers und waren daher nicht so beeindruckt. Wir wollten jetzt nach Petra. Und wählten dafür die langsame Route über die King’s Road.

Blick auf das Dana Nature Reserve

Blick auf das Dana Nature Reserve

Landschaftlich schön, aber langatmig. Wir verfuhren uns mehrfach und kamen erst gegen 19 Uhr in Petra an. Dort steuerten wir das Hotel an, das uns Ericus und Zelda empfohlen hatten, und campten auf deren Parkplatz.

Ericus und Zelda hatten wir zusammen mit ihren Kindern Zanté und Ivan noch am Freitag in Madaba getroffen. Wir haben bei unserem fünften Tag vor Ort endlich das lokale Pflichtprogramm absolviert: die Mosaik-Karte Palästinas in der Georgskirche sowie das Mosaikmuseum (der Burnt Palace ist leider freitags nicht zugänglich). Auf dem Parkplatz an der Georgskirche campten die vier in ihrem Land Cruiser mit aufgesetzter Wohnkabine. Wir verabredeten uns für den Abend und kamen deshalb wieder erst spät ins Bett. Die Vier sind auf dem umgedrehten Weg: Von Südafrika kommend wollen sie sich bis nach Europa durchschlagen. So konnten wir uns natürlich gut austauschen: Wir haben ihnen einiges über Syrien, die Türkei und Westeuropa erzählt und sie uns von den afrikanischen Nationalparks, Kenia und Sudan. Auch sie erzählten uns, dass sie in Sudan keinerlei Probleme hatten, allerdings hatten sie während der ganzen acht Tage Durchfahrt einen heftigen Sandsturm und konnten zeitweilig kaum die Hand vor Augen sehen. Hinzu kam: kein Internet und kein SMS-Versand möglich, während ihres gesamten Aufenthalts.

Der nächste Tag sollte früh beginnen, also verschwanden wir früh ins Bett und versuchten neben der belebten Straße zu schlafen, was erstaunlicherweise auch ohne Ohropax doch recht gut gelang,

So erlebten wir: One night in Petra.

Gegen 5 Uhr weckte uns Jörgs Handy. Unwillig standen wir auf und machten uns bereit für einen Spaziergang durch das vor uns liegende UNESCO Weltkulturerbe – nicht unser erstes auf der Tour. Kurz vor 6 Uhr standen Ulf und ich vor dem Ticket-Häuschen und versuchten mit dem einzigen Menschen, der dort herumlief zu verhandeln, dass wir gerne jetzt ein Ticket kaufen wollen. Der Mann sagte irgendetwas von „Yes yes“ und „Sett“. Ich interpretierte das Gespräch so: wir dürfen erst um 7 Uhr rein und vorher gibt es keine Tickets.

Kurz danach kamen Markus und Jörg dazu und wir beratschlagten, was wir nun täten. Da fiel uns das unbesetzte Eingangstor auf und schwupps waren wir drin. Die Tür war offen, keiner war da. Wir wollten ja zahlen, aber unser Geld war einfach nicht gut genug.

Wir schafften es, die ersten an Khazne Faraun zu sein und machten Fotos ohne jegliche Touristen im Vordergrund. Dasselbe Spiel an den Königsgräbern. Erst gegen halb acht gesellten sich vereinzelt Leute hinzu, die nicht Shop-Betreuer, Kamel- oder Eseltreiber waren. Den ganzen Weg zu den Gräbern wurden wir von einer wachsenden Horde Hunde begleitet. Es begann mit einem einzelnen und endete mit sechs. Sehr friedliche Weggesellen. Dann trennten sich auch die Wege des Teams „Markus & Ulf“ und „Jörg & Anja“. Die zwei Landrover-Fahrer eilten ins Wadi Rum, um sich die Gegend dort herum anzuschauen und abzuchecken, wie viel Zeit sie dafür auf ihrer Rückkehr einplanen müssten. Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung hinter den Kulissen. Im Reiseführer wurden durchaus die Worte „anstrengend“ und „viele Treppen“ erwähnt, aber ich war so sicher, dass es nicht so schlimm sein könnte. Wir verliefen uns natürlich zunächst, fanden aber doch dank sparsam aufgestellter Schilder zum richtigen Pfad, zumal wir auch diese Tour wieder „rückwärts navigierten“. Dann sahen wir auch erneut Gräber, Räume, die in den Stein eingelassen waren und tolle Farbenspiele an den Felsen. Während unserer Wanderung gelangen wir immer höher und konnten ganz gut  überblicken, wie groß Petra einmal gewesen sein muss. Soweit das Auge blickte, waren überall Kunstwerke in die Felsen gehauen. Die Freude über das, was ich sah, verflog aber irgendwann. Es war inzwischen ziemlich genau Mittag, ich hatte Hunger, war müde und immer noch nicht am Gipfel angekommen. Ein Zurück hätte bedeutet, dass wir den ganzen bisherigen Weg hätten komplett zurückgehen müssen und das hätten meine Füße nicht ausgehalten. Also Augen zu und durch. Ich brauchte viele Pausen, jammerte und Jörg versuchte mich zu motivieren. Einzige Motivation war jedoch der Gipfel, den ich, sobald wir ihn erreichten, links liegen ließ, um schnell wieder herunter zu kommen. Dort oben gab es eh nichts außer einem Obelisken. Der Weg runter war auch noch einmal sehr anstrengend, da voller ungleicher Stufen und glattem Untergrund. Danach war ich fertig mit Petra. Jetzt fehlte nur noch der zähe Weg zum Ausgang.

