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• Freitag, Mai 08th, 2009

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... im Java Cafe bei uns um die Ecke

Anja und ich im Java Cafe ...

Während ich diese Zeilen schreibe, wird draußen gerade erneut zum Gebet aufgerufen. Wir sind mitten in Sultanahmet untergekommen, der Altstadt in Istanbul, zwischen dem Topkapi Palast und der Blauen Moschee. In unmittelbarer Nähe sind weitere Moscheen, so dass gerade die Rufe verschiedener Muezzine durch die engen Gassen der Altstadt hallen. Bevor wir gleich mit Markus und Isabel Essen wollen, hat Anja sich noch ein wenig hingelegt und ich starte, die letzten Tage zusammenzufassen.

Vor nun 4 Tagen sind wir von Constanta Richtung Istanbul aufgebrochen. Anfänglich haben wir noch überlegt, ob wir in einem Rutsch nach Istanbul kommen, da wir aber auch für Istanbul nichts Festes im Voraus gebucht hatten, andererseits aber wussten, dass wir möglichst zentral unterkommen wollten, entschlossen wir uns schnell noch einen Zwischenstopp in Bulgarien zu machen.

... bei unserem Hotel um die Ecke

... bei unserem Hotel um die Ecke

Nach der Schlechtwetter-Durststrecke der vergangenen Tage und dem nun langsam wieder sommerlich werdenden Wetter, stand eins fest: „Wir wollen campen!“

Bestens informiert, dank Internet-Recherche und zweier Bulgarien-Karten mit eingezeichneten Camping-Plätzen, zogen wir los. Der Grenzübergang nach Bulgarien verlief unspektakulär, doch die Straßen wurden spürbar schlechter und enthielten ordentliche „Männer-Schlaglöcher“. So schlimm, dass es wirklich „interessante“ Streckenabschnitte auf den regulären Hauptstraßen gäbe, sind die Straßen allerdings nicht – auf diese Abschnitte, wo sich unser Willi zu Hause fühlt, kamen wir nur, wenn wir uns verfransten oder „abkürzen“ wollten…

Zwischen Vama und Sozopol wollten wir nach einem Campingplatz schauen, doch das Spiel ging leider 3:0 gegen uns aus: Der erste Camping-Platz, in der Karte schön im Wald abseits der Straße gelegen, sah eher wie ein verlassenes Holzfäller-Camp – allerdings von sibirischen Holzfällern, die nicht freiwillig dieser Profession nachgingen… Also weiter zu Camping-Platz Nummer 2 unserer Karte. Den haben wir auch sofort gefunden, unsere Karten erwiesen sich also glücklicherweise als recht genau. Allerdings sah Nummer 2 irgendwie „explodiert“ aus. Wir hielten uns nicht lange mit einer näheren forensisch-archäologischen Spurenanalyse auf, sondern machten uns auf zu unserer Nummer 3. Auch hier: Camping-Platz gemäß Karte gefunden, aber auch in sich zusammengefallen… Die Straße lag oberhalb von dem ehemaligen Camping-Platz und im Vorbeifahren sah man das in sich langsam zusammenfallende ehemalige Sanitärhäuschen. Da das Dach schon zusammengebrochen war, konnte man von oben die einzelnen Duschkabinen sehen. Das sah nicht nach kleineren Renovierungsarbeiten vor Saisonbeginn aus, unsere Karten waren somit zwar glücklicherweise genau, aber bedauerlicherweise nicht aktuell.

Mittlerweile war ’s auch schon wieder halb fünf und da wir nicht so spät suchen wollten und auch schon wieder Wolken aufzogen … Nun ja, wir endeten jedenfalls in einer schönen Pension in Byala. Auch hier waren wir die einzigen Gäste, was den sehr schönen Nebeneffekt hatte, dass wir das „Studio“ zum Abendessen nutzen durften. Ein Angebot, das wir dank der großen Terrasse mit Meerblick des Studios alles andere als widerwillig annahmen.