Petra

Traumhafter Morgen in Petra

Wir hatten mal wieder gerade so viel Geld dabei, dass es für den Eintritt gereicht hätte und sonst nichts. Wir waren nicht sicher, ob am Eingang die Eintrittskarten geprüft wurden, denn wir hatten ja keine, hätten den Eintritt dann aber ohne Protest bezahlt. Somit war kein Geld mehr für ein Pferd übrig, das mich zum Eingang hätte tragen können.

Ich war wirklich fertig.

Auf der Fahrt nach Aqaba schlief ich sofort ein. Und wachte kurz vor Aqaba überhaupt nicht erholt auf. Motivation, doch wieder fit zu werden, war das Barbeque, auf das wir uns freuten. Im Hotel lernten wir schnell Jan & Trevor kennen und auch Markus & Ulf kamen früh an. Am und im Pool diskutierten wir alles Mögliche und erzählten uns Geschichten, was wir bisher auf unserer Reise erlebt hatten. Das war eine schöne Einstimung auf den Abend.

Schließlich fuhren wir gegen acht alle an den Strand, Jan hatte einiges an Essen vorbereitet, und trafen dort Joachim & Karola wieder. Zusammen mit einem italienischen Paar (wie wir per Land Cruiser unterwegs) und einem englischen Pärchen (mit dem Motorrad auf dem Weg nach Australien) waren wir eine Gruppe von etwa 12 Travellern. Es war richtig gemütlich und das Essen war toll. Es gab u. a. Kartoffelsalat, etwas was ich seit Deutschland nicht mehr gesehen hatte.

Es zog jedoch immer mehr Wind auf und es wurde dadurch etwas ungemütlich. Markus, Ulf, Jörg und ich wollten nur noch schnell ins Bett. Der Tag hatte uns sehr geschlaucht und die anderen trafen sich noch auf ein Scheide-Bierchen auf deren Campingplatz.

 

 

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• Donnerstag, Juni 11th, 2009

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In Madaba hängen wir nun schon ein Weilchen fest und ich komme mir gerade wie in einer Twilight Zone Folge gefangen vor, wo ein Ort Leute einfach nicht mehr loslässt. Wir sind hier im Mariam Hotel und dieses Hotel hat uns nicht nur magisch angezogen, nein, mittlerweile hängen wir wie Fliegen in einen Spinnennetz gefangen. Das Gemeine daran ist nur, dass Fliegen wenn auch nicht wissen, so doch zumindest ahnen werden, dass irgend etwas hier ganz fürchterlich schief läuft, während uns immer noch ein freier Wille vorgegaukelt wird – wir könnten ja gehen, wenn wir wollten, gar kein Problem…