So unspektakulär die Einreise war, so interessant war dann der Grenzübertritt von Rumänien in die Türkei. In Rumänien waren insgesamt drei Häuschen anzufahren: Der erste wollte die Pässe und den Kfz-Schein sehen. Direkt angeschlossen war ein Häuschen zum Begleichen von „Steuern und Staatsgebühren“ oder so ähnlich (im Sinne von Ordnungswidrigkeiten), da dachten wir schon, die erheben nun nachträglich eine fadenscheinige Durchfahrtssteuer (wohlmöglich sogar Hubraumabhängig – na, dann Mahlzeit…), aber das Häuschen war nicht besetzt und so verlangte hier auch keiner eine derartige Phantomsteuer. Dafür bekamen wir aber beim ersten Häuschen noch einen USB-Stick in die Hand gedrückt. Wir verstanden irgendetwas von „200 Leva“ (bulgarische Währung) und sollten weiterfahren. Beim nächsten Häuschen verlangte die Polizei erneut die Pässe und der Kfz-Schein, die Zollbeamtin fragte lediglich, ob wir etwas zu verzollen hätten und war mit unserer Verneinung zufrieden. Den Polizisten sahen wir dann recht lange nicht wieder, als er aber zurückkam, verlangte er weder 200 Leva, noch wollte er denn USB-Stick haben. Also weiter zum nächsten Häuschen: Hier wollte man nur noch den Stick und den Kfz-Schein, und wir durften ausreisen. Die 200 Leva waren kein Thema mehr und das Interesse unsererseits, zu klären, ob wir nicht doch noch etwas zu bezahlen hätten, hielt sich verständlicherweise in Grenzen.

In der Türkei gab es auch drei Häuser, aber sogar mit fünf Stationen. Beim ersten Häuschen wollte man kurz alle Papiere sehen und es gab eine unverständliche Einweisung, wie die Prozedur abläuft. Glücklicherweise wurde die von einem nicht sonderlich motivierten Zöllner vor dem zweiten Häuschen nochmals wiederholt: „1. Police, 2. Customs, 3. Car Control“. Polizei ging schnell, Zoll auch und Willi wurde in meinem Pass vermerkt. Die abschließende Autokontrolle fiel kurzerhand aus, nachdem wir dem Zöllner versicherten, dass wir nicht schmuggeln würden, und er sich beim Filzen des vorherigen Wagens wohl bereits sichtlich verausgabt hatte. Beim letzten Häuschen wurde nur noch kontrolliert, ob alle Stempel in den Pässen sind, nicht dass jemand die Prozedur gänzlich unprotokollarisch abgekürzt hätte.

Der erste Eindruck von der Türkei: Keine Schlaglöcher mehr! Die Straße war abschnittsweise noch im Bau, aber was bereits fertig war, bedurfte aus Angst um Reifen und Achsen keiner abrupten Lenkbewegungen.

Gemäß unserer Maxime, Karten am besten jeweils vor Ort zu besorgen, weil sie dort am aktuellsten und am leichtesten zu erhalten sind, machten wir uns auf die Suche nach einer Straßenkarte der Türkei (nicht über 1:1.500.000, lieber deutlich drunter) und einer detaillierteren von Istanbul. Nachdem Anja zweimal vergebens bei Tankstellen rausgehüpft ist, habe ich beim dritten Mal den Versuch gewagt. Immerhin hatte diese nicht nur einen gut sortierten angeschlossenen „Market“ wie die anderen, sondern sogar einen „Full Market“. Die freundliche Angestellte sprach natürlich weder englisch noch deutsch. Wie also erklären, was ich suche? Nachdem es mit Händen und Füssen nicht klappte, kramte sie Zettel und Stift hervor. Ich schrieb „MAP“ und „KARTE“, blickte aber leider in kein verstehendes Gesicht, freundlich zwar, aber nicht verstehend. Dann malte ich zwei kleine Kreise, schrieb unter den einen „EDIRNE“ und unter den anderen „ISTANBUL“ und verband beide Kreise. „Ahhh, atlasi!“ Na, also, geht doch. Wir hatten uns zwar nun darüber verständigt, was ich haben wollte, doch anbieten konnte sie mir diesbezüglich leider nichts. Nun schaltete sich auch ein sehr hilfsbereiter Türke ein, der dolmetschen konnte. Er erklärte der Frau, was sie mittlerweile begriffen hatte, und sagte mir, was ich schon wusste, aber er erklärte mir den Weg nach Istanbul. Den wusste ich zwar auch schon, da er sich aber so bemühte, hätte ich es als sehr unhöflich empfunden, ihn zu unterbrechen und so dauerte es noch ein Weilchen.