Wir kamen am späten Montagmittag aus Jarash hier in Madaba an. Wir sind über Amman gefahren und der Dok hatte bei mir eine Gastroenteritis diagnostiziert. Nichts Ernstes also. Nur wollte ich noch ein wenig Ruhe und deshalb haben wir uns (wieder einmal) für ein Hotel entschieden. Ursprünglich sollte die Reise gleich morgen weitergehen, doch bereits am Abend zeigt das Hotel seinen gespenstischen Einfluss: Wir entschieden uns um! Natürlich ganz aus freien Stücken… Da die nächsten Sightseeing Spots ohnehin rund um bzw. in Madaba liegen und dann unser Reiseführer wenig geeignete Campingplätze in der weiteren Umgebung aufwies, entschlossen wir uns noch abends, einen Tag länger hier zu bleiben und dann halt erst am Mittwoch weiter.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich dann doch noch ein wenig flau und bin deshalb – anders als ursprünglich gedacht – nach dem Frühstück wieder ins Bett. So durfte Anja allein zum Mount Nebo und Bethania und vergaß dabei glatt, dass sie nicht in ihrem kleinen sportlichen Honda sitzt und brachte Willi zum Überkochen… Mittlerweile war Markus auch den Kräften Mariams erlegen und einen Tag eher als anvisiert hierher gekommen.

Mittwoch spendierten wir Willi bei ca. 83 Tkm einen Ölwechsel und neue Kühlflüssigkeit (also Wasser, Frostschutzmittel brauchen wir demnächst erstmal weniger) und machten dann einen Ausflug zum Toten Meer, das ja bekanntlich auf unter 400 m unter der Meeresoberfläche liegt (vgl. vorherigen Artikel).

Badeurlaub am Toten Meer

Badeurlaub am Toten Meer

Da es auch nun wieder zu spät zum Aufbrechen war, hatte Mariam erneut gewonnen. Abends wies man uns dann noch darauf hin, dass unsere Bremse leckt. Nun, es war zwar nicht die Bremse, die da leckte, sondern Öl des Differentials, das aus der Achse austrat, aber viel ruhiger machte uns das auch nicht.

Beweisfoto

Beweisfoto

Donnerstag checkten wir früh aus, um nach Amman zu fahren und eine Toyota-Werkstatt zu finden. Markus und Ulf brachen ebenfalls auf, allerdings um sich – mit einem Abstecher ans Tote Meer – langsam gen Süden aufzumachen. (Ulf ist ein Freund von Markus, der in Amman für zwei Wochen Jordanien und Sinai in Markus Defender dazu gestiegen ist.) Wir wussten grob, wo wir hin mussten, doch führte uns die Beschilderung nach Amman leider ans falsche Ende: Wir kamen am östlichen Ende, irgendwo zwischen erstem und zweitem Kreisel raus, mussten aber zum achten Kreisel nach Amman West. Dort haben wir zwar nach einigem Hin-und-her recht fix den Toyota-Händler gefunden, aber die Service-Garage macht donnerstags leider schon um ein Uhr zu. Ein klassischer „D’oh!“-Fall, denn unsere Uhr zeigte gerade 13:30 h. (Das „islamische Wochenende“ fällt bei vielen Geschäften auf Donnerstagnachmittag und den Freitag.)

Zum Glück trafen wir vor Ort noch den Besitzer einer kleinen Toyota-Schrauberwerkstatt, denn das Toyota-Personal hatte sichtlich wenig Lust, uns auch nur entfernt irgendwie behilflich zu sein. Das war bisher erfreulicherweise allerdings ein „doppelt-singuläres Ereignis“: sowohl für eine Toyota-Werkstatt, auf die wir bis dato überhaupt nichts kommen lassen können, als auch für Jordanien, dessen Gastfreundschaft der von Syrien und der Türkei nicht nachsteht. Der geschäftstüchtige Jordanier nahm uns mit zu seiner Werkstatt und ließ seinen Mechaniker mal unter unseren Willi schauen, während wir von ihm zum Tee eingeladen wurden. Leider konnte auch er nicht gleich eine Dichtung aus dem Regal ziehen, aber er zog sogar nochmals extra los, um welche zu besorgen, kam jedoch leider lediglich mit den Artikelnummern der Dichtungen zurück. Für seine Mühen kauften wir ihm noch zwei Liter Öl fürs Differential ab, aber nicht das gnadenlos überteuerte für 10 JD den Liter, sondern das für 5 JD für zwei Liter.

Anja und ich beratschlagten uns, was wir tun sollten. Wir könnten alles in Kairo machen lassen, doch wollten andererseits auch noch durchs Wadi Rum und den Sinai „im Sand spielen fahren“. Wir entschlossen uns für „Safety first!“ und das implizierte dann auch wieder eine Rückfahrt nach Madaba, denn Amman hat uns wirklich nicht überzeugt… Mariam wollte uns einfach nicht ziehen lassen! Denn es liegt ja auf der Hand, dass das alles nur ein Klacks gewesen wäre, wenn sie nicht ihre Kräfte hätte spielen lassen. Dies aber nicht nur bei uns: Als ich abends in der Lobby beim Mailen saß, kamen Markus und Ulf wieder herein. …

Langsam wird es echt unheimlich und deshalb beschlossen Markus und Ulf gleich für morgen einen erneuten Ausbruchversuch, während Anja und ich am Samstag auf eine Unachtsamkeit von Mariam hoffen, um schnell und mit Rückenwind ein kleiner Punkt am Horizont Richtung Toyota-Werkstatt werden zu können.

Drückt uns die Daumen!

Category: Jordanien  | 3 Comments

3 Responses

  1. 1
    EmaSteffen 

    Hallo ihr Zwei,

    ich (Ema) hab mich riesig gefreut als ich eure Fotos vom Bad im Toten Meer gesehen hab. Mit Petra und dem Wadi Rum gehört das Tote Meer zu meinen absoluten Lieblingserinnerungen. „ICH WILL AUCH“ hab ich gleich gejammert, darauf Steffen „Ok, pack Deine Sachen, es geht los!“ 🙂
    Da wir z.Zt. noch aus dem Koffer leben wäre das eigentlich ziemlich leicht… aber so ganz ohne Vorbereitung und Visum… na ja, es bleibt uns ja uns für euch zu freuen, und das tun wir wirklich.

    Viele Grüße von Initiative Umzug (Starttermin: Anfang Juli)

  2. 2
    Anja 

    Hallo Emma,

    zu Petra lade ich gerade Bilder hoch, ein Artikel dazu folgt noch. Das Internet ist hier recht mies und alles geht nur recht schleppend.
    Morgen nehmen wir die Fähre nach Ägypten und verlassen Jordanien schon wieder. Wir hatten hier wirklich eine schöne Zeit.

    Freu Dich schon mal auf neue Artikel!

    Anja

  3. 3
    christian_h 

    Hallo Anja, hallo Jörg,
    war nett wieder mal deutsch zu sprechen heute in Addis. Schöne Reise noch. Unsere Seite findet Ihr unter http://www.haudum.de

    Viele Grüße und alles Gute weiterhin!

    Gaby und Christian

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• Mittwoch, Juni 10th, 2009

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Dreimal dürft ihr raten, um was es sich hier dreht.

Nachtrag vom 25.06.2009:

Beweisfoto

Beweisfoto

Category: Jordanien  | 2 Comments

2 Responses

  1. 1
    ben 

    Hmm … schwer
    1. Tipp: die minimale Meerestiefe auf die ihr den Toyo versenken wollt, nachdem er nun doch kaputt geht und ihr schon Prospekte für einen Defender wälzt. 🙂 Sorry couldn’t resist – nach den ganzen kleinen Seitenhieben auf die Landys.
    2. Tipp: Jörgs erster echter Tieftauchgang
    3. Tipp: Wegweiser auf eurer Strecke (vor 400 Meter abbiegen „N“ach „N“orden)

    Hoffe ihr kriegt euer Auto bald wieder flott – schon mal überlegt den ADAC zu rufen? Wäre ja bestimmt lustig zu hören was die sagen. Nach unseren bisherigen Erfahrungen bekommen die auch garantiert irgendetwas „gezaubert“.

    So nun hat mindestens einer gepostet und euer Test ob noch irgendjemand mitliest hat geklappt 😉

    Viele Grüße

    Ben

  2. 2
    Joerg 

    ad 1: Wir wollten nur ein Defender retten, da der aber mittlerweile vom Salz zerfressen war, sind wir halt wieder rausgefahren…

    ad 2: Gute Idee eigentlich. Vielleicht nächstes Mal, aber dann wieder beim VDST, die Weicheier von PADI machen ja keine Deko-TG. 😉

    ad 3: Fast…

    Aber zusammen können wir das Ergebnis durchgehen lassen. Unser Test war ja auch erfolgreich. 😉

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• Dienstag, Juni 09th, 2009

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Aufgrund von Jörgs Gesundheitszustand fuhr ich heute alleine los. Von Madaba aus kann man alles sehr gut erreichen und so war es nicht weit bis zum Mount Nebo und Bethania.