Wir wollten nicht zu spät in Istanbul ankommen und so entschieden wir uns zunächst für die mautpflichtige Autobahn. Kurz vor Istanbul fuhren wir dann jedoch auf die Landstraße 100 ab, um Istanbul nicht von Nordwesten, sondern von Südwesten anzufahren. Während die Autobahn nahezu leer war, wird die vierspurige Landstraße gern auch durchgängig sechsspurig befahren, so hat man ja immer noch Platz zu allen Seiten, sollte es mal wirklich voll werden und man noch mehr Spuren erschaffen muss.

Da auch unser dritter und letzter Versuch eine Karte zu bekommen vergebens war (auf der Autobahn selbst gab es auf dem Abschnitt, auf dem wir gefahren sind, gar keine Tankstelle), mussten wir Istanbul im Blindflug erfahren. Da Anja und ich beide schon mal hier waren, brauchten wir ja nur die Straße zwischen Sultanahmet und dem Marmara-Meer finden, dann könnten wir uns orientieren und von unserem Guest House, das wir anfuhren, hatten wir auch eine kleine Umgebungsskizze, nach der wir sogar zu navigieren wagten. Ein durch und durch „interessantes Set-Up“ für eine Stadt mit über 10 Millionen Einwohnern! Wir mussten in Richtung Topkapi Palast, denn von dem wussten wir, wo er lag, und wir könnten uns an diesem orientieren. Wir folgten also mehrmals der Ausschilderung „Topkapi“, bis uns auffiel, dass der Ortsteil Topkapi überhaupt nicht in der Nähe des gleichnamigen Palastes liegen kann (immerhin auf der gleichen Seite des Goldenen Horns, aber eben nicht da, wo wir hinwollten). Doch die Türken erwiesen sich auch hier als sehr hilfsbereit. Anjas Türkischkenntnisse gingen immerhin soweit, nach dem Weg zu fragen, was aber kaum etwas nutzte, da die beiden Türken viele andere Wörter benutzten, die nicht zu ihrem Wortschatz gehörten. Allerdings fuhren Anja und ich trotzdem ihrer Beschreibung nach und geradewohl ins nächste Busdepot der beigen Mini-Büse. Das war für die Busfahrer wohl auch kein alltägliches Bild! Trotz unserer gelben Tarnung fielen wir sehr auf und machten uns, nachdem die Busse hin und her rangierten, um uns durchzulassen, auch schnell wieder aus dem Staub.

[Anja:] Ich hatte erst nach der Wegbeschreibung im Lexikon nach den Worten für rechts und links geschaut, aber war trotz allem der Überzeugung, sie irgendwie verstanden zu haben. Die Fahrt zu den Minibüsen war jedoch ein echtes Erlebnis. Als wir abbogen und ich auf allen Schlidern das Wort „Minibüs“ sah, dachte ich mir schon, dass wir falsch sein könnten. Aber das wir da nicht ohne weiteres rauskommen, war mir da noch nicht ganz klar. Ich musste mich ständig zusammenreißen, um nicht in einen lauten Lachanfall zu geraten, weil ich bemerkte, wie Jörg immer genervter wurde. Lachen hätte ihn wahrscheinlich nicht wirklich aufgebaut. Im Nachhinein wars aber so absurd, wie wir zwei in diese stockdüstere Halle gefahren sind und uns die Leute da drin fassungslos angestarrt haben. Trotzdem gabs auch da wieder viele hilfsbereite Türken. Einer startete erneut den Versuch, uns den Weg nach „Aksaray“ (das war das richtige Stichwort!) zu erklären und ein anderer fuhr extra wegen uns seinen im Weg stehenden Minibüs davon, um sich hinterher wieder hinten anzustellen.