Ich weigerte mich am Morgen, das GPS-Gerät zu benutzen und wollte nach Schildern fahren. Schließlich habe ich das Schild zum Mount Nebo ja schon gesehen und weil es so eine Touristenattraktion ist, habe ich noch mehr vermutet. Leider falsch gedacht. Und mein kleiner Ausschnitt aus der Karte brachte mir bald auch nichts mehr, weil ich überhaupt nicht mehr wusste, wo ich war. Also hieß es: „Such!“ die Stelle, wo das Schild stand. Ich war aber schon am anderen Ende des Ortes und fand ganz andere Ausschilderungen… Nach einer halben Stunde durch den Ort – jetzt wusste auch jeder, dass ich da bin – fand ich das vermaledeite Straßenschild und den Grund, warum ich kein weiteres fand. Offensichtlich kommen die Touristen nur aus Amman und dann muss man ja sparen und die Schilder auch nur sparsam am Ortsbeginn (im Norden) und von da aus in deren Fahrtrichtung aufstellen.

Gut, endlich ging mein Abenteuer los. Der Mount Nebo ist nicht weit und ich freute mich, bald die Touristen-Zahlstelle und den Parkplatz gefunden zu haben.

Der Mount Nebo ist der Berg, von dem aus Moses das Gelobte Land gesehen hat und an dem einst eine Basilika errichtet wurde. Ich habe die Aussicht auf Israel erahnen können, da es recht diesig war. Aber ergriffen hat mich der Ort trotz der schlechten Sicht.

Aussicht vom Mt. Nebo

Aussicht vom Mt. Nebo

Daher freute ich mich auf mein nächstes Ziel: Bethania, der Ort an dem Jesus von Johannes dem Täufer getauft wurde.

Nach Bethania führte es steil den Berg hinunter, und ich überlegte schon da, wie Willi die Auffahrt wohl finden wird. Auf dem Weg dahin geriet ich an einen „Check Point“. Pass zeigen. Aber keinen Pass mit dabei haben… Ich verplantes Ding habe den natürlich, obwohl ich wusste, dass ich mich in Grenzgebiet befinde, im Hotelzimmer gelassen. Aber irgendwie hat diese verzweifelt suchende, allein reisende Frau auf den Soldaten Eindruck geschunden, und er winkte mich durch. Glück gehabt.

Nach Bethania bin ich übrigens zum ersten Mal an diesem Tag verkehrt herum in eine doppelspurige Einbahnstraße gefahren. Ich habe mich schon im Radio unter der Rubrik „Falschfahrer“ gehört. Ganz so dumm bin ich dann aber doch nicht und hab es schnell gemerkt, noch bevor ich jemanden behindern konnte. Wer stellt aber auch ein Schild auf, das Bethania nach links ausweist, wenn man erst rechts fahren muss, um auf der Schnellstraße an einen U-Turn-Punkt zu gelangen???

Etwas gestresst kam ich in Bethania an. Der Eintritt für die Taufstelle kostet für alle Nicht-Araber 7 Dinar (Jordanier 1 JD, Araber 2 JD) und ich musste länger überlegen, ob ich mir die Führung ansehe. Ich überlegte und überlegte. Mein Zögern lag daran, dass es gerade 12 Uhr wurde, es brennend heiß war, Chaos-Anja sich nicht eingecremt hat, und ich wollte nicht alleine geführt werden. Als drei Russen und 6 Araber dazu kamen, wollte ich dann doch auch.

Der kleine Park, der um den Jordan und die Taufstelle angelegt wurde, darf nur mit offiziellem Begleiter betreten werden und ist – weil Grenzgebiet – voller Militär-Stationen. Die Führung hatte aber auch so seinen Sinn, da einiges erklärt wurde. Ich sah das „Becken“, an dem Jesus getauft wurde und durch das früher der Jordan floss und wurde zu der Stelle gebracht, an der man sich selbst taufen konnte.

Angeblich die original Taufstelle

Angeblich die original Taufstelle

Nur einer der Russen traute sich und stieg mit Badehose in das trübe Wasser. Auch da stand sofort ein Mann mit Maschinengewehr dabei, denn man hätte keine 3m gebraucht, um unerlaubt und ungehindert israelischen Boden zu betreten.