Da die Richtung Topkapi also offensichtlich falsch war, versuchten wir Aksaray, da Anja sich erinnerte, dass dies ebenfalls sehr zentral gelegen ist. Zudem ist es ein größerer Stadtteil, der auch weiträumig ausgeschildert ist und so fanden wir auch schließlich zu der gesuchten „Kennedy Caddesi“ direkt am Marmara-Meer. Von dort aus fanden wir das Mavi Guest House problemlos. Ali hatte leider nur ein 4-Bett-Zimmer für uns, aber wir durften es allein zu zweit beziehen. Wir hatten schon bessere Zimmer (insbesondere welche mit Fenster), aber für drei Nächte und bei der zentralen Lage sind wir mehr als nur zufrieden. Außerdem trumpft es mit angenehm-chaotischer Backpacker-Atmosphäre auf.

Vorgestern ging es dann frohen Mutes zum syrischen Konsulat, schließlich fehlt uns noch das Visum. ‚Ob wir das wohl in 3 – 4 Tagen bekommen können?’ … Naja, die Geschichte kennt ihr ja schon: Das syrisches Konsulat verlangt ein Empfehlungsschreiben der deutschen Botschaft bzw. des hiesigen Konsulats. Dieses ist mittlerweile jedoch leider angewiesen, solche nicht mehr auszustellen. (Genauer: Sie dürfen es und tun dies auch, für Deutsche, die in der Türkei gemeldet sind bzw. deren Pass sie ausgestellt haben, aber leider nicht für uns „Deutsch-Deutschen“.) Die ganze Prozedur ist umso grotesker, wenn man erfährt, was das Konsulat für Empfehlung ausgestellt hat: In diesen Schreiben wurde nicht mehr als bestätigt, dass der Antragsteller einen deutschen Pass innehat.

Ein Gutes hatte es: Wir trafen auf dem deutschen Konsulat auf Thomas. Thomas reist mit dem Fahrrad und hat das gleiche Problem wie wir: Auch er bekommt vor Ort kein Visum. Im Internet hat er erfahren, dass manche einfach zur Grenze gefahren sind und – auch wenn dies offiziell eigentlich nicht geht – vor Ort ein Visum bekommen haben. Das war dann nur etwas teuer als über die Botschaft… Falls dies allerdings doch nicht klappen würde, wären wir über 1000 km vergeblich gefahren, so dass diese Option wohl nur unser Plan B wird. Wir mussten diesen Niederschlag erstmal mit einem ordentlichen Kaffee runterspülen. Und wohin zieht es die gebeutelte Traveller-Seele in einen solchen Fall? Richtig, zum imperialistischen Klassenfeind Starbucks. 😉 Von dort stammt dann auch der kurze Artikel „Erste Hürde“.

Thomas und wir vor dem deutschen Konsulat

Thomas und wir vor dem deutschen Konsulat

Wir sind anschließend noch die Istiklal Caddesi runter, das ist „die“ große zentrale Einkaufsstraße auf der Nordseite des Goldenen Horns. Erschreckenderweise haben wir auch hier in keinem Laden eine Türkei-Karte gefunden, wie wir sie suchen.

Anschließend sind wir mit dem Taxi erneut zum syrischen Konsulat gefahren – ein paar Fragen und Ideen unsererseits haben wir da noch. Nachdem wir heute früh, 15 Lira von Sultanahmet bis Harbiye gezahlt haben, wollte unser Taxifahrer nun für vielleicht ein Drittel der Strecke 17 Lira. Zudem sind wir vorher bereits quasi den umgekehrten Weg von Harbiye zu der Einkaufsstraße gefahren und haben dabei 5 Lira bezahlt. Und da fragt der Taxifahrer uns noch, wo unser Problem sei. Wir insistierten, dass 10 Lira ein guter Preis für ihn sei und dass wir im die 17 Lira nicht zahlen würden. Es gab noch ein paar Worte hin und her, wir drückten ihm 10 Lira in die Hand, und er wünschte uns noch einen „Schönen Tag“. Oder so was Ähnliches – mein türkisch ist leider nicht das Beste.