Überwachtes Baden im Jordan

Überwachtes Baden im Jordan

Nach einer Stunde war die Führung vorbei und ich hatte es nicht bereut. Jetzt wollte ich aber doch schnell ins Hotel kommen, bevor sich Jörg Sorgen macht, wo ich so lange blieb. Immerhin habe ich den Rückweg gleich gefunden und befand mich auf dem Aufstieg zum Mount Nebo.

Die Temperatur des Motors stieg und stieg. Ich tat es erst als normal ab, denn es war heiß, der Aufstieg war steil und Anstiege aus dem Normalbereich hatten wir bei Bergauffahrten schon erlebt. Die Temperatur war aber nicht aufzuhalten und ich kam nicht wirklich voran. Als die Nadel auf dem roten H stand und nicht mehr viel Spiel nach oben hatte, hielt ich am Straßenrand vor einer Kurve an. Ein bescheidener Platz, um seinen Motor zu kühlen. Die Temperatur sank ein Stück und ich versuchte es wieder. Ohne Erfolg, ich war wieder im roten Bereich. Also anhalten. Beim nächsten Stopp, kurz vor dem Gipfel, wähle ich eine praktischere Stelle als mitten auf der Fahrbahn. Ich stellte mich daneben auf einen Weg, wo das Auto eben stand und ich mit dem Anfahren kein Problem haben dürfte. Beim Radio ausstellen hörte ich es laut blubbern aus der Motorhaube. Ich hatte, die Hoffnung, dass ich Helfer anziehe, wenn ich jetzt die Motorhaube aufmache. Klein-Anja kann die Motorhaube zwar öffnen, aber ihre Arme reichen nicht, um sie auch mit dem Stab zu befestigen. So stand ich da, hob die Motorhaube soweit an, wie ich konnte und wartete auf ein Auto. Es kam auch eines, das fuhr aber weiter. Beleidigt ließ ich das Wasser weiterkochen und setzte mich wieder ins Auto, um bei 42 Grad Innentemperatur den Reiseführer zu lesen. Schließlich kam ein Wagen, der mich allerdings wegscheuchte, weil ich seinen Weg blockierte. Dann wars mir zu blöd, die Temperatur ein bisschen gesunken und ich fuhr das kleine Stück – temperaturtechnisch wieder schnell am Anschlag – den Berg hinauf. Willi freute sich gleich über das erste ebene Stück, die voll aufgedrehte Heizung und die niedrige Drehzahl und belohnte mich mit abnehmender Temperatur.

In Madaba fand ich dann wieder nicht die richtigen Straßen, denn ich war am morgen so kreuz und quer gefahren. Weil ich es nicht besser wusste – und auch kein Schild sah – fuhr ich aus einem Kreisverkehr aus, wie ich es aus Europa kenne. Als mir lauter lichthupende Leute begegneten, wurde mir klar: Einbahnstraße. Ich drehte und fuhr zufällig in genau die Straße, in der unser Hotel war.

Bisher war ich der Meinung, ich könnte gut Auto fahren, aber Jordanien überfordert mich. Ich dachte mir mehrfach „wenn die schon die Einbahnstraßen so lieben, warum stellen die dann keine Schilder auf???“ Ich bin am nächsten Tag noch mal zu dem Kreisverkehr gefahren und habe Jörg prüfen lassen. Da war kein Einfahrt Verboten – Schild. Keins.

Und ich kann doch Auto fahren.

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• Sonntag, Juni 07th, 2009

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[Anja:] Diesmal sind wir sehr früh zur Grenze aufgebrochen, jedoch wahrscheinlich fast umsonst. Wir irrten zunächst ziemlich durch Damaskus: erst habe ich beim Navigieren nach Karte eine Abfahrt missinterpretiert und dann kam auf der Autobahn um Damaskus herum der Super Gau. Wir fuhren viel zu weit westlich Richtung Libanon und drehten mehrfach „Runden“ auf der Autobahn (und das Ein- und Ausfahrt-System in Syrien ist nicht so einfach wie in Deutschland), bis wir schließlich die Abfahrt nach Deraa (auch hier wieder drei unterschiedliche Schreibweisen in der Karte und auf den Schildern) fanden. Aber was sahen wir da? Eine Baustelle über die gesamte Abfahrt und kein „Umleitungs“-Schild oder irgendeine Art von Umfahrung. So fuhren wir ab und mit ein bisschen Gespür für Himmelsrichtungen fanden wir die Autobahn selbst.