[Anja:] Der zweite Versuch bei der Syrischen Botschaft war wirklich niederschmetternd. In diesem kleinen Räumchen sitzen drei Angestellte, die alle drei mit ihrem Handy spielen, als wir ankommen. Ein Mann interessiert sich gar nicht für uns, eine Frau erkennt uns von unserem morgendlichen Besuch wieder, die dritte Dame kümmerte sich wenigstens um uns. Sie war so was von nett und herzlich mit ihrem Lächeln, dass ich ständig auf den Satz gewartet habe: „Wir können das nicht ohne Empfehlungsschreiben machen, aber für Sie machen wir eine Ausnahme“. Leider kam der Satz nie, aber das Lächeln hat mich davor bewahrt sauer zu reagieren. Die war einfach so nett, dass man ihr nicht böse sein kann und sie kann ja auch nichts dafür.

Der Abend hat dann jedoch für vieles entschädigt. Geknickt kamen Anja und ich in unserem Hostel gegen fünf Uhr nachmittags an und obwohl wir völlig geschlaucht und hungrig waren, kamen wir nicht vor 23 Uhr los von unseren Plätzen draußen vor dem Hostel. Zunächst sprachen wir mit Thorsten und Helen der „MEGEM’s Gaudi-Burschen“. Das ist ein Team der diesjährigen Allgäu-Orient-Rallye, das ebenso wie wir bei Ali abgestiegen ist. Die Allgäu-Amman-Rallye ist eine Fun-Rallye mit gutem Zweck: Man fährt mit selbstorganisierten Fahrzeugen (Auto oder Motorrad) entlang bestimmter Check-Points (keine Autobahn!) bis nach Amman, wo die Autos für einen guten Zweck gespendet werden. Thorsten kennt jemand aus dem Organisationskomitee mit sehr guten Kontakten nach Jordanien. Das ist zwar nicht unser derzeitiges „Problemland“, aber vielleicht lässt sich da etwas über Bande spielen und wenn das möglich wäre, so müssten wir zwar in zwei Tagen an der türkisch-syrischen Grenze sein und Syrien viel schneller durchqueren als wir eigentlich wollten, aber immerhin müssten wir nicht 5 – 6 Wochen warten. So lange mussten nämlich Herbert und Max der Gaudi-Bursch’n auf ihr Visum warten, bis es aus Berlin wiederkam. (Bisher blieb allerdings ein Signal aus und so hat sich hier wohl leider nichts ergeben.)

Mit einem wertvollen Tipp konnte dann Markus aufwarten: Während Anja und ich noch draußen saßen und uns weiterhin mit Thorsten und Helen unterhielten, kam er mit seinem Defender und Frankfurter-Kennzeichen die Straße runter und stellte seinen Wagen neben unserem ab. Das war nun eine Autofront, die Anblicke magisch anzog: Zwei Wüstenschiffe und daneben zwei bunt beklebte Rallye-Wagen. 😉

Die Rallye-Wagen und wir

Die Rallye-Wagen und wir

Markus plant eine ähnliche Reise wie wir, nur soll es nicht nach Afrika, sondern nach Asien eventuell sogar noch bis Australien gehen, bevor er seinen Defender verschifft und wohlmöglich in die Karibik fliegt, um von dort zurück nach Deutschland zu segeln – auch keine schlechte Tour. Den Nahen Osten nimmt er noch mit (einschließlich Sinai), doch fährt dann eben nicht südlich weiter, sondern dreht über Saudi-Arabien und Oman ab gen Pakistan, Indien, Laos. Er reist abschnittsweise immer mit Freunden oder seiner Freundin Isabel zusammen, ist sonst aber (wie etwa in Syrien) auf sich allein gestellt.

Mit Markus tauschten wir uns dann noch den ganzen Abend aus. Das Erfrischenste für Anja und mich war zu hören, dass Markus seine Tour auch nicht jahrelange vorbereitet hatte, sondern ebenfalls nur wenige Monate vom ersten Aufglimmen der Idee bis zur lodernden Durchführung gebraucht hatte. Wir gingen auch gar nicht mehr los, etwas zu essen, sondern ließen uns von Ali stattdessen etwas bestellen. Dazu stießen dann noch Herbert und Max und später auch noch kurz Jürgen und Bernd von dem Team „Alle Mann nach Amman“. Die Allgäu-Orient-Rallye besteht dieses Jahr aus 88 Teams mit ca. 160 Fahrzeugen. Da in Istanbul ein paar Sonderaufgaben zu erledigen waren, sammelten sich alle Teams hier und man stieß überall und immer wieder auf ein paar Fahrer. Die „Alle Mann nach Amman“ hatten wir sogar schon auf dem Weg nach Istanbul gesehen, die „Franken für Amman“ später in Istanbul auf dem großen Platz vor der Blauen Moschee getroffen. Der Abend war lang und sehr vergnüglich. Genau das, was unsere enttäuschten Gemüter brauchten und was auch noch ein derartiges Hostel liefern kann und weder ein Hotel noch eine Pension. Das Visum würden wir auch noch irgendwie bekommen! Zumal Markus noch eine gute Empfehlung hatte: den Visa-Service. Er hatte alle seine Visa über diese bezogen und wir wollten gleich am nächsten Morgen dort anrufen.

Zunächst versuchten wir jedoch gestern früh unser Glück bei der syrischen Botschaft in Berlin. Wir bekamen beim syrischen Konsulat hier in Istanbul extra noch eine Durchwahl, aber leider gab es unter dieser Nummer keinen Anschluss. Also riefen wir einfach die allgemeine Nummer an und bekamen folgenden Rat: Wir sollten einfach zur Grenze fahren und dem Grenzer unser Problem dort schildern. Das könnte zwar etwas teuerer werden, aber der Grenzbeamte hat diesbezüglich „gewisse Freiheiten“. … Ah, ja! Wenn das nun doch alles nicht mehr so wichtig ist, warum will uns dann nicht einfach jemand eine Empfehlung ausstellen oder einfach so den Stempel auf den Pass drücken. Die Sondergebühr zahle ich bei Bedarf auch gern schon hier in Istanbul!

Uns ist das doch zu fraglich. Wir riefen danach beim Visa-Service an und die werden uns helfen können. Das kostet zwar auch und zeitlich ist die Bande über Deutschland natürlich auch nicht optimal, aber so bleiben wir halt einfach etwas länger in der schönen Türkei. (Deinen Alternativvorschlag, Ben, hättest sonst du unseren Eltern schonend beibringen dürfen… 😉 ) Dank umgehendem Support unserer „Home Base“ hatten wir die notwendigen Unterlagen schnell zusammen (Vielen Dank nochmals!) und konnten uns schon über Verschickungsmöglichkeiten informieren – UPS, FedEx, DHL, … Doch insgesamt waren diese Punkte dann leider doch nahezu tagesfüllend.

Die beste Verschickungsoption ergab sich jedoch erst heute früh: Isabel, Markus Freundin, die ihn über das Wochenende hier in Istanbul besucht, ist so freundlich, alle Unterlagen mitzunehmen und dann aus Deutschland per Einschreiben direkt nach Berlin zu schicken. Damit waren Anja und ich den heutigen Tag instentan von allen organisatorischen Aufgaben befreit und gönnten uns einen Bummel über den Großen Basar und den Gewürzbasar.

Ich wusste gar nicht, wie viel Freunde ich hier bei meinen letzten Besuch in Istanbul gewonnen hatte, und auch ein paar Brüder müssen meine Eltern mir verschwiegen haben: Von überall auf den Basaren und den kleinen und großen angrenzenden Gassen grüßten mich mir völlig Unbekannte: „My friend / my brother, how are you today? Do you want to see my beautiful …“ Anja und mich stößt dies mehr ab, als es von meinen Freunden und Brüdern wohl gedacht ist. Teilweise grüßte ich meine Freunde und Brüder freundlich zurück, auch wenn ich mir eigentlich sicher war, dass ich sie noch nie gesehen habe, teilweise passierte ich sie einfach stur mit norddeutscher Stoffelligkeit: „Ick kenn di nich, ick grühß di nich.“ Klar, dass das meinen Freunden und Brüdern auch nicht gefiel – hatten sie mich doch so lang nicht gesehen…

Es gäb’ noch einiges zu erzählen, aber wir müssen nun wirklich zu unserem Abendessens-Date mit Markus und Isabel.