Die Ausreise aus Syrien war deutlich weniger aufwändig als die Einreise: Pässe wurden kontrolliert, die Carnet abgestempelt und dabei auch auf die Dieselsteuer geachtet (!) – wir hatten teilweise im Netz gelesen, dass das manches Mal vergessen wird, können das aber nicht bestätigen, evtl. hätte es aber auch keinen interessiert, wären wir zwei Wochen geblieben und hätten für eine gezahlt – noch mal ein Blick in den Wagen geworfen und dann blieb noch eine Ausreisegebühr. Da wir kurz vor der Grenze unsere ganzen restlichen syrischen Pfund in Wasser, Cola und Chips eingetauscht hatten, waren wir froh, dass diese auch in US-Dollar gezahlt werden konnte. Wir wissen zwar immer noch nicht, wofür eine Ausreisegebühr notwendig ist, aber wenn wir mittlerweile eins gelernt haben an der Grenze, ist es: Zodum! (Zahle ohne denken und murren!) Zumindest hier lassen sie nicht mit sich reden (das mag in Afrika noch anders werden) und dich im besten Fall am ausgestreckten Arm verhungern. Im ungünstigsten Fall können sie halt immer noch anders: Markus fragte uns später, ob wir auch den Wagen gesehen hätten, wo die Sitze ausgebaut wurden. Hatten wir nicht, aber es passt ins Bild…

Die Einreise nach Jordanien war schon entspannter. Zunächst Polizei-Passkontrolle, dann Visa, dann Versicherung kaufen, dann Carnet und abschließend Autokontrolle. Am meisten ärgert mich nach wie vor, dass unsere Versicherung nicht anerkannt wird und wir bisher sowohl in Syrien als auch in Jordanien eine neue Versicherung abschließen mussten. Wenn mal wirklich was passiert, dann werden wir garantiert dankbar sein, dass wir uns nicht auf die hier „gezogene“ verlassen müssen, aber so fragt man sich schon, weshalb man eigentlich doppelt zahlt. Ich muss wohl einfach noch lernen, dies als das zu akzeptieren, was es eigentlich ist: Eine weitere Eintrittsgebühr, und keine Versicherung!

[Anja:] Auf jordanischer Seite begann die Untersuchung wieder zuerst mit Willi, aber wahrscheinlich nicht aus zolltechnischen Gründen, sondern nur aus Neugier. Warum sonst müssen drei Beamte in das Auto schauen? Anschließend rannten wir durch das Grenzgebäude von Station zu Station. Leider ist hier nicht alles durchnummeriert… Wir gingen zu „Customs“, der uns zu „Visa“ schickte, wieder zurück zu „Customs“, wieder nicht alles gehabt, also weiter zur „Insurance“, dann wieder zu „Customs“ und dann endlich raus.

Das Problem bei dem hin und her war, dass wir jedes Mal etwas bezahlen mussten. Und ständig ging uns das Geld aus und wir mussten zwischen „Customs“, „Visa“ und „Insurance“ auch noch in die Wechselstube rennen. Das Visum war mit 10 Jordanischen Dinar noch das günstigste. 58 Dinar kostet die Versicherung, die wir abschließen mussten, obwohl wir eine für Jordanien gültige Versicherung besitzen. Und noch mal um die 20 Dinar fielen an für das Abstempeln der Carnet und sonstigen bürokratischen Kosten. Schmerzhaft für das Budget, weil der Dinar ungefähr 1:1 zum Euro steht. Der Dinar scheint – nach Interpretation unseres Reiseführers (danke Emma!) von 2005 – seit 4 Jahren auf dem Stand zu stehen, die Preise haben sich aber seit Mitte 2008 extrem erhöht, sodass wie hier kostentechnisch Urlaub machen wie in Deutschland.

Nach etwa 2 Stunden waren wir mit der Grenze durch und starteten die Suche nach unserem „Campingplatz“. Mal wieder campen vor einem Hotel, dem „Olive Branch Hotel“ in Jarash.

Von der Grenze aus steuerten wir gleich Jarash und dort unmittelbar das Olive Branch Hotel zum Campen an. Um das gleich vorweg zu nehmen: Empfehlen können wir diesen Camping-Platz leider nicht. Die Lage ist top und die Sanitär-Anlagen funktionieren (sind sogar ansatzweise sauber), aber es ist alles maßlos überteuert: Fürs Campen allein zahlten wir 20 EUR, Abendessen für zwei hat Joachim und Carola (zu denen gleich) 30 EUR gekostet, Markus spendierte am zweiten Abend Bier, von dem eine Flasche 5 EUR gekostet hat, und für eine Ladung Wäsche waren bei ihm nachher nochmals 20 EUR fällig (weil die Maschine des Hotels kaputt war, musste diese ohne weitere Absprache per Taxi nach Jarash runter gebracht werden und das kostet ihn natürlich einen entsprechenden Obolus).

Wir hatten uns gerade eine handvoll Pasta gemacht, als Joachim und Carola aus Gifhorn ihren Defender die Anhöhe hochfuhren. Sie sind auch bereits ein paar Wochen unterwegs (Joachim noch länger, weil er den Wagen zunächst alleine „runter“ fahren musste, während Carola später nach Adana nachgeflogen ist) und werden hier im Wadi Rum und der Wüste Jordaniens noch ein wenig mit ihrem Defender „spielen“, bevor sie dann wieder in die schöne norddeutsche Tiefebene zurückkehren.

Abends saßen wir dann gemütlich zu fünft am Tisch, tauschten Travellergeschichten aus und bereiteten uns erstmal auf das neue Land vor, denn richtig Zeit, sich vorher schon schlau zu lesen, hatten wir in Syrien leider nicht.

Glücklicherweise ist eine der Top Ten Sehenswürdigkeiten Jordaniens gleich vor Ort: Jarash, die ehemalige römische Provinzstadt „Geresa“. Zogen Joachim und Carola schon früh los, um die Umgebung zu erkunden, ließen wir anderen drei den Tag gemütlich angehen. Es wurde ausgiebig gefrühstückt und dann erst noch mal die Reiseführer gezückt. Die Sonne brannte erbarmungslos und Anja blieb lieber beim Hotel, so dass ich zusammen mit Markus loszog, die Stätte zu erkunden. Vor Ort trafen wir dann auch wieder auf die beiden Gifhorner und auf ein englisches Paar, das mit ihrem wirklich massiven Wohnmobil von Genua nach Tunis übergesetzt hatte und sich dann durch Libyen und Ägypten bis hierher durchgekämpft hatte. Auf ihrer bisherigen Reise hatten sie keine deutschen Overlander getroffen und dann hier gleich zwei. Die beiden hatten direkt am Haupteingang gecampt in absoluter Gluthitze, aber alles ist ja relativ. Die beiden wussten nämlich von zwei unterwegs getroffenen Travellern zu erzählen, die gerade den Sudan durchgequert hatten, dass jene in Khartum 60°C gehabt haben. Das schien Markus und mir ein wenig arg viel, aber vielleicht war damit die Fahrzeuginnentemperatur (in der Sonne?) gemeint. Dort habe ich wohl auch einen Sonnenstrahl zuviel abbekommen…

Jarash

Römer in Jordanien

[Anja:] Ja, Jörgs Abend war deutlich kürzer als unserer. Er verschwand schnell nach der Rückkehr im Dachzelt und klagte über Mattigkeit. Ich zückte mein Fieberthermometer und siehe da: 39°C, die aber im halbstündigen Kontrollrhythmus und mit kalten Umschlägen langsam sanken. Wir haben ja massig schlaue Bücher dabei und so ermittelte ich die Krankheit: Hitzeerschöpfung. Naja, eigentlich war ich mir nicht sicher. Und daher schleppte ich Jörg am nächsten Tag zum Arzt.

Dr. Sami Khourma wurde uns von der deutschen Botschaft empfohlen und sprach perfekt unsere Sprache. Er verschrieb Jörg ein Breitbandantibiotikum, das alles abtöten soll und wir (zumindest ich) waren glücklich.

Amman ist keine besonders hübsche Stadt. So mühsam wir den Weg hinein fanden, so schnell flohen wir heraus und ab Richtung Madaba. Jörg wollte sich den Tag noch erholen, weswegen wir uns für ein Hotel entschieden und es für diesen Tag auch nicht mehr verließen.

 

 

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