Isabel und Markus

Isabel und Markus


Category: Bulgarien, Türkei  | 5 Comments

5 Responses

  1. 1
    malbien 

    Das liest sich ja spannender als jeder Roman! Ehrlich: Wir beneiden euch um die Erfahrungen (okayokay, nicht um den nervigen organisatorischen Aufwand 😉 ), und sind gespannt, was ihr noch so alles dazu erlebt…

    Hier mein wöchentliches „Update“ aus der weiten Ferne: 96 vs Frankfurt 1:1 (dürfte ja für Dich besonders interessant sein, Jörch!), und damit sind wir dann auch quasi „safe“ diese Saison. Stuttgart hat mit 4 Gomez-Toren übrigens Tabellenführer Wolfsburg abgelascht und mit 4:1 geschlagen.

    Soviel dazu, wir denken an euch heute abend beim Tatort und senden euch einen superlieben Gruß aus der sonnigen Heimat,

    Svety & Marc

  2. 2
    Joerg 

    Dank euch, ihr treuen beiden Seelen. Habt euch ja zu beständigen Kommentatoren entwickelt und Anja und ich sind dank euch über auf dem aktuellen Bundesligastand — was können wir mehr wollen? Ein Tatort im Live-Stream vielleicht, aber das hat nicht geklappt… 😉

  3. 3
    diethart 

    Es kommt Salz in die Suppe, schön. Ich beneide euch. There is more to come!

  4. 4
    Sabrina 

    WOW, endlich habe ich es geschafft mich anzumelden ; -) Man bekommt richtig Fernweh wenn man eure Berichte liest und ich drück euch ganz fest die Daumen mit eurem Visum. Ganz liebe Grüsse aus der Schweiz Säbryna

  5. 5
    Max 

    Hallo Ihr Beiden,

    sorry, wir haben uns bemüht gemeinsam mit der Organisation der Allgäu-Orient Rallye und Sakka Alfajet aus Jordanien etwas für Euch in Bezug Eurer Visa für Syrien zu unternehmen. Leider ohne Erfolg – sorry!

    Syrien war – von der Ein- und Ausreise abgesehen – sehr schön und die Menschen dort sehr hilfsbereit und gastfreundlich.

    Könntet Ihr uns bitte die Mailadresse von dem frankfurter Globetrotter zukommen lassen? Wenn ja bitte an thorsten-laesser@t-online.de.

    Euch gutes Gelingen und baldige Abreise aus der schönen Türkei wünschen

    Helene & Thorsten vom Team 67 „MEGEM´s-Gaudi-Bursch´n“

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• Dienstag, Mai 05th, 2009

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Heute gibts von uns nur eine kurze Meldung. Wir sind inzwischen in Bulgarien, genauergesagt in Bjala. Auf der Suche nach Campingplätzen wurden wir stark enttäuscht. Einer sah sehr baufällig aus, zwei weitere waren mehr Ruinen. Das führte uns in ein Zimmerchen, saukalt aber dafür mit traumhaftem Meerblick. Internet gabs auch 🙂

In wenigen Minuten gehts weiter Richtung Türkei. Wenn wir Glück haben und die Grenzabwicklung problemlos verläuft, schaffen wir es vielleicht bis Istanbul. Ansonsten müssen wir auch da noch eine Pause einlegen.

[Jörg:] Viel früher als sonst, vermissen wir deutsches Brot. Wenn irgendjemand eine gute Empfehlung für eine deutsche Bäckerei (oder sonstige Bezugsquelle für das, was bei uns den Namen „Brot“ verdient hat) in Istanbul weiß, so immer raus mit dieser von uns heißhungrig erwarteten Information.

Category: Bulgarien  | 2 Comments

2 Responses

  1. 1
    ben 

    Nicht in Istanbul, aber in Alanya: http://www.qype.com/place/162089-Cafehaus-und-Baeckerei-Dietz-Alanya?lang=de#226842

  2. 2
    Joerg 

    Danke für den Tipp, wenn ’s uns nach Alanya verschlägt, haben wir da ja gleich einen Anlaufpunkt… 😉

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